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Der Herbst 2008 ist gekommen und mit ihm die Jahreszeit, in der aufgeräumt wird. Im Garten wird bald das Laub von den Bäumen fallen und die Natur braucht einen Rückschnitt. Es riecht nach Arbeit. So, wie sich in der Natur vor dem drehenden Frost die Säfte zurück ziehen, so steigen sie momentan bei meinen Aktivitäten, die mich alljährlich in der lichtarmen Jahreszeit befallen.
War es früher der Karneval, so ist es jetzt das lokale Kabarett, das mich stark beschäftigt. Nachdem schon seit einiger Zeit die Texte "stehen" und in den Köpfen Raum greifen, stehen die letzten Vorbereitungen für die Bühne und die Requisiten im Vordergrund. Ein erstes Hochgefühl stellte sich bereits am 15. und 16. September ein, als innerhalb von zwei Tagen alle drei Kabarettveranstaltungen unter dem Motto "Gedöns und Grafaame" ausverkauft waren. Nun ist der Druck und die Erwartungen groß.
Im letzten Jahr war ich mit dem Kabarett bereits auf der Zielgeraden, als mein Vater sehr schwer stürzte und nach neun Tagen verstarb. Das warf mich derart aus dem Gleis, dass ich meinen Auftritt absagen musste. Unsere Ensemblemitglieder besetzten die Programmnummern kurzerhand um und lösten das Problem mit Bravour. Dabei packten sie mich menschlich derart gut in Watte, dass ich mit der Situation gut zurecht kam.
In diesem Jahr bin ich wieder dabei und lege mich natürlich gewaltig ins Zeug. Allerdings kreist über der ganzen Sache wieder ein Schwert, weil sich meine Mutter in einem sehr fragilen Zustand befindet, bei dem ich jeden Tag mit Überraschungen rechnen muss. Ich gehe davon aus, dass ich in diesem Jahr mehr Glück haben werde. Außerdem bin ich in diesem Jahr so stark im Programm eingebunden, dass ich auf jeden Fall auftreten muss, auch wenn es hart kommen sollte. Dennoch lenkt mich das Problem pausenlos bis zu einem gewissen Grad ab. In vier Wochen ist das diesjährige Kabarett gelaufen, dann werde ich schlauer und erleichterter sein. |