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Zustandsbeschreibung einer Stadt, in der alles möglich ist                                   

Stand: Januar 2011

 

Ehe Sie, werte Leser, sich mit den Besonderheiten der Maintaler Kommunalpolitik vertraut machen, möchte ich Ihnen unsere Stadt mit einigen Infos etwas näher bringen. Maintal ist eine Stadt im Main-Kinzig-Kreis mit ca. 38.000 Einwohnern, die aus vier Ortsteilen besteht, welche nach deren Eingemeindung im Jahr 1974 entsprechend deren heutigen gefühlten politischen Wichtigkeit wie folgt aufgezählt werden sollten:

  • Hochstadt - 5.270 Einwohner - Maintaler Rathaus - Wohnsitz des Bürgermeisters - historischer Ortskern - neue Wohngebiete - Haltestelle der Bahn

  • Wachenbuchen - 3.357 Einwohner - ländlicher Charakter - historischer Ortskern - ausgeprägtes Bürgergefühl - moderne Bäuerlichkeit - gefühlte Wichtigkeit

  • Dörnigheim - 15.040 Einwohner - Sitz sozialer Einrichtungen - Seniorenwohnanlage KLEEBLATT - Mainuferanlagen - Supermärkte - Haltestelle der Bahn

  • Bischofsheim - 13.911 Einwohner - Seniorenwohnanlage KLEEBLATT - Golfshot-Anlage - durchmischte Wohngebiete - Gewerbegebiet - Haltestelle der Bahn

Auch nach  36 Jahren ist Maintal immer noch nicht zusammengewachsen und das Stadtteildenken ist sehr ausgeprägt. Selbst politische Ortsvereine stehen teilweise in gegenseitiger Konkurrenz. Die Bürgermeister werden generell in Hochstadt und Wachenbuchen sowie mit der Briefwahl "gemacht", denn in den großen Ortsteilen ist die Wahlbeteiligung zu Kommunalwahlen zu gering. Kommunalpolitisch leidet Maintal unter einem Mangel an Einfallsreichtum, unter fehlendem Mut zum Risiko und unter einer kleinkarierten Kommunalpolitik, die häufig mehr dem eigenen Machterhalt als dem Wohl der Bürger gilt. 

 

Maintal hat viele Gesichter. Eines davon ist besonders familien- und kinderfreundlich. Das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen ist reichhaltig und hochwertig. Bis auf besondere Schulen und Gymnasien für gehobenere Ansprüche ist das Bildungsangebot gut. Maintal verfügt über ein blühendes Vereinsleben, das für alle Altersklassen interessant ist. Das kulturelle Angebot steht natürlich nicht in Konkurrenz zur Rhein-Main-Metropole oder der Nachbarstadt Hanau, ist aber durchaus interessant. In Hochstadt und in Wachenbuchen versteht man es noch, die traditionelle Kerb zu feiern. Hochstadts Straßenfeste haben eine lange Tradition. Maintals Weihnachtsmärkte sind ebenso bekannt, besonders der Hochstädter Weihnachtsmarkt zieht jährlich viele Besucher der Region an. 

Am ersten Juliwochenende beherrscht der IRONMAN die Ortsteile Hochstadt und Wachenbuchen, durch die die berüchtigte Radstrecke führt. Am Dörnigheimer Mainufer kann man herrlich flanieren und ausspannen. Die Wochenmärkte in den Ortsteilen sind gut besucht und helfen, innerörtlich die lückenhafte Infrastruktur des Einzelhandels auszugleichen und etwas mehr Frische auf den Tisch zu bringen.

 

Wie der Name bereits verrät, liegt Maintal am Main. Im Stadtteil Dörnigheim kann man en der Uferpromenade herrlich flanieren. Leider wird Maintal immer wieder vom Hochwasser heimgesucht, das nicht nur die Uferregion überschwemmt, sondern auch weite Teile der sogenannten grünen Mitte Maintals. Für einige Wohnbereiche in Flussnähe ist die Situation erst dann bedenklich, wenn die Hochwassermarke im Frankfurter Osthafen 5,00 Meter übersteigt. Dann sind auch die umfangreichen Hochwassermaßnahmen der Feuerwehr vergebens. Aus diesem Grund ist der alte Ortskern durch eine hohe Mauer geschützt. Die vorübergehend überschwemmten Naherholungsgebiete regenerieren sich immer wieder relativ schnell, weil sie natürliche Polder darstellen und teilweise dem Lauf alter Mainarme entsprechen.

 

Etliche Bürgerinitiativen halten in Maintal Diskussionen in Gang, die geführt werden müssen. Sie sammeln Unterschriften, klären auf und organisieren Widerstand gegen Dinge, die meistens jedoch von den Verursachern der Missstände abprallen. Eine Chance haben sie nur zu Wahlkampfzeiten. Dennoch formieren sie sich immer wieder. Das zeigt, dass viele Maintaler Verantwortungsgefühl besitzen und ihnen doch nicht alles völlig egal zu sein scheint.

 

Seit 2010 betreibt die Stadt Maintal einen Stadtleitbildprozess, der die Aktivitäten der unvollendeten Lokalen Agenda ablöste. Ziel des Prozesses ist eine möglichst große Bürgerbeteiligung bei der Lösung lokaler Probleme. Dabei setzt der Magistrat nicht nur auf die Nutzung fachlicher Ressourcen in der Bürgerschaft, sondern auch auf die Verlagerung von Arbeitspaketen der Stadtentwicklung und anderer Bereiche auf die Bürger. Momentan beteiligen sich daran aber nur ca. 200 Bürgerinnen und Bürger, von denen ein Teil aus Kommunalpolitikern und Bediensteten der Stadt besteht.

 

Maintals Senioren sind im wahrsten Sinn des Wortes aktiv. Das SeniorenOffice der Stadt koordiniert die Aktivitäten und motiviert viele Neu-Senioren, sich einzubringen. Über die Homepage www.seniorenaktiv.maintal.de können Sie sich über das umfangreiche Angebot informieren, das von den Senioren vorgehalten wird. Hier in Maintal muss kein Pensionär nach seinem Berufsleben in ein Loch fallen.

Der Seniorenverein Bürgerhilfe unterhält neben einem effizienten Hilfsangebot auch die sogenannte "Nahrungsquelle" für Hilfsbedürftige, die über 150 Menschen in Maintal versorgt.

 

Maintals Bürgerinnen und Bürger leben in gemischten Wohngebieten. Nur die Ortskerne werden noch von "Einheimischen" dominiert. Man findet sie aber auch in privilegierten Wohngebieten, wenn sie genügend Land verkaufen konnten. Hie und da gibt es kleine "Fremdeleien", die manchmal zu "sozialen Brennpunkten" hochstilisiert werden. Die "Fremden" und die ausländischen Mitbürger sind jedoch einigermaßen gut integriert, soweit sie das selbst zulassen. 

 

Die Senioreneinrichtungen KLEEBLATT in Bischofsheim und Dörnigheim sowie andere Einrichtungen gehören zur Altenwohnstrategie Maintals, die bislang ausschließlich dem Deutschen Roten Kreuz überlassen wird, das es versteht, fremde und Maintaler Finanzmittel geschickt auszuschöpfen und damit konkurrenzlos ansprechende Einrichtungen zu schaffen. Weitere Einrichtungen sind in Hochstadt und in Wachenbuchen geplant, die als drittes und viertes Kleeblatt gelten. 

 

Die Nähe zu Frankfurt, Offenbach und Hanau macht aus Maintal eigentlich viel mehr als Maintals Politiker daraus zu machen verstehen. Stadtentwicklungsplanung wird weitestgehend allen möglichen Investoren überlassen, die ihre eigenen Siedlungs- konzepte verfolgen. Die Nahversorgung ist der Bauentwicklung kaum angepasst. Ein übergreifendes Konzept gibt es nicht. Durchwachsen sind die ausgewiesenen Gewerbegebiete in Bischofsheim und Dörnigheim. Man findet hier vorwiegend  Planungsfirmen, Dienstleister, Lagerstandorte - einige Verarbeiter - aber kaum Basisproduzenten. Hochstadt war früher durch den Apfelwein der Firma HÖHL  bekannt. Diese ist aber bis auf einen Teil der Produktion nach Karben umgezogen.

 

Stadt im Wandel - mit allen Konsequenzen

Der Bestand an Sozialwohnungen bzw. bezahlbarem Wohnraum sinkt kontinuierlich. Dafür wächst der Anteil an Wohneigentum. Nachdem die Europäische Zentralbank rundum etabliert sein wird, wird sich in Maintal der Markt für Mietwohnungen weiter verschärfen. In einem zentralen Dörnigheimer Wohngebiet ebnete die Stadt Maintal dem Investor den Weg zur 25%-igen Wohnraumverdichtung. Eine damit einhergehende Vertreibung der bisherigen Mieter über Mietsteigerungen und die neue "Durchmischung" des Wohngebietes wird auf dem Rücken derjenigen ausgetragen, die ohnehin die Verlierer unserer Gesellschaft sind. Sie kommen nicht umhin, früher oder später Wohngeld und Heizkostenzuschüsse zu beantragen, wenn sie der Vertreibung entgehen wollen. Der Maintaler Leitgedanke scheint zu heißen: "Menschen anstelle von bezahlbaren Mietobjekten zu subventionieren". 

 

Die Grüne Mitte Maintals ist ein überirdisches Kleinod der Natur, das wegen seiner vielfältigen Altlasten als unbebaubar gilt. Sie trennt auf unnatürlich natürliche Weise und dauerhaft drei Stadtteile. Sie wird als Naherholungsgebiet mit vielen seltenen Tieren und Pflanzen genutzt.

 

Viele Kleingärtner fühlen sich trotz des fragwürdigen Untergrundes an den Rändern der Grünen Mitte wohl. Es ist halt eine andere Art von Naturempfinden, die man einfach mögen muss. Einige nicht verfüllte Kiesgruben dieses Gebietes werden von Anglern und Surfern genutzt. Unbelastet dürften die Seen wegen der Grundwasserströme aber auch nicht sein. Die hiesigen Naturschützer, Jäger und Nutzer der Flächen sind allerdings ganz begeistert von ihrer Grünen Mitte.

 

Dateninfrastruktur und Nahverkehrsanbindungen sind in einem stark ausbaubedürftigen Zustand. Hochstadt und Dörnigheim verfügten früher über einen echten Bahnhof; heute sind dort nur noch sogenannte Haltestationen mit Bahnsteigen zu finden, die das Ein- und Aussteigen zu einem Abenteuer machen. Einen normal üblichen S-Bahn-Anschluss gibt es nicht. Frühestens 2016 dürften die ersten nordmainischen S-Bahnen verkehren. Der Nahverkehr wird mit Bussen organisiert. Anschlüsse an den Rhein-Main-Verkehrsverbund bestehen, sind jedoch permanent das Ziel der Einsparideen des Kämmerers.  

 

Kabelgebundenes DSL ist nur in den beiden großen Ortsteilen befriedigend vorhanden, die Anbindung an eine zeitgemäße Information und Kommunikation in Hochstadt und Wachenbuchen mehr als dürftig. 

 

Kabellose Techniken stoßen hier - mit allen bekannten Gesundheitsbeeinträchtigungen - bereits auf eine gute Versorgung. Die Stadt lässt den Mobilfunkanbietern bisher nahezu frei Hand und hält ihnen auch den Rücken frei. Die Maintaler Mobilfunkgruppe der Lokalen Agenda bemüht sich verstärkt aber recht erfolglos um ein Versorgungskonzept, das die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei gleicher Versorgungsqualität sicher stellt. 

 

Kommunalpolitisch wird Maintal wechselweise von den Parteien CDU oder SPD dominiert. FDP, Grüne und die Wahlalternative Maintal (WAM) sorgen je nach Bedarf für Mehrheiten. Das größte Ärgernis Maintaler Kommunalpolitik ist die Politikverdrossenheit der Bürger, die sich mehrheitlich auch nicht für das politische Geschehen interessieren. Entweder befindet sich ihr gefühlter Lebensmittelpunkt irgendwo im Ballungsraum, nur nicht in Maintal oder sie sind kommunalpolitisch so enttäuscht, dass sie dem örtlichen Geschehen die kalte Schulter zeigen. Die Parteien unternehmen keinerlei Versuche, das Interesse der Bürger und die Wahlbeteiligung zu fördern.

Aus diesen Gründen versuche ich mit meinen politisch-satirischen Seiten, die Bevölkerung auf eine Reihe von Besonderheiten und Verhaltensweisen aufmerksam zu machen, die dem Allgemeinwohl abträglich sind. Ich werbe seit Jahren für mehr Interesse der Bürger an dieser Art der "Verwaltung der Bürgerschaft und des kommunalen Eigentums", die von einer handvoll Kommunalpolitiker gestaltet wird. 

 

Gehen Sie zu den Ausschusssitzungen und den Stadtverordnetenversammlungen! 

Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wie Kommunalpolitik in Maintal funktioniert.

 

Ansonsten ist die Welt hier ganz in Ordnung

 

Allerdings - wenn man stirbt, stoßen die Angehörigen auf die höchsten Friedhofsgebühren der Region. Es ist das Letzte, was Maintal seinen Bürgerinnen und Bürgern abverlangt, weil es scheinbar als Privileg gilt, hier gelebt haben zu dürfen. 

 

Den Rest über Maintal erfahren Sie unter http://www.stadt-maintal.de unter http://de.wikipedia.org/wiki/Maintal unter http://peterheckert.org/ und was tagtäglich hier so passiert, im Maintal TAGESANZEIGER und auf dieser Homepage. 

 

Seien Sie als Neuleser herzlich willkommen. Die Stammleser bitte ich, weiter durchzuhalten. 

Irgendwann wendet sich hoffentlich alles zum Besseren - dann wird diese Homepage möglicherweise überflüssig.