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Unsere
Wohnanlage umfasst immerhin zwölf Wohneinheiten mit 23 Personen. Über
die Hälfte der Bewohner haben das 60. Lebensjahr bereits überschritten,
weshalb wir scherzhaft vom "Philipp-Weber-Stift" sprechen. Und
genau hier brannte es am 6. Oktober 2010 gegen 23 Uhr 15 in der Wohnung
einer Seniorin. Normalerweise erzeugt dieses Ereignis nur eine kleine
Notiz in der Tageszeitung, wie man sieht. Der Hergang, die verhinderte
Katastrophe und die Auswirkungen sind es aber wert, dass man darüber
einige Worte mehr verliert.

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Rasante
Brandentwicklung
Was
mich an diesem Abend erschreckte, war die Geschwindigkeit und
Heftigkeit, wie sich das Feuer ausbreitete. Für den Laien war das
Zeitfenster zum halbwegs gefahrlosen Eingreifen maximal drei Minuten
groß. Danach wäre es nur noch Feuerwehrleuten unter Einsatz großer
Mengen Löschmittel gelungen, den Brand zu stoppen. Die Folgen wären für
die betroffene Wohnung und die darunter liegenden Wohneinheiten fatal
gewesen. In den darüber liegenden Wohnungen hätte womöglich Gefahr für
Leib und Leben der Bewohner bestanden. Innerhalb der besagten drei Minuten
war jedoch der Brand mittels eines Feuerlöschers gelöscht.
Qualm
und Rauchgase mit ätzender Wirkung
Zur
besagten Uhrzeit klingelte die Nachbarin und meldete aufgeregt, dass ihr
Fernsehgerät brenne, worauf ich sofort die Feuerwehr alarmierte. Das
dauerte ungefähr eine Minute. Dann rannte ich in die Nachbarwohnung und
sah, dass aus dem Fernseher kleine Flämmchen schlugen. Das Zimmer war zu
diesem Zeitpunkt noch ohne Qualm und Ruß. Ich rannte zurück ins
Treppenhaus und holte den Feuerlöscher. Dabei verging nochmals eine
Minute. Als ich wieder am Brandherd ankam, schlugen die Flammen bereits
aus der Schrankwand und über die Decke. Dicker Rauch kam mir entgegen und
ich musste in die Hocke, weil der Rauch jede Atemluft nahm und beißend
roch. Erstaunlicherweise erloschen die Flammen nach nur zwei kurzen
Stößen aus dem Pulverlöscher und mir blieb nur noch die Flucht.
Daraufhin sorgte ich dafür, dass sich niemand mehr in der Wohnung
aufhielt und begab mich in den Hof.
Feuerwehr
mit großem Aufgebot
Die
Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzfahrzeugen an und auch ein Notarzt
sowie die Polizei waren vor Ort. Zwei Feuerwehrmänner inspizierten den
Brandherd mit schwerem Atemgerät und sicherten die Brandstelle, während
das Gebäude mittels eines schweren Lüfters belüftet wurde. Nach 45
Minuten war der Spuk vorbei. Die eingangs erwähnte rasante
Brandentwicklung rechtfertigte den massiven Einsatz der Löschkräfte,
denn in den weiteren ca. 5-6 Minuten bis zum Eintreffen hätte ohne den
Einsatz des Feuerlöschers ein großer Teil der Wohnung in Flammen
gestanden und auch das Treppenhaus wäre wegen der Rauchgase zum Problem
für die Bewohner der oberen Stockwerke geworden.
Lehren
aus dem Zimmerbrand
Über
die im Zeitungsartikel erwähnten Maßnahmen hinaus werden wir - die
Hausbewohner des "Philipp-Weber-Stifts" - im Wiederholungsfall
-
sofort
alle Bewohner alarmieren und auffordern, das Gebäude zu verlassen,
-
darauf
achten, dass im Treppenhaus alle Fenster geschlossen sind, solange
evakuiert wird und
-
uns
alle in der Zwischenzeit mit der Handhabung der Feuerlöscher vertraut
machen.
Für
die betroffene Bewohnerin sind die Folgen gravierend, wie man anhand der
Bilder sehen kann. Die gesamte Wohnung ist unbewohnbar und muss renoviert
werden. Viele Möbel und Kleidungsstücke sind unbrauchbar. Der Geruch von
verbranntem Kunststoff und von Salzsäure ist in allen Räumen. Nun
beginnt der Kampf mit den Versicherungen. Für den Hausrat ist eine andere
Versicherung zuständig als für die Renovierung der Räume.
Mit
aktiver Nachbarschaftshilfe werden wir die Sache bis Weihnachten
gemeistert haben. Eines steht fest: So etwas kann kein Mensch
gebrauchen!
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Eine
Sache von drei Minuten

Die
Flammen schlugen nach einer Minute über die Decke

Der
Brandschaden geht in die Tausende

Das ausgebrannte
Fernsehgerät
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