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31.
Januar 2006
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Monatsende
- ein Moment des Verweilens
Man
merkt, dass die Aufgeregtheiten im Zusammenhang mit der bevorstehenden
Kommunalwahl zunehmen. Während sich die großen Kontrahenten mit einer
jugendlichen Auffrischung präsentieren, setzt die WAM mehr auf sozial und
politisch erfahrene Kräfte, bei FDP und Grünen sollen es ebenfalls
bewährte Kräfte richten. Von den REPs hört man derzeit gar nichts und
die InJu beginnt gerade mit öffentlicher Aufklärungsarbeit.
Die
Presse bemüht sich - auch mit einer Podiumsdiskussion am 21. März - den
Wählern die Parteien möglichst nahe zu bringen. Hierbei werden neben den
programmatischen Themen auch die Stimmungen in der Bevölkerung aufgesaugt
und darüber berichtet. Auch auf dieser Website wird man seinen
persönlichen Adrenalin-Spiegel einstellen können. Die Parteien haben so
die Möglichkeit, sich über die Wirkung ihrer Aktionen ein Bild zu machen
und bisher noch nicht bekannte Gegner zu lokalisieren. Da man die
Wahlberechtigten aber nicht nur über die Medien hinweg erreicht, ist die
Arbeit auf der Straße von größter Wichtigkeit. Man kann sich also schon
bald auf die Info-Stände einstellen, an denen man mehr oder weniger
heftig diskutieren kann.
Heftige
Diskussionen nicht öffentlicher Art hinterlassen jedoch auch Spuren, denn
sie transportieren im vertrauten Kreis Informationen und Empfehlungen, die
an das Ansehen der Informanten gekoppelt sind. Gerade bei Menschen, die
sich auf Erkenntnisse von Bezugspersonen verlassen, die sich wirklich (oft
auch nur scheinbar) stärker mit der Sache befasst haben, wirken
diese Art von Empfehlungen besonders nachhaltig. Für Politiker oder
solche, die es werden wollen, ein Faktor, den sie beachten sollten, denn
was nützt die ganze schöne Selbstdarstellung, wenn sie in den Köpfen
nicht passen will.
Das
nach wie vor beste Bild bekommt man, wenn man es auf eine kontroverse
Diskussion ankommen lässt, die auch über die zulässigen Grenzen hinaus
geht. Hier erkennt man schnell die verwundbarsten Stellen. Das ist in
allen politischen Lagern so und völlig legitim. Es ist allenthalben eine
Frage des Stils, dies auch auszunutzen. In der Politik geht es bekanntlich
um Erfolge und weniger um gute Haltungsnoten. Hier muss man sich auch auf
Leute einstellen, die man nicht mag, wenn sie ein Teil des Ganzen sind, um
seinem Ziel näher zu kommen.
Lassen
Sie mich heute, zum Monatsende, einmal aussetzen, Leserbriefe und
Meldungen aufzugreifen und mit meiner Sicht zu verfälschen. Wer dennoch
seine persönliche Adrenalin-Ausschüttung vermisst, kann sich ja melden.
Vielleicht kann ich ja mit einigen privaten Zeilen helfen.
Lesen
Sie jedoch heute, was Jürgen Malbrich , ein erfahrener und
engagierter SPD-Stadtverordneter den alten und den zukünftigen Senioren
zu sagen hat. Hier geht es um unsere Zukunft, die wir nicht nur den
Jugendlichen überlassen sollten, denen eben unsere ganze Aufmerksamkeit
gilt. Wer weiß, ob die Senioren noch ein Gewicht haben, wenn das
Wahlalter vielleicht auf 16 Jahre herunter gesetzt wird, damit die Jugend
beim Altersvertrag aktiv mitreden kann.
Erfahrung
beginnt heute schon im Kindergarten - wie die Zeiten sich ändern!
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Auch
in Maintal bewegt uns die zunehmende Zahl der älteren, alternden
und alten Mitbürger. Fast jeder dritte Mitbürger wird im Jahr 2050
älter als 65 sein. Gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung: Die
Einwohnerzahl in Deutschland wird voraussichtlich um 10% sinken bis
zur Mitte des Jahrhundert. Das Durchschnittsalter der Mitbürger
wird weiter ansteigen. So waren 17 % der Maintaler Bürger im Jahre
2004 jünger als 18 Jahre, ein Anteil, der sich nach Einschätzung
von Statistikern der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung nicht mehr
wesentlich verändern wird. 25 % der Maintaler Bürger waren älter
als 60 Jahre, doch dieser Anteil wird bis 2050 auf etwa 33 %
steigen. Die Folge ist also auch in unserer Stadt, dass immer mehr
alte Menschen, denen im mittleren oder erwerbsfähigen Alter
gegenüberstehen.
Die
Geburtenrate des Jahres 2005 in der Stadt Maintal stimmt uns hier
nur pessimistisch. Wen wundert es. Betrachtet man die ständig
steigende Zahl der Single-Mütter und -Väter, könnte man meinen,
dass Frauen und Männer endlich verstanden haben, dass sie einfach
nicht zueinander passen. Aber nein. Geheiratet wird immer noch gern,
nur werden aus Mann und Frau keine Eltern mehr, und Hochzeit heißt
nicht, eine Familie zu gründen. Auch Männer, die die Ehe für sich
entdeckt haben und nun wie verrückt untereinander heiraten,
interessieren sich nicht für Nachwuchs. Ein Kind hat heute keine
Bedeutung mehr, ist weder zuverlässige Altersvorsorge, noch
Statussymbol, sondern allenfalls eine Mutprobe.
Die
Lebenserwartung unserer Senioren ist in den vergangenen einhundert
Jahren enorm gestiegen - vor allem die Lebenserwartung im hohen
Alter hat sich enorm erhöht. Lag das Durchschnittsalter vor
einhundert Jahren noch bei 45 Jahren so ist es heute auf 75 Jahre
gestiegen. Seit dieser Zeit erleben immer mehr Menschen, dass ihre
Eltern alt werden: auch hier ein Beispiel: früher starb ein
Elternteil, wenn das Kind im Durchschnitt 14 Jahr alt war. Diese
heutige höhere Lebenserwartung bedeutet auch vermehrte Erkrankungen
im hohen Alter. Der ambulante wie auch der teilstationäre Bereich
(Tages- oder Kurzzeitpflege) für die Versorgung pflegebedürftiger
Menschen und der Hilfe für die Angehörigen muss in unserer Stadt
weiter ausgebaut werden.
Obwohl
nach wie vor viele heutige Kinder ihre Eltern in deren Wohnungen
durch vielfältige Hilfen unterstützen, so sind doch viele
Seniorinnen und Senioren auf eine eigene Versorgung angewiesen. Auch
durch die kollektive Alterssicherung sind viele ältere Mitbürger
unabhängig von der Leistungsbereitschaft der Kinder und haben ein
Recht auf ein langes Zusammenleben unter aktiver Teilhabe in unserer
Gesellschaft. Im Bereich Wohnen und Betreuung soll ein langes
selbständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter mit
verlässlichen Hilfsangeboten durch verschiedene Hilfsdienste in
unserer Stadt möglich sein. Dabei wird an ein Miteinander zwischen
den Altersgruppen gedacht. Es sollen nicht nur Initiativgruppen sich
bilden und Projekte des gemeinsamen Wohnens der älteren Generation
realisieren, sondern ebenso das Modell des Mehrgenerationenwohnens
muss unterstützt werden.
Das
Wohnen muss intensiv mit Betreuungsangeboten integriert in den
Stadtteilzentren möglich sein. Nach einem ersten Anlauf in
Bischofsheim wollen wir jetzt versuchen, in Dörnigheim ein solches
Projekt zu entwickeln. Die bisherigen Gesprächsverläufe auf
verschiedenen Ebenen sind positiv zu bewerten.
Jürgen
Malbrich
VdK-Vorstandsmitglied
und
Ihr
Mann in der SPD-Fraktion
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30.
Januar 2006
SPD
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Optimismus
hat viele Facetten
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Als
nicht zur Presse gehörender Website-Texter und -gestalter -
typischer Blogger halt, wie man mich einordnet, erfährt man einige
Sachen auch nur aus der Presse. Das ist auch ganz normal, weil ja in
der Informationswelt bestimmte Spielregeln gelten, an die sich
natürlich auch Parteien halten.
So
erfreute ich mich zusammen mit vielen Lesern des Maintal
TAGESANZEIGERs an der internen Ermutigungsveranstaltung der
Maintaler SPD, die sich so richtig kernig und selbstbewusst
präsentierte - ein Abend sicher, an dem man so richtig spürte,
dass die Chemie in der Maintaler SPD stimmt. So können auch die
großen Träume geträumt werden, die nur in einer intakten Familie
möglich sind.
Scheinbar
erfolglos versuchte allerdings Lars Erik Gerth für
den MTA zu erfahren, wer denn nun die SPD-Anwärterin oder gar der
Anwärter (da wird sich doch jetzt keiner mehr vordrängeln wollen)
für das Amt des Ersten Stadtrates sein soll. Na ja - in einigen
Ecken wird ja schon mit halbamtlichen Wahrheiten gearbeitet, die von
einer idealen Doppelbesetzung nach der nächsten Bürgermeisterwahl
sprechen.
Es
kommt ja immer wieder vor, dass zumindest bei Stadtratsposten
verdiente Parteigrößen bedacht werden, die von ihrer beruflichen
Qualifikation her nie die Chance hätten, ein solches Amt zu
ergattern. Gerade für agile Menschen - manchmal sogar ohne
beruflichen Hintergrund - ist aber die spätere Grundversorgung
wichtig.
Abgesehen
davon, dass es höchst ungeschickt ist, dem politischen Gegner im
Wahlkampf eine solche Steilvorlage zu geben, scheinen auch innerhalb
der eigenen Reihen genügend Skeptiker zu existieren.
Möglich
ist die Besetzung aber schon, weil es inzwischen genügend Stimmen in Maintal
gibt, die von einer perfekten Verwaltung sprechen, die eigentlich
nur eine einzige hauptamtliche Kraft benötige, wenn diese richtig
eingesetzt sei. Demnach wäre auf dem Posten auch nicht so viel zu
leisten. Repräsentieren könnten allerdings aber auch ehrenamtliche
Stadträte ohne Pensionsanspruch. |
SPD
geht mit großem Optimismus in den Wahlkampf
(leg).
- Voll besetzt war am Dienstagabend das Kolleg der Hochstädter
Gaststätte "Strohl". Fast alle 46 Kandidaten der
Maintaler SPD für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 26.
März hatten sich eingefunden und wurden vom derzeitigen
Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Kaiser auf den
Wahlkampf eingeschworen. Die Sozialdemokraten gaben sich dabei ausgesprochen
optimistisch, die CDU im Maintaler Stadtparlament wieder überflügeln
zu können. Kaiser gab als Ziel entsprechend aus, dass die SPD nach
dem 26. März den Stadtverordnetenvorsteher stellen müsse.
Dieses
Amt hat momentan der CDU-Stadtverordnete Dr. Peter Ravasz
inne, da die Christdemokraten vor fünf Jahren stärkste Partei
geworden waren. Von ihren 19 Stadtverordneten traten allerdings in
den vergangenen Jahren drei aus der Fraktion aus und Wolfram
Eschelbach wurde von der CDU ausgeschlossen. Somit ist die
SPD seit geraumer Zeit stärkste Fraktion, will die CDU aber nun
auch nach Prozentpunkten wieder übertrumpfen.
Im
Gespräch mit dem Tagesanzeiger machte Karl-Heinz Kaiser
zudem klar, dass die SPD bei der in der zweiten Jahreshälfte 2007
anstehenden Wahl des Ersten Stadtrats mit einem eigenen Kandidaten
Erfolg haben möchte: "Als Gegenwicht zum CDU-Bürgermeister Erhard
Rohrbach wollen wir dann einen Sozialdemokraten in dieses
Amt bringen". Wer das sein soll, lässt die Maintaler SPD aber
noch offen.
Günther
Wassermann hatte ja gegenüber dem Tagesanzeiger geäußert,
dass er nach dem Ende seiner Amtszeit als Stadtrat keineswegs
bereits in Rente gehen wolle. Ähnlich wie die CDU machte die Spitze
der Sozialdemokraten aber auch deutlich, dass sie für nur noch
einen hauptamtlichen Stadtrat eintrete. Entsprechend, so Kaiser,
gäbe es für Erik Schächer nach Ende 2007 keine
Zukunft mehr als Erster Stadtrat.
Zunächst
aber will die SPD am 26. März als erste durchs Zielgehen. Dazu soll
es neben Ständen vor Einkaufsmärkten mehrere Veranstaltungen in
allen vier Stadtteilen und jede Menge "Flyer" mit den
wichtigsten Zielen der Maintaler Sozialdemokraten geben, die an alle
Haushalte verteilt werden.
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Kritische
Diskussionen um zentrale Sportstätte
beginnen
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Und
schon wieder die SPD! Diesmal mit einem sehr engagierten Beitrag
von Peter Heckert, dem Heimatkundler, der als äußerst wachsamer Bürger
bekannt ist. (Für einen Moment hatte ich den
Leserbrief dem gleichnamigen Stadtverordneten zugeordnet) Ihn treibt
die Sorge um, dass mit den rührigen
Bauplanungen Begleiterscheinungen einher gehen, die eher an
Investoreninteressen als am Bedarf der Bevölkerung ausgerichtet
sein könnten.
Nicht
ganz nachvollziehbar ist allerdings die angebliche zahlenmäßige
Differenz zwischen der Magistratsvorlage vom Dezember 05 und dem
genannten Erlös anlässlich des Pressegespräches in einem netten
Maintaler Café.
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Bürgermeister
Erhard Rohrbach sprach demnach vom
"Netto-Erlös" und nicht von den nackten
Grundstückserlösen. Ein paar Schnaps rauf und runter würden
aber auch bei einem angestrebten Null-Summenspiel keine Rolle
zu spielen - wenn es denn ein Null-Summenspiel werden soll!
Interessant
ist der ökologische Aspekt, der von Peter Heckert
ins Feld geführt wird. Man
kann auf die nächsten Diskussionen im Parlament gespannt
sein, denn es scheint genug Argumente pro und kontra zu geben
- wie man liest. |
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Kernpunkt
dürften dann die Fragen sein, wie viel neue Baugebiete Maintal
wirklich braucht, wie viel bezahlbarer Wohnraum für Maintaler
Normalbürger dabei herausspringen und wie die Prioritäten gesetzt
werden sollen. Dabei wird man ganz schnell erkennen, wohin die Reise
gehen wird. Man kann ja schon mal in die Wahlprogramme schauen, dass
man als Wähler nicht so ganz unvorbereitet ist. Denn - es gilt als
sicher, dass das Thema ins nächste Parlament verschoben wird.
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29.
Januar 2006

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Schöner
sterben für die Wahl
Maintals
Politiker ziehen vor der Kommunalwahl alle Register und beißen sogar die
Mitwettbewerber weg, wenn sie an ihren Themen knabbern. Mit der Entdeckung
der Senioren mit dem Wunsch, nahe dem Heimatort begraben zu sein, gibt es eine
Zielgruppe, der man zu Lebzeiten noch Gutes tun kann, damit es sich
beruhigender stirbt. So wird es nach dem Willen der SPD schon bald
Grabstätten im Angebot der Stadt Maintal geben, die auf Vorrat gekauft
werden können. Die CDU möchte dagegen die Friedhofssatzungen auf
"das Wesentliche" beschränken (Aha!) und erfreut sich an
CDU-Urnenwänden und einem schlaglochfreien Parkplatz, für die der
Bürgermeister höchstpersönlich verantwortlich zeichnet. Den anderen
Parteien werden - wenn sie sich nicht beeilen - bald nur noch neue
Gießkannen und Abfallsammelboxen übrig bleiben. Maintal steuert auf eine
gut organisierte Organisationsstruktur für das Verweilen in Maintal auch
nach dem Tod zu und trifft damit natürlich genau die Bedürfnisse
alleinstehender Senioren, für die unsere Politik ansonsten nur
Unerfreuliches bereithält. Grundsätzlich sind die Aktivitäten ja
lobenswert und sollten unauffällig eingebracht werden. Daraus jedoch
Erfolgsstories zu machen, ist doch etwas fraglich.
Ob man sich die Namen bis zur Wahl merken
kann, die sich dafür ablichten und in Erinnerung bringen lassen?
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Gieren
bestimmte Investoren schon nach dem Schnäppchen?
Die
Überschrift des Artikels im Maintal TAGESANZEIGER verrät es: Null
Probleme beim Bau eines Maintal-Stadions!
Alles
ganz einfach: Hier verkaufen - dort neu bauen. Ach ja - und im März die
Wahl gewinnen.
Was
für die einen CDU-Listenkandidaten die Urnenwand, ist für den
Spitzenkandidat das Maintal-Stadion.
Ein
wenig standesgemäß muss es da schon zugehen.
Zunächst
einmal muss man festhalten, dass das Projekt nicht nur Charme hat, sondern
auch für die Entwicklung zur kinder- und familienfreundlichen Stadt von
größtem Interesse ist. Für den einen oder anderen Politiker könnte es
allerdings ein Ärgernis sein, nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein.
Nachdenklich machte mich allerdings ein Satz von Bürgermeister Erhard
Rohrbach, der zeigt, dass die Argumentationskette noch nicht so
ganz schlüssig ist. Er meinte, dass es aus Kostensicht der Stadt Maintal
nicht möglich sei, die bisherigen Sportstätten zu erhalten. Das wirft
die Frage auf, ob diese Feststellung nicht auch für die neue Sportstätte
gelten muss. Wenn diese dann auch nicht in Schuss gehalten werden kann,
dann sehe ich auf Dauer für die vielen dicken Kinder schwarz, für die
die neue Anlage gebaut wird.
Ach
ja - und Fußballweltmeister dürfen wir auch nicht werden, weil dann
wieder so viele junge Menschen Fußball spielen wollen und die ganze
schöne Betrachtung über den Rückgang des Mannschaftssports nicht aufgeht.
Ist aber auch zu dumm!
Doch
mal Spaß beiseite! Das Projekt sollte eine gute Chance bekommen und in
die Hände von Profis gelegt werden. Damit meine ich keine Dezernenten
oder lokale Sportexperten, sondern Spezialisten, die aus der frei
werdenden Immobilie der Stadt Maintal finanziell ein Optimum herausholen
und auch die Sportstätte professionell konzipieren und bauen
lassen.
Irgendwie
habe ich aus einschlägigen Erfahrungen heraus den Verdacht, dass das
Maintal-Stadion später vom gleichen Investor gebaut werden könnte, der
das Bauland vermarktet und die ganze Angelegenheit damit ein
Nullsummenspiel ergibt, mit dem auch noch alle zufrieden sind, obwohl das
frei werdende Gelände eine wahre Goldgrube sein könnte. Sie wissen ja:
Von der Stadt werden Grundstücke nach Werten verscherbelt, die selten dem
Marktwert und meistens in der Nähe der unteren Bodenrichtwerte liegen, die auf der
städtischen Homepage veröffentlicht sind. Die Residenz an der
Mainpromenade dürfte noch nicht vergessen sein.
Also,
liebe alte und dann auch neue Stadtverordneten: Wachsam
sein!
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Hier
verkaufen, dort neu bauen
Rohrbach
präzisiert seine Vorstellungen vom Bau einer neuen Sportanlage in
der "Grünen Mitte"
Maintal
(dm). - Der Bereich Sport und Freizeit ist in vielen Kommunen in
erster Linie ein großes Zuschussgeschäft. Die Mittel sind knapp,
entsprechend schlecht der Zustand vieler Sportanlagen.
Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) will jetzt einen
eleganteren Weg gehen und den Bau einer neuen Sportanlage am Rande
der "Grünen Mitte" durch den Verkauf von und Wohnbebauung
auf der Sportanlage "Eichenheege" finanzieren. Im
Gespräch mit dem Tagesanzeiger warb er für seine Vorstellungen und
konkretisierte sie.
In
einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren hält das Stadtoberhaupt die
Schaffung von Baurecht für machbar. Wenn es nach den Vorstellungen
des Verwaltungschefs geht, können dann auf dem Brachland gegenüber
dem Maintalbad eine Leichtathletikanlage sowie zwei Kunstrasen-Fußballplätze
entstehen. Im Zuge dessen müsste der FC Germania sein Domizil an
der Eichenheege räumen und mit Sack und Pack (einschließlich
Vereinsheim) auf das neue Gelände ziehen. "Der Vorstand des FC
Germania steht den Plänen aufgeschlossen gegenüber",
berichtete Rohrbach von entsprechenden Sondierungsgesprächen.
Finanzierbar werde die Sache durch den Verkaufserlös des
städtischen Grundstücks an der Eichenheege. Rohrbach geht von
knapp vier Millionen Euro netto aus. "Davon lassen sich die
benötigten Grundstücke in der ,Grünen Mitte' erwerben und die
neue Anlage bauen", ist der Rathauschef überzeugt.
Der
Zustand der Maintaler Sportanlagen sei auf jeden Fall Rechtfertigung
genug für einen solchen Schritt. "Alle sechs Rasen- und vier
Hartplätze befinden sich in einem Zustand kontinuierlicher Verschlechterung",
so Rohrbach. Zwar könne die
Stadt hier und da Ausbesserungsmaßnahmen vornehmen, doch sei es auf
Dauer nicht möglich, den Status quo zu halten. Noch weit
schlimmer stehe es um die Möglichkeiten, in Maintal Leichtathletik
zu betreiben. Selbst die erst kürzlich erfolgte Sanierung von
Lautbahn sowie Weitsprung- und Kugelstoßanlage sei keine
Dauerlösung, und schon die nächste, längst überfällige
Sanierungsmaßnahme - nämlich die Neu-Instandsetzung der
Hochsprunganlage - würde rund 150.000 Euro verschlingen, die im
Stadtsäckel schlichtweg nicht vorhanden seien.
"Für
eine Stadt von 40.000 Einwohnern kann es aber auch nicht die Lösung
sein, ihre Leichtathleten nur noch nach Bruchköbel oder Frankfurt
zu schicken", so Rohrbach. Eine neue Sportanlage könne
darüber hinaus ein Aushängeschild für die Stadt und sogar ein
wichtiges Argument bei der Neuansiedlung von Betrieben sein.
"Natürlich müssen wir zunächst mit den Vereinen eine
Bedarfsanalyse erstellen", stellt Rohrbach klar und meint in
erster Linie den FC Germania sowie den Dörnigheimer
Sportverein.
Dann
jedoch könne alles recht flott gehen. Nach einer Änderung des
Flächennutzungsplans könne ein Bebauungsplan aufgestellt, im
besagten Zeitraum von zweieinhalb Jahren schließlich Baurecht
geschaffen werden - wenn die Stadtverordneten diesen Weg mitgehen.
Doch die Wegstrecke ist noch beträchtlich. Stand der Dinge ist
momentan ein Stadtverordnetenbeschluss vom Dezember, wonach bis
Mitte 2006 geprüft werden soll, ob das bis zu 35.000 Quadratmeter
große Areal rechts der Edmund-Seng-Straße (von der Querspange
kommend) für eine solche Bebauung in Frage kommt. Dabei geht es
nicht zuletzt um die Tatsache, dass es sich bei dem Areal um
Überschwemmungsgebiet handelt. Dass die neue Anlage
"absaufen" könnte, glaubt Rohrbach allerdings nicht. Zum
einen könne sie etwas erhöht gebaut werden, zum anderen sei es
auch kein Drama, "wenn sich da mal Hochwasser drauflegt".
Berücksichtigt werden muss jedoch auch, dass es sich bei dem
Brachland laut Landschaftsplan größtenteils um "ökologisch
bedeutsames Grünland" handelt, das komplett im
Landschaftsschutzgebiet liegt.
Alles
keine unlösbaren Probleme, meint der Bürgermeister. "Der
Sport ist das verbindende Element in Maintal", so Rohrbach,
eine neue Anlage habe auch symbolisch hohe Bedeutung. Auch das
Maintalbad würde aufgewertet. Die Überlegung trage auch dem
geänderten Freizeitverhalten der Jugend und der abnehmenden
Bedeutung der Sportart Fußball Rechnung, so Rohrbach: "Noch
nie waren so viele Kinder so dick;" Eine neue attraktive
Anlage könne diesem Trend entgegenwirken.
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Die
Stunde der Wahrheit naht
Jetzt
dürften zum Thema Bischofsheimer Rathausplatz so langsam die zuständigen
Ausschüsse des Parlaments mit den Arbeitsergebnissen der Fachabteilung
und des Magistrats konfrontiert werden. Damit ist es nur eine Frage der
Zeit, wann die Öffentlichkeit eingeweiht wird, inwieweit Wünsche und
Realität voneinander abweichen. Wer weiß, ob in bestimmten Kreisen nicht
doch noch bereut wird, dass man Jürgen Malbrich (SPD) und
seinem Entwurf für seniorengerechtes Wohnen inmitten des Ortskerns (beide
Bilder unten) die kalte Schulter zeigte. Ich bin relativ sicher, dass ein
Städtebaulicher Vertrag mit dem Investor des VdK ohne Haken und Ösen den
Vorgaben entsprochen hätte und keine Kröten zu schlucken gewesen wären.

Mit
knapper Mehrheit verworfene Planung des VDK

Von
Teilen des Parlaments und dem Magistrat eingeleitetes PEN-Projekt
Das
PEN-Projekt (obiges Bild) mit der nachgelagerten Wohnbebauung, die
übrigens noch auf die Begeisterungsstürme der umliegenden Anwohner
warten dürfte, stellt eigentlich städtebaulich nichts Besonderes dar und
dürfte dem Rathausplatz weder eine neue Seele einhauchen, noch der
unattraktiven Mischbebauung dieses Bereiches ein besonderes Highlight
hinzufügen. Beides passte vorher irgendwie und jetzt auch wieder
zusammen. So gesehen tritt konzeptionell keine Verschlechterung ein, wo
eigentlich eine Verbesserung zu erwarten gewesen gewesen wäre.
Eine
frei zugängliche Tiefgarage schafft zudem in einem Stadtteil, in dem man
unter den Augen der Bevölkerung seelenruhig in ein - wenn auch nicht mehr
genutztes - Rathausgebäude eindringen und dort ein Feuerwerk abbrennen
kann, zusätzliche Gefahrenpunkte. Wen würde es außerdem wundern, wenn
hier die Mehrkosten für die Tiefgarage
und andere Interessen das ursprüngliche Konzept nicht noch erheblich
verändert würden. Am Anfang steht in Maintal halt oft der Zuschlag, dem
naturgemäß dann der Nachschlag folgen muss. Erst ganz zum Schluss, wenn
das Bauschild aufgestellt wird, werden Investor und Makler für die
wirklichen AHA-Effekte sorgen - da bin ich ganz sicher.
Es
ist schon interessant, dass man von Seiten der Stadt für ein Projekt wie
das Stadion in der Grünen Mitte gar nicht genug Öffentlichkeit
herstellen kann - ja richtig darauf versessen ist - und rund um das
wesentlich konkretere und bereits in der Umsetzung befindliche Projekt in
Bischofsheim offiziell keine Zwischenergebnisse bekannt werden. Kritische
Zeitgenossen könnten vermuten, dass es hier schon wieder Wahrheiten geben
könnte, die unangenehm sind. Auf dem Weg in die Ausschüsse wird man sie
aber bald artikulieren müssen, so dass auch an dieser
Stelle sicher bald etwas zu lesen sein wird. Üben Sie sich bitte noch in
Geduld - die Informationswege werden eben immer länger und komplizierter.
Einige
Dinge stehen nach meinen bisherigen Informationen jedoch bereits fest. Die
Bauaufsicht des MKK wird ohnehin auf einem neuen Bebauungsplan bestehen,
weil man sich nicht in eine heikle Situation bringen möchte. Gerade die
Kombination von neuem L-Bau und dahinter liegender Wohnbebauung dürfte
den Anwohnern genügend Einspruchsmöglichkeiten nach § 34 BauGB bieten -
Sie wissen, das ist der, bei dem sich die Objekte harmonisch in die
Umgebungsbebauung einfügen müssen. Nach Abriss des alten Gebäudes
orientiert man sich natürlich an dem, was dann noch steht.
Man
kann auch gespannt sein, wo sich dann der Wochenmarkt wiederfinden wird,
denn Spielplatz und Gehrecht zwischen Zwingerstraße und Alt-Bischofsheim
ließe sich mit einem Wochenmarkt im hinteren Teil so kombinieren, dass es
die Planungen des Investors relativ wenig tangiert. Inwieweit das alles
jedoch bis zur nächsten Parlamentssitzung so konkretisiert ist, dass man
es als "reinen Wein" verkaufen kann, ist fraglich. Hier wird
sicher wieder die Salami-Taktik greifen. Die Parlamentarier werden
allerdings genügend Gründe haben, den endgültigen Grundstücksverkauf
und die Genehmigungen in die nächste Legislaturperiode zu verschieben.
Schon aus diesem Grund werden voraussichtlich nicht alle Karten
aufgedeckt. Man weiß ja nie, wie die Wahl ausgeht...!
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Die
Wochenend-
Glosse
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Am Wasserhäusi
an de Eck
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Wasserhäuschen
oder Trinkhallen sind beliebte Orte der Kommunikation. Hier gibt es Stammgäste
und normale Kunden, die sich bei einem Bier und/oder einem Schnaps über
allerlei aktuelle Themen unterhalten. Es sind zwar nicht die
fundamentiertesten Argumente, die hier ausgetauscht werden, aber sie
kommen oft der Wahrheit sehr nahe, die allerdings in Wirklichkeit kein
normaler Bürger definitiv kennt. Trotzdem lohnt es sich manchmal, hinzuhören,
was so die politische Überzeugungen prägt. Schließlich gehen gerade die
dort anzutreffenden Zeitgenossen zu einem sehr hohen Prozentsatz wählen,
wenn sie nicht sogar Parteimitglieder sind, die gelegentlich mit ihrem
Wissen prahlen können. |
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Haste
gesehe - es geht jezz widder weiter mit de Höhls ihr´m Bauland.
Un
mit em Sportplatz in de grüne Mitte geht´s aach in die erste
Runde.
Jetz
werd in Maintal richtich geplant, dass die Socke kwalme...
Krie
´ste aach en Bauplatz im neue Vertel?
V´leicht
sogor owwe, wo die Ville mit de Schwimmbäder geplant sinn...?
Da
dät ich mer an deiner Stell schon was sichern, solangs noch um die
Worscht geht!
Maanst´de!?
- Verdeppel noch enei - die halte ewe awwer aach all es Maul!
De
erfährst awwer aach ewe garnix, des mecht aahm ganz verrickt!
Mir
von de SPD wisse immer ebbes mehr als wie ihr!
Zwar
net gleich..., awwer immer noch frie genuch - maant de Karl-Heinz...
Gehst´de
hii, wenn des Projekt öffentlich vorgestellt werd?
Waas
ich noch net, weil ich noch net waas, was fer e Konzept des is.
Wenns
des is, des ich kenn, dann brauch ich net hii, weils des net is...,
wenns
awwer des is, was de Schächer in de Schublad lie-e hot,
fer
de Fall, dass es so kemmt, wie´s kaaner wohrhawwe will, dann schon...!
Die
Wohrheit werst´de da sowieso net erfahr´n - net vor de Wahl...!
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28.
Januar 2006

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Familienanzeigen
zu ermäßigten Preisen
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Wenn
die Sache nicht so ernst wäre, müsste man eigentlich darüber
lachen. Inmitten der beiden Amtlichen Bekanntmachungen zu den
weiteren offiziellen Schritten bei der Inwertsetzung des
HÖHL-Geländes befindet sich der Hinweis auf "Familien-Anzeigen
zum ermäßigten Preis". Wenn die doppelte Bedeutung nicht
gezielt eingesetzt wurde, weil ja auch in jedem Redakteur ein
kritischer und vielleicht sogar auch satirisch veranlagter Mensch
wohnt, dann ist sie dennoch gut rüber gekommen.
In
gewohnter Zielstrebigkeit und der explosiven Treibkraft der
Maintaler CDU löste Stadtrat Erik Schächer nun den
öffentlichen Anhörungsteil der forcierten Umwandlung aus, zu
dem sich die Bürgerinnen und Bürger über das geplante Projekt
informieren können. Welche Version ganz zum Schluss aus dem Hut
gezogen wird, wissen nur besonders eingeweihte Maintaler Politiker
und natürlich der Magistrat. Seit Weihnachten werden alle
Informationen, die in der nächsten Phase eine Rolle spielen werden,
top secret behandelt, damit es im Vorfeld keine öffentliche
Diskussion gibt. Diese brachte bisher nämlich die Fraktionsspitzen
mit schöner Regelmäßigkeit in Schwierigkeiten, die dabei ihren
gesamten Medikamentenvorrat für die oft zitierten
"Bauchschmerzen" aufbrauchten.
Die
per Amtlicher Bekanntmachung angekündigte Veranstaltung dürfte
eine Mischung von Beruhigungsveranstaltung und Pflichtübung sein,
damit man zügig in der Umwandlung fortfahren kann. Sie wird
begleitet von der Hoffnung, es möge genug Gras über die Sache
gewachsen sein, dass kein Kamel Maintals es so kurz vor dem Ziel
wieder abfressen kann.
Der
Stadtverordnete Jörg Schuschkow, der auch als
WAM-Mitglied im Leserbrief des Herrn Michaelis - einem Verwandten
von Johanna Höhl - angesprochen wurde, nahm heute zu den
Empfindungen vieler Stadtver- ordneter Stellung, als sie den Brief
lasen.
Es
macht sicher wenig Sinn, noch weiter auf das Thema einzugehen, denn
es wurde und wird im Offenen Brief bereits ausführlich erörtert.
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Maintal
muss mit ansehen, wie eine unaufhaltsame Maschinerie sich
ihren Weg bahnt, der von Rücksichtnahmen geprägt ist, die
moralisch nicht oder nur schwer zu vertreten sind. Man kann
gespannt sein, wann der nächste Apfelkorb direkt vor den
Füßen der Stadtver- ordneten ausgeschüttet wird.
Es
drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass hier viel mehr
Interessen im Spiel sind, als man vordergründig vermutet. Man
wird mit der Zeit sehen, wer so alles im Boot ist, und wann es
voll sein wird - vielleicht auch, wie es kentert... . |
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Offener
Brief von Jörg Schuschkow an Herrn Michaelis in Sachen HÖHL |
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Zu:
"Lassen Sie uns zum Thema Höhl eine Koalition bilden...",
Leserbrief von Reiner Michaelis, MTA 21. Januar
Sehr
geehrter Herr Michaelis,
ich
möchte Ihnen auf Ihren Brief antworten und Ihnen dabei schildern,
wie es zu meiner Sicht der Dinge als Stadtverordneter kam, zu der
auch die WAM steht, denn wir sind für eine offene und ehrliche
Diskussion. Herr Seibert, ich und andere WAM-Kandidaten würden auch
gerne Ihr Angebot zu einem Gespräch bei einer "Rindswurst und
einem Glas Apfelwein" annehmen, denn was die Situation der
Mittelständler und Handwerker im Allgemeinen und die Ihres Betriebs
(Metzgerei Neupert) im Besonderen betrifft, liegen wir
wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander.
Wir
können sehr wohl einschätzen, unter welchem immensen Druck
kleinere und mittlere Betriebe in unserem Land und in unserer Stadt
stehen. Die jetzt von der EU vorgesehene Bolkestein-Richtlinie zur
Freigabe aller Dienstleistungen wird diesen Druck noch weiter immens
erhöhen und viele Klein- und Mittelbetriebe in den Ruin
treiben.
Was
man in Maintal kommunalpolitisch tun kann, dazu haben wir im
Wahlpro- gramm der WAM Aussagen getroffen. Womit
ich bei der Firma Höhl und Ihrer Cousine Probleme habe, ist das
Gefühl, das sich über die Zeit gebildet hat, dass hier leider
nicht mit Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen und gutem Willen gehandelt
wird.
Ich
verstehe sehr wohl die Probleme, in der sich die Firma Höhl
befindet, ande- rerseits verlange ich aber von jemandem, der Hilfe
sucht, ein entsprechend offenes Verhalten. Ich bin mir sicher, dass
alle Maintaler Stadtverordneten von dem Willen beseelt sind, die
Firma Höhl und ihre Arbeitsplätze zu erhalten. Die Meinungen, wie
das am besten geschehen kann, mögen dabei auseinander gehen, aber
am Grundkonsens ändert das nichts. So haben wir alle dann auch das
Verfahren zur Umwandlung der Gewerbeflächen eingeleitet und dabei
der Firma Höhl einen großen Vertrauensvorschuss geleistet. Dieser
wurde aber leider nicht belohnt. Was von der Firma selber in der
Folge kam, war sehr, sehr wenig.
Über
mehrere Stadtverordnetenversammlungen ist der Eindruck entstanden,
dass man von der Firma keinerlei Informationen über ein
Sanierungskonzept bekommt oder es vielleicht überhaupt kein solches
gibt. Es kamen fast schon ergreifende Presseerklärungen und auch
Zweizeiler Ihrer Cousine, die in letzter Minute vor der
Stadtverordnetenversammlung als Aufruf auf den Tisch flatterten,
aber nichts Konkretes, Handfestes, mit dem man arbeiten könnte. Es
ging so weit, dass alle Fraktionen sich in der Novembersitzung
gezwungen sahen, Frau Dr. Höhl "einen Schuss vor den Bug zu
setzen", da bis dahin nichts da war, was nur im mindesten
gerechtfertigt hätte, das Umwandlungsverfahren
weiter voranzutreiben.
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Das
führte dann erst im Dezember dazu, dass wiederum in letzter Sekunde
Unterlagen an die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grünen und
FDP ausgehändigt wurden, die Zusicherungen enthielten, die einem
Teil der Stadtverordneten ausreichten, um "mit
Bauchschmerzen" das Verfahren weiterlaufen zu lassen.
Ein
gestandener Kollege von der SPD erklärte mir danach, er habe sich
von Frau Dr. Höhl bei einem Besprechungstermin "wie ein
kleiner Junge abgekanzelt" gefühlt. Dieses
Verhalten Ihrer Cousine auch in der Öffentlichkeit, das doch sehr
von dem abweicht, was Sie schildern, ist es, was auch mit dazu
beigetragen hat, den Vertrauensvorschuss aufzubrauchen.
Als
eines dieser Beispiele will ich nur den Artikel in der Bild-Zeitung
nennen, der einen Tag vor Ihrem Leserbrief erschienen ist.
Man hört nichts von eigenen Fehlern, sondern die Stadt, die die
Grundstücke damals verkauft hat, die wirtschaftliche Lage oder eben
die Stadtverordneten, die sich nicht mit herzergreifenden Appellen
zufrieden geben, sondern konkrete Informationen verlangen, sind
Schuld, wenn die Firma pleite gehen sollte. Alle
Zusicherungen vor der Dezembersitzung erwiesen sich wieder als
Seifenblasen, als nach dem "Bauchschmerzenbeschluss" die
nächste Entlassungswelle folgte.
Ich
beurteile Menschen nicht nach Titeln oder gesellschaftlicher
Position, sondern danach, wie sie sich gegenüber ihren Mitmenschen
verhalten und ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, die wir alle
haben. Ein Unternehmer, der
seinen Betrieb mit Herz, Hand und Verstand leitet, ist mir
tausendfach lieber als jemand, der alle Weihen der höheren
Managementausbildung vorweisen kann und deswegen denkt "Ich
kann es".
In
dieser Skala stehen Sie bei mir sehr weit oben, Ihre Cousine
allerdings bisher noch nicht. Aber da die Hoffnung zuletzt stirbt,
vielleicht beweist sie ja wirklich, was in ihr steckt.
Sie
sollte einmal bedenken, was ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma
Höhl, der über 25 Jahre in der Firma gearbeitet hat und jetzt mit
über 50 auf der Straße steht, sich bei dem Artikel in der
Bild-Zeitung gedacht hat. Seine Zukunfts- perspektive lautet: Nach
18 Monaten fällt er in Hartz IV und hat noch 345 Euro im Monat.
Eine Aussicht auf einen gesicherten Arbeitsplatz ist gleich Null.
Sein Sparbuch von 4000 Euro erhält keine Wertstejgerung von Seiten
der Stadt wie die Grundstücke von Frau Dr. Höhl. Im Gegenteil, er
wird es aufbrauchen müssen. Wenn er zusätzlich noch das Pech hat,
dass seine Wohnung "zu groß" ist, weil ein Kind
ausgezogen ist und er deshalb acht Quadratmeter mehr als der
Richtsatz hat, verliert er auch noch nach dem Arbeitsplatz sein
langjähriges Zuhause.
Jörg
Schuschkow,
Stadtverordneter,
WAM-Spitzenkandidat,
Weiherstraße
18,
Maintal-Hochstadt
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BHM
Bürgerhilfe
Maintal
|
Man
muss auch den Tatsachen ins Auge sehen
Gestern
musste ich mich einer harschen Kritik erwehren, die mir in der Kernaussage
Parteilichkeit und einseitige bzw. nicht sorgfältige Recherche im
Zusammen- hang mit den Vorgängen um die Maintaler Bürgerhilfe vorwarf.
Meine Kommentare würden sich ausschließlich gegen Herrn Oehme richten,
ohne dass ich bis heute mit ihm überhaupt gesprochen hätte. Letzteres
stimmt tatsächlich, wozu ich allerdings auch stehe, denn es bedarf meiner
Meinung nach keinerlei zusätzlicher Befragungen eines Mannes, der ohnehin
trotz besserem Wissen immer nur seine zementierte Meinung wiederholt. Man
kann nur dann mit jemandem reden, wenn es auch etwas im Sinne von
Meinungsbildung zu bereden gibt.
Aus
dem erstellten Rechtsgutachten, das leider von der Presse in den wichtigen
Passagen nicht treffend wiedergegeben, zitiert oder interpretiert wurde,
geht eindeutig hervor, dass Karl-Heinz Oehme in allen
Punkten total daneben liegt. Durch die Presseberichterstattung -
insbesondere die Passage, welche die Qualität des Gutachtens infrage
stellt und in der auf angebliche Formfehler bei der Wahl hingewiesen wurde - wurde eine Sicht
erzeugt, die den neuen Vorstand in ein Zwielicht bringen könnte.
Rückfragen hätten ergeben, dass das Wahlprocedere vorab geprüft und
für richtig befunden war.
Um
den kritischen und aufmerksamen Lesern in Kurzform den Inhalt des
Gutachtens näher zu bringen, stellte mir Rechtsanwalt Peter
Wienberg die Kernpunkte zusammen, die auch dem Maintal
TAGESANZEIGER vorlagen. Hier die Ausführungen im Originaltext, die
ich mit Zustimmung von Herrn Wienberg veröffentliche:
|
Das
Gutachten liegt nun vor und basiert auf einem Sachverhalt, der den
Vortrag beider Seiten, insb. Herrn Oehmes im Hinblick auf ihm
bekannte "Spender zugunsten des Vereins" als zutreffend
unterstellt. Es kommt zu dem
Ergebnis, dass der Inhalt des Sparbären dem Büroteam zur
Verfügung gestellt werden muss. Es war nicht bis ins Detail
aufklärbar, wer die Zuwender waren und wohin deren Zuwendungswillen
ging. Da - zugunsten der Darstellung von Herrn Oehme - nicht
auszuschließen war, dass auch nur ein Zuwender das Vereinsvermögen
bereichern wollte, musste eine Entscheidung her. Diese war nicht von
mir zu treffen, da der Vorstand entschieden hatte. Ich halte die
Entscheidung aber für richtig, denn die daraus folgende Konsequenz
beinhaltet die aus meiner Sicht einzig richtige Lösung: Mit
Zuordnung zum Büroteam lässt sich der Zuwendungswille eines jeden
einzelnen Zuwenders durchsetzen. Denn nur bei dieser Lösung
können die Zuwender, welche ihre Zuwendung dem Vereinsvermögen
zukommen lassen wollten, eine Rückabwicklung betreiben; diese
funktioniert nur im direkten oder unmittelbaren
Zuwendungsverhältnis, ein Durchgriff ist nicht möglich.
Machen
Sie die Gegenprobe und Sie werden feststellen, dass mit Zuordnung
zum - und Belassung beim Vereinsvermögen eine Rückabwicklung der
dann übergangenen oder in ihrem Willen missachteten Zuwender nicht
im direkten bzw. unmittelbaren Zuwendungsverhältnis hätte
stattfinden können. Die Zuwender zugunsten der Bürokasse hätten
also ihren Zuwendungswillen nicht durchsetzen können. Mit dieser
Lösung kann im Ergebnis der für die Überlegungen maßgebliche
Zuwendungswille bis ins Detail durchgesetzt werden.
Die
Frage, ob es sich überhaupt um ein Spendengelder gehandelt haben
könnte und ob es sich um eine satzungswidrige Verwendung von
Spendengeldern gehandelt habe, brauchte in diesem Zusammenhang nicht
mehr geprüft zu werden.
Wir
dürfen gespannt sein, ob das Gutachten angegriffen wird.
Leider
ist es Herrn Müller (MTA) nicht gelungen, in seinem Zeitungsartikel
das wieder zu geben, was im Gutachten enthalten ist und auf seine
Anfrage von mir ergänzt wurde:
Wie
dem Gutachten zu entnehmen ist, hat
der Vorstand keine private Veranstaltung des Büroteams, mithin
keine Zuwendung an Mitglieder aus Vereinsvermögen abgesegnet,
sondern (rechtstechnisch) beschlossen, dass der Inhalt nicht dem
Verein, sondern dem Büroteam zuzuordnen ist (und es nicht
Sache des Vereins ist, über den Inhalt zu befinden). Dieser
Beschluss ist unangefochten und durch die Mitgliederversammlung
(Entlastung des Vorstandes) genehmigt.
Soweit
wieder gegeben wurde, ich selbst hätte eingeräumt, dass ein
anderer Gutachter zu einem anderen Ergebnis kommen könne, bezog
sich das auf meine zunächst flapsige Aussage, dass ein anderer
Gutachter natürlich auch eine andere Auffassung vertreten könne;
"drei Juristen, vier Meinungen". Nur, weil man
grundsätzlich über die rechtliche Bewertung von Sachverhalten
streiten kann, gibt es ja überhaupt rechtliche
Auseinandersetzungen.
Leider
ist der zweite Teil meiner diesbezüglichen Aussage nicht wieder
gegeben, in dem ich ergänzte, dass
ich mir aber nicht vorstellen kann, wie ein anderes Ergebnis
begründet werden könne. Denn die meinem Gutachten zugrunde
gelegte oberste Prämisse, den Willen der Zuwendenden zu beachten,
ließe sich bei anderer Entscheidung zum Nachteil der "Zuwender
pro Büroteam" nicht verwirklichen und es gäbe, anders als bei
meinem Ergebnis, benachteiligte Zuwender.
|
Ich
glaube, dem ist nichts hinzuzufügen. Jetzt könnten böse Zungen
natürlich auch von einem Gefälligkeitsgutachten sprechen. Auch könnte
man ins Feld führen, dass es besser gewesen wäre, ein Nichtmitglied
hätte das Gutachten erstellt. Dem muss man aber entgegen halten, dass es
sich im Grunde genommen um eine Lappalie handelte, für die man solche
Geschütze erst gar nicht hätte auffahren lassen müssen.
Ein
anderes Problem wird im Leserbrief von Frau Schall sichtbar.
Offensichtlich nehmen die Leser der Tageszeitung jede nicht offiziell
widersprochene Nachricht als Fakt, was natürlich die Bedeutung der
Tageszeitung als Meinungsbildner unterstreicht. Des weiteren wird von Frau
Schall suggeriert, dass Herr Oehme praktisch eine moralische Institution
sei, der erst die große Spendenbereitschaft zu verdanken sei. Sie sagt
ihm sogar ein positives Charisma nach, das sein Nachfolger angeblich nie
erreichen würde. Auch hier sollte man lieber den Tatsachen ins Auge
sehen.
Lassen
Sie mich das an einem Beispiel festmachen:
Meine
Beweggründe, mich seit über drei Jahren täglich viele Stunden
neben vielen anderen Verpflichtungen der alternativen Information
Maintaler Bürger zu widmen, hat Gründe, die mich eigentlich außerhalb
jeder moralischen Kritik stellen müssten und die Resonanz zeigt, dass ich
damit in eine Lücke stieß, die zwar nicht restlos geschlossen werden
kann, aber zumindest im Sinne der Meinungsvielfalt Sichten eröffnet, die
gelegentlich nachdenkenswert sind.
Dennoch
könnte ich bei meinen Kritikern nie den Beweis gegen die Behauptung
antreten, ich würde es nicht auch im Sinne meiner Selbstdarstellung - ja
aus einem Profilierungsbedürfnis heraus - betreiben. Man muss also mit
den edlen Beweggründen etwas vorsichtig sein. Am Unverdächtigsten ist
man, wenn man im Verborgenen Gutes tut. In solchen Ecken treibt sich Herr
Oehme allerdings nicht herum, denn er sucht das Licht, den Glanz, die
Herrlichkeit - nein er ist die Herrlichkeit - und seine engsten
Gefolgsleute scheinen direkt auf dessen Seligsprechung
hinzuarbeiten.
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Eine
Zuschrift zu diesem Thema sollte eigentlich alle Beteiligten wieder auf
den Boden zurück bringen. Dort hieß es: ...das
ganze Geschehen ist widerlich und in Memoriam an Herbert Belser
schändlich. In diesen Verein kehrt leider in absehbarer Zeit keine Ruhe
ein, dazu sind die Fronten zu verbissen; man wird sich gegenseitig sehr
nachtragend und gehässig beobachten. Schade, daß eine hervorragende
Einrichtung wegen einer Lappalie so negativ in die Öffentlichkeit gezerrt
wird.
Meine
keineswegs einseitigen Informationen bestätigen, dass sich die Mehrheit
der Mitglieder der Bürgerhilfe wünscht, dass sich der Verein wieder dem
Motto "Miteinander - Füreinander" zuwenden kann und die
unangenehmen und unangemessenen Störungen des Vereinsfriedens
endlich überwunden werden.
Jede
weitere Eskalation schadet dem gesamten Verein, der eigentlich noch eine
große Zukunft vor sich hat und einer kreativen und harmonischen Führung
bedarf.
Leider
ist zu befürchten, dass es einfach keine Ruhe geben wird. Vielleicht
werden die Vorstandsmitglieder irgendwann aber auch die mögliche
Herauslösung der Nahrungsquelle aus dem Verein auf dem gleichen Weg
erfahren, auf dem sie erfuhren, dass die Nahrungsquelle gegründet wurde -
nämlich aus der Presse.
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|
27.
Januar 2005
BHM
Bürgerhilfe
Maintal
|
Vorstandswahl
ungültig? Gutachten ebenfalls anfechtbar?
Dennoch
soll die BHM auf einem guten Weg sein (!?)
Wie
es zu erwarten war, grummelt die Jahreshauptversammlung der Bürgerhilfe
noch in einigen Bäuchen nach und die den Bäuchen entweichenden immer
noch leicht giftig riechenden Gefühle erreichen - wie bisher - die
Öffentlichkeit. So bildet die Kombination des im Maintal TAGESANZEIGER
veröffentlichten Spruches "...theoretisch könne auch die bereits
erfolgte Wahl des geschäftsführenden Vorstands angefochten werden, da
zuvor kein Wahlausschuss gebildet worden war..." und die weiterhin
erhobene Forderung nach zwei Mitgliedern der Nahrungshilfe im Vorstand und
die Spende an die Kinderkrebshilfe quasi die Fortsetzung der
Streitigkeiten.
Im
ersten Teil steckt unterschwellig bereits erneute Kritik an der
Vereinsführung, die mit anderen Worten noch nicht einmal in der Lage
gewesen sei, eine Wahl richtig durchzuführen und natürlich die Skepsis,
ob dieser Vorstand ohne personelle Unterstützung seitens der
Nahrungsquelle überhaupt adäquat besetzt sei. Das zumindest lesen sowohl
Mitglieder als auch Beobachter des Konflikts heute aus dem Leitartikel des
TAGESANZEIGERS heraus. Die erkannten "ersten versöhnlichen
Töne" möchte ich nicht in Abrede stellen, sie scheinen aber nur
recht einseitig vorzuliegen, denn auch der Vorschlag, den Betrag des
"Sparbärs" der Kinderkrebshilfe zu spenden, ist eigentlich
der nachträgliche Versuch, die eindeutige Vorstandsentscheidung doch noch
zu kippen. Ein Schelm, der darin eine gute Absicht entdeckt. Für
taktische Spielchen wäre mir die Kinderkrebshilfe dann doch zu schade.
Wenn Karl-Heinz Oehme allerdings die Gutachterkosten an die
Krebshilfe gespendet hätte, dann wäre das ein gutes Zeichen gewesen. So
aber spendete Mitglied Peter Wienberg dem Verein ein
Gutachten, das nach eigener Einschätzung bei einem anderen Gutachter
vielleicht anders ausgefallen wäre... .
 |
Die
kleine Randnotiz auf der Titelseite des TAGESANZEIGERs zeigt,
wie sehr die Öffentlichkeitsarbeit in Vereinen zum Problem
werden kann, wenn sie zur persönlichen Sache wird. Am Ende kann
niemand mehr auseinander halten, wer was und in welchem Namen
geschrieben hat. So konnte es geschehen, dass sich Dirk
Müller persönlich angegriffen fühlte, obwohl er doch nur
dem Ärger von Karl-Heinz Oehme ein Podium
verschaffte. Irgendwie muss dabei selbst beim Redakteur der Eindruck
entstanden sein, dass er Teil des Problems sei. Gott sei Dank ist
das nicht so, obwohl einige davon auch nicht so ganz überzeugt
sind. |
Es
ist sicher nicht leicht, als Mitglied eines Vereins ein neutrales Gutachten zu erstellen
oder wertfrei über Probleme eines Vereins zu berichten. Darum bin ich
froh, dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein Mitglied bin und man
mir keine Befangenheit unterstellen kann (oder doch? und wenn ja, warum?), sonst käme ich auch noch in die
Schusslinie.
|

Gutachter
spendet das Honorar
Rechtsanwalt
Peter Wienberg ist selbst Mitglied der Bürgerhilfe Maintal - Erste
versöhnliche Töne
Maintal
(dm). - Die Bürgerhilfe Maintal (BHM) auf Konsolidierungskurs: Zwar
gibt es offenbar noch immer erhebliche "Nachwehen" der
teilweise chaotischen Jahreshauptversammlung vom Dienstagabend, doch
mittlerweile mehren sich die
Anzeichen, dass sich der Vorstand und alle weiteren verantwortlich
Handelnden "hinter den Kulissen" an einen Tisch setzen,
um die Differenzen ein- für allemal auszuräumen.
Unterdessen
erklärte der Verfasser des Gutachtens, Rechtsanwalt Peter
Wienberg, dass er sein Honorar dem Verein spenden werde. Er
ist selbst BHM-Mitglied. Damit dürfte auch die Frage, wer denn das
Gutachterhonorar letztlich zu tragen habe, aus der Welt sein. Gestern
signalisierte Erster Vorsitzender Armin Heymann
außerdem, dass ein gemeinsames Gespräch auch in seinem Sinne sei.
Betrag
überwiesen
Wie
nun mit den fraglichen 315 Euro aus dem "Sparbär"
verfahren wird, ist nach wie vor offen. Der Betrag wurde dem Verein
von einem Privatkonto des Ehepaares Henkel überwiesen. Dies hatte
Erwin Henkel im Rahmen der Jahreshauptversammlung erklärt. Laut
Gutachten sei der Betrag dem Büroteam jedoch zu erstatten (wie
gestern berichtet). Gutachter Wienberg beruft sich auf den - wenn
auch mit sehr knapper Mehrheit getroffenen Vorstandsbeschluss, mit
dem die Verwendung des Inhalts des Sparbären für einen privaten
Musicalbesuch des Büroteams abgesegnet wurde. Wer als Zuwender aber
meinte, er spende für den Verein, könne dies beim Büroteam
geltend machen und den entsprechenden Betrag einfordern. Nur auf
diesem Wege, so Wienberg, sei es möglich, dass im Umkehrschluss
auch die Mitglieder des Büroteams jene Beiträge bekämen, die sie
selbst in den Sparbären gesteckt hatten. Wienberg folgt damit nicht
der These, wonach alles Geld dem Verein zustehe, wenn auch nur ein
einziger der Zuwender gespendet habe im guten Glauben, sein Geld
komme dem Verein zu.
Kein
Schiedsgutachten
"Natürlich
kann ein anderer Gutachter zu einem anderen Ergebnis kommen",
räumte Wienberg gestern auf Anfrage des Tagesanzeiger ein. Wienberg
sagte auch, dass ein privat in Auftrag gegebenes Gutachten kein
unabhängiges Gerichtsgutachten und auch kein Schiedsgutachten sei,
bei dem beide Parteien den Gutachter bestimmen und auch beiderseits
das Ergebnis als verbindlich anerkennen. Mit
der Entlastung des Vorstands bei der Jahreshauptversammlung am
Dienstag sei besagtes Vorstandsvotum "pro Büroteam" aber
kaum mehr angreifbar.
"Betrag
der Kinderkrebshilfe spenden"
Unterdessen
wurde gestern im Umfeld des Vorstands der Vorschlag geäußert, man
solle die 315 Euro doch einem ganz anderen guten Zweck zukommen
lassen, zum Beispiel der Kinderkrebshilfe. Noch immer offen ist der
Termin für die außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der die
Beisitzer sowie die Kassenprüfer nachgewählt werden sollen. Der
Wahlvorgang der Beisitzer war am Dienstag wegen schwerer Zählfehler
für ungültig erklärt, die Versammlung daraufhin abgebrochen
worden. Theoretisch, hieß
es gestern, könne auch die bereits erfolgte Wahl des
geschäftsführenden Vorstands angefochten werden, da zuvor kein
Wahlausschussgebildet worden sei.
Ob
es nun bei den bisher acht Beisitzern bleibt oder die Zahl wie vom
Vorstand am Dienstag vorgeschlagen auf sechs reduziert wird, ist
ebenfalls völlig offen. Der Vorstand hatte vorgeschlagen, unter anderem
den Posten des Beisitzers mit dem Zuständigkeitsbereich
"Nahrungsquelle" zu streichen und die Nahrungsquelle
stattdessen durch einen Arbeitskreis an den Ersten Vorsitzenden zu
binden. Von Seiten der Nahrungsquelle wird dies offenbar nach wie
vor, nicht akzeptiert. Wie
die anderen Abteilungen der Bürgerhilfe auch, habe die
Nahrungsquelle ein Anrecht, im Vorstand, vertreten zu sein. Der
Antrag des Ex-Vorsitzenden Karl-Heinz Oehme, die Zahl
der für die Nahrungsquelle zuständigen Beisitzer sogar von einem
auf zwei zu erhöhen, wird bei der außerordentlichen
Mitgliederversammlung wohl erneut auf der Tagesordnung stehen.
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CDU
Maintal
Original
oder
Kopie?
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Qualifiziert
sich die Maintaler CDU mit Hilfe der SPD höher?
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Was
die SPD-Stadtverordnetenkandidatin und Mitgestal- terin des neuen
SPD-Wahlprogrammes Helia Habibzadeh mit ihrer
Pressemitteilung behauptet, wäre ein starkes Stück, wenn es exakt
so zuträfe.
Man
könnte den Verantwortlichen der CDU Maintals noch nicht einmal
Dilettantismus vorwerfen, denn laienhaftes Verhalten kann man nur
Fachleuten vorwerfen. Diese pflegen jedoch nicht abzuschreiben.
Jetzt
kann es ja auch sein, dass man zum Zeitpunkt, an dem das erwähnte
Foto geschossen wurde, bestimmten Anwesenden beweisen wollte,
dass man durchaus mit der SPD mithalten kann und programmatisch
nichts vergessen habe. Auch kann eine besondere Wertschätzung der
Partei eine Rolle spielen, der man in Berlin verdankt, mitregieren zu
dürfen, was zur Annahme berechtigt, man würde irgendwie am
gleichen Strang ziehen. Ich bin nun wirklich gespannt, wie sich die
neue Maintaler CDU aus der Affäre zieht. Den Vorwurf, stinknormale
Raubkopierer zu sein, kann die CDU ja nicht auf sich sitzen lassen.
Es
ist immer ungeschickt, wenn man als große Partei so lange braucht,
um seine Gedanken zu sortieren. Dumm wäre nur, wenn man bis vor
kurzem überhaupt noch nichts Gescheites zum Sortieren gehabt
hätte.
Als
ich vor einigen Wochen etwas despektierlich über die Entstehung von
kommunalen CDU-Wahlprogrammen schrieb, erntete ich gewaltige Schelte
von Aniello Ambrosio, der mich über die breit
gefächerte Basisarbeit bei der Erstellung des neuen Wahlprogramms
aufklärte.
Soll
das alles nur Augenwischerei gewesen sein? |
Habibzadeh:
„Auch CDU profitiert vom SPD-Programm!“
Das
SPD-Programm für die Maintaler Kommunalpolitik 2006-2011 hat sich
nach Auffassung der Maintaler SPD schon vor der Wahl bewährt: „Wir
freuen uns, dass andere, allen voran die CDU, unser Programm ganz
offensichtlich als Grundlage für das eigene benutzen“, erklärte
am Donnerstag Helia Habibzadeh, stellvertretende
Vorsitzende des SPD-Stadtverbands: „Als wir bereits Ende November
unser Programm beschlossen haben, war uns schon klar, dass
diejenigen, die programmatisch noch nicht so weit waren, sich daran
orientieren könnten.“ Genau das sei jetzt wohl passiert, „zum
Beispiel in den Punkten ärztlicher Notdienst, Betreuung für unter
Dreijährige oder die soziale Stadterneuerung.“
„Wahrscheinlich
ist auch der CDU klar gewesen, dass diese Kopier-Mentalität nicht
ganz unproblematisch ist“, meinte Habibzadeh: „Daher kamen wohl
einige Punkte ins CDU-Programm, mit denen sich die Christdemokraten
mutwillig von der SPD abheben wollen.“ Diese Punkte, etwa die „eher
fragwürdige Idee, Bürgerinnen und Bürger als ehrenamtliche
Hilfspolizisten zu verdingen“, seien dann aber „nur anders als
der Inhalt des echten SPD-Programms, aber keineswegs besser“.
Ein
„Kuschelwahlkampf“ sei aber ohnehin nicht zu erwarten, betonte
die Stadtverordneten- kandidatin: „In der Qualität und in den
Zielen der Politik unterscheiden sich SPD und CDU in wichtigen
Punkten erheblich, und diese Punkte werden wir im Wahlkampf sehr
klar herausstellen – egal, was die CDU aus unserem Programm
übernimmt.“
Wenn
nun aber die CDU bereits die Qualität des SPD-Programms erkannt
habe, dann könnten sich die Wählerinnen und Wähler am 26. März
daran ein Beispiel nehmen. „Besonders schön finden wir
natürlich, dass selbst in der entscheidenden CDU-Versammlung dem
SPD-Programm eine wichtige Rolle zukam“, freut sich die
Bischofsheimer Sozialdemokratin: In der Fotoberichterstattung über
diese CDU-Sitzung sei nämlich CDU-Politiker Ambrosio, auf dem
Podium sitzend, zu sehen: In der Hand hält Ambrosio dabei das –
in Farbe ausgedruckte - SPD-Programm.
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Junge
Union
Maintal
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Abschreibfraktion
oder geläutert seit der Bundestagswahl?
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Noch
ehe die programmatisch Kreativen der CDU die Presseerklärung von Helia
Habibzadeh (SPD) lesen konnten, outete sich Markus
Heber (CDU/JU) für die Junge Union indirekt bereits als
Lieferant der "neuen Ideen", für die man sich scheinbar
von der SPD hat inspirieren lassen. Auch dort hat sich die
Nachwuchsorganisation in politischer Handschrift geübt, die auch im
SPD-Wahlprogramm zu spüren sein soll.
Das
wirft nun die Frage auf, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn beide
Jugendorganisationen enger zusammen- arbeiten würden, wenn alle
zeitgleich die selben Ideen haben. Die zusätzlich antretende neue
Gruppe um Daniel Kutscher, die ja nach eigenem
Bekenntnis noch gar kein Programm entworfen hat, könnte man gleich
mitberaten, damit Maintal weiß, was Jugendliche wünschen. So ganz
aus der Schule scheinen sie aber noch nicht gekommen, wenn sie immer
noch voneinander abschreiben. Da steht uns ja in der nächsten
Legislaturperiode etwas bevor! |
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WAM

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WAM
macht mobil... - heute gegen die Bolkestein-Richtlinie
Die
nachfolgende Pressemitteilung der Wahlalternative Maintal müsste
eigentlich landesweit viele Berufs- und Selbständigengruppen sowie
kommunale Vertreter elektrisieren, denn die EU beginnt - gesteuert über
nationale Interessengruppen - für gewaltige Veränderungen mit
gravierenden Auswirkungen zu sorgen. Gerade die Bundesrepublik, die einen
großen Teil der europäischen "Errungenschaften" finanziert,
ist auf den besonderen Schutz seiner wirtschaftlichen und sozialen
Strukturen und den Mittelstand angewiesen. In Frankreich und in anderen
europäischen Ländern hat man sich die Wehrhaftigkeit und die
Streitfähigkeit im positiven Sinn erhalten. Hierzulande sind wir eher
gewohnt, die Dinge von denen regeln zu lassen, die wir irgendwann mal
dafür gewählt haben. Mal im Ernst: Wer weiß den heute noch, wen er
zuletzt ins Europaparlament wählte? Wissen Sie, liebe Leser, denn noch,
ob Sie überhaupt zur Wahl gingen?
Es
besteht die Gefahr, dass das, was jetzt beschlossen werden soll, vielen
erst dann bewusst wird, wenn es zu spät ist. So wäre es gut, wenn sich
viele der später Betroffenen besser informieren und auch an
Protesten beteiligen würden. WAM macht mobil...
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EU
plant Sozialraub im Mega-Maßstab
WAM
ruft mit zur Demo am 14. Februar in Straßburg auf
Es
lässt sich kaum mit Worten beschreiben, was sich die EU-Bürokratie
an weiterem Sozialabbau durchdrücken will. Es geht um die
berüchtigte Bolkestein-Richtlinie, die eine totale
Marktfreigabe fast aller Dienstleistungen vorsieht. Auch in Maintal
würden dadurch hunderte Arbeitsplätze in eine Abwärtsspirale
gezogen oder sogar ganz verschwinden. Betroffen sind davon nicht nur
Arbeiter und Angestellte, sondern ebenfalls fast der komplette
Mittelstand. Insbesondere Handwerker, kleine und mittlere
Gewerbetreibende, von denen die weitaus meisten Arbeitsplätze
geschaffen werden, würden ausbluten, da sie einer grenzenlosen
Konkurrenz von Billigstanbietern ausgesetzt wären.
Dagegen
protestieren am 14.Februar in Straßburg Gewerkschaften aus ganz
Europa. Ebenso rufen attac, Erwerbslosengruppen und viele andere
dazu auf. Der DGB stellt ab Hanau Busse zur Verfügung. Sie fahren
um 8:00 Uhr los und werden um ca. 21:00 Uhr wieder in Hanau sein.
Aus
Maintal hat sich nun die Wahlalternative Maintal – Soziale
Gerechtigkeit (WAM) den Protesten angeschlossen. „Die
Auswirkungen auf unsere Stadt wären so gravierend, dass es für uns
selbstverständlich ist, den Widerstand gegen die Bolkestein-Richtlinie
zu unterstützen. Übrigens hatte die EU schon einmal im letzten
Frühjahr versucht, diesen Katastrophenkurs auf die Reise zu
bringen. Damals scheiterte sie am Widerstand hauptsächlich der
Arbeitnehmer. Direkt darauf lehnten die Völker Frankreichs und der
Niederlande die neoliberale EU-Verfassung ab. Hauptgrund war eben
diese unsoziale EU-Richtlinie. Und die wird auch dieses mal
scheitern, genauso wie gerade eben die Hafenarbeiter den Angriff auf
ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen erfolgreich abgewehrt haben,“
so die WAM.
Das
Kernproblem dieser EU-Richtlinie stellt das so genannte
Herkunftslandprinzip dar. Danach gelten nicht mehr die gesetzlichen,
tariflichen und sozialen Standards des Landes, in dem die Arbeit
erbracht wird. Sondern es gelten die Bedingungen des Landes, in dem
der Arbeitgeber seinen Firmensitz hat. Und der lässt sich gerade
bei internationale Großkonzernen beliebig ändern, egal ob nach
Polen, Estland und Ungarn.
Alle
in den letzten 150 Jahren errungenen sozialen Standards könnten so
ausgehebelt werden. Die öffentlichen Haushalte, auch der Maintals,
würden ausbluten, da Steuern und Abgaben nur sehr schlecht im
Herkunftsland vollstreckt werden können. Weitere Privatisierungen
und Deregulierungen im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie bei
sozialen Diensten würden folgen.
Nach
dem derzeitigen Entwurf erfasst die Bolkestein-Richtlinie
etwa 70 Prozent der Wirtschaftstätigkeit in der Europäischen
Union. Es würden bis zu drei Viertel der Beschäftigten in der
Europäischen Union betroffen sein. Im fadenkreuz der EU-Bürokratie
stehen Handwerk und Industrie, der Bildungs- und Gesundheitsbereich,
die Bau-, Land- und Forstwirtschaft, Entsorgung und Nahverkehr.
Selbst Leiharbeit und Arbeitnehmerentsendung sind inbegriffen.
Verlierer
wären fast alle in allen 25 EU-Ländern, vom Arbeitnehmer über den
Handwerker bis zu einem Großteil des Mittelstands. Nur die großen
Konzerne würden profitieren. Ihnen würde es nicht schwer fallen,
immer ein neues „Herkunftsland“ zu finden, in dem die Löhne
noch niedriger, die Arbeitszeiten noch länger, Arbeitsbedingungen
und Arbeitsschutz noch schlechter, und Sozial- und Umweltstandards
noch unterentwickelter sind, dafür aber die Profitmargen um so
höher. Dagegen will die WAM in unserer Stadt mithelfen,
Gegenwehr zu praktizieren und Teilnehmer für die Fahrt nach
Straßburg am 14.Februar zu gewinnen.
Die
Wahlalternative Maintal – Soziale Gerechtigkeit fordert
alle Maintaler Parteien auf, diesen Protest mit zu unterstützen,
denn die geplante EU-Richtlinie würde ebenfalls weit reichende,
negative Auswirkungen auf unsere Stadt und ihre Menschen, die
kommunalen Finanzen, die Umweltstandards und vieles mehr haben. In
diesem Zusammenhang begrüßt die WAM, dass auch die
Bundes-SPD an diesem Protesttag teilnehmen will. Noch besser würde
es die WAM finden, wenn diesem Anliegen auch die Ablehnung
der unsozialen Bolkestein-Richtlinie durch die von der SPD
mitgetragene Bundesregierung folgen würde.
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26.
Januar 2006
BHM
Bürgerhilfe
Maintal
|
PRESSE-Nachhall
zur JHV der Bürgerhilfe
Das
alles dominierende Thema der lokalen Presse ist heute natürlich die
denkwürdige Versammlung der Bürgerhilfe Maintal, die sicher
völlig anders verlaufen wäre, wenn es im letzten Jahr nicht die in der
Presse breit getretene Meinungsverschiedenheit zwischen dem ehemaligen
Ersten Vorsitzenden und dem Rest des Vorstandes gegeben hätte. Das
schmälert jedoch nicht den riesigen Erfolg, den die Bürgerhilfe
Maintal auszeichnet. Hier wird nicht nur eine große Solidarität mit
hilfsbedürftigen Menschen aller sozialen Schichten deutlich, sondern auch
das große Verlangen nach Hilfe zur Selbsthilfe im Alter und in
bedrängenden Situationen. Eine riesengroße Anzahl engagierter
Bürgerinnen und Bürger werden über den Verein unter dem Motto "Miteinander
- Füreinander" genau an den Brennpunkten tätig, die ihre Hilfe
erfordern. Hierzu benötigt man natürlich eine gut organisierte
Abteilung, die alle Hilfegesuche entgegennimmt und die Hilfsleistung
besonders geeigneten Mitgliedern anträgt und zuordnet. Eine gewissenhafte
Verbuchung der Leistungen auf den Mitgliederkonten und die Abrechnung mit
allen Beteiligten gehört natürlich auch zu den Aufgabenbereichen.
Besondere
Aufmerksamkeit genießt die Nahrungsquelle, deren Mitglieder
Lebensmittel und Hilfsgüter von gewerblichen Spendern zusammentragen und
auch Geldspenden entgegen nehmen, um sie auf andere Art unter hilfsbedürftigen Menschen
zu verteilen. Hier sind es vornehmlich Karl-Heinz Oehme und
dessen Gattin, die sich besonders auszeichnen. Allerdings erscheint gerade
diese Einrichtung stärker in der Presse als die übrigen Aktivitäten -
wenn es sich nicht gerade um die gemeinsamen Ausflüge handelt. Da die
aktiven Mitglieder der Bürgerhilfe das bescheidene Wirken der
öffentlichkeitswirksamen Präsentation vorziehen, dürften die
Presseaktivitäten der Nahrungsquelle vornehmlich dem Zweck der
verbesserten Nahrungsbeschaffung und dem Anwerben neuer Spender zu dienen.
Das sehen viele Mitglieder allerdings anders.
Die
Jahreshauptversammlung gab dem Verein und dem Vorstand die Möglichkeit,
öffentlich und übergreifend über die Entwicklung aller Aktivitäten zu
berichten, ohne persönlichen Bezug herzustellen, was den Mitgliedern in
besonderer Weise gerecht wurde.
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Auch
2005 eine tolle Erfolgsbilanz
BHM:
Armin Heymann berichtet von positiver Entwicklung und dankt allen
Mitstreitern
Maintal
(dm). - Bei der mit 175 stimmberechtigten Mitgliedern sehr gut
besuchten Jahreshauptversammlung der Bürgerhilfe Maintal (BHM) am
Dienstagabend gab es sehr positive und erfreuliche Aspekte. So
konnte Zweiter Vorsitzender Armin Heymann, der später
mit großer Mehrheit zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde, das
abgelaufene Jahr durchaus als ein weiteres Erfolgsjahr für den mit
annähernd 1900 Mitgliedern größten Maintaler Verein
präsentieren.
So
betrug der Mitgliederstand zum 31. Dezember 2005 exakt
-
1894
Personen, davon 337 aktive und 1554 passive Mitglieder,
-
Ende
2004 waren es 1640 (283/1357),
-
Ende
2003 waren es 1348 (232/1116).
"Eine
gewisse Sättigung ist erreicht, wir sind aber guten Mutes, schon
bald die 1900er-Marke zu erreichen", so Heymann in seinem
Bericht. Auch bei der Anzahl der Einsätze gab es noch einmal eine
leichte Aufwärtsbewegung: Genau
-
2760
Einsätze bei 877 Aufträgen waren es im Jahr 2005,
gegenüber
-
2711
Einsätzen bei 879 Aufträgen im Jahr 2004 und
-
2061
Einsätzen bei 694 Aufträgen im Jahr 2003.
Bei
der Art der Einsätze steht der Begleitdienst mit 61 Prozent
deutlich auf Platz eins, gefolgt vom Besuchsdienst mit 14 Prozent.
Nur Positives wusste Heymann auch von den erfolgreichen und allesamt
gut besuchten Institutionen Stammtisch, Helfertreff, Kaffeeklatsch
und Spielenach- mittag zu berichten. Auch die großen Ausflüge, die
Spaziergänge und der Volkswandertag hätten sich seitens der
Bürgerhilfe großer Resonanz erfreut. Als "neues Kind in der
großen Familie der Bürgerhilfe" begrüßte Heymann den vom mittlerweile
aufgelösten Verein "Seniorenwerkstatt Maintal"
übernommenen " Textilshop" und hieß das Textilshop-Team
willkommen. Auch das Projekt "Nahrungsquelle" sei
außerordentlich erfolgreich.
Armin
Heymann dankte ausdrücklich allen Aktiven des Vereins, die in den
verschiedenen Bereichen hervorragende Arbeit leisteten, ohne groß
im Rampenlicht stehen zu wollen. In seinem Geschäftsbericht
präsentierte Erster Kassierer Arnold Neumann
beeindruckende Zahlen, die belegen, dass der Verein finanziell
kerngesund ist. So betrug der Vermögensstand mit Stichtag 31.
Dezember 2005 exakt 35.636,37 Euro - eine "Sicherheit, um auch
in schlechten Zeiten gut aufgestellt zu sein", betonte Arnold
Neumann, der bei den anschließenden Vorstandswahlen ins
"zweite Glied" rückte und sich mit großer Mehrheit zum zweiten
Kassierer wählen ließ. An seine Stelle rückte Peter
GutberIet, der sogar einstimmig gewählt wurde. Zuvor wurde
die Entlastung des alten Vorstands - einschließlich der zuvor
zurückgetretenen Vorstandsmitglieder - mit großer Mehrheit
angenommen.
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Man
sollte die Erfolgsbilanz ruhig etwas auf sich wirken lassen, ehe man sich
dem eigentlichen Ärgernis der Jahreshauptversammlung zuwendet. Der
Vorstand der BHM war sehr bemüht, zum hochgejubelten Streitpunkt um den
"Sparbär" rechtliche Klarheit herzustellen. Das Gutachten
liegt vor und ist eindeutig, so dass eigentlich eine klare Reaktion von Karl-Heinz
Oehme fällig gewesen wäre. Dem in der Versammlung heftig
Gescholtenen wird heute allerdings ein Kommentar zuteil, der ihm erneut
bestätigen könnte, absolut richtig gehandelt zu haben, denn auch ein
Erster Vorsitzender habe das Recht, öffentlich Druck abzulassen. Das
dürften Menschen in verantwortungsvollen Vorstandsämtern anderer Vereine
ganz anders sehen.
Erwin
Henkel sprach während der Versammlung aus, was viele der
Betroffenen dachten und während der heißen Phase der öffentlichen
Diskussion auch äußerten. Der neue Erste Vorsitzende Armin Heymann
war stets nur in der Rolle dessen, der sich und den Vorstand übelster
Angriffe erwehren musste, die immer neue Nahrung bekamen. Die Presse und
auch diese Website wurden unfreiwillig zum Podium einer Schlammschlacht,
bis sich die Erkenntnis durchsetzte, sich weiteren Ergüssen zu
verweigern, weil der Schaden immer größer zu werden drohte. Dass sich
dabei der Eindruck ergab, der TAGESANZEIGER sei das offizielle
Sprachrohr von Herrn Oehme und meine Website eher der Anwalt der
Gegenseite, ist sicher nicht ganz unbegründet.
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Nun
zum eigentlichen Bericht, der zeigt, wie sehr die emotionale Belastung der
widersinnigen Diskussion des letzten Jahres auch gestandene Vorstände
durcheinander bringen kann. Wer wird es Armin Heymann
verdenken, dass er nach sorgfältiger Aufarbeitung des Problems um den
"Sparbär" letztendlich den wahren Schuldigen der
vorübergehenden Rufschädigung des Vereins präsentierte und sogar von
erwogenem Vereinsausschluss sprach. Die während der Diskussion klar
erkennbare Lagerbildung zeigte zudem, dass es auch in der Zeit
öffentlichen Stillhaltens heftige Aktivitäten gegeben haben muss, um am
Tag der "Abrechnung" gerüstet zu sein. Das zeugt nicht gerade
von Einsicht. Armin Heymann ging gemäß Antrag auch
auf das brisante Thema Verwendung der Spende im Behältnis
"Sparbär" ein. Auszüge aus dem Rechtsgutachten von Herrn
Rechtsanwalt Peter Wienberg, Dörnigheim, das im BHM-Büro
verfügbar gemacht werden kann, ein.
Fazit:
Der Betrag in dem Behältnis, der vom BHM-Bürodienst für den
Besuch einer Unterhaltungsveranstaltung verwendet wurde, aber kurze Zeit
später in die Vereinskasse wieder einbezahlt wurde, sei hinsichtlich den
von den Zuwendern zugedachten Zweck nicht klar dem Vereinsvermögen
zuordenbar, also im bekannten Sinne verwendbar gewesen. Zudem habe der
geschäftsverantwortliche Vorstand mit dem Beschluss vom 10.10.05 die
Verwendung sanktioniert. "An die Adresse des Ex-vorsitzenden Oehme
ergeht deshalb nochmals die Aufforderung, den mehrheitlich getroffene
Beschluss endlich zu akzeptieren", geht aus einer Pressemitteilung
der BHM hervor.
Dass
es kurz vor Abbruch der Versammlung während einer Abstimmung zu einem
krassen Auszählungsfehler kam, ist sicher auch der allgemeinen Aufregung
zuzuschreiben. Ursache war die außergewöhnliche Methode, dass Mitglieder
über Vertretungsvollmachten bis zu 5 Stimmen abgeben konnten. Infolge
eines Fehlers bei der Unterscheidung zweier farblich schwach
unterschiedlicher Stimmkarten, die irrtümlich auch noch doppelt mit den
vertretenen Stimmen multipliziert wurden, kam es zu dem im Artikel
erwähnten Ergebnis, worauf die Versammlung abgebrochen wurde. Bei so
blanken Nerven ist ein Kurzschluss praktisch vorprogrammiert.
Man
kann nur hoffen, dass die Fortsetzung der Jahreshauptversammlung zu einem
neuen Termin zu einer ruhigeren Grundatmosphäre führt, damit alle
Entscheidungen auch in die richtige Richtung führen. Bis dahin wäre es
angebracht, die Leistungsträger wieder zu beruhigen, damit weiterhin ein
gedeihliches "Miteinander - Füreinander" ohne persönliche
Profilierungen oder Herabsetzungen möglich ist.

Auch
die Frankfurter Rundschau nahm sich des Themas an, weil die Maintaler
Bürgerhilfe mit ihren richtungsweisenden Aktivitäten
Vorbildcharakter im ganzen Umland hat. Schon deshalb steht sie sehr im
Fokus öffentlichen Interesses. Schon während des Sparbär-Streites
machte ich telefonisch mit aufgebrachten Frauen Bekanntschaft, die eine
Lanze für Oehme zu brechen versuchten. Hier standen aber jeweils
persönliche Differenzen mit Mitgliedern der Büromannschaft im
Vordergrund und waren als Revanche zu verstehen. Zumindest eine Dame
versuchte sich auf gleiche Weise auch bei der Presse Gehör zu
verschaffen. Es wundert mich auch deshalb nicht, dass es während der
Versammlung zu ähnlichen Verbalinjurien kam. Die
Frankfurter Rundschau berichtet auch darüber, dass Karl-Heinz
Oehme als Verursacher des unberechtigten Streites die Kosten für
das Rechtsgutachten übernehmen soll. Man kann gespannt sein, wie sich die
aufgestauten Spannungen lösen werden. Wer in diesem Zusammenhang von
"Kindergarten" und "Gehässigkeiten" redet, muss auch
sagen, wem diese Bemerkungen zugedacht sind. Es
bleibt noch festzuhalten, dass die Bürgerhilfe mit ihrer eingegangenen
Leistungsverpflichtung inzwischen weit mehr ist, als ein Hort rühriger
Männer und Frauen, die ihre Befindlichkeiten ausleben. Hier haben
Menschen Ansprüche erworben, die es gewissenhaft zu verwalten und später
auch einzulösen gilt. Das wird nur möglich sein, wenn dieser Verein
zukunftsfähig und für neue Mitglieder attraktiv ist. Eigentlich haben
dort Menschen nichts verloren, die aus emotionalen Gelüsten heraus den
Aufstand proben. Dann sollen sie lieber die Bürgerhilfe verlassen.
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Bürgerhilfe
in Turbulenzen
Neuer
Vorsitzender Armin Heymann / Abstimmungs-Debakel / Weitere Sitzung
Armin
Heymann ist neuer Vorsitzender der Bürgerhilfe Maintal (BHM).
In der Jahreshauptversammlung wurde auch das Rechtsgutachten zur
Spendenaffäre vorstellt. Weil eine Abstimmung schief ging, muss
eine weitere Versammlung einberufen werden.
MAINTAL
.Weit mehr als 100 der 1900 Mitglieder zählenden Bürgerhilfe kamen
am Dienstagsabend in das evangelische Gemeindezentrum Dörnigheim.
Wegen des mutmaßlichen, nicht erlaubten Griffs in die Spendendose
des Bürodienstes und des Rücktritts des Vorsitzenden Karl-Heinz
Oehme wurde ein turbulenter Abend erwartet. Der Ex-BBM-Chef
hatte dem Vorstand vorgeworfen, das Verhalten der 13 Mitarbeiter des
Bürodienstes nicht missbilligt zu haben, die sich mit dem Inhalt
des "Spendenbärs" einen Musicalbesuch genehmigt hatten.
Die insgesamt 315 Euro wurden inzwischen an den Verein zurück
gezahlt, teilte Beymann mit. Der Vorfall hatte den Vorstand
veranlasst, ein Rechtsgutachten in Auftrag zu geben. Der Jurist kam
zu dem Schluss, dass der Zweck des Sammelbehältnisses nicht klar
gewesen und dem Büroteam demnach als "Kaffeekasse"
zuzuordnen sei. Heymann bemerkte, dass ein Großteil des Geldes von
dem Büroteam selbst in die Dose geworfen und zudem die Verwendung
des Inhalts von den Mitarbeitern "mehrheitlich
beschlossen" worden sei. Wer dies nicht anerkenne, handele
"undemokratisch", sagte er weiter mit Blick auf Karl-Heinz
Oehme, der Inhalte der nichtöffentlichen Vorstandssitzungen
publik gemacht hatte.
"Diese
Öffentlichkeitsarbeit hat dem Ansehen des Vereins schwer geschadet",
sagte Heymann nach Worten ringend. Man
habe rechtliche Schritt gegen Oehme allein wegen seiner Verdienste
nicht eingeleitet. Der Ex-Vorsitzende wurde beschuldigt,
Vorstandsmitglieder "persönlich diffamiert" zu haben.
"Ich bin mir nicht ganz sicher", sagte Heymann, "ob
unser rücksichtsvolles Verhalten richtig war". Die
Rechnung für das Gutachten solle der Verursacher der
"Hexenjagd" zahlen, kündigte er an. Der
Gescholtene erklärte zu seiner Verteidigung: "Heute Abend
wäre das Spendenthema ohnehin auf den Tisch gekommen."
Das
Gros der Versammelten war der Diskussion über den mutmaßlichen
Spendenbär-Skandal mit gegenseitiger Schuldzuweisung nach einer
Stunde überdrüssig. Das Ende der Debatte wurde mit großer
Mehrheit beschlossen.
Fünf
Gegenstimmen
Bei
der anschließenden Wahl musste Armin Heymann (60),
der keinen Gegenkandidaten hatte, fünf Gegenstimmen hinnehmen.
Deutliche Voten erhielten zudem Günter Meyer (zweiter
Vorsitzender), Peter Gutberlet und Wilfried
Auerbek (Schriftführer). Mehr als der geschäfts- führende
Vorstand kam in der Sitzung nicht zustande. Zur Wahl der Beisitzer
kam es nicht, weil zuvor über einen Antrag von Karl-Heinz
Oehme abgestimmt werden musste. Der forderte, dass zwei
Mitarbeiter der "Nahrungsquelle", die zwei Mal in der
Woche unentgeltlich Lebensmittel an Bedürftige ausgibt, als
Beisitzer einen Platz im Vorstand haben müssten, damit
Vorstandsmitglieder die Bedürftigkeitskontrollen vornehmen.
"Mir kommt das so vor", rief ein Mitglied aus dem Saal,
"dass der ehemalige Vorsitzende durch die Hintertür wieder in
den Vorstand will". In der Aussprache über den Oehme-Antrag
stellte Heymann die Pläne zur Straffung des Vorstands vor. Künftig
soll es statt zwölf nur sechs Beisitzer geben. Für die
verschiedenen Aufgabengebiete wie Besuchsdienst, Haushaltshilfen,
Reparaturen und "Nahrungsquelle" sollen künftig Arbeits-
kreise eingerichtet werden. Kopf der jeweiligen Gruppe soll dann
immer ein Vorstandsmitglied sein. Bei der "Nahrungsquelle"
wäre dies der Erste Vorsitzende.
Überforderte
Stimmenzähler
Das
Debakel bei der Abstimmung über den Antrag von Oehme zeichnete sich
im Vorfeld ab, weil für manch einen unklar blieb, über was genau
abgestimmt werden soll: die Beisitzer, den Oehme-Antrag oder das
Heymann-Konzept. Ausschlaggebend waren letztlich die scheinbar
überforderten Stimmenzähler. Das gestufte Stimmrecht, bei dem ein
Mitglied in Vertretung für andere BHM-Mitglieder stimmen durften,
sorgte ebenfalls für Verwirrung. Vorsitzender Heymann kündigte
wegen der unklaren Abstimmungs-Ergebnisse und der fortgeschrittenen
Stunde das Ende der Sitzung und deren Fortführung zu einem anderen
Termin an. Eine Frau ergriff
daraufhin das Mikrophon und erklärte aufgebracht, dass sie aus
diesem "Kindergarten" mit seinen vielen
"Gehässigkeiten" austreten werde.
DETLEF
SUNDERMANN
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und
Einfälle
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Steuervereinfachungsmodell
stimmt nachdenklich
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Jetzt
hätte ich beinahe übersehen, dass der unerschütterliche CDU-Mann Wolfram
Eschelbach nach seinem Ausschluss aus der CDU-Fraktion ja
für den Kreistag kandidiert und möglicherweise auch mit Erhard
Rohrbach und Hans Ostermann einzieht. Da ist
ja geradezu geboten, für seine Ansichten zu werben.
Wenn
ich seinen Vorschlag richtig verstanden habe, dann sollen die Kosten
der Kitas komplett aus Steuermitteln finanziert werden, damit die
Kosten auf alle Steuerzahler verteilt eine vereinfachte Besteuerung
ergeben. Jetzt fehlt nur noch die Angabe, über welche Steuern und
Abgaben die kommunal anfallenden Kosten voll abgedeckt werden sollen
und schon haben wir die Lösung.
Vielleicht
sollt man mal darüber nachdenken, wie man normalverdienenden
Familien mit ausgeprägtem Familiensinn und damit einher gehendem
Kinderwunsch noch zielgerichteter unter die Arme greift, damit die
Familien und die Kinder unter lebens- werteren Bedingungen und frei
von Existenzängsten leben können. Es macht wenig Sinn,
unternehmerisch tätigen Ehepaaren mit der Finanzierung der
Kinderbetreuung auf Kosten der Allgemeinheit unter die Arme zu
greifen. Von der bezahlten Haushaltshilfe bis zu bezahlten
Kinderbetreuerin ist es nur ein kleiner Schritt.
Wenn
Familien gefördert werden, dann so, dass die Belastungen der
Allgemeinheit nicht zu neuen sozialen Konfliktsituationen führen.
Wenn die Unternehmen oder Unternehmer hier einen starken Beitrag zum
Wohl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten würden, hätten
auch Rentner und kinderlose Ehepaare nicht die Zeche für die neuen
Ideen zu zahlen. |
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25.
Januar 2006
BHM
Bürgerhilfe
Maintal
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Bürgerhilfe
mit neuem Vorstand
Karl-Heinz
Oehme lehnt Vorsitz ab
Die
Jahreshauptversammlung der Bürgerhilfe Maintal mit ihren 1.900
Mitgliedern wird einen 2. Teil erleben, denn sie wurde gestern Abend nach
der Wahl des geschäftsführenden Vorstandes und der Kerndiskussion zum
"Sparbär" abgebrochen. Die Versammlung, zu der über 180
Personen erschienen, erlebte über weite Teile eine Art Abrechnung, bei
der sich die Mitglieder der Nahrungsquelle um ihren Leiter Karl-Heinz
Oehme geschart mit dem alten Vorstand und den Mitgliedern der
Kernsparte "Miteinander - Füreinander", dem sogenannten
Bürodienst, heftige Wortgefechte lieferte. Unter dem Strich dürfte Karl-Heinz
Oehme jetzt genauestens wissen, wie die Mitglieder über die
zurückliegende leidige Streitigkeit denken. Ob es seine Meinung
beeinflusste, dürfte fraglich sein.
Gelobt
wird die Art, wie der bisherige 2. und jetzt neue 1. Vorsitzende Armin
Heymann den Oehme-Konflikt aufbereitete und präsentierte. Er
unterstrich nach Aussagen mehrerer Beobachter damit seine besondere
Eignung für das Amt, in dem es gilt, eine große Gruppe
unterschiedlichster Leistungsträger richtig anzupacken. Recht turbulent -
um nicht chaotisch zu sagen - sei es bei den Abstimmungen zugegangen, weil
satzungsgemäß die Mitglieder bis zu 5 Stimmen mit Vollmachten anderer
Mitglieder auf sich vereinigen können. So gab es mehrfarbige Stimmkarten,
die allerdings wegen der bekannt schummrigen Beleuchtung am
Veranstaltungsort nur schwer auseinander zu halten waren. In der nächsten
Mitgliederversammlung wird eine Satzungsänderung erwogen, um diesen
Passus zu ändern. Auch hier kann man wieder auf heftige Debatten gespannt
sein, denn die bisherige Regelung ist durchaus auch sinnvoll.
Der
neue Vorstand besteht also aus dem Vorsitzenden Armin Heymann,
dem 2. Vorsitzenden Günther Meyer, dem 1. Schriftführer Winfried
Aurbek, dessen Stellvertreterin Edelgard Kegelmann,
dem 1. Kassierer Peter Gutberlet und dessen Stellvertreter Arnold
Neumann.
Alle
anderen Positionen müssen in einer nächsten Versammlung gewählt werden.
Hier wird versucht, alle drei Sparten der Bürgerhilfe im Vorstand zu
integrieren. Wenn auch Karl-Heinz Oehme den Gesamtvorsitz
dankend ablehnte, erscheint es sinnvoll, ihn nach dem klärenden Gewitter
wieder in den Vorstand zu integrieren. Das macht ohnehin Sinn, denn in der
neuen Amtszeit des Vorstands erscheint es angebracht, die nebeneinander
her existierenden und agierenden Sparten in eine feste
Organisationsstruktur zu fassen, bei der auch übergreifend
Führungsverantwortung und Führungsaufgaben verbindlich geregelt sind.
Hier ist die gesamte Erfahrung und jede vorhandene Kompetenz gefragt.
Die
zahlreich vertretene Presse wird also viel zu berichten haben und ich bin
gespannt, wie die "Vibrations" der Versammlung kommentiert
werden.
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Meinungen
e
i
n
u
n
g
e
n
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"Und
was ich auch noch sagen wollte..."
Im
Zusammenhang mit den verschiedenen Gesprächen, die ich wegen der
Jahreshauptversammlung der Bürgerhilfe führte, kamen eine ganze Reihe
von Dinge hoch, die gestern überhaupt nicht besprochen wurden, weil die
Diskussion um die Konflikte des letzten Jahres abgebrochen wurde. Immer
wieder war die Rede davon, dass man ja dieses und jenes noch sagen wollte,
wenn man dazu Gelegenheit gehabt hätte.
Einen
der Punkte möchte ich hier exemplarisch herausgreifen, weil er von
mehreren Leuten erwähnt wurde und zeigt, wie man manche Dinge auch noch
sehen kann. Es geht um den Zeitungsartikel "Wann fällt die
Hunderter-Grenze?", der als Reportage angelegt war, aber wohl auch
mit Billigung (oder auf Wunsch!?) von Karl-Heinz Oehme im TAGESANZEIGER
erschien. Hier wird allerdings dem TAGESANZEIGER bewusst kein
Vorwurf gemacht, weil er die Internas der Bürgerhilfe nicht kennen kann.
Noch im vorigen Jahr beschloss der Vorstand, dass jede Art von
Pressemitteilung und Pressekontakte nur über den Pressewart Friedhelm
Seber zu laufen haben, um Irritationen zu vermeiden. So wäre es
auch richtig gewesen, den TAGESANZEIGER im Zusammenhang mit dem
Artikel darauf hinzuweisen.
So
aber sei in einer für den TAGESANZEIGER atypischen Art ein Artikel
erschienen, der in seiner Aufmachung einen vermeintlich in der Luft
liegenden Rekord geradezu feierte. Gleichzeitig seien Hilfsbedürftige
zusammen mit dem Ehepaar Oehme und anderen Mitgliedern der Nahrungsquelle
offen abgelichtet präsentiert worden. Das habe bei vielen Mitgliedern der
Bürgerhilfe Unverständnis hervorgerufen. Wenn es etwas zu feiern gäbe,
dann sicher nicht ein Rekord, sondern der Tag, an dem man die
Nahrungsquelle schließen müsse, weil der letzte Fall von Bedürftigkeit
aus der Welt geschafft sei. So entstehe der Verdacht, als wolle man an den
Missständen wachsen und sich profilieren. Ferner sei aus gegebenem Anlass
der Hinweis auf die Spendenadressaten - wiederum das Ehepaar Oehme und
nicht ein Konto des Vereins - sowie der Hinweis auf Spendenquittungen
unpassend gewesen, weil dies nur vom Kassierer ausgehen könne.
Man
sieht, dass es immer noch genügend Irritationen gibt und sich die Wogen
noch lange nicht geglättet haben. Der neue Vorstand ist gut beraten, wenn
diese kleinen thematischen Flächenbrände in den eigenen Reihen gelöscht
würden, denn die einzelnen Sparten beäugen sich sehr genau und nehmen es
mit dem Gleichheitsgrundsatz ebenfalls sehr genau.
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Das
schwarze
Hessen
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Ist
Härte gegen Schwache wichtig für den Machterhalt?
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Im
heutigen Artikel der Frankfurter
Rundschau klang gewaltige Skepsis durch, nachdem Roland
Koch auf die Besonderheiten der unionsgeprägten Hessischen
Landespolitik während der Verabschiedung von Franz Josef Jung
einging. Das Credo könnte auch heißen: "Der Zweck
heiligt die Mittel".
Die
vielgelobte Härte richtet sich nicht nur gegen Ausländer und
Minderheiten, sondern auch gegen die eigenen Parteifreunde, die sich
nach Belieben zum opfern haben, wenn es dem großen Meister
gefällt.
Gerade
in der Schwarzgeldaffäre mussten außer Jung auch Kanter dran
glauben. Einen kleinen Unterschied gibt es dann doch noch: Für
Kanter ist der Zug schon abgefahren und Jung wurde
nachträglich belohnt. Männerfreundschaften auf Staatskosten -
tolle Sache!
Auch
wenn Franz Josef Jung einen guten
Verteidigungsminister abgibt, ein großes Fragezeichen wird immer im
Raum stehen. Daran ändert auch nichts, wenn er heute noch jede
Mitschuld bestreitet.

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Härte
als politisches Prinzip in Hessen
In
Wiesbaden wurde Ex-CDU-Fraktionschef Jung verabschiedet -
und
Roland Koch skizzierte den speziellen Ton der Landespolitik
VON
PITT VON BEBENBURG (WIESBADEN)
Die
Rührung war ihm anzusehen. "Ein Stück vermisse ich den
hessischen Landtag schon", sagte Franz Josef Jung
am Montagabend in Wiesbaden. Kein Wunder: Mehr als 20 Jahre lang hat
der Christdemokrat Jung die Landespolitik mitgeprägt, als
Abgeordneter, als Minister und zuletzt als Fraktionsvorsitzender.
Ausgerechnet der heimatverbundene Rheingauer Jung ist politisch nach
Berlin befördert worden - an die Spitze des
Verteidigungsministeriums.
Nun
verabschiedete sich der 56-Jährige bei einem Umtrunk mit Riesling
vom Weingut seines Bruders von den langjährigen Gefährten und
lobte die "Kameradschaft", die er erfahren habe. Fast die
komplette Landesregierung war zum Empfang in den Landtag gekommen,
natürlich etliche prominente Christdemokraten, dazu
Spitzenvertreter aller Landtagsparteien und Journalisten. Der
hessischen Politik bleibt Jung weiter verbunden: als
stellvertretender Vorsitzender der Landes-CDU werde er künftig
"noch ein bisschen einflussreicher" werden, meinte
CDU-Chef Roland Koch.
Der
Ministerpräsident nutzte die Gelegenheit, um zu skizzieren, was aus
seiner Sicht seit Jahrzehnten den besonderen Stil der hessischen
Politik kennzeichnet: eine gewisse Schärfe, die Jung bestens
beherrscht. In Wiesbaden erkläre man "Härte von politischer
Auseinandersetzung nicht zu einem Unfall, sondern zu einem
Prinzip", sagte Koch - allerdings "ohne dass die Basis
dessen, wie man miteinander umgeht, zerstört" werde.
Von
notwendigen "Emotionen" in der Politik sprach Koch und vom
Einsatz großer "Trommeln", die geschlagen würden, um den
Menschen deutlich zu machen, dass es um wesentliche Debatten gehe.
Mit Jung habe einer den Landtag verlassen, "der dieses
Trommelspiel beherrscht hat", sagte Roland Koch.
Das galt nicht zuletzt während des Wahlkampfs von 1998/99, als
CDU-Manager Jung auf die Unterschriftenkampagne gegen die doppelte
Staatsbürgerschaft setzte. Diesen Wahlkampf verteidigte Jung im
Rückblick erneut. Er sei heute noch der Meinung, dass sich die
politischen Parteien Themen zuwenden müssten, die die Menschen
bewegten, um sie "zu kanalisieren, bevor andere sie aufgreifen
und radikalisieren".
Auch
auf die Schwarzgeldaffäre der CDU ging Jung ein, in deren Verlauf
er als Leiter der Staatskanzlei zurückgetreten war, obwohl er sich
keiner Schuld bewusst war. Die damalige Lage der CDU sei "eine
Situation, die ich keinem wünsche, auch keinem politischen
Gegner", sagte Jung. Und fügte seinen Dank an die damalige
FDP-Ministerin Ruth Wagner an, die trotz der Krise in
der gemeinsamen Regierung die "Verbundenheit" gewahrt
habe.
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Was
Roland Koch und dessen Berater auch immer anzetteln,
wie jetzt die Einführung eines speziellen Fragebogens für die
Integration von Ausländern, es geht immer auf die Schwachen und
Unterprivilegierten, die seine ganze Härte zu spüren bekommen. Es
ist schlimm, dass er damit in Hessen bei vielen Wählern immer noch
punkten kann. Stärke auf Kosten der Schwachen ist scheinbar wichtig
für seinen Machterhalt und den seiner Schatten. |
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WAM
Splitter
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Wenn
der Schwanz mit dem Hund wedelt
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Es
gibt Zeitungsartikel und Leserbriefe, die einem richtig in die
Magengrube fahren. So ging es mir mit dem heutigen Leserbrief im Maintal
TAGESANZEIGER, der aus der Feder von Rolf-Detwar Klar stammt.
Was er so über die Notwendigkeit von Neubaugebieten und den
Wohnraumbedarf schreibt, ist eine Sicht, die diskussionswürdig ist
und von der WAM ja auch thematisiert wird. Dagegen wäre nicht viel
oder auch jede Menge zu sagen, was aber nicht Gegenstand meines
spezifischen Empfindens ist.
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Als
eigentliches Ärgernis empfinde ich, dass hier von der WAM
als vom sich entwickelnden regionalen Zweig der "Neuen
Linken" die Rede ist, was für viele Leser bedeutet, es
sei ein Ableger der LINKSPARTEI. Offensichtlich hat Herr Klar
noch nicht bemerkt, dass es sich bei der WAM im Inneren
um ein äußerst fragiles Gebilde handelt, bei dem von den
zukünftigen Wählern die unterschiedlichen Strömungen als
befruchtende Elemente zugunsten einer vielseitig orientierten
Lösungskompetenz akzeptiert werden. Hier ist Jörg
Schuschkow nun mal das Bindeglied zu Wählern, die
gerade der LINKSPARTEI die kalte Schulter zeigen. Ihn müssen
diese Äußerungen brüskieren.
WAM
ist mit seiner Konstellation in der vierköpfigen Führungs-
spitze eine schlagkräftige Einheit, die auch ihren Weg gehen
wird. Man sollte aber so langsam mal Spielregeln aufstellen,
wer mit welchen Inhalten an die Öffentlichkeit geht. Sind es
Meinungen privater Natur, dann sollte der Bezug zur WAM nicht
hergestellt werden. Herbert Hept und Klaus
Seibert verstehen sehr gut damit umzugehen. Der
Ökosoph in den Reihen der WAM scheint nicht aus seiner Haut
zu können, weil er stets sein absolutes Links-Bekenntnis von
sich geben und in den falschen Zusammenhang stellen
muss. |

"Uns
alte
Linke muss man nehmen, wie wir sind" |
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24.
Januar 2006
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Wähler
sollen mit Placebo-Kandidaten
übertölpelt werden
Wie
bereits berichtet, wollen - gemäß Wahlprogramm - die Christdemokraten
auf jeden Fall den zweiten Stadtratsposten abschaffen. Damit befinden sie
sich in herrlicher Übereinstimmung mit den anderen Parteien. Die WAM geht
sogar so weit, dass ihr Spitzenkandidat seine Ansicht aus der Zeit der
Bürgermeisterwahl wiederholt, dass es für den Bürgermeister eben gerade
genug Arbeit gäbe und man beide Stadträte ganz abschaffen könne.
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Was
wird mit Erik Schächer? |
Von
Günther Wassermann (SPD )ist bekannt, dass er nach
seiner Amtszeit nicht mehr als Stadtrat zur Verfügung stehen will.
Anders sieht es beim Ersten Stadtrat Erik Schächer
(CDU) aus. Er hat sich mit seiner Kandidatur zur Kommunalwahl
eigentlich nach Außen hin dafür entschieden, im Fall seiner Wahl
sein Amt gegen das eines Stadtverordneten einzutauschen und auf
seine Bezüge als Stadtrat zu verzichten. Das gleiche trifft
eigentlich auf Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU)
zu, der seines Amtes ebenfalls überdrüssig zu sein scheint.
Darüber hinaus strebt er sogar zusammen mit Hans Ostermann
(CDU) eine Karriere im Kreistag an. Die SPD hat übrigens im
Kreistag mit dem Kreisbeigeordneten Andrè Kavai (SPD)
eine ähnliche Luftbuchung platziert, die auf Kreisebene
Listen-Potenz vortäuschen soll.
Wie
werden Sich diese vermeintliche Knoten lösen, die man wahltaktisch
knüpfte?
In
Maintal grummelt es hinter der politischen Kulisse und es werden
unter vorgehaltener Hand sogar schon Namen für den neuen Stadtrat
gehandelt. Dass es in der jetzigen Konstellation Parlament/Magistrat
nicht so weiter gehen kann, weil die gegenseitige Behinderung
vorprogrammiert ist, ist klar. Die Kommunalwahl wird entscheiden, ob
zur amtierenden Rathausmannschaft eine starke CDU stößt, die
anschließend mit dem Rest des Parlaments "Kaspar Hennesje"
macht, oder ob die SPD stärkste Fraktion bleibt und ein
SPD-Stadtrat oder -Stadträtin dem CDU-Bürgermeister auf die Pelle
rückt oder sich vortrefflich zu arrangieren versteht - zum wohl
Aller - versteht sich. |
Die
Tage von Erik Schächer als Erstem Stadtrat scheinen also
gezählt. Nach der Wahl werden er und Erhard Rohrbach
gefragt werden, ob sie die Wahl als Spitzenkandidaten annehmen und aller
Wahrscheinlichkeit nach werden sie mit dem Werbespruch des Media-Marktes
die Wahl nicht annehmen. Was aber, wenn zumindest Erik Schächer,
der ja in der Gunst der Öffentlichkeit nicht so hoch zu stehen scheint,
auf einen Platz außerhalb des direkten Einzugs ins Parlament rutscht.
Wird ihm die Gretchenfrage dann nicht gestellt, so dass er tatsächlich
die Chance hat, später als Nachrücker ins Parlament einzuziehen?
Wie
auch immer - CDU und SPD scheinen mit ihren Kadidaten Rohrbach,
Schächer und Kavai den Wählern echte
Abgeordneten-Placebos unterzujubeln, denen man eigentlich vorher eine
verbindliche Erklärung abringen müsste, ehe die Parteien mit ihrer
Kandidatur unbedarfte Wähler verdummen können.
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Von
der
Jugendvertretung
zur
Partei
|
Jugendliche
Stimmenfischer am Werk
|
Da
scheint ja eine Rechnung ganz gut aufzugehen. Es fragt sich nur, wer
der Gruppe junger Leute den Floh ins Ohr gesetzt hat, ihren Beitrag
für die forstschreitende Zersplitterung der Maintaler Politik zu
leisten. Das größte Interesse müsste eigentlich die CDU haben,
wenn man dort auf die weitere Unterhöhlung des SPD-Fundaments
setzt. WAM dürfte der SPD und den Grünen ohnehin schon deutlich
zusetzen.
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Dass
JAM mehr ist, als nur eine Vertretung der Maintaler Jugend,
haben seither viele kritische Beobachter der Szene schon
vermutet. Dass sie die besondere Gunst des Ersten Stadtrates
genießen, dürfte auch hinlänglich bekannt sein.
Dass
sie nun aber quasi als "Gegenstrom" ins Maintaler
Parlament einziehen wollen, ist noch interessanter. Sie
dürften damit der SPD und den Grünen neben der WAM Stimmen
nehmen, was natürlich den Christdemokraten helfen würde, ihr
Wahlziel zu erreichen.
Gar
nicht schlecht - so eine gezielte Jungend- förderung einer
Gruppe, die nur einen Bruchteil der Maintaler Jugendlichen
repräsentiert und sie dennoch offiziell politisch vertreten
darf.
Auf
der anderen Seite haben es sich die Parteien aber auch selbst
zuzuschreiben, dass sich selbst kommunalpolitisch völlig
unbedarfte Jugendliche zutrauen, im Parlament ohne den
Rückhalt von erfahrenen Kommunalpolitikern
mitzumischen. Frei nach dem Motto "Was die können, das
können wir schon lange!" gehen sie in die Offensive und
sorgen zwangsläufig für veränderte Sitzverteilungen im
Parlament. Dennoch
könnte den Jugendlichen mehr als nur ein Achtungserfolg
beschert sein, wenn sie sich als Fun-Gruppierung präsentieren
und ihr Wahlprogramm auf die Spaß- und die Freizeit-
bedürfnisse der Jugendlichen eingeht. Das könnten
sie sich ja auch leisten, weil für die Sachpolitik ja
genügend etablierte Stadtverordnete bei den anderen Parteien
zur Verfügung stehen. |
Stellungnahme
von
Daniel
Kutscher zum Artikel
Den
Satz: „kommunalpolitisch völlig unbedarfte Jugendliche
zutrauen, im Parlament ohne den Rückhalt von erfahrenen
Kommunalpolitikern mitzumischen“, empfindet er als
persönliche Beleidigung, wie auch eine Beleidigung für jeden
ehrenamtlich politisch aktiven Jugendlichen.
Der
gesamte Artikel wurde von Ihm als "beleidigend, haltlos
und falsch" bezeichnet. Ferner sei er nicht ernsthaft und
nicht wahr, die Arbeit würde lächerlich gemacht und sei ein
Schlag ins Gesicht, den er so nicht hinnehme. Es folgt die
Empfehlung, journalistisch sauber zu arbeiten. Auf Wunsch von
Daniel Kutscher wurde sein Bild am 30.01.06 von der Seite
entfernt, obwohl es sehr aussagekräftig war.

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Besonders
brenzlig wird es allerdings für alle Parteien, wenn sich eine
sehr niedrige Wahlbeteiligung einstellt und die Newcomer ihre
gesamte Anhängerschaft mobilisieren könnten. Das könnte
dann auch der CDU gewaltig Stimmen kosten, die vielleicht
jetzt noch frohlockt.
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Wer
kritisch ist, muss auch Kritik vertragen
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Der
Leserbrief, der heute im Maintal TAGESANZEIGER erschien, ist
die Fortsetzung des Disputes, der
hier schon thematisiert wurde. Dabei verrennt sich meiner Meinung
nach Herr Eimer zusehends in eine Debatte, die unglaubwürdig wird.
Wenn
er der Meinung ist, dass wirklich alle Manager, die er fast
automatisch mit "Leistungsträgern" gleichsetzt, das
Risiko eingehen, dass sie abgestraft werden, so geht das an der
Realität vorbei. Wenn man von den Managern spricht, die MdB Dr.
Sascha Raabe (SPD) vermutlich meinte, dann ist hier nicht zu
erkennen, dass sie wirklich Konsequenzen zu tragen hätten, wenn es
sich nicht gerade um Prämien für die Auswirkungen ihrer
menschenunwürdigen Entscheidungen handelt. Dass auf einem
Festkommers eines Vereins, der politische Wurzeln besitzt,
sozialkritische Töne durchaus vertretbar sind, wird wohl niemand
bestreiten.
Ob
es sich bei den Gescholtenen wirklich um Leistungsträger handelt,
müsste auch erst einmal bewiesen werden. Zumindest müsste geklärt
werden, ob rigoroses sozialschädliches Verhalten zugunsten
des Profites eine Leistungskategorie ist.
Wenn
alle Argumente nicht mehr helfen, dann kommt der
"internationale Wettbewerb" ins Spiel, der für all diese
Zustände verantwortlich gemacht wird. Da fragt man sich doch, wie
wir seit Jahren Exportweltmeister sein können, wenn wir angeblich
so gar nicht international wettbewerbsfähig sind. Vielmehr sind
viele unserer Unternehmen für Übernahmen auf internationalem
Parkett nicht attraktiv genug, weil wir immer noch soziale
Strukturen haben, die Investoren abschrecken. Schon aus diesem Grund
ist der Erhalt unserer Sozialstrukturen und die Wiederherstellung
von Ethik und Moral in den Vorstandsetagen der beste Schutz vor
internationalem Piratentum, für das dann auch noch Prämien gezahlt
werden, wegen denen jetzt z.B. Ackermann, Esser, Zwickel und Co. vor
Gericht stehen. Das anzusprechen, erwarte ich einfach von einem
sozialdemokratischen bzw. demokratischen Spitzenpolitiker. |

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23.
Januar 2006
CDU
Kreisebene
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Die
CDU strebt im Kreis die Mehrheit an
Die
heutige Ausgabe des Maintal TAGESANZEIGER wird vom
CDU-Kreisparteitag und den ersten Sitzungen der Karnevalsvereine bestimmt.
Für beide Fakultäten ist das Trommeln um den Zuspruch wichtig, weshalb
die Bürger natürlich wissen wollen, was so läuft. Beim Bericht über
die Sitzung der KG Käwer wurde das besonders deutlich, weil er in diesem
Jahr gleich nach der ersten Sitzung kam und möglicherweise
"Lust" auf die noch ausstehenden Sitzungen machen soll.
Lust
auf die CDU als führende Partei im Main-Kinzig-Kreis ist denn auch der
Wunsch der CDU, die offensichtlich die Große Koalition im Kreistag
"dick" ist. Mit Landrat Erich Pipa (SPD) und
entsprechenden Konstellationen nach der Wahl könnte der MKK auf ähnliche
Zustände zusteuern, wie sie in den letzten Jahren kommunal gesehen in Maintal mit Erhard
Rohrbach als Bürgermeister und starker SPD herrschten. Dem
Wähler obliegt es jetzt, sich für so klare Verhältnisse zu entscheiden,
dass derart schlechte Voraussetzungen erst gar nicht entstehen.
Auffällig
war die Kritik von Erhard Rohrbach an Erich Pipa.
Das Thema war eigentlich schon "durch" und abgehakt - also nicht mehr zum Aufwärmen
geeignet. So etwas schlachtet man oft nur dann aus, wenn einem sonst
nichts anderes einfällt. Die CDU Maintal schickt nun ihre besten Leute in
den Kreistags-Wahlkampf und so wird dort schon bald - wenn sie erfolgreich
sein sollten - auch der Maintaler Geist der CDU Einzug halten.

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Das
Vernunftelement
in
der "Zweckehe"
CDU-Kreisparteitag
in Maintal:
Union
will Nummer eins werden
Maintal/Main-Kinzig-Kreis
(dm). -
Für
die Kommunalwahl am 26. März hat die CDU Main-Kinzig ein klares
Wahlziel: Nummer eins im Kreis werden, am Koalitionspartner SPD
vorbeiziehen und erstmals die stärkste Fraktion im Kreistag stellen.
Im
Mittelpunkt des Kreisparteitages am Samstag in Bischofsheim stand
die Verabschiedung der "Leitlinien für die Kreispolitik 2006
bis 2011". In der Schlussabstimmung votierten die 216
anwesenden Delegierten einstimmig - bei einer Enthaltung - für das
fünfseitige Thesenpapier.
Die
Frage, ob die seit 1994 bestehende große Koalition nach dem
Wahlsonntag Ende März beendet sein könnte, stellte sich im
Bischofsheimer Bürgerhaus jedoch nicht.
Vielmehr
sehen sich die Christdemokraten nach wie vor als das"
Vernunftelement" in der Partnerschaft mit den Genossen. Dabei
machten sowohl Vizelandrat und Spitzenkandidat Günter Frenz
als auch Kreisparteichef Hubert Müller klar, dass die
"Zweckehe" mit der SPD keine "Liebesbeziehung"
sei. Dennoch wurde deutlich, dass an SPD-Landrat Erich Pipa
in der Kreispolitik auch weiterhin wohl kein Weg vorbeiführen dürfte.
Direkte
Kritik an Pipa äußerte nur Maintals Bürgermeister Erhard
Rohrbach: "Mittlerweile habe sich gezeigt", so
Rohrbach, "dass Pipa nicht der ideale Landrat für unsere
Region" sei.
Ansonsten
blickte die Union vor allem auf sich selbst und ihr Programm. Und
dies, so Hubert Müller, vermeide ganz bewusst
"Luftschlösser" und setze ganz auf eine realistische
Fortsetzung erfolgreicher CDU-Politik im Main-Kinzig-Kreis.
Stichpunkte
der Leitlinien, die unter dem Motto "Starker Kreis - unsere
Heimat!" stehen, sind "Bildungschance für alle",
"Soziale Sicherheit für Familien, Kinder und Senioren",
" Verantwortungsvolle Finanzpolitik", "Zukunftsgebiet
Rhein- Main", "Ehrenamtliches Engagement",
"Wohnortnahe Gesundheitsversorgung". |
.
Union
will die Genossen überflügeln
CDU-Kreisparteitag
in Bischofsheim: Stärkste Partei im Kreistag als Ziel - Leitlinien
verabschiedet
Maintal/Main-Kinzig-Kreis
(dm). - Einstimmig verabschiedeten die 216 Delegierten des
CDU-Kreisparteitags am Samstag in Bischofsheim ihre "Leitlinien
zur Kommunalpolitik 2006-2011 ". Die Stichworte lauten Bildung,
soziale Sicherheit und finanzielle Verantwor- tung, Zukunft
Rhein-Main, Bedeutung des Ehrenamts und Gesundheitsversorgung. Das
Nahziel der Union für den Wahltag 26. März formulierte Vizelandrat
und Spitzenkandidat Günter Frenz: "Wir
wollen die stärkste Fraktion im Kreistag werden und die Politik von
Maintal bis Sinntal federführend bestimmen!" Sowohl
Frenz als auch Landtagspräsident Norbert Kartmann als
Gastredner erteilten vorschnellen Entscheidungen in der
Regionaldiskussion eine Absage. Während Frenz dem erklärten Willen
Hanaus nach Kreisfreiheit mit der Empfehlung begegnete, Kreis und
Stadt Hanau sollten doch "gemeinsam auftreten und die Stärken
gegenseitig herausstellen", wurde Kartmann noch deutlicher und
betonte, man dürfe sich die
bevorzugte Lage von Rhein-Main "nicht zerreden lassen von
denen, die an neuen Gebietskörperschaften herumfummeln!"
Und
CDU-Fraktionschef Dr. Rolf Müller warb für das
Selbstbewusstsein des gesamten Kreises, mit der Stadt Frankfurt
"auf Augenhöhe zu diskutieren".
Schwerpunkt
Schulpolitik
Breiten
Raum nahm sowohl in Frenz' als auch in Kartmanns Ausführungen die
Schulpolitik ein. Vizelandrat Frenz lobte ausdrücklich die
CDU-Landesregierung, die durch eine "um ein Vielfaches erhöhte
Zuweisung von Landesmitteln" viele Maßnahmen ermöglicht habe,
darunter den Ausbau des Ganztagsprogramms, den Erhalt der
wohnortnahen Grundschule nach dem Motto "Kurze Beine - kurzer
Weg" und die flexible Bezuschussung von Betreuungseinrichtungen
an den Grundschulen.
Zum
Ganztagesprogramm sprach Frenz von sieben mittlerweile bewilligten
Standorten im Kreis. Dies seien die Erich-Kästner-Schule in
Bischofsheim, die Adolf-Reichwein-Schule Rodenbach, die Käthe-
Kollwitz-Schule Langenselbold, die Kopernikusschule Freigericht, die
Philipp-Reis- Schule GeInhausen, die Henry-Harnischfeger-Schule Bad
Soden- Salmünster sowie die Schule für Praktisch Bildbare in
Bruchköbel. Weitere sechs Schulen, so Frenz, sollen bis 2008 zu
Schulen mit Ganztagesangebot ausgebaut werden.
"Ausgeprägtes
Anspruchsdenken"
Auch
unangenehme Wahrheiten sparte Frenz in seiner Grundsatzrede nicht
aus. So müsse in der Sozialpolitik der Grundsatz gelten, denjenigen
zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Nicht selten finde
er jedoch ein "ausgeprägtes Anspruchsdenken" vor, das
immer mehr Leistungen fordere, aber nichts dazu beitrage, die
geforderten Leistungen auch zu erbringen. An eine finanzielle Kür
sei aber nicht zu denken, wenn man kaum noch die Kraft für die
Pflichtleistungen habe. Die gelte auch für die Kreis-
Volkshochschule, die er als Dezernent im Vorjahr mit einem Defizit
von 970.000 Euro übernommen habe. Das Defizit sei mittlerweile
halbiert "und ich werde es noch weiter reduzieren", so
Frenz. Finanziell erfreulich sei der 1997 gegründete Verbund
Main-Kinzig- Kliniken. Hier schreibe man seit sieben Jahren schwarze
Zahlen. Eine Fusion mit dem Klinikum - Hanau, wie von der FWG
andiskutiert, sei wegen unterschiedlicher Ausrichtungen der Kliniken
jedoch unsinnig. Ebenso unsinnig wäre eine Veräußerung der Main-
Kinzig-Kliniken für einen kurzfristigen finanziellen Nutzen. Der
Kreis, so Frenz, werde auf jeden Fall Eigentümer bleiben. Bezüglich
des 26. März sei die Zielrichtung klar: Erstmals
soll das Projekt "stärkste Fraktion" gelingen, erstmals
die SPD, mit der die Union im Kreis seit 1994 koaliert, auf den
zweiten Platz verwiesen werden. Direkte Spitzen gegen die SPD
vermieden Frenz und die anderen Redner wie Kreisparteichef Hubert
Müller und Fraktionschef Dr. Rolf Müller
zwar. Jedoch hieß es mehrfach, dass die Zusammenarbeit nicht immer
einfach sei, vor allem dort, wo man in der Kommune gegeneinander
ringe.
Direkte
Kritik an SPD-Landrat Erich Pipa wagte nur der
Maintaler Bürgermeister Erhard Rohrbach. Als
"Hausherr" des Kreisparteitages streutte Rohrbach in
seiner Begrüßung zunächst die "Irrungen und Wirrungen"
der Maintaler CDU im Zuge der Diehl-Affäre, die jedoch überwunden
seien, um dann sein Urteil über Pipa zu fallen: Der
Landrat habe bei der Wahl offensichtlich von der Popularität seines
Vorgängers Karl Eyerkaufer profitiert, doch
"mittlerweile zeigt sich, dass Pipa sicherlich nicht der ideale
Landrat hier für die Region ist", so Rohrbach
wörtlich.
Rohrbach
kritisiert Pipa
Damit
nahm er Bezug auf Pipas kurzfristige Absage seiner Teilnahme an der
Hundertjahrfeier der Freien Turnerschaft Dörnigheim vor wenigen
Tagen. Der Landrat hatte seine Absage mit Terminüberschneidungen
begründet. Von Vereinsseite war jedoch bekannt geworden, dass Pipa
die Schirmherrschaft Eyerkaufers sauer aufstieß und er auch nicht
erst nach dem Altlandrat reden wollte, wie vom Verein
vorgesehen".
Die
an Frenz' Programmrede anschließende Aussprache ging recht flott
über die Bühne. Insgesamt fünf Änderungen oder Ergänzungen zu
den Leitlinien wurden beantragt und allesamt nahezu einstimmig
abgesegnet. Unter anderem wurde die kreisweite Einführung eines
freiwilligen Polizeidienstes als Politikziel aufgenommen, ebenso die
Nutzung von Bioenergie, die Weiterentwicklung flexibler Angebote zur
Kinderbetreuung und die Ehrenamtscard (die ehrenamtlich Tätigen
bestimmte Begünstigungen ermöglicht).
Zum
Thema S-Bahn siehe Kasten auf dieser Seite. Die Union, so Parteichef
Hubert Müller abschließend, sei unerlässlich als Garant
vernünftiger Politik und als Regulativ gegen rot-grüne Auswüchse.
Seit die CDU im Kreis mitregiert, gehe es aufwärts. Mit diesem
guten Gefühl traten die Delegierten den Heimweg an.
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Kreis-CDU:
Harald Hormel sieht die nordmainische S-Bahn ein großes
Stück näher gerückt
Maintal/Main-Kinzig-Kreis
(dm). - In einigen Textpassagen wurden die CDU-Leitlinien am
Samstag abgeändert beziehungseise ergänzt. Dies gilt auch
beim Stichwort "Zukunftsregion Rehein-Main". Auf
Antrag des wirtschaftspolitischen Sprechers der
Kreistagsfraktion, Harald Hormel, wurde dieses
Projekt "Nordmainische S-Bahn" in die Leitlinien
aufgenommen. Denn, so Hormel am Samstag im Bürgerhaus
Bischofsheim wörtlich, mit der positiven, aktuellen
Nutzen-Kosten-Untersuchung zur nordmainischen S-Bahn
"rückt der Bau dieser wichtigen Nahverkehrsverbindung
entscheidend näher.
Nach
dieser Untersuchung spiele jeder Euro an Investitionskosten
1,40 Euro wieder ein. Damit, so Hormel, komme die diskussion
um den Nutzen der nordmainischne S-Bahn einen maßgeblichen
Schritt voran. Schon kurz nach der Kommunalwahl sei mit einer
entsprechenden Finanzierungsvereinbarung aller beteiligter
Institutionen zu rechnen.
Von
der nordmainischen S-Bahn, so Harald Hormel,
würden nicht nur die Bahnkunden aus Maintal und Hanau,
sondern auch - wegen der Umleitung und Verteilung der
Verkehrsströme - Berufspendler aus dem Kinzigtal bis Fulda
profitieren. Der Ergänzungsantrag wurde von den
CDU-Kreisdelegierten im Bürgerhaus Bischofsheim am Samstag
einstimmig angenommen. |
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CDU
Maintal

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Auch
die CDU ist nun thematisch gut gerüstet
So
langsam schließt sich der Kreis der Informationen um die Wahlprogramme
der Parteien für die nächste Amtszeit des Maintaler Parlaments. Mit
einer sehr ansprechenden Homepage ist die CDU Maintal wieder für die
interessierten Internet-Surfer präsent. Es ist zu hoffen, dass nach der
Kommunalwahl die Homepage nicht wieder statisch wird und eine allzeit
aktuelle Information möglich ist. Sogar diese Pressemitteilung war
bereits im Internet, ehe sie von der Presse veröffentlicht werden konnte
- ein absolutes PLUS.
Wenn
in einigen Tagen das Wahlprogramm online einsehbar ist und hoffentlich
auch während der nächsten Legislaturperiode verfügbar bleibt, dann ist
für die Wähler ein gutes Instrument greifbar, um die jeweiligen
Entscheidungen der CDU-Fraktion programmatisch nachvollziehen zu können.
Das gilt übrigens für alle Parteien, denn zahlreiche Entscheidungen der
letzten Jahre wurden doch recht situationsgerecht entschieden und hatten
mit Wahlaussagen nur wenig zu tun.
Es
ist schön, dass sich die CDU auf einigen Feldern festlegt, auf denen ich
persönlich keine Festlegungen vermutet hätte. Allerdings sind in der
Pressemitteilung diese Punkte nur angerissen und man muss im Wahlprogramm
nachvollziehen, wie viel dehnbare Masse in den Formulierungen steckt. Die
Entstehung des Wahlprogramms lief sehr mitgliederbezogen ab und scheint
eine ganze Reihe von Handschriften zu tragen, wobei auch der Nachwuchs
sich Gehör verschaffte.
Die
Schlacht um die Wählergunst hat begonnen und man wird sehen, wie sich die
Stimmungen im Wahlvolk entwickeln. Maintal kann sich auf kernige Events
einstellen, bei denen die Diskussionen an den Ständen und bei
Veranstaltungen sehr anregend und konstruktiv verlaufen könnten. Wichtig
ist und bleibt, dass es die Wähler überhaupt interessiert. Hier müssen
alle in gleicher Weise für positive Stimmungen sorgen.
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CDU
beschließt Wahlprogramm
Über
ein umfangreiches Programm mit Aussagen zur Kommunalwahl am 26.
März 2006 hatten Maintals CDU-Mitglieder zu entscheiden. In einer
gut besuchten Versammlung am 19.1.06 in der Gaststätte Strohl in
Hochstadt wurde das vom Vorstand vorgelegte Papier mit wenigen
Änderungen einstimmig verabschiedet. Wie
CDU-Stadtverbandsvorsitzende Angelika Feuerbach
erläuterte, waren die einzelnen Themen in Arbeitsgruppen diskutiert
und formuliert worden .Auch alle neuen Kandidaten für ein Mandat in
der Stadtverordnetenversammlung seien an den Vorbereitungen
beteiligt gewesen. In einer Grundsatzerklärung wird festgestellt,
daß man gemeinsam mit Bürgermeister Erhard Rohrbach
und Erstem Stadtrat Erik Schächer den Weg zu einer
kinder- und familienfreundlichen Stadt weitergehen werde. Die Stadt
solle als lebens- und liebenswerter Wohnort attraktiv bleiben. Die
Finanzen will man konsolidieren und sieht in guten Rahmenbedingungen
für den Mittelstand eine Möglichkeit, Arbeitsplätze in der Stadt
zu erhalten und neue zu schaffen.
Das
Wahlprogramm ist in einzelne Unterabschnitte gegliedert, in denen
die Pläne der Christdemokraten für die kommende Legislaturperiode
erläutert sind.
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Im
Abschnitt Familie und Soziales wird u.a. die
frühestmögliche Förderung von Kinder mit „Deutsch-Schwächen“
in Aussicht gestellt.
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Für
die Senioren soll die Stadt Maintal ein Grundstück für
den Bau der dritten Seniorenwohnanlage (Kleeblatt) zur
Verfügung stellen.
-
Unter
dem Stichwort Sicherheit wird die Forderung nach dem Freiwilligen
Polizeidienst wieder aufgegriffen.
-
Zum
Thema Stadtentwicklung wurde festgelegt, daß für junge
Familien Grundstücke zur Wohnbebauung für Einfamilien-,
Reihen- und Doppelhäuser ausgewiesen werden sollen.
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Eine
Sportstätte für ganz Maintal, insbesondere auch für
Leichtathleten, soll in der Grünen Mitte entstehen.
-
Die
Straßen sollen Zug um Zug neu gestaltet werden. Eine
Entlastung vom Schwerverkehr für Bischofsheim wollen die
Christdemokraten durch die Verlängerung der Gutenbergstraße
zum Roten Graben.
-
Klare
Vorgaben werden auch für das Gelände des ehemaligen
Bischofsheimer Rathauses gegeben.
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Das
Programm der sozialen Stadterneuerung in Bischofsheim und
Dörnigheim soll fortgeführt werden.
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Erhalten
werden sollen alle Friedhöfe, dabei sei eine
Differenzierung in der Belegung denkbar.
-
Deutliche
Aussagen werden zur Wirtschaftsförderung getroffen.
Einzelhandel in Gewerbegebieten soll es auch in Zukunft nicht
geben. Keine Erhöhung ist für die Gewerbesteuer geplant, bei
Bedarf will man sogar durch eine Senkung im Wettbewerb der
Nachbarstädte mithalten.
-
Für
die Standorte von Mobilfunkanlagen wird vom Gesetzgeber
mehr Einfluß der Kommunen gefordert.
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Im
Bereich Bildung werden die Bibliotheken in allen vier
Stadtteilen für unverzichtbar gehalten.
-
Unter
den entsprechenden Rahmenbedingungen soll gemeinsam mit Hanau
die Schulträgerschaft übernommen werden.
-
Ein
Verband zur Mitfinanzierung der Frankfurter Kulturausgaben
wird abgelehnt.
-
Ein
hoher Stellenwert wird den Vereinen eingeräumt und eine
Kürzung bei deren finanzieller Unterstützung
ausgeschlossen.
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Für
die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger soll wieder ein ärztlicher
Bereitschaftsdienst in Maintal eingerichtet werden.
-
Zur
Konsolidierung der Finanzen sollen alle Ausgaben
überprüft werden.
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Die
Stelle des zweiten hauptamtlichen Stadtrats soll nicht
wiederbesetzt werden.
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Mit
Ausnahme von Kindertagesstätten und Friedhöfen werden Gebühren
kostendeckend erhoben. Straßenreinigungs- und
Anliegergebühren in Wohngebieten soll es nicht geben.
„Unser
ausführliches Wahlprogramm wird in Kürze auf unserer Homepage
unter www.cdu-maintal.de
zu lesen sein“, kündigen die Christdemokraten an.
Man
werde sowohl das umfassende Programm als auch kurze
Zusammenfassungen an Infoständen an die Bürger verteilen.
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wem
die Stunde schlägt...
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Wer
in die Mühlen der Ämter kommt, ist verloren
Nun
ist es soweit: Die Kleingärten gegenüber dem Doorm-Hotel müssen
geräumt werden. Die Abrissverfügungen sind gültig, notfalls lässt der
Kreis räumen und stellt die Kosten in Rechnung. Dumm gelaufen? Für die
Gartenbesitzer sicherlich, für die Behörden nicht, denn dort handelt man
bewusst. Während der Kreis und Erich Pipa persönlich immer
wieder betonten, dass die Stadt Maintal zur Rettung der Gärten die
Bebauungspläne geringfügig ändern könne, im Rathaus aber auf taube
Ohren stößt, ist der Kreis gezwungen "durchzuziehen", wie man
so schön sagt.
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Nach
Recht und Gesetz bzw. gültiger Bebauungsplanung sind die Gärten
illegal errichtet und es langt die bloße Anzeige an die
Baubehörde, um die Sache ins Rollen zu bringen. Dabei scheinen
keine einheitlichen Vorgehensweisen zu existieren. Im Grünbereich
der Stadt befinden sich eine ganze Reihe verrücktester
Schwarzbauten, die völlig unbehelligt bleiben und an anderen
Stellen schlägt man einfach zu. Wer auch immer diese Anzeigen
auslöste, die einschlägigen Behörden des Kreises waren es nach
deren Aussage nicht. Wohl aber wurden die Behörden im Sinne der
Gleichbehandlung im gesamten Bereich angezeigter Objekte tätig und
lösten somit eine ganze Reihe von Maßnahmen aus. Und wer in die
Mühlen der Ämter gerät, ist meistens verloren.
Was
treibt aber eine Stadtverwaltung bzw. den zuständigen Dezernenten
um, einen entsprechenden Änderungsantrag partout nicht im Parlament
einzubringen, wenn schon der klare Hinweis vorliegt, wie das Problem
zu lösen sei?
Hier
liegt meiner Meinung nach Herbert Hept völlig
richtig, wenn er geltend macht, dass in Maintal mit zweierlei Maß
gemessen wird. Beispiele gibt es genug - sogar über die von Herbert
Hept erwähnten Beispiele hinaus. Es wird interessant sein,
wie sich die Stadtverordneten dazu stellen werden. |
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Herbert
Hept vom DGB Maintal zur Abrissverfügung der Kleingärten
gegenüber vom Doorm-Hotel
"Die
Kleinen henkt man, die Großen lässt man laufen"
Für
den Erhalt der Kleingärten gegenüber dem Doorm - Hotel
hat
sich ein weiteres Mal der DGB Maintal ausgesprochen.
"Der
Bauaufsicht des Main - Kinzig - Kreises und dem Magistrat der Stadt
Maintal scheint es nun ernst zu sein, dass die schönen Kleingärten
gegenüber dem Doorm-Hotel bis spätestens März verschwinden.
Ansonsten will man sie selbst abreißen lassen und die Kosten dafür
den Eigentümern in Rechnung stellen", so der DGB Maintal in
einer Pressemitteilung. Für Maintals Gewerkschafter kann dieses
Vorhaben nicht hingenommen werden.
"Anscheinend
will man von offizieller Seite nur sein Mütchen kühlen, um von
eigenem Fehlverhalten abzulenken", stellt der DGB Maintal fest
und verweist dabei auf solche "Glanzleistungen'"wie das
Bauvorhaben des Herrn Thurau, die Mainpromenade, auf die Planung
immer neuer Wohngebiete, die massig Geld verschlingen und nicht
zuletzt auf den Grundstücksdeal für die Firma Höhl.
"Es
ist uns absolut unverständlich, dass diese schon seit langer Zeit
bestehenden Anlagen im Dörnigheimer Westend, die sich harmonisch in
die Landschaft einfügen, nun dem Abriss zum Opfer fallen sollen".
Dass sich die Bauaufsicht des Main - Kinzig - Kreises und der
Magistrat der Stadt Maintal vollkommen uneinsichtig geben, ist für
den DGB Maintal ein weiterer Beleg dafür, dass in unserer Stadt mit
zweierlei Maß gemessen wird. Natürlich läuft die geplante Aktion
streng nach gültigem Recht. Doch auch Bebauungspläne kann man
ändern, wenn man guten Willens ist. Da sich die Bauaufsicht und der
Magistrat noch nicht einmal zur Duldung des derzeitigen Zustandes
bereit finden, kann dieses Verhalten nach Ansicht des DGB Maintal
nicht nur mit fehlender Einsicht, sondern zusätzlich nur mit
halsstarriger Sturköpfigkeit erklärt werden.
Direkt
neben dem Gelände befindet sich eine Gasverteilerstation, die für
das Landschaftsbild störend ist, ganz im Gegensatz zu den liebevoll
errichteten Kleingärten. Die Gasverteilerstation ist laut
Bauaufsicht als ein 'privilegiertes Vorhaben' zulässig. Das
ebenfalls dort befindliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurde laut
Magistrat schon 1959 genehmigt. Dass es zwischenzeitlich nicht
unerheblich erweitert wurde, stört den Kreis und den Magistrat
offensichtlich überhaupt nicht. Diese Beispiele zeigen aber auch
auf, dass Ausnahmen vom derzeit gültigen Bebauungsplan möglich
sind.
Bei
den Kleingärten soll nach Ansicht des DGB Maintal jetzt ein Exempel
statuiert werden, das allerdings nicht nachvollziehbar ist. Andere
Verstöße gegen Bebauungspläne, wie Grenzüberschreitungen,
ungesetzliche Aufstockungen und anderes mehr, wurden vom Main -
Kinzig - Kreis und vom Magistrat des Öfteren nicht nur geduldet,
sondern beispielsweise durch Ausnahmegenehmigungen und
nachträglichen Änderungen der Bebauungspläne aktiv unterstützt,
egal ob mit oder ohne 'Bauchschmerzen' des Stadtparlaments, wie dies
bei der Zustimmung zur Umwandlung der im Besitz der Firma Höhl
befindenden Grundstücke in Bauland der Fall war. Dort wird ein
Millionengeschäft auf den Weg gebracht, das einzig und allein der
Kapitalseite nützt, während die Mehrzahl der Arbeitnehmer ihren
derzeitigen Arbeitsplatz verliert. Selbst ökologisch wertvolle
Streuobstwiesen sind dabei mit in die Planungen einbezogen. So
braucht sich unsere Stadtverwaltung nicht wundern, wenn in Maintal
ein altes Sprichwort die Runde macht: "Die Kleinen hängt man,
die Großen lässt man laufen". Schlimmer noch, man schmeißt
den letzteren noch Geld hinterher.
Der
DGB Maintal fordert alle Stadtverordneten auf, sich ebenfalls für
den Erhalt der Kleingärten einzusetzen.
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BHM
Bürgerhilfe
Maintal
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Bürgerhilfe
muss neuen Vorstand wählen
Am
morgigen Dienstag ab 19 Uhr werden bei der Bürgerhilfe - dem inzwischen
größten Verein in Maintal - die Weichen für die nächsten Jahre
gestellt. Anlässlich der Jahreshauptversammlung wird der neue Vorstand
gewählt. Zuvor gilt es jedoch, das zurückliegende Jahr aufzuarbeiten,
das von der sogenannten "Spendenbär- Affäre" überschattet
war, die der Vorsitzende Karl-Heinz Oehme persönlich losgetreten
hatte, nachdem er im Vorstandskreis mit seiner Kritik an einer Kaffeekasse
keine Mehrheit fand. Wochenlang wurde die überaus wohltätige
Bürgerhilfe sehr negativ durch die Presse gezogen, weil Heinz Oehme
einfach keine Ruhe geben konnte. Letztendlich verweigerte sich auch die
Presse, diesem Machtspiel innerhalb der Bürgerhilfe Vorschub zu leisten,
worauf Ruhe einkehrte.
Mit
dieser Ruhe könnte es morgen wieder vorbei sein. Karl-Heinz Oehme
verstärkte nach seinem Rücktritt als Vorsitzender seine Aktivitäten bei
der Nahrungsquelle, die er auch regelmäßig mit für ihn günstigen
Berichten in den Schlagzeilen hielt.
Den übrigen Aktivitäten der Bürgerhilfe galt dagegen eine
vergleichsweise eher untergeordnete
öffentliche Darstellung. Lediglich die Bekleidungsaktion, die nun neu
hinzugekommen ist, fand entsprechende Erwähnung. Es ist denkbar, dass Karl-Heinz
Oehme das Schiff mit seiner Hausmacht bei der Nahrungsquelle wieder übernehmen und vorher eine entsprechende
Abrechnung vornehmen will. Allzu tief dürfte der Stachel noch sitzen, den
er sich selbst zuzuschreiben hat. Dabei dürfen sich eine ganze Reihe von
Mitgliedern, die damals für ihn bei der Presse vorstellig wurden, um ihn
scharen. Menschen, die sich schon lange in Vereinen engagieren, kennen
diese Szenarien.
Es
wird erwartet, dass der derzeitige Zweite Vorsitzende das freie Amt des Ersten
Vorsitzenden übernimmt und sich dahinter eine homogene Mannschaft findet, die in
Zukunft in der Lage ist, in den eigenen Reihen strittige Themen mit
Teamgeist zu regeln. Das soll auf keinen Fall die großen Verdienste von Karl-Heinz
Oehme schmälern, der auf seinem Gebiet bahnberechendes leistet.
Das Arbeiten im Team ist aber eine Sache, die unglaublich viel Toleranz -
aber auch Akzeptanz verlangt. Hierfür ist bekanntlich in jedem Verein
naturgemäß die personelle Auswahl unter den Leistungsträgern eingeschränkt.
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22.
Januar 2006


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Die
FDP ist programmatisch auf dem Weg
Man
soll es nicht glauben - die Freien Demokraten geben sich kommunal
wesentlich bürgerfreundlicher als man das nach dem Bundestagswahlkampf
erwartet hatte. In ihrer Pressemitteilung beschreiben sie eine Politik,
für die sich eigentlich leicht Partner im gesamten Parteienspektrum
finden lassen - wenn es so gemeint ist, wie man es liest. Wer der Sache
auf den Grund gehen will, sollte unbedingt das Wahlprogramm studieren -
wie übrigens auch das der anderen Parteien, denn man kann sie dann
leichter an ihren Taten messen. Im Laufe der nächsten Wochen wird sicher
wieder eine Gegenüberstellung der Programme stattfinden, bei denen sich
dann bei vielen Wählern die Aha-Effekte einstellen werden.
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Verantwortung
+ Eigeninitiative = Zukunft
FDP-
Maintal beschließt Kommunalwahlprogramm
Verantwortung
und Eigeninitiative sind die Leitmotive des von den Liberalen am
vergangenen Wochenende beschlossenen Wahlprogramms.
Um
der Verantwortung für die künftigen Generationen gerecht zu werden
und diesen Handlungsspielräume zu erhalten, ist die Konsolidierung
des Haushaltes eine der Hauptaufgaben der nächsten Jahre.
Hier wollen die Liberalen nach Aussage ihres Vorsitzenden Frederik
Schäfer mit neuen Ideen frischen
Wind in die völlig verkrusteten Diskussionen bringen.
Dazu
zählen:
-
Neustrukturierung
der Bewirtschaftung der Bürgerhäuser in Anlehnung an das
Modell Großkrotzenburg.
-
Entwicklung
eines neuen öffentlich - privaten Betreibermodells für das
Schwimmbad
-
Zentralisierung
von Stadtläden und Büchereien.
Neben
der Forderung nach
Strukturreformen wird auch aufgezeigt, welche Chancen
Maintals in Zukunft genutzt werden können. "Der
Flughafenausbau bedeutet eine Chance für Maintaler Arbeitplätze am
Flughafen und in durch die Flughafennähe angezogenen Unternehmen zu
finden. Auch die Europäische Zentralbank im Frankfurter Osten muss
unbedingt im Sinne Maintals genutzt werden", fordert Frederik
Schäfer. Den Bedürfnissen der sich auch in Maintal
ändernden demografischen Bevölkerungsstruktur muss durch die
Förderung neuer Formen
altengerechten Wohnens, z.B. im Zusammenhang mit der
Entwicklung des Geländes des ehemaligen Rathauses in Bischofsheim
Rechnung getragen werden.
Ein
weiteres Hauptaugenmerk der Liberalen gilt dem Ziel, Politik
nicht für sondern mit den Bürgern zu gestalten. Eckpunkte
dazu sind:
-
Förderung
von projektbezogenen Arbeiten der Bürger
-
Schaffung
von für die Bürger günstigen Verfahrensmöglichkeiten der
Beteiligung an zügigen Entscheidungsprozessen
-
Aufbau
einer Agentur für bürgerschaftliches Engagement .
In
dem Programm werden weitere konkrete Vorschläge unterbreitet, wie
Maintal heute und in Zukunft lebenswert gestaltet werden kann.
"Nachdem
wir im Dezember unsere Liste aufgestellt haben, sind wir nun nicht
nur personell, sondern auch inhaltlich bestens gerüstet. Ich würde
mich freuen, wenn möglichst viele Bürger unser Programm studieren
und unsere Kandidaten kennen lernen", erklärt Frederik
Schäfer abschließend. Umgesetzt werden soll das Programm in
Zusammenarbeit mit einem handlungsfähigen Koalitionspartner, wobei
zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Koalitionsaussage getroffen wurde.
Das Programm ist im Internet unter www.fdp-maintal.de
abrufbar. Allen Bürgern, denen kein Internet Anschluss zur
Verfügung steht, wird das Programm gerne per Post zugesendet.
Angefordert
werden kann es telefonisch unter 06181/4240040.
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Botschaft
angekommen und auf Distanz gegangen
Die
Antwort auf den mahnenden Leserbrief des Seniorchefs der Metzgerei Neupert
ließ natürlich nicht lange auf sich warten und es sind noch einige
Reaktionen zu erwarten. Danach wird es sich herausstellen, ob es eine gute
Idee war, sich derart zu engagieren. Auch im Leserbrief von Hans-Peter
Kruckenberg, der zu der Klägergemeinschaft gehört, die sehr
eingehende Erfahrungen mit dem von Herrn Michaelis eingeforderten "Respekt,
Ehrlichkeit, Vertrauen und gutem Wollen" gesammelt hat,
schreibt mit Respekt über den Gesundungsweg der Metzgerei Neupert, die unverschuldet
in Absatzschwierigkeiten kam und diese zusammen mit der Belegschaft
und eigenem Zutun der Firmeninhaber meisterte. Es schwingt - wie übrigens
bei vielen Befragten auch - die Befürchtung mit, dass er sich selbst mit
seiner ehrenwerten Schützenhilfe keinen guten Gefallen erwies. Die
Botschaft von Herrn Michaelis ist bei vielen Menschen angekommen - viele
von ihnen sind aber thematisch auf Distanz gegangen. Vielleicht liegt es
ja an Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen
und gutem Wollen, was bisher von Seiten der Keltereichefin nicht spürbar
war.
| LESERBRIEF
zum LESERBRIEF von Herrn Michaelis zur Situation um die Landkelterei
HÖHL |
|
Zum
Thema: Schützenhilfe von Reiner Michaelis in Sachen Höhl
Sehr
geehrter Herr Michaelis,
mit
Interesse las ich Ihre Ausführungen zum Thema Höhl und die
schmeichelnden Worte zum Wohle Ihrer Cousine, die da lauten:
"Lassen Sie uns in Sachen Höhl eine Koalition bilden, die von
Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen und gutem Wollen getragen wird"
Sicherlich
haben Sie in vielen Dingen Recht, was Ihre eigenen Probleme
betrafen. Sie analysierten die Situation und fanden tragbare
Lösungen in Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern. Das ist
lobenswert, denn die getroffenen unternehmerischen Entscheidungen
waren situationsbedingt richtig und fruchteten.
Die
Krux in Ihren Ausführungen liegt aber in der Wahrnehmung der
Handlungsweise Ihrer geschätzten Cousine. Sie ist meines Erachtens
gar nicht in der Lage, die von Ihnen geforderte Koalition
einzugehen, in der Vergangenheit nicht und zukünftig wohl auch
nicht.
-
Wo
war die geforderte Koalition von Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen
und gutem Wollen, als sich die geschundenen Anwohner 10 Jahre
lang mit dem Gestank der Kläranlage herumschlagen mussten und
seitens Höhl erst auf gerichtlichem Wege Etwas begann zu
rühren?
-
Wo
war diese Koalition, als es um die Inwertsetzung des
Grundstückes ging und die Entscheidungsträger um Informationen
betteln mussten, um den tatsächlichen wirtschaftlichen Status
der Firma Höhl zu erkennen?
-
Wo
war bzw. ist diese Koalition, als es um die Mitarbeiter ging
bzw. geht?
Lieber
Herr Michaelis,
Ihre
Schützenhilfe in Ehren, aber zu solch einer Koalition gehören
immer mindestens ZWEI….., die diese auch eingehen wollen!
Bei
Ihrer geschätzten Cousine sind diesbezüglich erhebliche Zweifel
angebracht.
Hat
Sie bis zum heutigen Tag irgendetwas zustande gebracht, wofür man
Ihr Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen und gutes Wollen entgegen
bringen könnte?
Dipl.-Ing
Hans-Peter Kruckenberg
Vogelsbergstrasse
7a
63477
Maintal
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Ideen
muss
man
haben!
|
Man
muss ihn einfach ernst nehmen
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Ein
Tausendsassa - dieser Franz Dörner!
Endlich
mal ein Bürger, der konstruktive Ideen hat und sie auch noch
mitteilt. Andere haben sicher auch solche Ideen, halten sie aber
zurück - wer weiß warum?
Natürlich
wurde mit dem Leserbrief, der im Maintal TAGESANZEIGER
erschien, das kleine Bildchen nicht abgedruckt, das Loriot einst
zeichnete. Der Text ist auch ohne Bild eindrucksvoll genug, um
diesen Scherz tragen zu können. Auch Loriot wird mir verzeihen.
Man
stelle sich alleine mal vor, wie in Selbsthilfe Bahn- steigpodeste
während des laufenden Zugverkehrs gemauert und verputzt werden, um
die Idee umzusetzen!
Ich
will ja diesen genialen Lösungsweg nicht vertiefen, aber wenn man
einen Augenblick drüber nachdenkt, wird der Bockmist
offensichtlich, der hier verzapft wurde. Für den Fall, dass später
dann eine richtige Lösung gefunden würde, hat Herr Dörner
natürlich sogar schon die Lösung für den entstehenden Bauschutt
parat.
Dennoch
- im Hinblick auf die bevorstehende Karnevalszeit bietet der Stoff
genügend Ansatzpunkte für Scherze aller Art, mit der man
Bürgerengagement vergackeiern könnte. Warum sollte man aber die
guten Ideen, die viele unserer Bürger haben und auch umsetzen,
wegen solcher Windeier diskreditieren?
Franz
Dörner fällt immer mal wieder durch grandiose Ideen auf,
aber - der gute Wille zählt und die Idee ist an anderer Stelle
vielleicht einsetzbar - womöglich an Steigungsstrecken? |

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Die
Wochenend-
Glosse
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Am Wasserhäusi
an de Eck
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Wasserhäuschen
oder Trinkhallen sind beliebte Orte der Kommunikation. Hier gibt es Stammgäste
und normale Kunden, die sich bei einem Bier und/oder einem Schnaps über
allerlei aktuelle Themen unterhalten. Es sind zwar nicht die
fundamentiertesten Argumente, die hier ausgetauscht werden, aber sie
kommen oft der Wahrheit sehr nahe, die allerdings in Wirklichkeit kein
normaler Bürger definitiv kennt. Trotzdem lohnt es sich manchmal, hinzuhören,
was so die politische Überzeugungen prägt. Schließlich gehen gerade die
dort anzutreffenden Zeitgenossen zu einem sehr hohen Prozentsatz wählen,
wenn sie nicht sogar Parteimitglieder sind, die gelegentlich mit ihrem
Wissen prahlen können. |
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Kerle,
was hawwe sich die Dokter da nur widder oifalle losse !?
Am
hellichte Mittwoch mache die die Praxisse zou...
Ach
Gott naaa... - du bist ja Kassepatzient... - mit euch mache ses halt
!
Warum?
- Du bist doch aach nur bei de Post... bist du privat?
Nadierlich
! Ich geh hii, wammer´s basst und komm draa, wann ich will !!
In
de Abodeek beim
Worret hawwe se die Dier so oigestellt,
dass
se von selberster uffgeht, wenn ich komm...
Geh
fort ! Bei mir geht die aach automatisch uff - un ich bin bei de AOK
!
Dass
mer awwer sein warme Urin am Mittwoch net abgewwe konnt´,
wo
die Privatpatziente drin worn, war schon ganz schee hart!
Gell,
da biste der vorkomme, wie e aarm Sau !?
Da
wärst´de besser zum Tierarzt ´gange, da wärst´de gleich
draakomme...
Was
is dann jezz eraus komme bei dem Streik ?
Ei
- garnix is eraus komme - die hatte in Berlin ja aach noch garnix
beschlosse !
Des
war doch nur profilaktisch... wie bei de gelwe Tablette un de weiß
Salb...
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21.
Januar 2006
|
Alles
hat immer zwei Seiten
Die
Proteste der Ärzte sind in der Tat vielschichtiger Natur, beschäftigen
sich jedoch stärker mit der eigenen Person als mit der ihrer Patienten.
Die Patienten haben es auszubaden, dass die großen Ecksäulen
bundesdeutscher Medizin unbeschadet stehen bleiben können. Es sind die
überholten Chefarzt-Systeme in den Kliniken, die exorbitante
Verdienstmöglichkeiten nach einer Ausbildung oft auf Staatskosten und unter
Benutzung von Einrichtungen eröffnen, die die Allgemeinheit finanziert
und dann natürlich die Pharmaindustrie, deren Produkt- und Preisgestaltung
einfach nicht beizukommen
ist. Schon diese beiden Kostenfaktoren plündern die Sozialkassen gewaltig
aus, so dass die
vielen zig-tausend Menschen im Gesundheitssystem mit großen Einsparungen
kämpfen und unter unakzeptablen Bedingungen arbeiten müssen. Natürlich
sind hiervon auch die Hausärzte betroffen, weil immer neu Methoden
ausprobiert werden, um die Kosten zu dämpfen, denn sie sind es, die einen
großen Teil der Medikamente verschreiben. In Zeiten, als noch jedes von
der Pharmaindustrie angepriesene Mittel verabreicht wurde, obwohl es
weitaus günstigere Mittel mit gleichem Wirkstoff gab, scherten sich die
Ärzte nicht um die entstehenden Kosten. Heute sollen sie mit "mehr
Bürokratie", wie sie es nennen, ihre Behandlung darlegen und ihre
Verschreibungen und Überweisungen an Fachärzte begründen. Für die
Kassen ist das ein Teil der bezahlten Leistungserfüllung.
Das
Kernproblem ist allerdings unternehmerischer Natur. Wie die FAZ gestern
berichtete, ist die Anzahl der Praxen innerhalb von 12 Jahren um 28%
gestiegen bei gleichzeitig fallender Einwohnerzahl. Wie gestern bereits
erwähnt, führt die repressive Personalführung in Unternehmen mit ihrem
permanenten Existenzdruck zum niedrigsten Krankenstand der letzten 15
Jahre. Den verbleibenden Kuchen müssen sich immer mehr Ärzte teilen.
Naturgemäß haben Ärzte mit einem sehr guten Ruf mehr Patienten zu
betreuen als die weniger Qualifizierten, werden jedoch von den Kassen
über einen Kamm geschoren. Die Ärzteschaft muss erst einmal selbst
unternehmerisch gesunden, ehe sie für die Kranken auf die Straße gehen.
Die einen nennen das Mittel "Qualitätszirkel" und die anderen
"natürliche Auslese". Wenn dabei Praxen schließen müssen,
dann folgt das lediglich den Gesetzen der Marktwirtschaft. Wenn sich junge
Menschen in Deutschland auf unsere Kosten ausbilden lassen, um dann wegen
der Unbillen des Gesundheitssystems ins Ausland zu gehen, haben sie sich
für den vermeintlich einfacheren Weg entschieden und folgen lediglich dem
Zeitgeist. Die Ärzte müssen ihre Interessen überdenken und sich wohl
oder übel von ihren früheren Gewohnheiten verabschieden. Das heißt
allerdings nicht, dass die Verantwortlichen in Berlin ihre Hausaufgaben
richtig gemacht haben. Ihre Leistung zeigt die gleichen Mängel, wie die
derjenigen, die jetzt teilweise auf die Straße gehen.
|
Auszug
aus einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom
19.01.2006 zum Streik der Ärzte:
...Andererseits
ist die Zahl der niedergelassenen Ärzte kontinuierlich gestiegen. 2004
waren es in den Praxen 28 Prozent mehr als zwölf Jahre zuvor.
Bei gedeckeltem
Honorarvolumen bedeutet das zwangsläufig sinkende Einnahmen je Arzt.
In kaum einem Land kümmern
sich so viele Ärzte um so wenige Patienten. Kommen in
Deutschland 247 Einwohner auf einen Arzt, sind es in Großbritannien
mehr als doppelt so viele. Auch dort sterben die Menschen nicht
früher. Doch müssen sie länger auf die Behandlung ihrer Leiden
warten, müssen sich mehr und länger quälen - sofern sie nicht
privat versichert sind.
Damit
lautet die entscheidende Frage nicht, wie viele Arztsitze die
Kassenärztlichen Vereinigungen künftig noch zuteilen oder nicht,
sondern, wie viele Mediziner sich eine auf Gesundheit erpichte
Gesellschaft leisten möchte, welches Versorgungsniveau sie noch
akzeptiert. Der Feldversuch dazu hat bereits begonnen. Die Zeiten,
als die Finanzierung der Gesundheitsleistungen aus dem
Wirtschaftswachstum eben mal so bezahlt wurde, sind längst vorbei.
Ärztepräsident Hoppe mag sieben Milliarden Euro für die
Kassenärzte fordern, bekommen wird er sie nicht.
Deshalb
wäre viel geholfen, wenn die Ärzteproteste die Debatte um
notwendige Veränderungen für eine Verbesserung des
Gesundheitssystems beschleunigen würden. Das
bestehende System fördert das Mittelmaß, es entlohnt schlechte
Ärzte so gut wie engagierte Mediziner. Es fördert die
Bürokratie und schreckt junge Leistungsträger ab. Die gehen in die
Industrie oder ins Ausland, mit geregelter Arbeitszeit und besserem
Einkommen. Die Alternative wäre ein Gesundheitssystem, das einen
niedrigeren, aber verbindlichen Mindeststandard für die Versorgung
setzt, das Wettbewerb bei Leistung und Preisen nicht verhindert,
sondern anspornt, das Patienten und Ärzten die Freiheit der Wahl
von Versorgungsstufen läßt und sie nicht in die Falle einer
systemimmanenten Rationierung tappen läßt. Letztlich
bekommt jede Gesellschaft die medizinische Versorgung, die sie
verdient. Genau darauf weisen die Ärzte mit ihren Protesten
eindringlich hin.
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Die
Botschaft hör ich wohl...
Zunächst
muss ich erst einmal positiv bemerken, dass in der großen und
weitverzweigten Familie Höhl, die in mannigfaltiger Sicht sehr
erfolgreich ist und auch ebenso vielschichtige Interessen vertritt, ein
Familienmitglied stellvertretend für die Geschäftsleitung der Firma
Höhl das Wort ergreift. Direkt von Dr. Johanna Höhl, die
währenddessen thematisch durch die BILD-Zeitung geistert, sind diese
Worte in ihrer glamourösen Welt bisher nicht gefallen.
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BILD-Zeitung
vom 20.01.2006 |
Auch
in diesem Leserbrief ist wieder vom "Mühlstein der Zinslast am Hals
der Geschäfts- führerin" die Rede, ohne dass die wirklichen Gründe
der exorbitanten Schulden genannt werden. Die Schuld wird in die dahinter
liegende Generation verschoben, damit Glamour und Ansehen der Privatperson
Johanna Höhl nicht leiden. Das ist zwar verständlich, führt aber zu
einem bitteren Beigeschmack. Von "schlimmen Beschimpfungen" ist
die Rede und es bleibt offen, was damit gemeint sein könnte und von wem
diese ausgehen sollen. Bisher habe ich nur festgestellt, dass es harte
Kritik am Verhalten und Vorgehen gibt, das wohl seine Wurzeln in einem
speziellen Unternehmerverständnis hat. Auch ihr Umgang mit Medien
produziert immer wieder Artikel und Beiträge, die genau das
Gegenteil von dem ausdrücken, was Herr Michaelis in seinem Leserbrief
glaubhaft zu machen versucht.
Der
Appell von Herrn Michaelis ist begrüßenswert und die Stadtverordneten und
ihre Anführer haben ja bereits eine Koalition zugunsten der Firma Höhl
gebildet. So gesehen ist ja alles in Butter - wenn da nicht die Kritik
wäre, die sich gleichermaßen auf die Firmenleitung und die
Stadtverordneten verteilt. Diese ist natürlich in den Augen der
Betroffenen schädlich für die weitere segensreich geplante Entwicklung.
Herr
Michaelis stellt die Krise des eigenen Unternehmens, das mitarbeiterbezogen
die Größe der jetzigen Landkelterei Höhl hat, exemplarisch in den Raum
und lobt richtigerweise, wie der Weg aus der Krise bewerkstelligt werden
konnte. Meines Wissens nach gab es ja auch weit und breit keine
selbstverschuldeten Gründe, wie sie im anderen Fall vorliegen. Den
damaligen Grundstückskauf heute nicht mehr als das anzusehen, was er
damals war und dessen Früchte jetzt geerntet werden sollen, nimmt dem
Leserbrief einen großen Teil seiner Wirkung.
Noch
nie ist es im Familienverbund Höhl in einer einzigen Sache um so viel
Geld gegangen, wie bei der Inwertsetzung der Spekulationsflächen. Dass
sie das weiterhin sind, sieht man schon daran, dass das Gelände oberhalb
der Kelterei trotz großer Zinsbelastungen nicht abgestoßen wird. Der
Leserbrief wird dennoch seine Wirkung nicht verfehlen und es wird sicher
den einen oder anderen willfährigen Politiker geben, der sich ebenfalls
im Wahlkampf entsprechend positioniert.
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Bemerkenswerter
Leserbrief im Maintal TAGESANZEIGER |
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"Lassen
Sie uns in Sachen Höhl eine Koalition bilden,
die
von Respekt, Ehrlichkeit, Vertrauen und gutem Wollen getragen
wird"
Zu:
"WAM greift Höhl an", MT 13.1. und heutige Ausgabe(?)
Der
oben erneut abgedruckte Artikel erschien am 13. Januar im Maintal 'T'agesanzeiger
und hat mich veranlasst, den nachfolgenden Leserbrief zu verfassen.
Um es gleich vorab zu sagen, ich bin ein Cousin von Johanna
Höhl. Aufgrund dessen könnte mancher Leser vermuten, dass
mich eine gewisse Parteilichkeit dazu bewogen hat, meine Cousine vor
schlimmen Beschimpfungen
in Schutz zu nehmen. Ich habe mich jedoch bemüht, die Situation der
Firma Höhl und das Verhalten der Geschäftsleitung objektiv zu
sehen und zu bewerten.
So
muss ich Klaus Seibert im folgenden Punkt recht geben: Keinesfalls
hätte ich mein Unternehmen, wenn sich die Verhältnisse so
darstellen wie bei Höhl, als Plattform für eine Veranstaltung des
Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) zur
Verfügung gestellt. So eine Entscheidung kann nur irritieren und
zum Nachteil des Unternehmens kommentiert und interpretiert werden,
genauso ist es jetzt geschehen.
Vielmehr
müssen sich alle Aktivitäten nur auf das eine Ziel konzentrieren,
so eine traditionsreiche Firma, auf die in guten Jahren Maintal
stolz war, zu sanieren, aus den Schlagzeilen zu nehmen und so viele
Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Ich weiß, dass meine
Cousine Johanna Höhl hart daran arbeitet. Sie ist
eine Frau, die neben privaten Schicksalsschlägen nun auch die
Schattenseite eines vormals florierenden Familienunternehmens erlebt
und erleidet. Ihre nervliche Belastung ist kaum vorstellbar und ich
frage mich, wie lange sie das noch durchstehen kann. Es ist ihr
gegenüber nicht gerecht, sie allein für die jetzige Situation der
Firma verantwortlich zumachen und an den Pranger zu stellen.
Schließlich hängen auch unternehmerische Entscheidungen, die vor
ihrer Zeit getroffen wurden, wie ein Mühlstein (zum Beispiel
Zinslasten) an ihr und erschweren ihre Arbeit.
Aber
auch damals entstandene Probleme muss man im Geist der Zeit
sehen!
Der
Apfelweinmarkt boomte, es gab wirtschaftliche Zuversicht und man
glaubte, mit dem weiteren Grundstücksankauf zum Wohle der Firma zu
handeln. Sicher fehlten seinerzeit die Stimmen, die zur Vorsicht
mahnten. Gute Ratgeber für die Produktausrichtung (vermehrte
Hinwendung zu alkoholfreien Getränken) und ein straffes
Kostenmanagement hatte man auch nicht. Schließlich konnte es die
Generation vor Johanna Höhl auch nicht voraussehen,
dass sich der Apfelwein- konsum insgesamt fast halbieren Würde.
Nun
mache ich einen Schwenk zu unserer eigenen Firma, der Metzgerei
Neupert.
Da
weiß ich ganz genau, wovon ich rede, denn auch wir hatten große
Probleme zu bewältigen, die wie ein Fallbeil auf uns herabsausten.
Die dreimal seitens der Stadt Maintal wegen Umgestaltungsarbeiten
verfügte Totalsperrung der Kennedystraße (zuletzt 2003 für neun
Monate) brachte uns erhebliche Schwierigkeiten. Hinzu kamen die
BSE-Krise, die Sanierung der Karlstraße, wo sich unsere
Kundenparkplätze befinden, und umfangreiche betriebliche
Investitionen und Instandhaltungen, die unaufschiebbar waren und
deutlich im sechsstelligen Bereich lagen. Wir tragen für gut 30
Mitarbeiter Verantwortung. Wenn dann die Umsätze wegbrechen und die
Kosten nicht mehr im richtigen Verhältnis zum Umsatz stehen, kommt
man ganz schnell in eine bedrohliche Situation. Das
konnten wir nur gemeinsam mit unseren Mitarbeitern überstehen,
indem wir, die Inhaberfamilie, keine großen finanziellen Ansprüche
an die Firma stellten, alle zusammen hart und fleißig gearbeitet
haben und unsere Belegschaft die kritische Situation erkannte und
durch Zurückhaltung bei den Lohnforderungen ihren Bei- trag dazu
leistete. Dafür danke ich diesen vernünftigen Menschen, sie
haben sehr verantwortungsbewusst und solidarisch gehandelt.
Zwar
konnten wir bis zum heutigen Tag nie wieder die hohen Kundenzahlen
erreichen wie es vor der ersten Totalsperrung der Fall war, aber wir
haben niemanden entlassen und schauen nun wieder etwas
zuversichtlicher nach vorne. Die Spuren dieser Kraftanstrengung
kennzeichnen aber heute noch unsere Bilanz. So bitte ich darum, auch
meiner Cousine, Johanna Höhl, eine faire Chance
einzuräumen. Sie wird beweisen, dass ihr der Fortbestand des
Familienunternehmens und die Erhaltung vieler Arbeitsplätze das
Wichtigste ist.
Mein
Mitgefühl gilt jedem, der seinen Arbeitsplatz verliert, aber ich
bin überzeugt, sie wird sich dafür einsetzen, es durch Abfindungen
und Vermittlungen an andere Firmen so
sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Alles in allem
ist das der schwierigere Weg als einfach Insolvenz anzumelden.
Die
Entscheidung des Wählers hat unserem Vaterland eine große Koalition
verordnet, weil wahrscheinlich nur so die Probleme Deutschlands
angegangen werden können. Lassen Sie uns bitte auch in Sachen Höhl
eine Koalition bilden, die von Respekt,
Ehrlichkeit, Vertrauen und gutem Willen getragen wird.
Vielleicht entwickelt es sich wie bei einem Apfelbaum. Obwohl er
zurückgeschnitten wird, kann er inabsehbarer Zeit wieder schöne
Früchte tragen, die uns allen gefallen werden und Neueinstellungen
wären sogar wieder möglich.
Ich
respektiere Klaus Seibert, der die Dinge wahrscheinlich aus seiner
politischen Überzeugung heraus sieht. Gerne würde ich mich mit ihm
bei einer Rindswurst und einem Glas Apfelwein mal über die Probleme
eines Handwerkers oder Mittelständlers unterhalten. Dabei müsste
es uns gelingen, wieder eine gemeinsame Sprache und Verständnis
füreinander zu finden. Mit Sicherheit werden wir aus den
Vorstandsetagen der großen Konzerne und Banken keine Anleitung für
ein menschliches und gedeihliches Miteinander unserer Gemeinschaft
bekommen.
Reiner
Michaelis,
Seniorchef
der Metzgerei Neupert,
Kennedystraße
54,
Maintal-Dörnigheim
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Für

viel
Zeitung
und
jede
Menge
Spaß
|
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Die
Hochstädter Kreppelzeitung ist eine
Institution
Völlig
unbemerkt von der Öffentlichkeit nehmen die Redakteure der
Kreppelzeitung alljährlich im Spätsommer ihre Arbeit auf, um zur
Fastnachtszeit ihr vielseitiges Produkt "auf die Reihe" zu
bringen. Bis zum Redaktionsschluss halten sie Augen und Ohren offen,
um Begebenheiten oder Auffälligkeiten aufzuspüren um diese in fast
jeder erdenklichen Präsentationsart humoristisch-satirisch
aufzubereiten. Dabei sind sie oft keineswegs brav und
rücksichtsvoll, sondern führen eine spitze Feder.
So
eine Institution wie die Kreppelzeitung hat natürlich Tradition. So
erschien die erste noch handgeschriebene Kreppelzeitung im Jahr 1902
und entsprach von der Aufmachung her dem damaligen Zeitgeist.
 |
Der
Inhalt der Zeitung hat sich vom Wesen her seitdem nicht
verändert - wohl aber die äußere Erschei- nungsform. Damals
noch ein einfaches Faltblatt, heute eine Zeitung mit 32
Seiten, die professionell erstellt und auf der gleichen
Maschine wie große Tageszeitungen gedruckt wird.
In
diesem Jahr vollzog sich völlig unbemerkt die Übergabe der
Leitung in die Hände von Frank Walzer, der
bekanntermaßen vom Fach ist und uns Kreppel- Richter, wie
sich die Redakteure nennen, ganz schön auf Trab hält. Wenn
man sich das neben stehende Bild ansieht, so stellt man fest,
dass sich der Altersdurchschnitt enorm nach unten entwickelte,
was natürlich den Fortbestand der Zeitung auf viele Jahre
sichert.
Da
die Kreppelzeitung eine der tragenden Einnahmequellen des
Vereins darstellt, liegt in den Händen der jungen Leute eine
große Verantwortung. |
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Die
Einnahmen, die vorwiegend der Jugendarbeit zufließen, setzen
sich aus dem Preis von 1 Euro je Zeitung und den Erlösen aus
der Anzeigenwerbung zusammen, denen natürlich sehr hohe
Druckkosten gegenüber stehen. Dabei legt die Redaktion
großen Wert darauf, dass die Werbung zugunsten des Inhaltes
einen festen Rahmen einnimmt. Das ist auch der Grund, warum in
jedem Jahr nur wenige neue Inserenten die Möglichkeit haben,
für oft leichtfertig abgesprungene Inserenten einzuspringen.
Ihnen allen gilt natürlich der Dank des Vereins.
Bis
auf den politischen Teil, der auch die Gestaltung der
Titelseite bestimmt, sind die Beiträge im Kasten, weil der
für die Politik zuständige Kreppelrichter politisch so
aktuell wie möglich sein will. Die Politiker können sich
also noch einige Schnitzer leisten, um in die neue
Kreppelzeitung zu kommen. |
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Wie
sieht eigentlich ein Mietvertrag für
Mobilfunkantennen aus?
Gestern
kündigte ich an, meine Leser über den abgewiesenen Mietvertrag von Vodafone
zur Errichtung einer Antennenanlage aufzuklären. Ich beschränke mich
dabei auf das auszugsweise Zitieren des Textes und eigene Anmerkungen. Es
ist davon auszugehen, dass derartige Angebote vielen Hausverwaltungen
vorliegen, die treuhänderisch die Interessen von Eigentümern vertreten.
Es ist ihrem "Geschick" und ihrer "Überzeugungskraft"
zuzuschreiben, ob die Eigentümer sachlich richtig aufgeklärt werden und
es zum Abschluss kommt oder nicht. Es ist durchaus denkbar, dass hier beim
einen oder anderen Objekt auch Vermittlungsprovisionen fließen, wenn
dies auch nicht oder nur schwer nachgewiesen werden kann.
Zur
Klärung der Frage, wie das von Vodafone beauftragte Unternehmen an
die Daten und den Namen der betreffenden Hausverwaltung herankommt, gibt
es bisher nur Vermutungen. Ein Kontakt zu den Eigentümern oder Bewohnern
des Objekte Philipp-Weber-Straße 1+1a kann ausgeschlossen werden. Bekannt
sind diese Daten bei der Stadt Maintal und bei den Maintalwerken. Eine
entsprechende Anfrage im Fachbereich der Stadt Maintal ist bisher
unbeantwortet, weshalb der Kontakt nicht ausgeschlossen werden kann.
Weitere Rückfragen laufen, denn es kann nicht sein, dass egal welche
Stellen den Mobilfunkbetreibern zuarbeiten.
Anmerkung:
Die
Spekulationen sind inzwischen gegenstandslos, denn die Informationen
wurden ohne Argwohn doch aus dem Objekt heraus weitergegeben, weil der
Informant glaubte, es handele sich um eine amtliche Person.
Ein
aufrichtiges "Sorry" also an all die, die unberechtigterweise in
Verdacht gerieten!
Nun
aber zum Inhalt des Vertragsentwurfes, der natürlich nur eine
Verhandlungsbasis darstellt.
|
Zunächst
erfolgen Begriffsdefinitionen,
die den nachfolgenden Vertragstext verständlich machen sollen.
Dieser Abschnitt enthält aber auch konkrete Angaben über die zur
betreibenden Aggregate und Anlagenteile. So ist die Rede von
-
der
Versorgungseinheit bestehend aus Sende- und
Empfangseinrichtung, der Notromversorgung und dem Übergabepunkt
zur Einspeisung. Als maximale Größe der Einheit gelten 6,5m x
2,6 m x 3,0 m (LxBxH) für Container oder Verteilerschränke.
-
der
Antennenanlage bestehend aus kombinierten Stab- oder
Flächenantennen mit einem Durchmesser von bis zu 50 mm bzw.
max. 2,5 x 0,5 x 0,3 m (je Antenne) und Richtfunkantennen mit
Antennenvorverstärker - natürlich an den Antennenstandort
angepasst.
-
Antennenträger,
Zuwegung und Anschluss an das öffentliche
Versorgungsnetz
|
Festgelegt
ist nur die Ausgangsversion
siehe
spätere Anpassung an den "technischen Stand" und die
Erfordernisse! |
|
In
den Nutzungsbedingungen wird
auszugsweise festgeschrieben, dass
-
der
jederzeitige ungehinderte Zugang (24 Stunden, 7 Tage) ggf.
Schlüsseltresor gewährt werden muss,
-
die
Einverständniserklärung, dass Vodafone "die Funkstation
laufend dem jeweiligen Stand der Technik anpassen und
entsprechend ganz oder teilweise abändern darf.
|
Hier
ist der Passus für die Aufrüstung |
|
Zum
Thema Unterhaltung und Haftung
ist auszugsweise festgelegt, dass
-
Vodafone
die Funkanlage und die dazugehörigen Einrichtungen in
verkehrssicherem Zustand hält,
-
der
Eigentümer die Anlagenbereiche nur bei "Gefahr im
Verzug" betreten darf,
-
Vodafone
nur im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften haftet,
-
Vodafone
"den Eigentümer von allen gesetzlichen Ansprüchen Dritter
wegen Schäden frei stellt, die durch den Zustand oder den
Betrieb der Funkstation, der dazugehörigen Anlagen oder
Verbindungseinrichtungen verursacht worden sind", wobei
sich der Eigentümer verpflichten muss, "durch
frühestmögliche Steitverkündung die Wahrnehmung der
Vodafone-Interessen zu ermöglichen,
-
Vodafone
gewährleistet, dass es durch die Funkfelder zu keinerlei
Störungen bestehender technischer Anlagen
auf dem Gelände des Eigentümers kommt,
soweit sich diese im Gebäude befinden und unter Einhaltung
aller gesetzlichen und technischen Bestimmungen, Vorschriften
und Normen errichtet und betrieben wurden.
|
Der
Eigentümer hat Zutrittsverbot!
Die
gesetzlichen Vorschriften sind nicht benannt!
Eigener
Rechtsstreit ist eingeschränkt
Hier
wird die Beseitigung von Störungen nur auf die Anlagen des
Objekteigentümers begrenzt. Nachbarschaftsprobleme sind
ausgeklammert. |
|
Im
heikelsten Punkt der Haftung
heißt es im Originaltext:
-
VF
D2 gewährleistet, dass durch den Betrieb der Funkstation eine
Gesundheitsgefährdung für Personen nach
dem heutigen Stand von Forschung und Technik
ausgeschlossen ist, soweit sich die Personen außerhalb des in
der Standortbescheinigung der Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post ausgewiesenen Sicherheitsabstand
befinden.
-
Sollte
es sich wider Erwarten nach
neuen Erkenntnissen, die als gesicherter Stand der Technik
gelten, ergeben, dass durch die installierten Antennen
eine Gesundheitsgefährdung für Personen besteht,
wird VF D2 alle erforderlichen Schritte ergreifen, um eine
Gefährdung auszuschließen. Gelingt ihr das nicht, sind
beide Parteien unter
Ausschluss etwaiger durch die Kündigung begründeter Rechte
zur außerordentlichen Kündigung zum Monatsende berechtigt. Die
Kündigung bedarf der Schriftform.
|
Der
Passus ist absolut wachsweich und hält keinem Rechtsstreit stand.
Wenn
es zu gravierenden Schwierigkeiten und schadensersatzansprüchen
Dritter kommt, kann sich Vodafone mit der Kündigung aus der
Verantwortung stehlen und der Eigentümer bleibt auf dem Regressfall
sitzen. |
|
Zur
Miete sind Beträge für die
Zeit bis zur Errichtung der Antennenanlage und für die Zeit danach
festgehalten. Nach dem Baubeginn beträgt die Miete für das
angebotene Obbekt Philipp-Weber-Straße 1 jährlich 3.500 Euro
zuzüglich Mehrwertsteuer.
|
Ein
Passus der Mietpreisänderung bei Aufrüstung fehlt!
Hier
kann der Preis nie nach oben gehen, nur die Betriebskosten. |
|
Zum
Punkt Vertragsdauer ist
festgehalten, dass
-
der
Vertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen wird,
-
beide
Vertragsparteien den Vertrag mit einer Frist
von 12 Monaten zu jedem Monatsende kündigen kann -
jedoch erstmals zum
31.12.2026.
-
außerordentliche
Kündigungen zulässig sind, wenn sich herausstellt, dass das
Objekt für die Errichtung und den Betrieb ungeeignet, aus
technischen Gründen oder mit wirtschaftlichem Aufwand nicht
möglich ist, die behördlichen Genehmigungen nicht erteilt oder
mit Auflagen belegt werden, die zum unwirtschaftlichen Betrieb
führen. Das gleiche gilt, wenn behördliche Genehmigungen
aufgehoben werden, der Betrieb behördlich untersagt wird oder
Lizenzen oder Frequenznutzungsrechte erlöschen.
|
Vertrags-Mindestlaufzeit
20 Jahre!
Mietvertrag
wird bei Verkauf zur Fessel! |
|
Die
Beendigung des Vertrages
beinhaltet den kostenlosen Abbau der Einrichtungen.
Interessant
ist der Punkt "Beeinträchtigung der Sende- und
Empfangsmöglichkeiten". Hier heißt es im Originaltext:
-
Beabsichtigt
der Eigentümer oder eine Gesellschaft, an der er mit mehr als
der Hälfte des Stimmrechts beteiligt ist, an dem Gebäude oder
in einem Umkreis von 500 m um die Antennenanlage die
Durchführung einer baulichen Maßnahme, durch die die Sende-
und Empfangsmöglichkeiten der Funkstation eingeschränkt werden
können, so wird sich der Eigentümer vorab mit VF D2 abstimmen.
Für den Fall, dass der
Eigentümer ein Gebäude errichten will und sich hierdurch eine
Beeinträchtigung ergeben sollte, wird er auf Verlangen von VF
D2 die Installation der Funkstation in/auf dem von ihm neu
errichteten Gebäude zu den Bedingungen des Vertrages dulden.
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Dieser
Punkt knebelt den Eigentümer des Objektes - aber auch die
Behörden.
Im
Fall einer Großsiedlung (z-B. Geisheimer in der Berliner Straße)
könnte jede Art von Baugenehmigung zur Neuerrichtung von
Sendeanlagen führen. Das gleiche gilt für den Abbau bestehender
Anlagen
(z.B.
Schornstein des Heizkraftwerkes) |
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In
den Schlussbestimmungen muss
sich der Gebäudeeigentümer verpflichten, dass bei Veräußerung
der Mietvertrag vom Käufer übernommen wird. Außerdem benötigt
der Eigentümer dei Zustimmung von VF D2, wenn auf dem Grundstück
weitere Sendeanlagen von anderen Anbietern installiert werden
sollen.
In
den reinen Mietbedingungen ist dann noch festgehalten, wie groß die
Versorgungseinheiten tatsächlich sind und wie viel Raumbedarf
besteht, wenn kein Container gestellt werden kann.
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Der
Eigentümer muss fragen, Vodafone kann Dritten frei Mastkapazitäten
anbieten und nutzen (ohne Mietpreisänderung) |
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20.
Januar 2006
MOBIL-
FUNK
in
Wohngebieten
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Installation
eines Mobilfunksenders verhindert
Während
einer Eigentümerversammlung erhielten die Eigentümer des Objektes
Philipp-Weber-Straße 1+1a in Hochstadt Kenntnis vom Angebot eines
Mobilfunk- anbieters, der die Errichtung eines Senders auf ihrem Objekt
anbot und einen vorbereiteten Vertrag vorgelegt hatte. Geplant war der
Aufbau von 6 Sektor- und 3 Richtfunkantennen an einem Mast von 3-5 Metern.
Nach kurzer
heftiger Diskussion, in der auch die angebotene jährliche
Vergütung von 3.500 Euro eine Rolle spielte, setzte sich
erfreulicherweise die Sorge um die Gesundheit nicht nur der Hausbewohner
sondern auch der Bewohner der umliegenden Siedlungen durch und die
Ablehnung erfolgte einstimmig.
Möglicherweise
steht das Angebot im Zusammenhang mit der im Dezember demontierten
Sendeanlage der Raiffeisenbank in der Bischofsheimer Straße, für die ja
noch ein Ersatz gesucht wird. Der Anbieter Vodafone wurde über Sieber-Consulting
bei der Hausverwaltung des Objekts vorstellig und unterbreitete ein
Angebot, das der Eigentümergemeinschaft vorgelegt wurde. Unklar ist
allerdings, wie Sieber-Consulting an die Adresse der Hausverwaltung
für das bevorzugte Objekt geriet. Womöglich wurden hier
Datenschutzbestimmungen missachtet.
Die
Hausgemeinschaft der Philipp-Weber-Straße 1+1a verhielt sich in diesem
Fall extrem vorbildlich und verhinderte in diesem Wohnbereich womöglich
starke Strahlenbelastungen, die der gesamten Siedlung rund um den
Luisantring nicht nur große gesundheitliche Probleme und ein erhöhtes
Krebsrisiko beschert hätte, sondern auch den Immobilienwert
und den Mietwert der Objekte gemindert hätte. Hierzu gibt es
bereits einschlägige Gerichtsurteile.
Für
den Bereich des Luisantrings bzw. den Westen Hochstadts wird die Suche
nach Standorten weiter gehen und es ist zu befürchten, dass
Immobiliengroß- besitzer mit Mietobjekten hier ein offeneres Ohr für die
Suche haben - zumal man ja an anderen Stellen Maintals mit den
Mobilfunkbetreibern bereits dick im Geschäft ist. Für den gesamten
Bereich ist Wachsamkeit angesagt, zumal auch gut
getarnte Sendeanlagen durchaus im Trend liegen.
Die
beiden Abbildungen zeigen, wo die Sendeanlage geplant war und wie die
Hauptsenderichtungen der Antennen verlaufen wären. Über die
Besonderheiten des Angebots und die möglichen Wege der Preisgabe der
Adresse der zuständigen Hausverwaltung wird noch gesondert
berichtet.
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Angestrebter
Antennenstandort in Hochstadt |

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WAM
macht
mobil
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Schleppnetzfischen
mit brisanten Themen
Die
leisen und ganz heimlichen Sachen sind immer die, die den meisten Ärger
verursachen. So scheint die Vermutung gerechtfertigt, dass sich nach der
schweren Schlappe, die Geisheimer in der Waldsiedlung bezog, erst einmal
Ruhe einkehren soll. Warum sollten denn nach der Kommunalwahl die alten
Geisheimer- Pläne zur Verdichtung der gesamten Wohnbebauung ihrer Objekte
nicht wieder auf den Tisch?!
WAM
legt jetzt - genau zum richtigen Zeitpunkt - vor allen Mitkonkurrenten den
Finger in die Wunde und will den Stand der Dinge wissen. Schließlich
wurden ja im Parlament eindeutige Beschlüsse gefasst, die es auch
abzuarbeiten gilt. Dass hier im Rathaus ein ganz spezielles
Prioritätsdenken vorherrscht, kann man ja mit vielen Beispielen belegen. WAM
macht mobil - gegen Verschleppung, Verhinderung und leichtes Spiel!
Jetzt
sind Antworten aus dem Rathaus gefragt, denn WAM ist gerade dabei,
in den Maintaler Siedlungsgebieten Wähler mit dem Schleppnetz zu fischen.
Der Fang sei ihr gegönnt, wenn sich die Rathausgewaltigen und ihre
Unterstützungspartei so verhält, wie man es seit Jahren gewohnt ist. Mal
sehen, ob die SPD und andere Parteien hier nur als Begleitkutter nebenher
fahren oder auch eingreifen. Genug Fische sind für alle da. Mit
nachfolgendem Anliegen ging die WAM an die Presse.
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WAM
fragt nach den Bebauungsplänen für die Siedlungen
Wahlalternative
moniert Funkstille des Rathauses
Nach
fast zweijährigem Ringen erreichten die Bewohner der Maintaler
Großsiedlungen im Herbst 2004, dass dort endlich gültige
Bebauungspläne aufgestellt werden sollten. Seit dem ist weit über
ein Jahr ins Land gegangen, doch aus dem Rathaus erfährt man
nichts, was sich in dieser Angelegenheit tut. Die Wahlalternative
Maintal – Soziale Gerechtigkeit (WAM) fordert den Magistrat
auf, zu erklären, was der Stand der Dinge ist, um diesen
Stadtverordneten- beschluss in die Tat umzusetzen.
Es
geht bei dieser Frage darum, ob die Lebensqualität in den Maintaler
Siedlungen erhalten bleibt. Damals hatte ein Mühlheimer
Großimmobilienbesitzer versucht, die Siedlung entlang der Berliner
Straße mit neuen Gebäuden, Garagen und Parkplätzen total zu
verschandeln. Alle Grünflächen wären verschwunden, und eine
unattraktive Bau- und Steinwüste wäre entstanden. Zuvor war in der
Waldsiedlung schon ein kleiner Vorgeschmack dessen durchgezogen
worden. Dagegen hatten sich die Bewohner der Siedlungen über viele
Monate gewehrt. Sie organisierten Ortsbegehungen und
Mietergespräche, Ortstermine des Bauausschusses und ver- teilten
Flugblätter. Als ersten Erfolg konnten sie Veränderungssperren
für alle Maintaler Großsiedlungen erreichen, die am 5. Juli 2004
vom Parlament beschlossen wurden. Im Herbst folgten dann die
Beschlüsse zur Aufstellung von Bebauungsplänen in folgenden
Siedlungen: Goethe-/Schillerstraße in Bischofsheim,
Bernauer-/Vogelsberg-/Wachenbucher Straße in Hochstadt, und in
Dörnigheim die Waldsiedlung sowie Berliner Straße und
Bahnhof-/August-Bebel-Straße. Der gemeinsame Kampf der Mieter hatte
einen schönen Erfolg.
Es
ist für die WAM mehr als unverständlich, dass bis jetzt in dieser
Sache absolute Funkstille von Seiten des Magistrats herrscht.
Während man bei anderen Bebauungsplänen, wenn es um die Interessen
von Investoren geht, schneller bei der Hand ist, lässt man die
Bewohner der Siedlungen im Ungewissen. Es hat für die
Wahlalternative den Anschein, dass man Bauvorhaben für
Großinvestoren, mit denen der Magistrat vorgeblich neue Bewohner
nach Maintal locken will, Vorrang hat vor den Belangen der Einwohner
unserer Stadt. Von Neubauplanungen Wal-Mart/Honeywell, Höhl,
Eichenheege, östlich Hochstadt und westlich Wachenbuchen ist immer
wieder die Rede. Deren zukünftig vom Magistrat angestrebte
Realisierung wirft dabei immer mehr Fragen auf. Zudem fallen auch
hierbei jede Menge Planungskosten an, die an allen Ecken und Enden
in unserer für wichtigere Belange fehlen.
Auch
dass es der Magistrat mit der Umsetzung von
Stadtverordnetenbeschlüssen öfters nicht ganz ernst nimmt, obwohl
er eigentlich dazu verpflichtet ist, veranlasst die Wahlalternative
Maintal zu der Nachfrage. Die WAM hegt, den Verdacht, dass hier auf
Zeit gespielt wird, um später eventuell wieder mit einem „Investor“
in Geschäft zu kommen.
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Thomas
Schäfer
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Warum
sind viele Unternehmen nur so kurzsichtig?
Bereits
gestern brachte der Maintal TAGESANZEIGER die Stellungnahme des
Maintaler Stadtverordneten Thomas Schäfer zu den Plänen
der Familienministerin und anderen politischen Kreisen, langfristig die
Kindertagesstättenplätze günstiger oder gar kostenlos anzubieten.
Wohlgemerkt - es geht um ein langfristiges Ziel, das von vielen Faktoren
abhängt. Es ist natürlich richtig und gut, auf all die Auswirkungen
hinzuweisen, die eine solche Regelung mit sich brächte, befremdlich ist
jedoch, dass so gar keine Bereitschaft signalisiert wird, sich an der
Lösung dieses schwierigen Problems zu beteiligen.
Wenn
man die Sache mal genauer betrachtet, so muss man sich bestimmte Fragen
stellen und Antworten finden.
Diese
könnten zum Beispiel lauten:
Warum
müssen wir einen stetigen Rückgang der Geburtenzahlen beklagen?
-
Weil
junge Menschen ihre Familie und ihren Hausstand erst aufbauen und hohe
Mieten bezahlen müssen und darauf angewiesen sind, zusammen beruflich
tätig zu sein. Berufliche Karriere und das Einkommen stehen im
Vordergrund. Firmen gehen vielfach den Problemen mit Mitarbeiterinnen
aus dem Weg, die Nachwuchsplanung betreiben - Kinder sind derzeit im
Beruf ein Handicap. Ganztägige Kinderbetreuung ist für junge
doppelverdienende Familien eine viel zu teuere Angelegenheit.
Welchen
Nutzen haben Unternehmen, wenn ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine
gute Kinderbetreuung nutzen können?
-
Familienväter,
Mütter und Alleinerziehende sind vielfach hochqualifiziert und ihre
Leistung ist infolge permanenter Kinderbetreuungsprobleme gemindert.
Die beste Leistung erbringen Mitarbeiter, die frei von Belastungen
sind. Sie bringen Top-motiviert ihre Unternehmen viel weiter, als wenn
sie unkonzentriert nur ihre bezahlte Pflichtübung abliefern. Menschen
mit geringerer Kostenbelastung sind risikobereiter, konsumieren
stärker und kurbeln die Wirtschaft an. Familien, in denen die
Kinderbetreuung und die Erziehung stimmt, formen ihren Nachwuchs
anders, als es beklemmende Umstände erlauben.
Sollten
die Unternehmen, die ohne Mitarbeiter überhaupt nicht existieren
könnten, stärker für das soziale Umfeld ihrer Mitarbeiter aufkommen?
-
Aus
meiner Sicht ist hier ein klares "Ja" angesagt. Unternehmen
mit talentierten und sozial verantwortungsbewussten Führungskräften
haben längst erkannt, wie sie aus der bezahlten Tätigkeit ihrer
Mitarbeiter freudig motivierte Spitzenleistungen generieren können.
Von kleinkarierten Pfennigfuchsern mit kränkelnden Unternehmen kann
man das sicher nicht erwarten, weil ihnen der Weitblick fehlt. Ihnen
bleibt nur die Flucht in bestimmte Parteien, die ihre Interessen
vertreten.
Ehe
man wieder die altbekannten Verhinderungs-Register zieht, sollte erst
einmal eine mittelfristige Lösung untersucht werden.
Vielleicht
hilft Kreativität ein wenig weiter.
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FDP:
"Unseriöser Ruf nach beitragsfreien Kitas"
Liberale
fordern Kostenübernahme durch die Bundesregierung
Maintal/Main-Kinzig-Kreis
(pp/dm). - "Die Forderung der Bundesfamilienministerin von der
Leyen und der SPD nach beitragsfreien Kitas ist unseriös!", so
der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende im Thomas Schäfer
aus Maintal. Derlei Vorstöße, so Schäfer, seien nicht finanzierbar.
Am Wochenende waren Forderungen bekannt geworden, dass die Kommunen
die Kita-Gebühren abschaffen sollten.
"Jeder
halbwegs Kundige weiß ganz genau, dass eine solche Forderung gar
nicht zu finanzieren ist. Hier wird mal wieder ohne Rücksicht auf
die Kommunen Politik gemacht!", kritisiert Thomas
Schäfer. Es werde nicht erklärt, wie die Kommunen diese
Abschaffung finanzieren sollen, dafür aber barsch erklärt
"Macht gefälligst!" Schäfer weiter: "In Maintal
werden beispielsweise gerade einmal 1,3 Millionen Euro Gebühren
erhoben, die Kosten der Kitas belaufen sich aber auf 7,8 Millionen
Euro. Das ist ein Kostendeckungsgrad von weniger als 17
Prozent!" Dies bedeute, dass bereits heute der größte Teil
der Kosten für Kitas aus allgemeinen Steuern gedeckt wird.
"Eine Abschaffung der Gebühren hätte zur Folge, dass das
Haushaltsdefizit der Stadt sich noch mal um ein Drittel erhöhen
würde. Dies könne sich eine Stadt wie Maintal nicht leisten. Für
alle anderen Kommunen im Kreis gelte das gleiche",
schlussfolgert Schäfer, der auch FDP-Stadtverordneter in Maintal
ist.
Wer
die Abschaffung der Kita-Gebühren fordert, fordere gleichzeitig,
dass die Städte und Gemeinden ihre Steuern erhöhen. Der Ausfall
der Einnahmen könne nur durch eine Erhöhung der Grundsteuer oder
der Gewerbesteuer kompensiert werden, wenn der kommunale Haushalt
halbwegs im Gleichgewicht bleiben soll. "Ersteres würde alle
Mieter treffen, das Zweite die heimische Wirtschaft
schädigen.
Steuererhöhungen
zur Verteilung von Wohltaten scheinen sowieso eine Lieblingslösung
der großen Koalition zu sein", so Thomas Schäfer,
der auf die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer verweist. Zugleich
fordert er, dass CDU und SPD im Kreis und in den Gemeinden den
Bürgern erklären sollen, wie sie die Forderungen ihrer
Parteifreunde aus Berlin im Main- Kinzig-Kreis umsetzen wollen.
"In Berlin schön reden und vor Ort kneifen, gilt nicht!",
so Schäfer.
"Lieber
Gebühren von Steuer absetzen"
Wenn
die Bundesfamilienministerin Vorschläge zur Abschaffung der
Kita-Gebühren unterbreite, dann müsse sie nach Meinung der FDP
gleich eine Kostenübernahmeerklärung mitbringen. Schäfer weiter:
"Ein wirklich innovativer Vorschlag wäre gewesen, wenn die
Kita-Gebühren vollständig von der Einkommenssteuer abgesetzt
werden können!" Dann würden wenigstens Bund, Länder und
Kommunen gemeinsam etwas für die Eltern machen. Hierfür fehle dem
Bund aber das Geld, also greife er lieber in die Kassen der
Kommunen. Dieses Verhalten sei ein typisches Beispiel für den Drang
von CDU und SPD, Geschenke auf Kosten anderer und gegen jede
haushaltspolitische Vernunft zu verteilen.
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Bahnhofsspitter
Das
Thema der Maintaler Bahnhöfe bzw. Haltestellen für Züge köchelt. Heute
werden die bescheidenen Wetterhäuschen gepriesen, die von der Bahn
aufgestellt wurden und Vorschläge unterbreitet, die eher für ein Kaff
mit Haltstationen als für eine Stadt mit 40.000 Einwohner taugen. Wir
haben drei hauptamtliche Magistratsmitglieder, aber offensichtlich keines
davon mit wirklichem Gewicht - zumindest gegenüber der Bahn.

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19.
Januar 2006
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Zuwendung
macht den guten Hausarzt aus
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Was
sich gestern auf meiner Seite noch recht provokant las, zog sich in
ähnlicher Weise argumentativ durch alle Radio- und
Fernseh-Programme der Nation. Die über 20.000 Mediziner, die auf
die Straße gingen und die dürren Reden ihrer Verbandsvertreter
hinterließen allenfalls den Eindruck, dass etwas nicht stimmt, der
Normalbürger konnte allerdings nur erkennen, dass die Auswirkungen
letztendlich ihn treffen werden, weil die Ärzte ja lauthals
verkünden, dass sie sich auf jeden Fall schadlos halten werden.
Auch wenn die Aktion gestern Maintals Kopf der niedergelassenen
Ärzteschaft einen Auftritt im regionalen Fernsehen verhalf, ihre
Argumente konnten auch nicht so recht überzeugen.
Bundesweit
hatten viele Ärzte überhaupt keine Skrupel, Schilder aufzuhängen,
dass die Praxen für Kassenpatienten geschlossen, aber für
Privatpatienten geöffnet seien. Den Ärzten sei die bessere
Vergütung der k(l)assengleichen Leistung ja gegönnt. Dass sie
jedoch den bundesweiten Streik zu einem Privatbehandlungstag
umfunktionierten, richtet sich doch eher gegen die Kassenpatienten
als gegen das, mit was sie die Aktion begründeten.
Immer
lauter wird der Ruf, endlich Qualitätszirkel einführen, damit die
Leistung der Ärzte auch messbar ist. Hier wird man sicher unter
vorgehaltener Hand wieder geltend machen, dass derzeit viele
Erkrankungen psychosomatisch bedingt seien und hier schon der
Arztbesuch und ein placeboähnliches Medikament genügten, um
Patienten wieder für ein paar Wochen über die Runden zu helfen.
Das beträfe die Durchlaufkunden zur Kostendeckung, die eigentlich
nur Zuwendung suchen.
Anders
sieht es mit den Kranken aus, die in hohem Maß von ärztlicher
Hilfe abhängig sind. Hier ist das ganze Können des Arztes gefragt.
Gute Ärzte sollen auch gut verdienen - das wird ihnen sicher jeder
Kranke gönnen, der mit Hilfe seines Arztes auf dem Weg der Genesung
ist.
Dennoch:
Arzt sein heißt auch Zuwendung und die wird nun mal nicht
katalogmäßig bezahlt - macht aber einen guten Hausarzt aus.
Die
niedergelassenen Ärzte sind und bleiben - aufs Wesentliche der
Proteste konzentriert - nun mal Selbständige und Unternehmer, die
von sehr vielen wirtschaftlichen Faktoren und ihrem eigenen
unternehmerischen Geschick abhängig sind. Hier macht sich auch
bemerkbar, wenn bestimmte Patienten ausbleiben. Der
rekordverdächtig niedrige offizielle Krankenstand, der in den
Firmen vom Druck auf die Arbeitskräfte erzeugt wird, entzog den
Ärzten einen großen Teil der notorischen Krankfeierer der
Vergangenheit und damit leicht verdientes Geld - Krankschreiben
genügte meistens für die "Genesung" und war auch bei
Privatversicherten usus. Die verschriebenen begleitenden Medikamente
landeten früher vielfach im Hausmüll. Heute sind Arztbesuche und
Medikamente infolge der Zuzahlungen und der Praxisgebühren eher
abschreckend und leicht Erkrankte besinnen sich wieder auf alte
Hausmittel. Den Ärzten bleiben wirklich nur die wirklich Kranken
und chronisch Kranken, für die die Kassen jetzt wesentlich mehr
Aufmerksamkeit und das Belegen der ärztlichen Leistung verlangen.
Das ist doch wirklich nicht zuviel verlangt!
Wie
Maintaler Bürger über das Thema denken, veranschaulichen die
beiden Leserbriefe im Maintal TAGESANZEIGER und auch der
Kommentar ist lesenswert.
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Deutsche
Bahn
AG
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Jürgen
Malbrich löst regionale Diskussion
über die Bahn aus
Es
ist toll, wenn ein kleiner Stein richtig große Wellen auslösen kann. Der
SPD-Stadtverordnete Jürgen Malbrich war es gründlich
"dick", dass in Sachen Nahverkehrsmittel BAHN der Stillstand zur
Normalität wurde. So große Räder drehen sich bekanntlich schwer. Wenn
sie allerdings mal ins Rollen kommen, sind sie nur schwer aufzuhalten.
Seit gestern scheint das Thema endlich wieder in Bewegung und wird
hoffentlich im Kommunalwahlkampf so richtig in Fahrt kommen. Jetzt können
alle Parteien beweisen, wie gut sie ihre Abgeordneten im Bund und im Land
auf das Thema anzusetzen imstande sind, damit der prognostizierte 5 Jahre
lange Status Quo deutlich verkürzt wird.
Der
Maintal TAGESANZEIGER nahm sich sehr gründlich des Themas an und
dürfte damit für überregionale Aufmerksamkeit sorgen. Die logische
Konsequenz wäre jetzt eigentlich, verschiedene Fernsehanstalten auf die
Thematik aufmerksam zu machen, denn die Bahn präsentiert sich in
verschiedenen Segmenten weltmeisterlich - in der Bewältigung der
Transportprobleme des Arbeitsalltags versagt sie jedoch jämmerlich.
Vielleicht sollte auch der eine oder andere Behinderte die Bahn mal wegen
Ungleichbehandlung Behinderter verklagen, denn die täglichen
"Turnübungen" dürften nur normalen Berufstätigen zuzumuten
sein.
Wenn
allerdings die öffentlichkeitsaufmerksame Sache nun wieder verpufft, so
wird die Bahn darauf nichts unternehmen und höchstens wieder "einen
fahren lassen", wie wir es gewohnt sind.
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Löst
die "Nordmainische" alle Probleme?
An
den Maintaler Bahnsteigen haben Bahnkunden mit unzumutbaren
Einstiegshöhen zu kämpfen -
Großprojekt
wird wahrscheinlicher
Maintal
(dm).- Maintaler Bahnkunden werden wohl weiterhin mit den
unzumutbaren Ein- und Ausstiegshöhen an den Bahnsteigen Maintal-Ost
und -West zu kämpfen haben. Erst der Bau der nordmainischen S-Bahn
könnte Abhilfe schaffen. Das Großprojekt "Nordmainische"
allerdings scheint ein ganzes Stück wahrscheinlicher geworden zu
sein - nach optimistischer Einschätzung ist etwa in fünf Jahren
mit dem Baubeginn zu rechnen.
Es
ist ein mühseliges Unterfangen, die Waggons an den Bahnsteigen
Maintal-Ost und -West zu erklimmen. Bit zu 65 Zentimeter
Höhenunterschied sind mit einem Schritt zu bewältigen, für
ältere und behinderte Menschen nahezu unmöglich. Dies moniert
unter anderem Jürgen Malbrich, Vorstandsmitglied des
VdK Dörnigheim und SPD-Stadtverordneter (siehe
aufrüttelnde Kritik - auch im MTA veröffentlicht).
Keine
Zwischenlösung
Mit
einer Zwischenlösung durch die Bahn AG - etwa die rechtaufwändige
und teure Schaffung höherer Bahnsteige - ist nach Angaben von
Bahn-Sprecher Hartmut Lange jedoch eher nicht zu
rechnen. Auf Anfrage des Tagesanzeiger sagte Lange gestern, dass
fünf Jahre Zwischenzeit bis zum Bau der nordmainische S-Bahn - wenn
es denn dazu kommt - keine Vorab-Maßnahmen lohnten. Denn
Zwischenlösungen scheiterten an der Finanzierungsfrage, die nicht
nur die Bahn AG beträfe, sondern auch die Stadt Maintal, den
Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und das Land Hessen. Auch der
Überlegung, auf der nordmainischen Seite Doppelstockwagen mit ihren
wesentlich niedrigeren Einstiegen fahren zu lassen, erteilte Lange
eine Absage: "Es sind
keine weiteren Wagen vorhanden", und
die vorhandenen seien bekanntlich südmainisch unterwegs.
Maintals
Bürgermeister Erhard Rohrbach hatte die Idee mit den
Doppelstockwagen gestern im Gespräch mit dem Tagesanzeiger
geäußert. In Absprache mit der Maintaler Behindertenbeauftragten Monika
Klein sei außerdem geplant, die Behindertenbeauftragten
alter Anrainer-Städte und Gemeinden der nordmainischen S-Bahn-
Strecke zwischen Frankfurt und Aschaffenburg oder sogar Würzburg
nach Maintal einzuladen, um der Forderung nach zumutbaren Ein- und
Ausstiegshöhen vor Ort Nachdruck zu verleihen.
Kosten-Nutzen-Untersuchung
fertig
Knackpunkt
ist und bleibt aber der seit mehr als 30 Jahren diskutierte Bau der
nordmainischen S-Bahn. Und hier gibt es durchaus positive Signale.
"Die Kosten- Nutzen-Untersuchung ist abgeschlossen",
berichtete gestern RMV-Sprecher Peter E. Vollmer auf
Anfrage des Tagesanzeiger. Der Vorgang liege nun zur Prüfung beim
Hessischen Amt für Straßen- und Verkehrswesen, Noch im Frühjahr,
hieß es gestern, sei dann mit einer Grundsatzentscheidung der
zuständigen politischen Gremien zurechnen. Dass diese
Grundsatzentscheidung positiv sein wird, hält Erhard Rohrbach
durchaus für realistisch: "Der Sachstand hat sich geändert,
seit das von der Stadt Frankfurt lange favorisierte U-Bahn-Konzept
vom Tisch ist", so der Bürgermeister. Die Stadt Frankfurt
hatte entsprechende Gutachten in Auftrag gegeben - mit dem Ergebnis,
dass sich ein U-Bahn-Ausbau im Osten finanziell niemals tragen
würde. Daher, so Rohrbach, habe die nordmainische S-Bahn nun auch
in Frankfurt Priorität. Bevor aber ein Bau- und Finanzierungsvertrag
aller Beteiligter - auch des Bundes - unter Dach und Fach ist, muss
der Kostenrahmen abgesteckt und vor allem geklärt sein, wer wie
viel finanziert - schließlich stehen Gesamtkosten von mindestens
300 Millionen Euro im Raum.
Immerhin:
Seit geraumer Zeit ist die nordmainische S-Bahn
Betrachtungsbestandteil eines zwischen der Hessischen Landesregierung,
der Stadt Frankfurt am Main und der Deutschen Bahn abgestimmten
Zehn-Punkte-Programms zur Weiterentwicklung der Mobilität im Raum
Rhein-Main.
Einstiegsproblem
wäre gelöst
Kommt
es tatsächlich in den Jahren 2010/2011 zum Baubeginn - wobei noch
nicht klar ist, ob der neue Schienenstrang in Hanau enden oder
Richtung Aschaffenburg weitergeführt wird - wäre auf lange Sicht
auch das Einstiegsproblem an den Maintaler Bahnsteigen gelöst. Klar
scheint immerhin, dass im Falle einer Realisierung die Züge im
15-Minuten-Takt zum neu zu errichteten Haltepunkt
Frankfurt-Fechenheim (der als Ersatz für Mainkur gebaut wird) und
mindestens im 30-Minuten-Takt nach Hanau fahren werden. Der
Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau fordern einen durchgehenden
15-Minuten-Takt auf der nordmainischen S-Bahnlinje. Doch bis dahin
wird noch viel Wasser den Main hinunter fließen und noch mancher
große Schritt in die Waggons unvermeidlich sein.
Ehrwürdige
Geschichte
Die
"Nordmainische" gehört zu den ältesten Bahnstrecken
Deutschlands. Die ,Nordmainische Eisenbahn" wurde am 10.
September 1848 eröffnet. Die private
"Frankfurt-Hanauer-Eisenbahn Gesellschaft" betrieb die16
Kilometer lange Strecke zwischen dem Hanauer Bahnhof in Frankfurt;
er befand sich an der heutigen Zobelstraße, und dem Bahnhof Hanau
Ost (heute Hauptbahnhof). Am 22. Juni 1854 wurde die 8,9 Kilometer
lange Verlängerung in den bayerjschen Grenzort Kahl am Main in
Betrieb genommen. Bereits am 1. Oktober 1854 erreichte die
"Bayrische Ludwigsbahn" aus Würzburg über Aschaffenburg
kommend den Bahnhof Kahl.
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GAS
Versorgung
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Der
Würgegriff lockert sich
Na
- wer sagt es denn? Jetzt kommt doch Bewegung in das kartellähnliche
Gebilde der Gasversorger. Wenn GAS-Lieferanten wie GASPROM
ihre Konditionen mit Revanchepolitik kombinieren, wie in der Ukraine und
dadurch die Durchleitung von Energien zu weiter entfernten
Vertragspartnern von GASPROM
gefährden, dann sind auch die heimischen Gasversorger gefragt. Auch wenn
diese teilweise über drei Ecken bis hin zu GASPROM
verschachtelt sind, werden sie auf die Verunsicherung der Abnehmer
eingehen müssen. Immerhin haben sie mit ihrer großspurigen und
selbstherrlichen Preispolitik endlich die Bundesregierung zum Handeln
gezwungen. Was unter Gerhard Schröder , der inzwischen
deutlich sichtbar Teil des Problems zu sein scheint (und vielleicht schon
zu seiner Amtszeit war), nicht möglich war, soll die Koalition nun
richten. Sie wird dabei von einigen mutigen Politikern der Länder
kräftig unterstützt.
Da
die Energiekosten in ihrer Gesamtheit neben den Wohnraumkosten momentan
das schärfste Messer an der Kehle der Bundesbürger und des Mittelstandes
darstellt, könnte sich in Anbetracht der Lebensnotwendigkeit auch eine
Lage ergeben, bei der man den Energieriesen schmerzliche Alternativen der
bundes- deutschen Grundversorgung unterbreiten muss. Vielleicht kehrt dann
eine gewisse Besinnung ein, die den momentanen Übermut ablöst.
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Frankfurter
Rundschau vom
19.01.2006
HINTERGRUND
Schon
im Herbst könnten Verbraucher mit billigerem Gas rechnen
Das
Kartellamt hat Eon Ruhrgas langfristige
Lieferverträge mit Stadtwerken verboten.
Ein
erster Schritt für Preissenkungen. Nun hängt viel von der
Regulierungsbehörde ab.
VON
OLIVER RISTAU UND FRANK-THOMAS WENZEL
Ulf
Böge wird's erfreuen. Verbraucherschützer loben den Präsidenten
des Bundeskartellamtes in höchsten Tönen. "Das war eine sehr
gute Entscheidung", sagt Holger Krawinkel, Energieexperte des
Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Böge
hat Eon Ruhrgas langfristige
Lieferverträge mit so genannten Weiterverteilern, das sind in der
Regel Stadtwerke oder andere kommunale Energieunternehmen,
untersagt. Die Kontrakte mit Laufzeiten von 15 Jahren und
mehr haben es für alternative Anbieter fast unmöglich gemacht, auf
dem deutschen Gasmarkt Fuß zu fassen. Das soll mit Verträgen für
zwei oder drei Jahre bald anders werden.
Das
Verbot des Kartellamts allein reicht aber nicht. Zwei weitere
Faktoren müssen hinzu kommen, damit endlich der Wettbewerb in Gang
kommt: Bestimmungen über die Öffnung der Gasnetze und eine
Regelung über Entgelte für deren Nutzung. "Wenn all dies
geklärt ist, werden die Kosten, die im Inland zu verantworten sind,
auf ein Minimum reduziert", betont Krawinkel.
Für
die Netzentgelte müssen die Betreiber der Leitungssysteme bis Ende
Januar ihre Kalkulationen bei der Bundesnetzagentur vorlegen. Die
Regulierungsbehörde hat danach sechs Monate Zeit, um festzusetzen,
wie viel die Netzbetreiber verlangen dürfen.
Bislang
wurden die Preise ohne staatliche Aufsicht ausgehandelt - mit
offensichtlich ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Experten
gehen davon aus, dass die Differenz von mehr als 30 Prozent bei den
Endpreisen für Verbraucher maßgeblich durch die Netzentgelte
bestimmt werden. Krawinkel rechnet damit, dass
dort, wo das Gas besonders teuer ist, es schon im Herbst merklich
Nachlässe für die Haushalte geben kann, denn Reduzierungen
bei Netzentgelten müssen an die Verbraucher weitergegeben werden -
ansonsten drohen Bußgelder.
Die
Sache mit dem Öffnen der Netze für alternative Anbieter ist
komplizierter. Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt vor, dass die
Netzagentur bis 1. Februar ein Konzept dafür vorlegt, das am 1.
Oktober in Kraft treten soll. Ende des Jahres, das verspricht der
Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), soll
jeder Haushalt erstmals in Deutschland den Lieferanten des
Brennstoffs für die Heizung frei wählen können. Allerdings muss
dafür noch einiges geklärt werden. Derzeit wird über die
Spielregeln gestritten, die alternativen Anbietern den Zugang zu den
Netzen erlauben. Es geht dabei um technische Probleme, aber
beispielsweise auch darum, wo und zu welchen Zeiten die Newcomer Gas
in die Netze einspeisen.
Stadtwerke
wollen einfache Regeln
"Derzeit
gibt es rund 1000 Gasnetzbetreiber, die alle ihre eigenen Regeln
haben", erläutert Stefan Ohmen, Leiter
des Netzgeschäftes bei den Stadtwerken Aachen. "Das
macht Wettbewerb faktisch unmöglich." Deshalb
befürworten die Stadtwerke einen Vorschlag, der das deutsche Netz
in einige wenige Zonen einteilen will, in denen jeweils einheitliche
Bestimmungen gelten. Autor dieses Konzepts, das rund 150 Stadtwerke
unterstützen, ist Geode, die europäische Vereinigung für
regionale Versorger. Ziel
ist es, die Nutzung der Leitungen einfacher und attraktiver zu
machen. Die Stadtwerke fürchten allerdings, dass die
Großkonzerne dieses Ansinnen abschmettern wollen. Deshalb sind
fünf von ihnen Anfang der Woche aus dem BGW ausgetreten. Der
Verband, so der Vorwurf der Stadtwerker aus Aachen, Ludwigshafen,
Rosenheim, Soest und Unna, vertrete einseitig die Interessen der
Konzerne.
Branchenprimus
Eon Ruhrgas ist nach den Worten
von Stadtwerke-Aachen-Chef Dieter Attig die treibende
Kraft, dass ein "fairer Gaswettbewerb in Deutschland bislang
verhindert wurde". Und auch der BGW befürworte ein Verfahren,
bei dem Stadtwerke bei jedem neuen Kunden, der außerhalb ihres
Stammgebietes wohnt, mit Netzbetreibern verhandeln müssten, um zum
Zuge zu kommen. "Wir
wollen nicht am Ende der Lieferkette stehen, sondern die
Verantwortung für die Gaslieferungen an unsere Kunden behalten",
erläutert Stefan Richtstein, Vorstand der Stadtwerke
Ludwigshafen.
Netzagentur
und BGW geben sich dennoch optimistisch, einen Kompromiss zu finden.
"Wir werden einen Vorschlag vorlegen, der auch die Stadtwerke
zufrieden stellen wird", kündigt ein BGW-Sprecher an.
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18.
Januar 2006
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Zweiklassenmedizin
streikt
Wenn
die Ärzte streiken und das Wohl der Patienten
vorschieben, dann steht beim gemeinen Volk der Verdacht im Raum, dass sie
eigentlich die eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Es geht
sicher darum, dass die Ärzte nicht für unsere Krankenversorgung
kostenmäßig in die Pflicht genommen werden. Doch was verlangen
eigentlich die Krankenkassen von den Ärzten, wenn sie sie mit der
vielgescholtenen "Bürokratie" und dem "Ausfüllen von
Formularen" beknien, was die Ärzte so viel Zeit kostet (in der sie
nichts verdienen können)?
Die
Krankenversicherer wollen über die Diagnose, die Methoden der Diagnostik
und die anschließende Behandlung umfassend aufgeklärt werden, um über den
eingeschlagenen Weg der Behandlung und die verabreichten Medikamente sowie
deren Dosierung informiert zu sein. Als Privatpatient und als Patient von
Krankenversicherern, die ärztliche Behandlungen privat abrechnen, weiß
man, dass die anzufertigenden Schriftstücke, Atteste und
Untersuchungsberichte dort ebenso Standard sind, wie in Krankenhäusern
und bei Fachärzten, während sich bei Kassenpatienten Krankengeschichten
oft nur in internen Notizen des Arztes wiederfinden. Die gesetzlichen
Krankenkassen verlangen also nicht unbilliges und es ist auch nicht
einzusehen, warum Kassenpatienten von der Sorgfalt her zweitklassig
behandelt werden.
Wenn
Frau Buchalik gegenüber dem Maintal TAGESANZEIGER erklärt, für
feste Terminzusagen stünden die Maintaler Praxen heute offen und
gleichzeitig alle anderen Kranken nach Bruchköbel verweist, dann kann man
sich darauf auch einen Reim machen. Die Maintaler Ärzte haben mit der
"Protestveranstaltung" eigentlich heute nur einen speziellen Tag
für die Nichtbehandlung von Kassenpatienten eingerichtet, an dem sie
aufarbeiten und sonderbehandeln können.
Die
niedergelassene Ärzteschaft wäre in diesem Fall in meinen Augen
wesentlich glaubhafter, wenn sie den Tag nutzen würde, um mit ihren gesetzlich
versicherten Patienten öffentlich über die Misere zu diskutieren, um zusammen mit
ihnen Aktionen zu planen. Dazu müssten sie diese
aber erst einmal überzeugen - auch, warum bei den Privatversicherten diese Probleme in diesem Umfang nicht existieren.
Die
Rechnungen für Privatbehandlungen würden das bereits erklären, die in jeder Praxis für ein
entsprechendes Kosten- und Einnahmenmix sorgen. Sich jetzt nur die
Minuspunkte der gesetzlich Versicherten herauszugreifen, empfinde ich
persönlich nicht gerade seriös. Man folgt hier aber sicher der Empfehlung des
HARTMANN-Bundes, der allerdings auch nicht die Patienten vertritt. Man
sollte ruhig zugeben, dass es um die eigenen Belange geht und nicht das
Wohl der Patienten vorschieben.
Auf
der Strecke bleiben einmal mehr die Kassenpatienten - die Menschen zweiter
Klasse.
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Pressemitteilung
im Namen der Maintaler Ärzteschaft
Auch
die Maintaler Ärzteschaft beteiligt sich am Mittwoch, den 18.01.06,
an der bundesweiten Protestaktion der Niedergelassenen Ärztinnen
und Ärzte (in Berlin werden an diesem Tag 5000 streikende Ärzte
erwartet) und schließen ihre Praxen. Auch die Klinikärzte sowie
Medizinstudenten unterstützen diese Aktion. An den Eingangstüren
der Praxen werden für die Patienten Informationszettel
hängen.
Während
des Ärztestreiks ist die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt
durch die Diensthabenden Ärztinnen und Ärzte der
Bereitschaftsdienst- zentrale in Bruchköbel, Innerer Ring 4,
Telefon (0 61 81) 7 58 58. Bei Erklärung der Sachlage erfahren wir
Ärztinnen und Ärzte bei unseren Patientinnen und Patienten sehr
viel Verständnis für diese Aktion. Denn das Maß ist voll!
Wir
Ärzte kämpfen bundesweit gegen die miserablen Bedingungen unseres
Gesundheitssystems und damit gegen die zunehmend schlechter werdende
Versorgung unser Patientinnen und Patienten.
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Die
derzeitige Gesundheitspolitik führt zur Einschränkung
ärztlicher Leistungen und damit zu einem Qualitätsverlust.
Internationale Studien beweisen den beispielhaft hohen
medizinischen Standart in Deutschland. Die Lebenserwartung in
Deutschland ist weltweit mit am höchsten.
-
Werden
die ärztlichen Leistungen reduziert, so müssen Patientinnen
und Patienten (wie in England) lange auf notwendige Arzttermine
warten. Dabei kann eine erforderliche Diagnostik schon mal zu
spät erfolgen.
-
Statt
mehr Zeit für die Patienten zu haben, müssen wir Ärzte uns
stundenlang mit dem Ausfüllen von Vordrucken für Krankenkassen
beschäftigen. D.h. die Bürokratie hat extrem zugenommen. Wir
möchten wieder mehr Zeit für unsere Patienten haben.
-
Wir
haften mit unserem Einkommen für die Arzneimittelkosten unserer
Patienten, d.h. wir müssen mit Regresszahlungen rechnen, wenn
wir das von den Krankenkassen vorgegebene Preislimit bei der
Medikamentenverordnung überschreiten. Wir fordern die
Abschaffung dieser Malus- Regelung.
-
Notwenige
Praxisinvestitionen müssen wegen finanzieller Unsicherheit
zurück gestellt werden. Eine Insolvenzwelle deutscher
Arztpraxen hat bereits begonnen.
-
Es
wird zu weiteren Entlassungswelle unserer Praxismitarbeiterinnen
kommen, und die Arbeitslosenzahlen werden steigen.
-
Niederlassungswillige
Ärztinnen und Ärzte wandern zunehmend ins Ausland ab, da die
Arbeitsbedingungen dort sehr viel besser sind als in
Deutschland. Damit können keine Praxisnachfolger mehr gefunden
werden. Es kommt mehr und mehr zu Praxisaufgaben und damit zu
einer Unterversorgung der Bevölkerung.
Die
Maintaler Ärzteschaft fordert, dass sich die Versorgung unserer
Patientinnen und Patienten an deren Erkrankungen orientiert und
nicht ständig rationiert wird. Wir protestieren gegen die
staatlichen Eingriffe zu Lasten der Versorgung und damit zu Lasten
der Gesundheit unserer Patienten. Wir wollen Gesundheit erhalten
statt Mangel verwalten und hoffen auf das Verständnis und die
Unterstützung der Maintaler Bevölkerung.
Monika
Buchalik,
Fachärztin
für Allgemeinmedizin,
für
die Maintaler Ärzteschaft
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Standpunkte
und
Meinungen
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Was
uns in Maintal bewegt: Heute - die Bahn
Heute
darf ich auf meiner Seite einen vielseitig engagierten Maintaler
begrüßen, dem die Belange der Mitbürger in besonderem Maß am Herzen
liegen. In der SPD-Fraktion gehört er zu den wenigen Felsen der
innerparteilichen Brandung, der vehement die Interessen der Bürger und
des VdK Bischofsheim/Dörnigheim vertritt. Jürgen Malbrich
wird in unregelmäßigen Abständen auf dieser Seite aufgreifen, was uns
in Maintal bewegt.
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Was
uns in Maintal bewegt:
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Die Bahn -
von
Jürgen
Malbrich
Ihrem
Mann in der SPD-Fraktion
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Was
bewegt uns in Maintal? - Die Bahn natürlich
Denn
gut ist, was uns täglich aufregt. Schon am frühen Morgen die bange
Frage: Fährt er pünktlich oder nicht? Kein Service - kein Hinweis
über Lautsprecher. Immer wieder diese Verspätungen. Und das bei
diesen Preisen. Morgens um sieben oder halb acht Uhr schlägt uns
die Verspätung aufs Gemüt. Besonders bei Regen - auch die
Wartehäuschen auf dem Gleis in Richtung Frankfurt hat die Bahn kurz
vor Weihnachten entfernt und erst nach einem Monat wieder erneuert -
nach dem Motto: gesund ist, was hart macht.
Endlich
kommt ein Zug auf Gleis 2 - vom Namen her ein Regionalexpress; meist
aber sind es Wagen, an denen man den Untergang des Abend- landes
festmachen kann. Und dann geht's los - das Gedränge! Mit riskanten
Sprüngen aus luftiger Höhe kommen einem die Pendler entgegen-
geflogen, die bereits in Maintal Ost oder West ihr Ziel haben. Und
dann muss man selbst mit Ausfahren der Ellenbogen die Stufen in
schwindelnden Höhen erklimmen, um schneller als die Nachbarn in
vollen Abteilen einen Sitz zu belegen. Und alle die einen Sitzplatz
haben, fühlen sich irgendwie aufgewertet. Schließlich hat man es
wieder einmal geschafft. Wir sind Deutschland. Wir sind die Bahn.
Wir sind Maintal. Und wir bleiben mal wieder auf der Strecke.
Aber
wie ist es mit alten, kranken und behinderten Mitmenschen - oder
auch mit Kindern??
Viele
Menschen wissen nicht, wie sie mit alten, kranken und behinderten
Mitmenschen umgehen sollten - also, gehen sie nicht mit ihnen um!
Gewaltige Anstrengungen müssen diese Mitbürger auf sich nehmen,
wenn sie planen, eine Reise mit der Deutschen Bahn von Maintal West
oder Ost zu starten. Mitmenschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen
sind, können grundsätzlich aus Maintal nicht abreisen oder in
Maintal per Bahn ankommen.
Bürger
mit eingeschränkter Mobilität können nur mit Hilfe oder riskanten
Turnübungen die Züge an den beiden Bahnhöfen benutzen. Auch sind
schon einige Stürze und Verstauchungen bekannt geworden. Aber
leider - es ändert sich nichts!
Schon
jahrelang entzieht sich die Bahn schändlich ihrer Verantwortung.
Seit vier Jahren sind die Maintaler Bahnhöfe Gesprächsthema im
Agenda- Kreis "Senioren und behinderte Mitmenschen". Aber
es gibt Hinweise, dass hier der Stadt Maintal erhebliche Vorwürfe
wegen Nichtverfolgung dieser Angelegenheit zu machen wären.
Die Maintaler Behinderten-Beauftragte und die VdK-Ortsverbände
Bischofsheim und Dörnigheim haben in der Vergangenheit mehrfach
ohne Erfolg versucht, Kontakte zu den zuständigen
Bundesbahnbehörden aufzunehmen. Diese Briefe wurden von der Bahn
nicht einmal beantwortet.
Im
März des vergangenen Jahres hat die sozialpolitische Abteilung des
VdK Bundesverbandes in Berlin mit der Deutschen Bahn AG Kontakte
aufgenommen und die unbefriedigende Situation der Maintaler
Bahnhöfe angesprochen. Auch hier nur negative Antworten: "Die
Planungen zur Umgestaltung der Maintaler Bahnhöfe müssen
zurückgestellt werden, bis eine Entscheidung über den Bau der
nordmainischen S-Bahn zwischen Frankfurt/Main-Ost und Hanau gefällt
wird. - Von daher stellen sich evtl. Investitionen zum jetzigen
Zeitpunkt als Fehlinvestitionen dar. Im Falle einer Realisierung
wird die Bauzeit bis zum Abschluss ca. acht Jahre betragen."
Daher,
liebe Mitbürger, weiterhin regelmäßig fit halten und die
erforderlichen Turnübungen machen, um den öffentlichen Nahverkehr
in Maintal nutzen zu können. Auch wenn die Zukunft in Maintal auf
den Bahnhöfen schwarz aussieht, muss sie das noch lange nicht sein.
Denn
trotz allem - wenn allseits bei den Verantwortlichen der Politik und
der Deutschen Bahn AG guter Wille vorhanden ist, kann ein
gemeinsames Ziel erreicht werden! - Es ist hier nicht eine Frage des
Geldes, sondern eine Frage des guten Willens! Hier sollte erneut von
allen Seiten - Magistrat, Behinderten- und Seniorenvertreter,
Agenda-Gruppen, Fraktionen und Parteien aller Farben - versucht
werden, Kontakte mit der Bahn zu finden, um die Benachteiligung der
Bürger der Stadt Maintal in einem überschaubaren Zeitrahmen zu
beenden.
Wir
sind Deutschland. - Wir sind die Bahn. - Und wir sind Maintal!
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Maintaler
Parteien
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Wahlkampfpower
- Programme und Kompetenzteams
Die
Parteien Maintals kommen bei ihren Vorbereitungen für den Kommunalwahl-
kampf voran. Mit verabschiedeten und veröffentlichten Wahlprogrammen
können bisher SPD, FDP und die WAM aufwarten und die CDU wird es heute
Abend verabschieden. Wer wissen will, was die momentan im Parlament
vertretenen Parteien zu bieten haben, findet die aktuellen Links zu den
Homepages gebündelt auf der Homepage der Stadt Maintal unter
"Fraktionen". Die Grünen basteln noch an ihrer Seite und die WAM
soll auch kurz vor dem Start stehen.
Wie
man dem folgenden Artikel im Maintal TAGESANZEIGER entnehmen kann,
erfährt das Wahlprogramm der CDU eine lobenswerte innerparteiliche
Breiten- beteiligung, die das Programm in den Köpfen der Mitglieder
verankern soll und die Wahlkampfpower verstärken wird. Da das aber alle
Parteien vorhaben, dürfte es auch dort eine Pflichtübung sein.

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Anmerkung:
Bei
der SPD muss man sich allerdings auf eine etwas längere Zeit einstellen,
bis sich die Seite öffnet, was sich über den im heutigen Artikel
genannten Link auch nicht wesentlich verkürzt.
Dennoch lohnt es sich -
die Seite ist sehr attraktiv.
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Was
Worte ausrichten können
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Das
Jubiläum der Freien Turner in Dörnigheim wirkt immer noch nach,
was sicher deren hoher Stellenwert in der Region unterstreicht. Aber
auch die von Landrat Erich Pipa nun aufrichtig
bedauerte "Terminüberschneidung" beschäftigt weiterhin
die Gemüter. Der Vorsitzende des Kreistages Albert Huf
nimmt den Landrat ausdrücklich in Schutz und verweist auf den
vollgespickten Terminkalender Pipas. Die Vermutungen um die
wirklichen Beweggründe kann aber auch er nicht entkräften. Nur Erich
Pipa selbst weiß, was ihn zu seiner Entscheidung bewegt
hat. Für ihn dürfte es eine besondere Erfahrung sein, dass man
gewisse Dinge nicht mehr ändern kann.
Wie
heißt es so schön: "Zwei Dinge
kommen im Leben nie zurück - das gesprochene Wort und die verpasste
Gelegenheit".
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Ein
ganz anderes Thema ist der von Herrn Gert Eimer in
unten stehendem Leserbrief kritisierte Auftritt des
Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe (SPD). Die
Verknüpfung mit dem Thema Erich Pipa zu einer
Schlussbetrachtung sollte so nicht im Raum stehen bleiben. Er
liegt da etwas daneben, denn bei den Auftritten der Vertreter von
Institutionen und Verbänden handelt es sich um feste Bestandteile
eines Festkommerses und sind als stellvertretende Würdigung zu
verstehen. Dass dabei nicht jeder Redner eine glückliche Themen-
und Wortwahl trifft, dürfte menschlich sein und mit Erfahrung zu
tun haben.
Am
20. Januar veröffentlichte der Maintal TAGESANZEIGER eine kurze
Stellungnahme von MdB Dr. Sascha Raabe (SPD).

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Einen
weiteren Leserbrief im Maintal TAGESANZEIGER von Klaus
Seibert privat (nicht als WAM, DKP, Linkspartei, IG Metall,
maintaler sozialforum) zum gleichen Thema und die Anmerkungen der
MTA-Redaktion möchte ich hier bewusst nicht übernehmen, obwohl beide
Seiten bis zu einem gewissen Grad recht haben. Mir erscheinen hier
allerdings mehrere Themen zu verwurstelt, um zu einer negativen pauschalen
Aussage zu kommen. Es ist zu befürchten, dass hiermit eine Kette von
Reaktionen und Gegenreaktionen ausgelöst wird, die allerdings - trotz
richtiger Einschätzung im Fall der ehemaligen Kinderbeauftragten - an den
"verpassten Gelegenheiten" nichts mehr ändern können.
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17.
Januar 2006
SPD
CDU
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Vom
Streben nach "sozialer Gerechtigkeit"
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Es
ist schon eine kuriose Sache, wenn sich von Linksaußen bis Rechts
alles um die Besetzung eines einzigen Begriffes bemühen - die
soziale Gerechtigkeit. Das Original ist auf jeden Fall knallrot
aber inzwischen fast zum politischen Hampelmann verkommen, bei dem
man den Kopf nach Belieben auswechseln kann. Die kurioseste
Kombination ist allerdings die mit dem CDU-Kopf.
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Im
Wettlauf um die Wählergunst hat nun auch die CDU die
zentralen Themen entdeckt, mit denen man beim Wähler punkten
kann. Im letzten Wahlkampf wurden diese Begriffe noch
gemieden, wie der Teufel das Weihwasser und nun nimmt man
genau in diesem Weihwasser Vollbäder. Menschen, die sich mit
dem Herzen sozial engagieren, ist diese Art von
kopfgesteuerter Sozialtaktik zuwider.
Momentan
überbieten sich SPD und CDU gegenseitig in sozialer
Familienpolitik und geben vor, aus tiefster Einsicht und
Über- zeugung zu handeln. Sogar die kostenfreie
Kinderbetreuung mit ihrer momentanen Unbezahlbarkeit wird in
die Fläche und damit die Kommunen in arge Bedrängnis
gebracht. |
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Dort
müssten nämlich die vollmundigen Sprüche der Familienministerin und
einiger SPD-Strategen umgesetzt werden. Es
ist doch sonnenklar, dass die Kommunen nur dann darauf eingehen können,
wenn sie das gesamte Angebot rund um die Kinderbetreuung reduzieren bzw.
den Geburtenzahlen anpassen, um in den Haushalt eingestellte Ausgaben für
die Senkung oder den Wegfall der Gebühren einzusetzen. Das könnte
allerdings zum Flop werden, wenn das Berliner Gesamtpaket der
Familienförderung wirklich greifen und die Zahl der Geburten positiv
beeinflussen sollten. Dann könnten der Abbau von Stellen und Plätzen zum
Bumerang werden. Das Ringen um die soziale Kompetenz wird offensichtlich
zum Markenzeichen der Großen Koalition. Die SPD muss aufpassen, dass ihr
da dabei nicht die Felle wegschwimmen. Die Linken, die eigentlich die
Initialzündung für diese Entwicklung auslösten, weil CDU und FDP auf
einem aus heutiger Sicht auch in gewissen CDU-Kreisen abartigen Linie
waren und die SPD (sprich: Gerhard Schröder) im Wahlkampf erst viel zu
spät auf das Thema einging, diese Linken müssen sich heute fragen, ob
sie im falschen Film sind.
Die
Frankfurter Rundschau beleuchtete die Lage heute in folgendem
Kommentar:
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SPD
im Nebel
VON
RICHARD MENG
Dass
eine große Koalition die großen Parteien noch verwechselbarer
macht: Richtig überraschend kommt das nicht. Schon nach ein paar
Wochen gemeinsamer Regierungszeit befinden sie sich, vor allem dank
rhetorischer Schwenks der Merkel-Union, in einem Wettlauf, um
Begriffe zu besetzen: Gerechtigkeit und Familie, damit lässt sich
politisch punkten. Fragt sich nur, was wirklich drin ist im
Angebotspaket. Während die Union in der Tagespolitik schon eifrig
Anleihen macht, die Kanzlerin sogar das Wort Mindestlohn gebraucht
und somit der Profilierungsraum der SPD immer enger zu werden
scheint, sind die Sozialdemokraten auf der Suche nach einer neuen
Selbstvergewisserung - tagespolitisch und gleichzeitig auch
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