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Das
ist aber ein dicker Hund !
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Die
Seite für
die
blanke Empörung
Hasardeure
in Wirtschaft und Politik
Parasitäres Selbstverständnis
Hartz IV - PLUS -
eine geplante Schweinerei der CDU?
Josef Ackermann - "Und wer hat es
erfunden?"
Ackermann erneut unter Druck

Merkels
PR-Geck "George Bush"

Die Metamorphose des Gerhard Schröder

Wolfgang
Clement
-
Flucht vor der Entmannung

Eine
Zwangsgermanisierung scheidet aus
Roland
Kochs Einbürgerungsfragebogen

"Null
Toleranz" für Manfred Kanter

Kapitalismusdebatte
oder Rattenmentalität?
Mindestlohnkampagne
der Linken
Franz
Müntefering - der letzte Sozialist?

Private
Bebauungspläne
Kampf
der IG Anlieger
der
"Residenz an der Mainpromenade"

Brandschutz
- Planung und Wirklichkeit

"Mein
Mann fährt gleich das Auto weg!"
Selbstbedienungsladen
"Betriebliche
Altersversorgung"

Megalomanie
in der Anstalt
Der Fall "Florian Gerster"

Sparobjekt
Friedhöfe
Dörners interessante Meinung
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Tote
können
sich nicht wehren -
Angehörige
ratlos |
Geldmaschine
Leichenschau

Umzugsservice
der TELEKOM

Schilder-Wahnsinn

Krumme
Touren beim Vermieten

Mobilfunkantennen-Poker
Stadtkreis
Frankfurt/Rhein-Main
Chance
oder Kollaps?

"Die
fetten Brocken aus dem Speckgürtel"
Konzept
stößt Manchem sauer auf
Schächer
sieht im Stadtkreis Chancen
Offizielle
Stellungnahme Maintals fehlt
"Das
führt zum Kollaps der Region"
Von
Tigern, Bettvorlegern und Stadtkreisen
Eyerkaufer
lehnt Stadtkreis ab
Offenbach
will es eine Nummer größer
So
groß soll Frankfurt werden
Herbe
Kritik an Roths Stadtkreismodell
Der
Staat gab die Steilvorlage
 
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Dies
ist die Seite für schreiende
Ungerechtigkeiten und blanke
Empörung über den Umgang mit
Menschen, die in höchstem Maß der Willkür
von Staat und Wirtschaft ausgesetzt
sind.
Von
Tag zu Tag verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass unser Land unter
einer Dauerdepression leidet, die dazu führt, dass sich die Menschen
einigeln und alles um sich herum feindselig empfinden. Sie trauen Nichts
und Niemandem mehr, weil sie spüren, dass sich inzwischen die Stärkeren
rigoros durchsetzen und Ethik und Moral zu einer Nebensächlichkeit
verkommt - ja sogar als Schwäche ausgelegt wird. Die schweren Brecher der
wirtschaftlichen See, in der wir uns befinden, wirft immer mehr auf den
Strand. Das wiederum verhindern oft nur einige Felsen in der Brandung, die
die Wucht der Brecher abbremsen, jedoch nicht ganz verhindern können.
Diese
Felsen in der Brandung sollten eigentlich die von uns gewählten
Volksvertreter und die Organisationen sein, die sich für die
Interessen der Bürger einsetzen und die Rahmenbedingungen gestalten. Sie
sind es oft aber nicht, weshalb man sie auch mit niedriger Wahlbeteiligung
bis hin zur offenen Verachtung abstraft.
Der
Aufbau der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg fußte
einzig auf dem Gedanken der Solidarität zwischen allen Teilen des Volkes,
die ihre Kraft und Gesundheit in den Wiederaufbau steckten, der
Deutschland zu dem machte, was es bis in die 80er Jahre war. Arbeitskraft
und Kapital vereinigten sich zu einer sozialen Marktwirtschaft, die
äußerst erfolgreich unsere Land an die Spitze in Europa und in vielen
Bereichen der ganzen Welt brachte. Parteien, Gewerkschaften und die
Wirtschaft rangen hart um Positionen, zogen aber gemeinsam an einem
Strang. Wir Bürger zahlten unsere Abgaben im Bewusstsein, damit auch
versorgt zu sein, wenn unsere Arbeitskraft Schaden nehmen würde oder wir
aus der Arbeitswelt ausscheiden oder ausscheiden müssen.
Mit
dem weltweiten Heranwachsen einer gefährlichen Brut egoistischer und
gewissenlos agierender Manager in Politik und Wirtschaft sowie dem
Zusammenbruch politischer Strukturen in den 90er Jahren, die uns die
Vereinigung unseres Landes bescherte, wurde eine Entwicklung eingeleitet,
die meiner Ansicht nach weder die Politiker, noch die einst so stolzen
deutschen Konzerne, der Mittelstand oder die Gewerkschaften im Griff
haben.
Die
sozialen Strukturen unseres Landes brechen mehr und mehr auseinander,
weite Teile der Bevölkerung verarmen und sind dennoch weiterhin
Wirtstiere für jede Art von Schmarotzern - der Staat inbegriffen.
Auszubaden
haben es die, die ihre Arbeitskraft, ihre Gesundheit, oft auch
Lebensfreude und Glück sowie natürlich einen großen Teil ihrer
Einkünfte ein Leben lang geopfert haben, um jetzt erkennen zu müssen,
dass man sie schlichtweg um alles betrogen hat, was einst als
"Lohn" für all die Entbehrungen galt. Die Jungen und die, die
noch im Arbeitsprozess stehen, haben mit anzusehen, wie sie weiterhin in
eine Rentenversicherung einbezahlen müssen, die ihren Namen nicht mehr
verdient. Die Rentner wissen nicht, was sie noch erwartet.
Derweil
irren zahllose Herrenreiter umher und suchen neue Pferde, die man tot
reiten kann und die Unternehmen nehmen die qualifiziertesten
Pferdeschinder ins Team auf, damit sie nicht gegenüber ihren Konkurrenten
zurückfallen, die sich ebenfalls der neuen rigorosen Marktwirtschaft
verschrieben haben.
Kommunismus
und Kapitalismus sind meiner Meinung nach inzwischen gleichermaßen
gescheitert.
Keines
der beiden Modelle kann deshalb zur Gesundung dieser pestähnlichen
Krankheit beitragen, die die ganze Welt infolge der Globalisierung
ergriffen hat.
Es
wird eines langjährigen Umerziehungsprozesses bedürfen, der in den
Schulen beginnen und sich über die Universitäten fortsetzen muss, damit
die zukünftig an der Spitze der Prozesse stehenden Personen Arbeitskraft
und Kapital ethisch, moralisch und humanorientiert zusammenführen. Dazu
müssen sie aber erst die jetzigen rigorosen und gewissenlosen Macher
überleben. Denn solange diese Spezies Macht ausüben kann, wird sie es
tun.
Keine
leichte Aufgabe und ein langwieriger Prozess!!
Den
Auswirkungen dieser Entwicklung und den Ansätzen für Veränderungen ist
diese Seite gewidmet. Sie wird wie die Vielzahl der Missstände
thematisch wachsen und ich wünsche mir, dass sich meine Leser aktiv
an der Gestaltung der Seite beteiligen.
Es
wird doch noch Felsen in der Brandung geben - da bin ich ganz sicher!
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Hasardeure
in Wirtschaft und Politik |
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Man
kann natürlich sofort die Augenbrauen heben, wenn man den Begriff
"Hasardeur" in diesem Zusammenhang verwendet, denn, wer ist denn
mit "Jemand, der leichtsinnig Risiken im Vertrauen auf sein Glück in
Kauf nimmt u. alles aufs Spiel setzt ohne Rücksicht auf andere"
gemeint?
Beim
näheren Hinsehen finden wir unser ganzes System durchsetzt von
Hasardeuren.
-
Politiker,
die Rentenkassen zweckentfremdet plündern (Bafög, Vereinigung etc.),
-
Politiker
und Gewerkschaften, die im Glauben an mehr Beschäftigung und Wachstum
den Unternehmen Vorteile zu Lasten der gesamten Bevölkerung
verschaffen,
-
Gewerkschaften,
die mit Arbeitszeitverkürzungen lediglich die Schwarzarbeit
ankurbelten,
-
Gewerkschaftler,
die mit der partiellen Abrückung von den Flächentarifverträgen
ihren eigenen schleichenden Untergang einläuteten, ohne von den
Unternehmen belastbare Gegenleistungen für die Beschäftigten zu
erhalten,
-
Politiker,
die zugunsten der unternehmerisch lukrativen Vereinigung unseres
Landes die Wirtschaftskraft der Bevölkerung in der Hoffnung auf ein
erneutes "Wirtschaftswunder "derart schwächten, dass wir
aus der Rezession nicht mehr herauskommen,
-
Politiker,
die die Bevölkerung der neuen Bundesländer nach der Vereinigung zum
Nulltarif in die Rentenversicherung übernahmen, deren beinahe
wertlosen Ersparnisse jedoch 1:1 umtauschten um das neue
"Wirtschaftswunder" anzukurbeln,
-
Banken,
die einen großen Teil ihres Kapitals regelrecht an den Börsen
verspielten, um anschließend tausende von Menschen auf die Straße zu
setzen,
-
Versicherungen,
die der Versuchung erlagen, ihr Kapital mit dubiosen Geldanlagen zu
vermehren, obwohl es sich um Einlagen zur Absicherung von Risiken
handelte,
-
Konzerne,
die Firmen in der Hoffnung kaufen oder tauschen, dass neueste
"Erkenntnisse" der Gewinnvermehrung greifen würden. Das
Risiko trägt die Belegschaft, die Auswirkungen das Gemeinwesen.
Die
Liste lässt sich beliebig verlängern.
Irgendwie
hat ein ethisch-moralischer Wandel tiefgreifende neue Denkstrukturen
erzeugt, die sich täglich mehr und intensiver gegen die Menschen selbst
richten. Liegt es daran, dass wir in der Zeit, zu der diese Entwicklung
einsetzte, einfach zu wenig sensibilisiert waren, weil es uns zu gut ging?
Haben
wir nicht bereitwillig unseren Wohlstand mit neuen Erziehungsmodellen für
unsere Kinder gekoppelt, die sich jetzt gegen uns richten? Wie sehr haben
wir uns zum Beispiel amüsiert über die, die uns vor dem Konsumterror
warnten. Wir begriffen nicht, dass wir zum Spielball der
Verführungskünste der Werbung werden würden, die uns bereits zu
"Asozialen" abstempelte, wenn wir keine Markenkleidung trugen
oder einen bestimmten Lebensstandard nicht vorwiesen.
Das
hat viele Menschen ebenfalls zu Hasardeuren gemacht, die heute total
überschuldet und oft auch noch arbeitslos am Existenzminimum leben.
Ferienreisen
auf Pump - angeboten von allen Reiseveranstaltern lassen jährlich viele
Menschen für einen kurzen Zeitraum die Alltagssorgen "all inclusive"
vergessen. Inzwischen gibt es auf der anderen Seite auch viele
Zeitgenossen, die sich während eines kurzen Zeitraumes gut mit
Lebensmitteln versorgt in den eigenen vier Wänden einigelt, damit die
Nachbarn glauben, sie seien verreist.
Menschen,
die in anderen Denkstrukturen aufgewachsen sind, sind teilweise immun
gegen derartige Auswüchse und setzen mehr auf Sicherheit. Noch nie war
die Summe aller Ersparnisse der Bundesbürger so hoch, noch nie die Zinsen
so niedrig. Trotzdem beschränkt sich der Konsum bei der sparenden
Bevölkerung auf das Wesentliche, während der Rest entweder "auf
Pump" lebt oder von der Hand in den Mund.
Gerade
die Sparer sind es aber, die die Phantasien der Politiker am meisten
anregen. Sie glauben zu wissen, dass sich der Löwenanteil der Sparsumme
auf den Konten der Rentner und Pensionäre befindet. Wie sonst lässt sich
erklären, dass man gerade an die Rentenbezüge und an die
Erbschaftssteuern herangeht? Sollen doch die Rentner ihre Ersparnisse
aufzehren!
Während
man von der Herstellung günstigerer Rahmenbedingungen für die
Unternehmen spricht, fragt kein Politiker nach den Rahmenbedingungen der
Rentner.
Lediglich
2.000 der 20.000.000 Rentner erhalten derzeit die Höchstrente von 2.200
Euro - die Beamten, die politischen Wahlbeamten und sonstigen
Bezugsempfänger mal ausgenommen. Alle anderen Rentner müssen im Schnitt
mit der Hälfte des Betrages bei ständig steigenden Mieten und
Lebenshaltungskosten auskommen, wenn sie ihre Ersparnisse zur
Alterssicherung nicht antasten wollen.
Wenn
dann so ein Politiker, Gewerkschaftler oder ein zu den
"Top-Verdienern" gehörender Schwätzer wieder in einer der
beliebten Talkrunden herumsalbadert, hebt sich bei mir in der Regel der
Magen. Sie sind die wahren Hasardeure, die Szenarien kommentieren,
über die sie praktisch vollends die Kontrolle verloren haben. Ein
weltwirtschaftliches Perpetuum mobile, das es eigentlich nicht geben
dürfte, wirkt bis in den letzten Winkel unseres Lebens. Alle Energien
bezieht es aus der Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang oder einen
guten Verlauf.
Wir
brauchen neue Denker, die diesen gordischen Knoten durchschlagen können.
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Hartz - IV PLUS - eine
geplante Schweinerei der CDU? |
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Die CDU zeigt mal wieder
ihr wahres Gesicht - besonders die Umgebung von Roland Koch.
Das Ansinnen, das man
"Projekt Sippenhaftung" nennen könnte, stößt
verständlicherweise auf großen Widerstand und geht praktisch mit der
schleichenden Versklavung von Teilen der Bevölkerung einher. Weit und
breit ist nichts von der Verantwortung der Unternehmen an der
Arbeitslosigkeit zu sehen oder zu hören.
Wie wäre es denn, wenn
die Unternehmen die Kosten für Alg II übernehmen müssten, bis die
Betroffenen wieder in einer festen Arbeit sind? Schließlich haben sie ja
auch den Nutzen der Personalfreisetzungen.
Nun sollen - wenn es nach
Frau Lautenschläger geht - ganze Familiengeflechte in die Verantwortung
genommen werden, wenn ein oder mehrere Familienangehörige ihren
Arbeitsplatz verlieren.
Aus dem Beispiel
gescheiterter Ehen in Verbindung mit Arbeitslosigkeit ist bestens bekannt,
wie sich viele vom Unterhalt betroffene Personen zwangsläufig verhalten.
Sie gleiten ab und bekommen keinen Boden mehr unter die Füße. Gegen
Verwandtschaftsverhältnisse kann man sich ebenfalls nicht wehren und
viele Lebensplanungen gerieten in die Schieflage, nur weil Firmen zu
Lasten der Belegschaft ihre Gewinne erhöhen und diese auch noch skrupel-
und schamlos ausweisen.
Wenn sie - lieber Leser -
demnächst wieder an die Wahlurne gerufen werden, sollten sie bei aller
Verdrossenheit auch bedenken, welcher Denke Sie zum Durchbruch verhelfen
wollen.
Die Folgen für
Fehlentscheidungen haben Sie und das ganze Volk einfach nicht verdient!
Die Familie soll
zahlen
Lautenschläger denkt
über Hartz IV-Reform nach / Kritik aus Berlin
Hessens Sozialministerin Silke
Lautenschläger (CDU) hat mit einem Vorschlag zur Verschärfung
der Hartz IV-Regelung massive Kritik ausgelöst. Der hessische
DGB-Vorsitzende Stefan Körzell nannte die Ministerin einen
"sozialpolitischen Eisschrank".
Wiesbaden · 6. Juli ·
mat/rtr · Lautenschläger hatte nach einem Bericht der Berliner Zeitung
vorgeschlagen, einen "Unterhaltsrückgriff" beim
Arbeitslosengeld II einzuführen. Danach müssten zunächst Eltern oder
erwachsene Kinder von Langzeit-Arbeitslosen für deren Unterhalt
aufkommen, bevor Anspruch auf staatliche Hilfe besteht. Eine solche
Regelung gibt es bisher nur bei der Sozialhilfe. Mit ihrem Vorschlag wolle
sie nicht Familien zusätzlich belasten, sondern "Missbrauch bei
Hartz IV abstellen", verteidigte sich Lautenschläger am Mittwoch in
Wiesbaden: Derzeit werde ein erwachsener Sohn, der in einer Familie lebe,
als "eigenständige Bedarfsgemeinschaft" betrachtet, so die
Ministerin. Der Staat gehe davon aus, dass der Sohn den Eltern Miete zahle
und überweise auch dann Geld, wenn tatsächlich keinerlei Kosten für
Unterkunft anfielen. Das müsse gestoppt werden.
DGB-Chef Körzell wirft
Lautenschläger vor, Erwerbslose gleich zwei Mal bestrafen zu wollen -
"erst mit dem abgesenkten Arbeitslosengeld II und dann mit dem
möglichen Betteln bei Eltern und Kindern nach Unterhalt". Von einer
Sozialministerin erwarte er "Lobbyarbeit für die Schwachen, aber
keine Vorschläge aus der Tiefkühltruhe", sagte Körzell. Die
Landtags-Grünen warfen Lautenschläger vor, Familien in Armut zu
stürzen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)
sagte: "Der Vorschlag der Landesregierung läuft darauf hinaus,
Arbeitslosigkeit zu privatisieren. Es ist der Ausstieg aus dem
Solidarsystem Arbeitslosenversicherung." Bundesfamilienministerin Renate
Schmidt (SPD) sprach von der "familienfeindlichsten
Maßnahme", die sie sich vorstellen könne.
Frankfurter Rundschau
07.07.2005
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Linke
startet Mindestlohnkampagne |
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Fast
40.000 Beschäftigte im Main-Kinzig-Kreis arbeiten zu Armutslöhnen
Die
Linke startet am 1. Mai ihre Mindestlohnkampagne. Der
Bundestagsabgeordnete der Linken im Main- Kinzig-Kreis Werner
Dreibus stellte hierzu auf einer Mitgliederversammlung die
Kampagne vor.
Dreibus
erläutete hierbei, dass bereits
36 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor arbeiten:
24 Prozent bekommen prekäre Löhne und 12 Prozent erhalten gar
Armutslöhne.
-
Prekäre
Löhne bedeuten weniger als 2.163 Euro monatlicher Bruttolohn
(Vollzeit), was 75 Prozent des Durchschnittslohns entspricht.
-
Von
Armutslöhnen spricht man, wenn ein Mensch weniger als 50 Prozent des
Durchschnittslohns verdient. Das sind derzeit 1.470 Euro brutto im
Monat für eine Vollzeitarbeit. Davon sind gegenwärtig rund 3,8
Millionen Menschen in Deutschland betroffen.
"Es
ist heute für viele Beschäftigte nicht mehr möglich, von dem Einkommen
aus Vollzeitbeschäftigung, den Lebensunterhalt zu bestreiten," so
Dreibus. Die Forderung der Linken: mindestens 8 Euro die Stunde als
gesetzlichen Mindestlohn in einem Gesetz als Startschuss. Gestartet wurde
die Kampagne 8 plus mit dem Internetauftritt www.8euro.de
.
Auch
im Main-Kinzig-Kreis ist prekäre Beschäftigung längst Wirklichkeit, so
der Sprecher des Arbeitskreises Mindestlohn der Linken Main-Kinzig Andreas
Müller. "Bei rund 110.000 sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigten im Main-Kinzig-Kreis heißt das, dass rund 39.600
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Niedriglohnbereich arbeiten,
davon 26.500 in prekärer Beschäftigung. Von diesen arbeiteten wiederum
13.200 Beschäftige (nach WSI 12 %) im Armutslohnbereich. Dies bedeute,
dass sie weniger als die Hälfte des Durchschnittslohns pro Monat
verdienten. Dies entspricht 1442 Euro brutto im Monat. Dies ergibt ein
Nettolohn von 1021 Euro bei einem Alleinstehenden und entspricht damit
auch in etwa der durch die Bundesregierung definierten Armutsgrenze von
985 Euro netto.
Hinzu
kommt noch ein Großteil der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.
In Hessen arbeiteten laut Statistik der Bundesknappschaft 491.048
Beschäftigte in solchen Minijobs. Im Verhältnis zur sozialversicherungs-
pflichtigen Beschäftigung (23,5%) bedeute die für den Main-Kinzig-Kreis
nochmals ca. 25.850 geringfügig Beschäftigte, die in aller Regel im
Armutslohnbereich arbeiten. Somit arbeiten insgesamt ca. 65.450
Beschäftige im Kreis zu Niedriglöhnen, davon ca. 39.500 zu
Armutslöhnen.
Unter
dem Motto 8€ plus werde man deshalb auch in der nächsten Zeit im
Main-Kinzig-Kreis aktiv werden. Wir werden die Ausschreibungspraxis des
Kreises und der Kommunen überprüfen und hier fordern, dass Betriebe die
Armutslöhne zahlen, nicht berücksichtigt werden. Ebenso werde man aktiv
eine Vergabepraxis einfordern, bei der schon in der Ausschreibung
Mindestbedingungen und Mindestlöhne festgelegt werden. Die
Vermittlungspraxis der AQA werde man anschauen und daraufhin überprüfen,
ob hier verstecke Kombilöhne gezahlt werden, also Arbeitslose in
Armutslöhne vermittelt werden und anschließend ergänzende Leistungen
erhalten.
Bei
Betriebs- und Personalräten wird die Linke eine Kampagne starten, um zu
verhindern, dass Zeitarbeits- firmen die die sogenannten
Vergelts-Gott-Tarife der Christlichen "Gewerkschaften" mit
Löhnen von 5,02 € bis 6,80 €/Std. anwenden, in den Betrieben
Aufträge bekämen. Hier könnte durch Betriebsvereinbarungen festgelegt
werden, dass Zeitarbeiter den gleichen Lohn wie im Einsatzbetrieb
bekämen. Die Linke wird ab dem 1. Mai eine Liste der "schwarzen
Schafe" den Betriebsräte zur Verfügung stellen. www.dielinke-mkk.de
Die
Tarifbindung von Arbeitsplätzen nimmt in den letzten Jahren rapide ab.
Auch durch die Hartz-Gesetze hat der Druck auf die Löhne zugenommen.
Durfte früher ein Arbeitsloser eine untertarifliche Entlohnung ablehnen,
so ist heute nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit quasi jede Beschäftigung
zumutbar. Hinzu komme, dass es selbst den Gewerkschaften häufig nicht
mehr gelingen würde auskömmliche Löhne zu vereinbaren. In vielen
Dienstleistungsbereichen gäbe es bereits Stundenlöhne im Armutsbereich.
Als Beispiele seien nur die Frisöre in Sachsen mit 3,06 Euro genannt, die
mit einer Vollzeitbeschäftigung auf 615,- € brutto im Monat kommen.
Ein
überdurchschnittliches Niedriglohnrisiko tragen Frauen, Beschäftigte im
Osten, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Beschäftigte in Betrieben
mit bis zu 20 Beschäftigten. Hinzu kommt, dass alle Regelungen der
geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse dazu dienten und dienen, den
Niedriglohnsektor dauerhaft zu etablieren. Zwei Drittel aller geringfügig
Beschäftigten sind Frauen und damit wird die Rolle als "Zuverdienerin"
zementiert. Dies hat gravierende Auswirkungen für unsere sozialen
Sicherungssysteme.
Deshalb
fordere die Linke einen gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8
Euro.
Die
Erfahrungen unserer Nachbarländer zeigen, dass ein Mindestlohn nicht nur
machbar ist, sondern die Kaufkraft stärkt und Arbeitsplätze schafft.
Nach aktuellen Untersuchen sei durch die Einführung eines Mindestlohnes
z.B. in Großbritannien kein einziger Arbeitsplatz verloren gegangen,
sondern Impulse für Wachstum und Binnenkonjunktur ausgegangen. Weitere
Infos unter www.8euro.de
"Gebrauchsanleitung"
für die "Schwarzen Schafe":
-
Diese
Liste gibt nur die in Verbänden organisierten Zeitarbeitsfirmen
wieder, die mit der "christlichen" Tarifgemeinschaft CGZP
Verbands- oder Haustarife abgeschlossen haben und im Internet zu
recherchieren sind,
-
Viele
Zeitarbeitsfirmen sind nicht in Verbänden organisiert, wenden aber
die Tarife an. Deshalb erhebt die Liste keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, soll den Betriebsräten aber eine Hilfe sein.
-
Von
jedem Zeitarbeitnehmer den Arbeitsvertrag vorlegen lassen und
überprüfen.
-
Viele
schwarze Schafe wenden z.B. per Arbeitsvertrag den Albecon Haustarif
an, dieser beginnt im Westen mit 5,02 € Stundenlohn.
-
Zeitarbeitsfirmen
aus den neuen Bundesländern können bei den
"Christentarifen" die Osttarife auch im Westen zahlen.
-
Deshalb
nach Überprüfung der Tarife: Betriebsvereinbarung verlangen und
Beschäftigung zu besseren Bedingungen, möglichst gleicher Lohn und
gleiche Arbeitsbedingungen wie im Entleiherbetrieb durchsetzen.
-
Beispiele
bei www.igmetall-zoom.de
-
Weiter
Fragen und Firmen, die z.B. Christentarife anwenden ohne in unser
Liste zu stehen, bitte an uns melden.
-
Die
DGB Tarife sind besser, aber nicht viel besser, auch hier kann per BV
gleicher Lohn und gleiche Behandlung durchgesetzt werden.
Liste
der schwarzen Schafe bei den
Niedriglöhnen
AMP
Tarif im Main Kinzig Kreis ansässig:
Eingangsstufe
6,80 €/std. http://www.igmetall-zoom.de/PDF/TV/AMP/AMP-Entgelttarifvertrag-West_ratifiziert.pdf
PeCo
Personaldienstleistungen GmbH Hauptsitz Langstr. 36 63450 Hanau
Tel.
06181-9018-25 Fax 06181-901828
friedel.schmidt
(at) peco-web.de
www.peco-web.de
ARAKANGA
GmbH Eugen-Kaiser-Str. 33 63450 Hanau
Tel.
06181-9328-0 Fax 06181-9328-28
cornelia.hofmann
(at) arakanga.de
Personaldienste
Elfi Wiesner e.Kfr. Hauptsitz Vor der Kinzigbrücke 11 63452
Hanau
Tel.
06181-30086-0 Fax 06181-30086-10
info
(at) personaldienste-wiesner.de
www.personaldienste-wiesner.de
mainplan
GmbH Hauptsitz Dieselstr. 4 63526 Erlensee
Tel.
06183-91440 Fax 06183-914429
jwi
(at) mainplan.de www.mainplan.de
IHM
engineering GmbH Hauptsitz Dieselstr. 4 63526 Erlensee
Tel.
06183-91010 Fax 06183-910150
brigitte.mueller
(at) ihm-gmbh.de www.ihm-gmbh.de
In
der näheren Umgebung:
Extra
schwarzes Schaf
Allbecon
Personaldienstleistungen GmbH
Zweigniederlassung
Frankfurt am Main Bockenheimer Landstrasse 43 60325 Frankfurt / Main
http://www.allbecon.de
Haustarif
mit Eingangsstufe West 5,02 € http://www.igmetall-zoom.de/05/11/ETV%20ab%2003%202005%20Allbecon.pdf
INZ
(Interessengemeinschaft Nordbayrischer Zeitarbeitsunternehmen)
Komplette
Mitgliederliste:
http://www.inz-ev.de/html/mitglieder_a.html
Eingangsstufe
6,30 €/Std.
http://www.igmetall-zoom.de/PDF/TV/CGZP/INZ-Entgelttarifvertrag-West.pdf
Im
Main Kinzig Kreis und Umgebung.
Dipl.-Ing.
Erhard Rübsam GmbH Kreuzgrundweg 8 36100 Petersberg
Telefon:
0661 / 96919 - 0 Telefax: 0661 / 96919 - 90
http://www.ruebsam-fachkraefte.de
info@ruebsam-fachkraefte.de
Niederlassungen
in Fulda, Erfurt, Schmalkalden, Bad Salzungen, Eisenach, Frankfurt-Main
Dünkel
& Keller Technik GmbH St.-Georgen-Str. 9 95463
Bindlach/Bayreuth
Telefon:
09208 / 662 - 0 Telefax: 09208 / 1639
http://www.duenkelundkeller.de
info@duenkelundkeller.de
Niederlassungen
in Berlin, Eschborn/Frankfurt-Main, Ostfildern/Stuttgart, Leipzig, Halle,
Erfurt und Dresden
manus
Zeitarbeit Frankfurt GmbH Zeil 77 60313 Frankfurt
Telefon:
069 / 920780 - 0 Telefax: 069 / 920780 - 76
http://www.manus-zeitarbeit.de
info@manus-zeitarbeit.de
Niederlassungen
in Offenbach, Gießen, Hanau, Aschaffenburg, Bad Salzungen, Erfurt, Gera,
Fulda, Meiningen
Omega
Mediation Clinical Research Services e.K. Mainzer Straße 1 55411
Bingen
Telefon:
06721 / 1811 - 0 Telefax: 06721 / 1811 - 18
http://www.omega-mediation.com
Sonja.Hofmann@omega-mediation.com
Niederlassung
in Offenbach
Top
Time Service Gesellschaft für Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung mbH
Wilhelm-Leuschner-Straße
15 60329 Frankfurt
Telefon:
069 / 250054 Telefax: 069 / 237924
http://www.tts-toptime.de
info@tts-toptime.de
VPL
Personal Leasing GmbH Hermanstrasse 1 86150 Augsburg
Telefon:
0821 / 34518 - 0 Telefax: 0821 / 34518 - 0
http://www.vpl-zeitarbeit.de
info@vpl-zeitarbeit.de
Niederlassungen
in Augsburg, Arnsberg, Frankfurt, Iserlohn, Wetzlar
Zeitkraft
Gesellschaft für Zeitarbeit mbH Theodor-Heuss-Ring 42 63128
Dietzenbach
Telefon:
06074-91712-0 Telefax: 06074-91712-10
http://www.zeitkraft-gmbh.de
info@zeitkraft-gmbh.de
Mit
AMP Tarif:
Eingangstufe
6,80 € Std. http://www.igmetall-zoom.de/PDF/TV/AMP/AMP-Entgelttarifvertrag-West_ratifiziert.pdf
PERSONAL
SPRINGER DIENSTLEISTUNGS GmbH Niederlassung Roßmarkt 13 60311
Frankfurt/M.
Tel.
069-9130880 Fax 069-91308849
nl.frankfurt
(at) personal-springer.de
www.personal-springer.de
VIP
Frankfurt Personaldienstleistung GmbH Hauptsitz Kleiner Hirschgraben 8
60311 Frankfurt/M.
Tel.
069-1337350 Fax 069-13373510
info
(at) vip-personaldienstleistung.de
www.vip-personaldienstleistung.de
DPS
Diefenbach Personal Service GmbH Hauptsitz Goethestr. 25 60313
Frankfurt/M.
Tel.
069-281344 Fax 069-292192
dpsffm
(at) aol.com
www.dpsffm.de
dactylo
GmbH Hauptsitz Große Bockenheimer Str. 13 60313 Frankfurt/M.
Tel.
069-282128 Fax 069-20212
dactylo
(at) t-online.de
manus
Zeitarbeit Frankfurt GmbH Hauptsitz Zeil 77 60313 Frankfurt
Tel.
069-920780-0 Fax 069-920780-76
info
(at) manus-zeitarbeit.de
www.manus-zeitarbeit.de
IPM
Interim-Plan- Montage GmbH Hauptsitz Goethestr. 18 60313 Frankfurt am
Main
Tel.
069-2990040 Fax 069-29900420
Personal
Team GmbH Hauptsitz Hochstr. 31 60313 Frankfurt
Tel.
069-9207790 Fax 069-92077918
kontakt
(at) personalteam-frankfurt.de
www.personalteam-frankfurt.de
FARA
GmbH Hauptsitz Oeder Weg 15 60318 Frankfurt a.M.
Tel.
069-24450030 Fax 069-24450050
info
(at) fara.de
DS
Montage- und Personalmanagement GmbH
Hauptsitz
Eschersheimer Landstr. 348 60320 Frankfurt / Main
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info
(at) ds-zeitarbeit.de
www.ds-zeitarbeit.de
Franz
GmbH Personalservice Hauptsitz Mainzer Landstr. 131 60327
Frankfurt
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069-2440490 Fax 069-73998578
franz
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www.zeitarbeit-franz.de
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Time Service GmbH Hauptsitz Wilhelm-Leuschner-Str. 15 60329
Frankfurt
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069-250054 Fax 069-237924
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(at) tts-toptime.de
www.tts-toptime.de
ARENA
Personal Management GmbH Hauptsitz Am Hauptbahnhof 8 60329
Frankfurt/M.
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069-219339-0 Fax 069-219339-99
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Personal
Depot GmbH Hauptsitz Berger Str. 188-190 60385 Frankfurt/M.
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069-956367-0 Fax 069-95636711
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People
Agentur für Zeitpersonal GmbH Niederlassung Borsigallee 21 60388
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j.fahrenschon
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ABRAXAS
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Service Sicherheitsdienste GmbH Hauptsitz Karl-von-Drais-Str. 16-18
60435 Frankfurt/M.
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069-95423-251 Fax 069-5483535
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ICB
GmbH Hauptsitz Praunheimer Weg 34c 60439 Frankfurt a. M.
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0234-384106 Fax 0234-384105
icb
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Classic
personal service GmbH & Co. KG Hauptsitz Quirinsstr. 8 60599
Frankfurt/M.
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069-2970430 Fax 069-29704315
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MT
Personal Plus e.K. Hauptsitz Babenhäuser Landstr. 45 60599 Frankfurt am
Main
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069-68601-569 Fax 069-68601-788
mt.personalplus
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Bruno
Stärk Fachpersonalleasing Niederlassung Baseler Str. 34 60654
Frankfurt/M.
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069-24182374 Fax 069-24247380
brunostaerk
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www.gutefachmaenner.de
FM
Zeitarbeit Hauptsitz Höllwiese 18 61276 Weilrod
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06083-959174 Fax 06083-959177
fmzeitarbeit
(at) web.de
ALLTIME
Personal-Zeitservice GmbH Hauptsitz Bernandstr. 112 63067 Offenbach
Tel.
069-82379040 Fax 069-82379041
Office
(at) Alltime-Personal.de
www.Alltime-Personal.de
IBB
Ingenieurbüro für Betriebs- u. Anlagenautomatisierung GmbH
Hauptsitz
Berliner Str. 312 63067 Offenbach
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069-822184 Fax 069-822186
Lochner
(at) ibb2000.de
www.ibb2000.de
german
try + hire Hauptsitz Starkenburgring 12a 63069 Offenbach
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069-949481-00 Fax 069-949481-04
marinaludwig
(at) germantryandhire.de
www.germantryandhire.de
Zeitkraft
Gesellschaft für Zeitarbeit m.b.H. Hauptsitz Theodor-Heuss-Ring 42
63128 Dietzenbach
Tel.
06074-91712-0 Fax 06074-91712-10
w.emmerling
(at) zeitkraft-gmbh.de
www.zeitkraft-gmbh.de
Koch
& Benedict GmbH Hauptsitz Frankfurter Str. 168-172 63263
Neu-Isenburg
Tel.
06102-370846 Fax 06102-320207
info
(at) kochundbenedict.de
www.kochundbenedict.de
Bundesweite
schwarze Schafe:
Mitglied
von BZA oder IGZ und Anwendung "Christentarife" in Teil- oder
Tochterbetrieben:
ABBI
GmbH Personalservice,
AMP
und IGZ
www.abbi.de
alpha
Personal-Service GmbH,
IGZ
und AMP
www.personalservice-alpha.de
Alpha
Personalmanagement GmbH, Iserlohn/ Haustarif CGZP
Altmann
GmbH Personaldienstleistungen, BZA und AMP AMG Personal Management
Beteilungsgesellschaft
mbH, IGZ (FOT) und AMP
www.amg-zeitarbeit.de
Arex
Industrieservice GmbH, Bochum/ Haustarif CGZP
ARWA
Personaldienstleistungen, AMP und IGZ (FOT)
www.arwa.de
AÜG
Personaldienstleistungen GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.aueg-gmbh.de
awigu
Personalleasing GmbH, IGZ und AMP
www.awigu.de
AWS-Personalservice
GmbH, BZA und AMP
www.aws-personalservice.de
Bärbel
Oelrichs Two Personal Leasing, IGZ und AMP
bhm
GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.bhmpersonal.de
Braukmann
Personalmanagement GmbH, Lübeck/Anerkennungstarifvertrag des TV
Neptun
CENTRA-Zeitarbeit
GmbH Zentrale Köln, IGZ (FOT) uns AMP
www.centra-zeitarbeit.de
DEKRA
Arbeit GmbH, BZA und AMP
www.dekra-arbeit.de
ELSTA
GmbH & Co. KG, Haustarifvertrag CGZP
http://www.elsta-gmbh.de/
Ematec
GmbH & Co.KG, Haustarifvertrag CGZP
http://www.ematecgmbh.de
ESD
Industrial Solution & Service GmbH, IGZ und AMP
www.esd-dienste.de
F
& G Personaldienst GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.F-G-Personal.de
FARA
GmbH, IGZ und AMP
Fink
Personaldienstleistungs GmbH, BZA und AMP
www.personal-fink.de
GEMOWA
mbH, IGZ (FOT) und AMP
www.gemowa.de
GEO-MONT
Personaldienste GmbH, IGZ und AMP
www.geo-mont.de
headwaypersonal
GmbH, BZA und AMP
www.headwayholding.com
Hello
Personal Projekte GmbH, BZA und AMP
www.hello-people.de
Herberg
Zeitarbeit, IGZ und AMP
www.herberg.de
IHD
GmbH/IHD Industrie-Handwerk-Dienstleistungen GmbH, BZA und AMP
www.ihd-gmbh.de
Indura
Industriemontagen, IGZ und AMP Interime AG, IGZ und AMP
www.intertime-ag.de
IPN
Brainpower & Co. KG, IGZ und AMP
www.ipn-nbg.de
Job
Power Personaldienstleistungs GmbH, Hamburg und Dortmund/ Haustarif
CGZP
Küspert
GmbH, IGZ und AMP
www.kuespert-zeitarbeit.de
MAFA
Industrieservice GmbH, IGZ und AMP
www.mafa-industrieservice.de
manus
GmbH Frankfurt/Main, IGZ (FOT) und AMP
www.manus-zeitarbeit.de
merkur
Zeitarbeit, IGZ und AMP
Mike
Renn Zeitarbeit, IGZ und AMP
www.mr-personalservice.emsnet.de
modern
time work GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.modern-time-work.de
MPS
Personalservice GmbH, BZA und AMP
Mumme
Personaldienstleistungen GmbH, BZA und AMP (FOT)
http://mpdl.mumme.de
OPPM
Office Professional Personalmanagement GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.office-personal.com
Optima
Personal - Dienstleistungen GmbH, IGZ (FOT) und BZA
PELE-Personl-Leasing,
IGZ (FOT) und AMP
www.pele.de
PLUSS
Personal Leasing und System Service GmbH, IGZ und AMP
www.Pluss.de
Pro
Futura Personalservice GmbH, IGZ und AMP
www.Leiharbeit.com
Profitec
GmbH &Co.KG, Haustarifvertrag CGZP
http://www.profitec-personal-leasing.de
PROMOTEC
GmbH, IGZ und AMP
http://www.promotec-personal.de
Pro
Personalservice GmbH & Co. KG, Haustarifvertrag CGZP
http://pro-personalservice.de
PSKastl
Personal-Service oHG, IGZ und AMP
www.pskastl.de
RASANT
Personal-Leasing GmbH, BZA und AMP
www.rasant-personal-leasing.de
RAUSCH
Personal-Leasing GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.rausch-gmbh.de
RLP
Zeitarbeit und Industriemontagen, IGZ und AMP
www.rlp-gruppe.de
ROLF
PLÜMER GmbH, BZA und AMP
http://www.rolf-pluemer.de
Aktuell
11.09.2007:
Das
Unternehmen weist einen Zusammenhang mit den Mindestlohnbeanstandungen
von
sich und spricht von Unwahrheiten.
Leser,
die in der Vergangenheit den Hinweis auf das Unternehmen
berücksichtigten,
sollten
den aktuellen Stand überprüfen und zur Kenntnis nehmen.
S&W
Personaldienstleistungen, IGZ (FOT) und AMP
www.job-suw.de
SAK
Unternehmensberatung & Personal-Leasing GmbH, IGZ (FOT) und AMP
www.sak-gmbh.com
Starotec
GmbH & Co. KG, Haustarifvertrag CGZP
http://starotec.de
step2step
Personalservice GmbH, Igz und AMP
www.step2step.de
TASYÜREK
Schweißtechnik GmbH , IGZ und AMP
Teilzeit
M. Thiele GmbH & Co. KG , IGZ und AMP
www.teilzeitthiele.de
Trenkwalder
Personalservice GmbH, BZA und AMP
http://www.trenkwalder.com
(auch Haustarif CGZP) TUJA
Zeitarbeit
GmbH, BZA und AMP
Vis
a Vis, BZA und AMP
www.myvisavis.de
Wolters
o Rohkamp Personalmanagement GmbH, Haustarifvertrag CGZP
www.woltersrohkamp.de
ZAG,
BZA und AMP
www.zag.de
Zeit
& Plan GmbH/Zeit + Plan Industrie GmbH, BZA und AMP
www.ZeitundPlan.de
Abkürzungen:
-
IGZ-
Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.
-
IGZ(FOT)-
Fördermitglied ohne Tarifbindung
-
BZA-
Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V.
-
AMP-
Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V.
-
CGZP-
Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB)
|
|
Eine
"Zwangsgermanisierung" scheidet aus |
|
Alle
Welt redet von Integration und viele sind sich dessen gar nicht bewusst,
dass die bestehenden Aufgaben immer weiter vor und hergeschoben werden.
Wir erkennen, dass die Gastronomie fast komplett in der Hand
ausländischer Mitbürger ist und machen uns keine Gedanken darüber,
warum das so ist. Wir gehen an den schönsten ausländischen Geschäften
mit guter frischer Ware und sehr moderaten Preisen vorbei, weil wir
annehmen, dort das seien Geschäfte für Türken oder andere Nationen und
sind dann auf einmal überrascht, was es dort alles gibt und wie man
bedient wird.
Wir
sehen immer nur die pubertierenden ausländischen Halbwüchsigen, die
lärmend und provozierend die Straßen bevölkern und die weiblichen
Gleichaltrigen, die gehalten werden, als wären sie Leibeigene der Eltern.
Weil wir alles mit unseren Maßstäben und mit unserer Kultur vergleichen,
selbst wenn wir eingestehen müssen, dass vielen unserer Landsleute im
oberen und unteren Segment die Kultur verloren ging. In den Schulen und
überall dort, wo sich Jugendliche begegnen, gibt es Konflikte, die fast
immer nur über Gewalt ausgetragen werden. Die Eltern sind meist
ahnungslos und denken auch gar nicht, die Deutsche Sprache auch nur
annähernd zu erlernen, damit sie die Konflikte ihrer Sprösslinge auch
bewältigen können. Sie versuchen, ihre Wohnung zur Rückzugszelle ihrer
Kultur zu machen und merken gar nicht, was um sie herum geschieht.
Als
Gegenpol erleben wir wachsende Ausländerfeindlichkeit und Ghettoisierung,
weil inzwischen viele Deutsche Landsleute und selbst sogar eingedeutschte
Ausländer die Wohngebiete verlassen, wenn das Gleichgewicht kippt.
Wohnungs- und Immobiliensuchende durchforsten zunächst die Klingel- und
Briefkastenschilder nach ausländischen Namen im Objekt und in der
näheren Umgebung, ehe sie sich entscheiden. Eltern melden vermehrt ihre
Kinder in konfessionsorientierten Schulen an, um ihre Kinder vor dem zu
schützen, was sie selbst nicht gut heißen. Die Kinder selbst haben oft
gar keine Wahl.
Dreh-
und Angelpunkt jeder Integration ist die gute Beherrschung der Deutschen
Sprache und die Kenntnis der Landessitten. Dort, wo Menschen
aufeinandertreffen, die sich verstehen und gewillt sind, miteinander
Brüchen zu schlagen, schreitet auch die Integration fort. Subkulturen und
das Zurückziehen in einen eigenen Lebensraum ohne Brücken zur neuen
"Heimat" verhindert eine erfolgreiche Integration.
Derzeit
kochen die Probleme an den Schulen mit hohem Ausländeranteil hoch. Doch
das müsste gar nicht sein, denn damit haben sich viele schlaue Köpfe
bereits vor langer Zeit befasst - leider erfolglos.
Das
richtige Vorgehen ist seit 30 Jahren bekannt - aber nichts geschieht
Vor
fast dreißig Jahren verfasste Heinz Kühn, der erste
Ausländerbeauftragte der Bundesrepublik, ein Memorandum. In ihm steht
vieles, was heute in der Integrationsdebatte noch immer erregt diskutiert
wird. Fast keine der damaligen Forderungen wurde erfüllt. Eine
Dokumentation des historischen Textes.
5.
Schulsektor
| 5.1. |
Die schulische Situation der ausländischen Kinder und Jugendlichen ist
durch einen unzureichenden
Schulbesuch, eine extrem niedrige Erfolgsquote
bereits im Hauptschulbereich und eine erhebliche Unterrepräsentation
ausländischer Schüler an weiterführenden Schulen gekennzeichnet: (…)
-
Die schulische Betreuung der ausländischen Kinder und Jugendlichen
beschränkt sich bis heute zum ganz überwiegenden Teil auf die Grund- und
Hauptschulen (…). In Gemeinde- gebieten mit hoher Ausländerkonzentration
sind Grundschulklassen mit mehr als 50 v.H. ausländischen Kindern nicht
mehr selten. Seit dem Schuljahr 1965/66 ist die Gesamtzahl der
ausländischen Schüler um das 14-fache gestiegen.
-
Trotz allmählicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren erreicht auch
heute nur knapp die Hälfte der entsprechenden Jahrgänge einen Abschluss.
Besonders negativ betroffen sind neben den erst während der Schulzeit in
die Bundesrepublik eingereisten Kinder aller Nationalitäten die
türkischen Kinder, die andererseits jetzt bereits - bei weiterhin
steigender Tendenz - über 40 v.H. aller ausländischen Schüler an den
allgemeinbildenden Schulen ausmachen.
-
An den weiterführenden Schulen (Realschulen, Gymnasien und integrierten
Gesamt- schulen) entspricht der Anteil der ausländischen Schüler nicht
im entferntesten den Verhältnissen bei den deutschen Schülern. (…)
|
| 5.2. |
Es ist offensichtlich, dass unter dieser Gegebenheiten der integrative
Effekt der Schulbildung für die ausländischen Kinder und Jugendlichen
bisher weitgehend wirkungslos bleibt. Zwangsläufig setzen sich die
schulischen Defizite im berufsfähigen Alter - zumeist noch verschärft -
fort.
Selbst die Hauptschüler mit
Abschluss bleiben, vor allem unter
ungünstigen Arbeitsmarkt- bedingungen, wegen der dann allgemein höheren
Anforderungen für eine qualifiziertere Tätigkeit noch chancenlos, so
dass ohne eine gravierende Verbesserung der Situation nahezu die
Gesamtheit der ausländischen Kinder und Jugendlichen in die Gefahr
gerät, weiter in eine totale Pariarolle hineinzuwachsen.
|
| 5.3. |
Für diesen besorgniserregenden Befund sind eine Reihe von Ursachen zu
nennen:
-
Eine von der Schule zu übernehmende Hypothek sind die
Lücken in der
vorschulischen Erziehung.
-
Im schulischen Bereich selbst wirken sich ebenso wie im Vorschulsektor der
Mangel einschlägiger pädagogischer Konzepte und das Fehlen entsprechend
qualifizierter pädagogischer Kräfte aus.
-
Beachtlich sind ferner auch hier die bei den ausländischen Eltern
bestehenden Hemmnisse, die Bedeutung des Schulbesuchs für die
Zukunftsentwicklung ihrer Kinder richtig einzuschätzen und ihnen
schulbegleitend die notwendige Förderung zu vermitteln. Aber selbst
bildungsorientierte Eltern resignieren vielfach wegen ihres geringen
Einblicks in das Schulsystem und der tatsächlichen schulischen
Schwierigkeiten ihrer Kinder.
Zu
einem wesentlichen Teil hängen die Fehlentwicklungen und Defizite aber
auch mit der bisherigen problematischen und divergierenden
ausländerpolitischen Gesamtorientierung zusammen. Noch akzentuiert durch
die dezentralen Kulturhoheiten sind Schulformen aller Schattierungen
entwickelt worden. Durch wiederholte Empfehlungen der Ständigen Konferenz
der Kultusminister der Länder ist zwar eine Vereinheitlichung des
Unterrichts der ausländischen Schüler angestrebt, jedoch im Ergebnis
nicht erreicht worden. Z.Zt. bewegen sich die Maßnahmen zwischen Formen
"nationaler", d.h. von deutschen Schülern abgesonderter Klassen
mit mehr reintegrativen als integrativen Impulsen und Modellen einer ihrer
Zielsetzung nach primär integrativen gemeinsamen Erziehung in gemischten
Klassen ("Regelklassen"). (…)
|
| 5.4. |
Gezielte Ergänzungsmaßnahmen für ausländische Schüler sind
größtenteils bisher nur ansatzweise vorhanden und beruhen häufig auf
außerschulischen Initiativen:
-
"Vorklassen"
und "Schulkindergärten" stehen zwar auch den ausländischen
Kindern offen, haben jedoch im allgemeinen kein ausländerspezifisches
Angebot. (…)
-
Nur
bis zu einem gewissen Grad institutionalisiert sind schulbegleitende
Maßnahmen wie "Förderstunden" für ausländische Schüler mit
sprachlichen und fachlichen Defiziten und "Hausaufgabenhilfen".
|
| 5.5. |
Vor dem dargestellten Hintergrund sind nachhaltig weiterführende
Maßnahmen Maßnahmendringlich:
-
Auch
die Schulpolitik muss ohne Einschränkung auf eine dauerhafte Integration
der ausländischen Schüler ausgerichtet werden. Die bisherige
"Doppelstrategie" einer gleichzeitigen Hinführung zu den
Bildungszielen des Aufenthaltslandes und des Herkunftslandes muss
aufgegeben werden, weil sie weder durchführbar ist noch den
tatsächlichen Perspektiven der Betroffenen entspricht. Wenn, wie zu
erwarten, bei dem überwiegenden Teil der ausländischen Kinder und
Jugendlichen nicht mit einer Rückkehr in die Heimat ihrer Eltern
gerechnet werden kann, muss eine optimale Vorbereitung auf das Leben in
der Bundesrepublik Vorrang haben.
-
Die auch dem Einwanderer zu garantierende Chance zur Wahrung einer am
Herkunftsland orientierten "nationalen Identität" kann sinnvoll
nur so realisiert werden, dass
-
auch anstelle der Förderung eines verwaschenen und irrealen "Bikulturalismus"
- die "Kommunikationsfähigkeit" mit der Familie und mit der
Herkunftsnation erhalten bleibt.
-
Den ausländischen Kindern und Jugendlichen
muss demnach das Angebot zur
vorbehaltlosen Einbeziehung in das deutsche Schulsystem gemacht und durch
zusätzliche Maßnahmen soweit gefördert werden, dass sie dieses Angebot
chancengleich mit den deutschen Schülern wahrnehmen können. Eine
"Zwangsgermanisierung" scheidet aus, wenn der Unterricht in den
Lernzielen, den Lerninhalten und den Lernmitteln von überholten
nationalen Verengungen frei bleibt. (…)
Erfolgreiche
integrative Erziehung funktioniert nur in Regelklassen
|
| 5.6. |
Unter den pädagogischen Sachverständigen besteht weitgehend
Einvernehmen, dass eine aussichtsreiche integrative Erziehung nur in den
"Regelklassen" erfolgen kann, während die
nationalitätenbezogene Sonderformen jeder Art die vorschulische und
außerschulische Isolierung der ausländischen Kinder fortsetzen und
zusätzlich fördern.
Die
auf den Einstieg in die "Regelklassen" vorbereitenden Maßnahmen
("Vorbereitungsklassen") müssen, soweit sie unerlässlich sind,
so intensiviert und qualifiziert werden, dass sie auf ein zeitliches
Höchstmaß von einem, allenfalls zwei Jahren beschränkt werden können.
Eltern
deutscher Schüler sollen gemischte Klassen akzeptieren.
Darüber
hinaus wäre ohnehin eine stärkere Verlagerung der Schulvorbereitung in
das Vorschulalter wünschenswert. In diesem Zusammenhang sollte auch
geprüft werden, ob für ausländische Kinder eine Vorschulpflicht
realisiert werden kann.
Die
notwendigen schulischen Ergänzungsmaßnahmen müssen, soweit wie
möglich, so organisiert werden, dass der Regelunterricht nicht
beeinträchtigt wird.
Unter allen Umständen
muss ausgeschlossen werden, dass Eltern deutscher Schüler - wie verschiedentlich zu beobachten - in
gemischten Klassen einen Niveauverlust befürchten müssen und aus diesem
Grunde ihre Kinder abziehen. Bei unvertretbar hohen Ausländeranteilen in
einzelnen Schulen wären notfalls Verlagerungsmöglichkeiten auch über
die Schulbezirksgrenzen hinaus auszuschöpfen.
|
| 5.7. |
Parallel zur Anpassung der schulorganisatorischen Formen an das
Integrationsziel sind Maßnahmen im pädagogisch-konzeptionellen Teil des
Unterrichts und vor allem hinsichtlich der personellen Ausstattung der
Schulen vorrangig. (…)
Lehrpläne
und Lehrmittel für den Regelunterricht müssen ebenfalls auf die
multinationale Zusammensetzung der Klassen Rücksicht nehmen.
|
| 5.8. |
In personeller Hinsicht wären die einschlägige Qualifizierung der
Lehrkräfte voranzutreiben und insbesondere für Schulen mit hohem
Ausländeranteil die Stellenschlüssel nachhaltig zu verbessern:
-
Einige Bundesländer haben die Ausbildungsordnungen für Lehramtsbewerber
allerdings bereits entsprechend ergänzt und bieten geeignete
Lehrveranstaltungen an. Insgesamt jedoch besteht hier unstreitig ein
erheblicher Nachholbedarf.
-
Modellhafte universitäre oder vergleichbare Einrichtungen in den
Bundesländern mit hohem Ausländeranteil könnten wesentliche
weiterführende Impulse geben. (…)
-
Ein besonderer
Lehrerbedarf für die Förderung der ausländischen
Schüler wird im allgemeinen grundsätzlich anerkannt, bisher jedoch nur
unzureichend abgedeckt. Eine dauerhafte Senkung der
Schüler-Lehrer-Relation muss angestrebt werden. Ein erhöhter Bedarf
besteht vor allem in den Bereichen der ergänzenden Maßnahmen, weil dort
kleine Klassen- bzw. Gruppenfrequenzen unerlässlich sind. Aber auch
Regelklassen mit einem nennenswerten Anteil an ausländischen Schülern
sind, wenn weiterhin die bisherigen Richtwerte zugrunde gelegt werden,
deutlich überbesetzt. (…)
|
| 5.9. |
Zusätzliche Probleme wirft der "muttersprachliche
Ergänzungsunterricht" auf. In Anbetracht des Vorrangs der
Integrationsziele und des Vorzugs des gemeinsamen Unterrichts wäre es
sicherlich auf längere Sicht optimal, wenn die Muttersprache als erste
oder zweite "Fremdsprache" in den Regelunterricht eingebracht
werden könnte (und dann auch für deutsche Schüler wählbar). Solange
jedoch derartige Möglichkeiten nicht gegeben sind, müsste weiterhin auf
einen zusätzlichen, in der Regel nachmittäglichen Unterricht ausgewichen
werden. Die Stundenzahl dieses Unterrichts wäre abhängig vom
muttersprachlichen Anteil in den sonstigen Ergänzungsmaßnahmen und auch
davon, inwieweit im Regelunterricht die einschlägigen Fächer Bezüge zu
den Herkunftsländern enthalten können. Im allgemeinen dürfte wohl ein
Unterricht an zwei Nachmittagen ausreichen. Zur Entlastung der Schüler
und auch der Eltern müsste der Unterricht an diesen Tagen als
"Ganztagsschule" betrieben werden, d.h. mit einer schulseits
organisierten Verpflegung und Betreuung der Kinder über die Mittagszeit.
Inhaltlich
muss der muttersprachliche Unterricht mit dem Regelunterricht und den
sonstigen ergänzenden Maßnahmen koordiniert sein. Als Lehrkräfte kommen
primär die bisher schon in diesem Bereich tätigen ausländischen Lehrer
in Betracht, aber auch sprachlich entsprechend vorbereitete deutsche
Lehrkräfte
Die
Frage des Religionsunterrichts muss gelöst werden.
Unerlässlich
erscheint es, die deutsche Schulaufsicht auch auf den muttersprachlichen
Unterricht zu erstrecken. Erfahrungen der Vergangenheit und auch aktuelle
Beispiele belegen, daß ein Unterricht außerhalb der Verantwortung der
deutschen Kultusverwaltungen zu schwerwiegenden Problemen (z.B. mit
ideologischen Indoktrinationen) führen kann.
|
| 5.10. |
Neben der Frage des muttersprachlichen Unterrichts muss auch die des
Religionsunterrichts, namentlich für die große Gruppe der muslimischen
Kinder, befriedigend gelöst werden. Zur Vermeidung problematischer
Selbsthilfeversuche (z.B. in "Koranschulen") erscheint es
notwendig, die religiöse Unterweisung analog dem entsprechenden
Unterricht der deutschen Schüler in den schulischen Bereich zu
übernehmen, inhaltlich in der notwendigen Übereinstimmung mit den
zuständigen religiösen Autoritäten.
|
| 5.11. |
Die sonstigen schulischen und außerschulischen - vor allem auch privat
initiierten - Ergänzungsmaßnahmen ("Hausaufgabenhilfen",
"Förderstunden", integrative und lernhelfende Freizeitangebote)
müssten erheblich intensiviert und umfassender gefördert werden
(finanziell wie werbend).
Im
schulischen wie im außerschulischen Bereich dürfte es außerdem sehr
darauf ankommen, die Elternseite stärker als bisher zu mobilisieren und
auch die deutschen Schüler als "Integrationshelfer" zu gewinnen
(Beispiel: "Schülerpatenschaften").
|
|
|
Parasitäres
Selbstverständnis |
|
Da
stehen sie nun vor ihrem Richter und geben freimütig in stundenlangen
Erklärungen ihr parasitäres Selbstverständnis zum Besten. Gestik,
Mimik, Gehabe und Gedankengut sind eine Einheit. Wen wundert es, wenn uns
der Begriff "Kotzbrocken" in den Kopf schießt?
Die
Herren haben längst vergessen, dass sie Angestellte und keine Besitzer
von Unternehmen sind. Für Klaus Esser wäre nach internationalen
Bonusgewohnheiten "eine Milliarde angemessen gewesen", tönte
Josef Ackermann. Irgendwie beruhigt mich, dass er die Währung nicht
ausgesprochen hat, wodurch sich der virtuelle Betrag halbiert.
Erbringen
nicht jeden Tag hunderttausende von Berufstätigen und ehrenamtlich
tätige Menschen ebenfalls "eine Leistung bis an den Rand der
Erschöpfung"?
Damit
diese Herren in Saus und Braus leben können und zum Dank dafür gnädig
die Unternehmen noch etwas länger am Leben erhalten, erdulden die
Mitarbeiter der Unternehmen, dass sie bis zur Erschöpfung ausgepresst
werden.
Prämien
für Zerstörung?
Schauen
die Vertreter der ehrenwerten Gesellschaft nicht ständig nach Fusions-
oder Übernahmepartnern, um sich über Prämien und Aktienoptionen immer
neue Vorteile zu verschaffen? Mehren sie den "Wert", den "Sharholder
Value" ihrer Unternehmen nicht pausenlos auf Kosten der
Allgemeinheit, indem sie jedes nur erdenkliche Steuerschlupfloch nutzen
und "bis zur totalen Erschöpfung" ihre Beschäftigten
reihenweise den Arbeitsämtern vor die Tür setzen?
Zerstören
sie nicht unaufhörlich Unternehmenskulturen?
Sind
die Bezüge der Spitzenmanager nicht zu einem guten Teil eigentlich auch
Schweigegelder für ein Grenzverhalten, das längst grenzenlos - global
üblich - geworden ist?
Mit
Leistung im herkömmlichen Sinne haben die Bezüge sicher nichts zu tun.
"Untreue
hat nichts mit Nehmen sondern mit Geben zu tun!"
Dieser
Satz von Klaus Esser ist die Krönung! Haben sich die Herren jetzt die
Beträge gegenseitig zugeschoben im Sinne von "Geben" oder ihre
Entscheidungen im Sinne von "Nehmen" getroffen? Macht es einen
Unterschied, ob man selbst das Geld aus der Kasse nimmt oder der Kassierer
unter der Drucksituation das Geld übergibt?
Ist
"Ansehen" mit Geld messbar?
Mit
dem Ausspruch "da ist auch das Ansehen als guter Arbeitgeber
gefragt", werden die hohen Sonderbezüge verteidigt. Glauben denn
diese menschlichen Fehlentwicklungen wirklich, dass man das Ansehen mit
Geld messen kann?
Das
gilt vielleicht innerhalb der als ethisch verkommenen Kaste empfundenen
Gesellschaft, der sie angehören. Für das Prädikat "Guter
Arbeitgeber" sind meiner Meinung nach ganz andere Eigenschaften
maßgebend.
Ein
wirklich angesehener Unternehmer des alten Schlages würde sicher sagen:
"Das Selbstverständnis einiger Spitzenmanager würde möglicherweise
ausreichen, dass sich die Türen der Psychiatrien für immer hinter ihnen
schließen würden, wenn - ja wenn - sie nur einer dort hin einliefern
würde."
Bleibt
zu hoffen, dass sich die Angeklagten ihr Urteil nicht erkaufen können.
Vielleicht ist die im Vorfeld als "sehr professionelle" Arbeit
der Richterin gelobte Verhandlungsführung ein erstes verstecktes Angebot,
der Berufsanfängerin, die bisher im Jugendstrafrecht tätig war, eine
lohnendere Karriere zu ermöglichen. Verwendung für Juristen haben die
Großunternehmen ja zu Hauf.
Doch
- so etwas ist sicher nicht der Stil der Angeklagten - dafür haben sie
sicher ihre Leute...

|
|
Roland
Koch´s Einbürgerungs-Fragebogen |
Einbürgerungsmentalität

"Hey
Kümmeltürk,
da
liegt noch Dreck!" |
|
Die
Hürden für die Deutsche Staatsbürgerschaft sollen nach dem Willen
Roland Kochs immer höher gestellt werden. Vorausgesetzt wird das
Beherrschen der Deutschen Sprache und ein spezifisches Wissen für
Deutsche, das bei einem großen Teil der Deutsche Bürger noch nicht
einmal vorhanden
ist. Sollen diese Bürger dann ausgebürgert werden? Schließlich soll ja
der Gleichheitsgrundsatz gelten.
Bei
manchen Fragen muss man sich wirklich fragen, welche Schnüffler hier noch
mitgewirkt haben, die sich stets in die Deutschen Belange einmischen, wenn
es um unsere Vergangenheit geht. Ich frage mich, was das mit der Deutschen
Staatsbürgerschaft zu tun hat.
Man
kann nur hoffen, dass dieses Machwerk wieder ganz schnell verschwindet.
Hier
der Fragenkatalog:
I.
Deutschland und die Deutschen
1.
Wie viele Einwohner hat Deutschland?
2.
Nennen Sie drei Flüsse, die durch Deutschland fließen!
3.
Nennen Sie drei deutsche Mittelgebirge!
4.
Wie heißt die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland?
5.
Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland?
6.
Nennen Sie drei Staaten, die an die Bundesrepublik Deutschland
grenzen!
7.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um deutscher Staatsbürger
werden zu wollen?
8.
Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen!
II.
Grundlinien deutscher Geschichte
9.
Was verstehen Sie unter dem Begriff "Reformation" und wer hat
sie eingeleitet?
10.
Welche Versammlung tagte im Jahr 1848 in der Frankfurter
Paulskirche?
11.
Die erste Republik mit demokratischer Verfassung in Deutschland wurde 1918
ausgerufen.
Wie wird diese erste deutsche Republik genannt?
12.
Wann ging diese erste deutsche Republik zu Ende?
13.
In welchen Jahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Deutschland
eine Diktatur?
14.
Wie hieß die damals herrschende Partei?
15.
Erläutern Sie den Begriff "Holocaust"!
16.
Wenn jemand den Holocaust als Mythos oder Märchen bezeichnet: Was sagen
Sie dazu?
17.
Erläutern Sie den Begriff "Existenzrecht" Israels!
18.
Welches Ereignis fand am 20. Juli 1944 statt?
19.
Was geschah am 8. Mai 1945?
20.
Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" war Deutschland in
vier Besatzungszonen aufgeteilt.
Wer waren die vier Besatzungsmächte?
21.
In welchem Jahr wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet?
22.
Wie hieß der erste Bundeskanzler?
23.
Was bedeutet "DDR"?
24.
Welches Ereignis fand am 17. Juni 1953 in der DDR statt?
25.
Was verstehen Sie unter dem deutschen "Wirtschaftswunder"?
26.
Erläutern Sie den Begriff "Mauerbau"!
27.
Welcher deutsche Bundeskanzler bekam den Friedensnobelpreis?
28.
In welchem Jahr kam es zur deutschen Wiedervereinigung?
29.
Nennen Sie die Bundesländer, die heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR
existieren!
30.
Der 9. November hat in der deutschen Geschichte eine besondere
Bedeutung.
Welche Ereignisse fanden statt a) am 9.11.1938 b) am 9.11.1989
III.
Verfassung und Grundrechte
31.
Wo sind die Grundrechte der deutschen Staatsbürger festgelegt?
32.
Wie heißt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland?
33.
In welchem Jahr ist sie in Kraft getreten?
34.
Von wem geht in der Bundesrepublik Deutschland alle Staatsgewalt
aus?
Welche Vorteile ergeben sich daraus für die
Bürgerinnen und Bürger?
35.
Welches Recht schützt Artikel 1 der bundesdeutschen Verfassung?
36.
Wie heißt das höchste gesetzgebende Organ der Bundesrepublik
Deutschland
und wer bestimmt seine
Mitglieder?
37.
Unsere Verfassung garantiert Grundrechte. Nennen Sie vier!
38.
In der Verfassung ist verankert, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich
sind.
Erläutern Sie diesen Grundsatz!
39.
Einer Frau soll es nicht erlaubt sein, sich ohne Begleitung eine nahen
männlichen Verwandten
allein in der Öffentlichkeit
aufzuhalten oder auf Reisen gehen zu dürfen: Wie ist ihre Meinung
dazu?
40.
Wer kann in der Bundesrepublik Deutschland einen Antrag auf Ehescheidung
stellen?
41.
Beschreiben Sie den Grundgedanken der Gewaltenteilung!
42.
Erläutern Sie den Begriff "Religionsfreiheit"?
43.
In Filmen, Theaterstücken und Büchern werden manchmal die religiösen
Gefühle von Menschen
der unterschiedlichen
Glaubensrichtungen verletzt. Welche Mittel darf der Einzelne Ihrer Meinung
nach
anwenden, um sich gegen so etwas zu
wehren, und welche nicht?
44.
In Deutschland gibt es eine gesetzliche Schulpflicht für alle Kinder und
Jugendlichen.
In welchem Alter beginnt die Schulpflicht,
wann endet sie?
45.
Was ist der Grund für die gesetzliche Schulpflicht?
46.
Nicht immer sind Eltern mit dem Verhalten ihrer Kinder
einverstanden.
Welche Erziehungsmaßnahmen sind
erlaubt, welche verboten?
47.
Welche Möglichkeiten haben Eltern, die Partnerwahl ihres Sohnes oder
ihrer Tochter zu beeinflußen?
Welche Handlungen sind verboten?
IV.
Wahlen, Parteien und Interessenverbände
48.
Die Wahlen zu den deutschen Parlamenten müssen nach Artikel 38 der
Verfassung:
allgemein - unmittelbar - frei - gleich und - geheim sein. Erklären Sie
diese Wahlgrundsätze!
49.
Erläutern Sie den Begriff "Mehrparteienprinzip"!
50.
Begründen Sie, warum die Wahlen in der ehemaligen DDR nicht unseren
demokratischen
Wahlgrundsätzen entsprachen!
51.
Welche Parteien sind derzeit im deutschen Bundestag vertreten? Nennen Sie
mindestens drei!
52.
Unter welchen Umständen können in der Bundesrepublik Deutschland
politische Parteien und Vereine
verboten werden?
Würden Sie trotz eines solchen Verbots die Partei oden den Verein doch
unterstützen?
Unter welchen Umständen?
53.
Was sind Bürgerinitiativen?
54.
Nennen Sie zwei Interessenverbände aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben!
V.
Parlament, Regierung und Streitkräfte
55.
Wo finden die Parlamentssitzungen des Deutschen Bundestages statt?
56.
Wie oft findet die Wahl zum Deutschen Bundestag in der Regel statt?
57.
Wie heißt die Vereinigung von Abgeordneten einer Partei im
Parlament?
58.
Für die Abgeordneten in den Parlamenten gilt der "Grundsatz des
freien Mandats". Was heißt das?
59.
Was bedeutet die "Fünf Prozent Klausel" bei der Wahl zum
Deutschen Bundestag?
60.
Alle Bürgerinnen und Bürger können sich mit Beschwerden und
Vorschlägen auch an besondere
Ausschüsse der Parlamente wenden. Wie heißen diese Ausschüsse der
Volksvertretungen in Bund
und Ländern?
61.
Wie ist die Amtsbezeichnung des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik
Deutschland?
62.
Was ist das Bundeskabinett?
63.
Welche Amtsbezeichnung hat der deutsche Regierungschef?
64.
Wie heißen die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland?
65.
Wann und zu welchem Zweck wurden Sie gegründet?
VI.
Bundesstaat, Rechtsstaat, Sozialstaat
66.
Deutschland ist ein Bundesstaat. Was bedeutet das?
67.
Wie heißt die Vertretung der deutschen Länder auf Bundesebene?
68.
Die Bundesrepublik Deutschland hat einen dreistufigen
Verwaltungsaufbau.
Wie heißt das unterste politische Gemeinwesen?
69.
Wie lautet die Amtsbezeichnung der Regierungschefs der meisten
Bundesländer?
70.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat. Was bedeutet
Rechtsstaat?
71.
Die Rechtsordnung verbietet, privat Vergeltung zu üben oder das Recht auf
eigene Faust
durchzusetzen. Das Opfer einer Straftat darf an dem Täter keine Rache
nehmen.
Wem steht alleine die Strafgewalt zu?
72.
Wie heißt das höchste deutsche Gericht?
73.
Was ist unter der Unabhängigkeit der Gerichte zu verstehen?
74.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Sozialstaat.
Nennen Sie drei Elemente der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik
Deutschland!
VII.
Die Bundesrepublik Deutschland in Europa
75.
Wie heißt die politische Vereinigung der europäischen Staaten?
Nennen Sie mindestens fünf Mitgliedstaaten!
76.In
welcher Stadt hat das europäische Parlament seinen Sitz?
77.
Bei welchen Wahlen können in der Bundesrepublik Deutschland
EU-Bürger/-Bürgerinnen mitwählen?
78.
Wie heißt das Organ der EU, das die Gemeinschaftspolitik plant und die
Entscheidungen ausführt?
79.Welchem
internationalen Verteidigungsbündnis gehört die Bundesrepublik
Deutschland an?
VIII.
Kultur und Wissenschaft
80.
Nennen Sie drei Philosophen?
81.
Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller gelten als Deutschlands
berühmteste Dichter.
Nennen Sie jeweils ein Werk der beiden Dichter!
82.
Nennen Sie einen deutschen Literatur-Nobelpreisträger!
83.
Welcher Deutsche komponierte in seiner 9. Sinfonie am Schluß die
berühmte "Ode an die Freude"?
Nennen Sie zwei weitere deutsche Musiker bzw. Komponisten!
84.
Der deutsche Maler Caspar David Friedrich malte auf einem seiner
bekanntesten Bilder eine Landschaft
auf der Ostseeinsel Rügen. Welches Motiv zeigt dieses Bild?
85.
In Kassel findet alle fünf Jahre eine der Bedeutendsten Ausstellungen
moderner und zeitgenössischer
Kunst statt. Welchen Namen trägt die Ausstellung?
86.
Die Bundesrepublik Deutschland hat bedeutende Universitäten. Nennen Sie
drei Universitätsorte!
87.
Nennen Sie drei überregionale deutsche Tageszeitungen und zwei
öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalten!
88.
Erläutern Sie den Begriff "Meinungs- und Pressefreiheit"!
89.
Wenn jemand sagt: "Freie Medien sind ein unverzichtbarer einer
demokratischen Gesellschaft".
Stimmen Sie dem zu oder nicht?
90.
In den deutschen Kinos startete 2004 der Film "Das Wunder von
Bern".
Auf welches sportliche Ereignis nimmt der Film Bezug?
91.
In welcher deutschen Stadt fanden letztmals die "Olympischen
Sommerspiele" statt und von welchem
Ereignis wurden sie überschattet?
92.
Zum gesellschaftlich-kulturellen Bild der Bundesrepublik Deutschland
gehören Sportarten und Sportler.
Nennen Sie drei bekannte deutsche Sportler! 93. Was hat Johannes Gutenberg
erfunden?
94.
Welche Personen gelten in Deutschland als Pioniere des Automobilbaus?
Nennen Sie zwei Namen!
95.
Welcher deutsche Physiker hat mit seiner Entdeckung im Jahre 1895 die
medizinische Diagnose bis
zum heutigen Tag revolutioniert?
96.
Was gelang dem deutschen Wissenschaftler Otto Hahn erstmals 1938?
97.
Welcher deutsche Arzt entdeckte die Erreger von Cholera und Tuberkulose?
IX
Deutsche Nationalsymbole
98.
Welche Farben hat die deutsche Bundesflagge und wie sind sie
angeordnet?
99.
Wie heißt der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland und wann
wird er begangen?
100.
Wie heißt die deutsche Nationalhymne und mit welchen Worten beginnt sie?
|
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Merkels
PR-Geck "George W. Bush"
|
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Der
Sender NDR berichtet ausführlich im Internet über den bevorstehenden
Besuch von George W. Bush in Mecklenburg- Vorpommern. Dabei
wird der Besuch so hingedreht, dass es ein Besuch auf Einladung des Landes
sein soll, während dessen Verlauf Angela Merkel (CDU) ihren
selbsternannten Busenfreund Bush in völlig neuer nationaler Verbundenheit
trifft. Inzwischen ist die ganze Gegend in Aufruhr und es regt sich
gewaltiger Widerstand.
Dabei
hat Angela Merkel in Wirklichkeit ihren Besucher in ihren
eigenen Wahlkreis eingeladen und verfolgt damit natürlich das Ziel, ihr
Image zu pflegen und ihre Bedeutung als Kanzlerin der Bundesrepublik
Deutschland aufzupolieren. Nach den kindhaften Auftritten in den
Fußballstadien mit ihren Patsch-Patsch-Händchen-Orgien in wilder
Verzückung, währenddem die Regierung ihren übel riechenden
Reform-Kübel zwischen die Beine des Volkes schüttete, hat sie das
offensichtlich jetzt nötig.
Nun
könnte man ja sagen: "Na ja, da kommt ein überaus beliebter
Politiker, der sich für Frieden, die Menschenrechte, die Natur und Umwelt
und viele andere lobenswerte Dinge einsetzt und fern ab von allen
Verflechtungen Politik betreibt."
So
einfach ist die Sache aber nicht. Bei George W. Bush handelt
es sich um einen Politiker, der er es wie kein anderer verstand, sich
Feinde in der ganzen Welt zu schaffen und der mitsamt seiner
Außenministerin für die Bundesrepublik während seines Besuches ein
Sicherheitsrisiko darstellt.
Käme
der Dalai Lama - ein Mann des Friedens -
dann bräuchte man nur die Lampen der Motorrad-Eskorte zu putzen. Hier
kommt aber ein Mann, der es gewohnt ist, in Krisengebiete mit dem Kampfjet
einzufliegen und Punktlandungen auf Flugzeugträgern zu machen. Also ist
das ganz große Sicherheitsbesteck erforderlich, um den Mann zu schützen,
dem man seinen eigenen Wahlkreis zeigen und während einer Grillparty
einen Wildsaubraten vorsetzen will.
Nur
- wer soll die Chose bezahlen?
Hier
ein Auszug aus den Veröffentlichungen des NDR im Internet, die
dort sicher bald nicht mehr greifbar sein werden.
Ein
ganzes Land ist in heller Aufregung und Verärgerung über einen Gast, den
sich die wenigsten Bewohner gewünscht haben und wegen dessen Rufes eigene
Rechte der Bürger während seines Besuches in unerträglicher Weise
eingeschränkt werden. Es ist von enormen Millionensummen die Rede, die
diese Werbekampagne für die Person Angela Merkel kosten
wird und um dessen Bezahlung man sich nun streitet.
Nachdem
George W. Bush Stralsund wieder verlassen hat, ist es wieder
das Provinzkaff, das es schon immer war - pardon: Hansestadt und Wahlkreis
von Angela Merkel. Zurück bleiben aber auch extrem hohe
Kosten, die in Anbetracht der finanziellen Situation unseres Landes
absolut unvertretbar sind, nur, damit in Mecklenburg-Vorpommern mal ein
gefährdeter Sack mit Rice herumtransportiert wird und dabei nicht
umfällt.
Neues
aus Mecklenburg-Vorpommern - dem Nabel der Welt für einen kleinen
Augenblick
Zu
Gast im Wahlkreis Merkels
Für
den nächsten Tag sind Termine mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) geplant. Die beiden Regierungschefs wollen Stralsund und die
Ortschaft Trinwillershagen (Landkreis Nordvorpommern) besuchen. Beide
Orte gehören zum Wahlkreis von Angela Merkel, in dem sie seit 1990
jeweils das Direktmandat für den Deutschen Bundestag holte. In
Stralsund werden Bush und Merkel die Altstadt der Hansestadt besuchen.
Während des mehrstündigen Aufenthaltes steht ein Besuch des Rathauses
und der benachbarten Nikolaikirche auf dem Programm.
Demonstration
gegen Besuch
Friedensorganisationen
und Globalisierungsgegenr wollen am 13. Juli in Stralsund gegen den Besuch
des US-Präsidenten demonstrieren. Mit dem Protest solle Kritik an der
Politik der amerikanischen Regierung zum Ausdruck gebracht werden, teilte
das Aktionsbündnis am Mittwoch in Rostock mit.
Proteste
gegen Bush-Besuch in Stralsund: Holter nicht dabei
Mecklenburg-Vorpommerns
Arbeitsminister Helmut Holter von der Linkspartei wird sich
nicht an Protesten gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush
in Stralsund beteiligen. Er sei immer bereit zu demonstrieren, aber wenn
Bush Stralsund besuche, sei er gar nicht im Land, sagte Holter am Freitag
im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Er habe Urlaub und diesen bereits
geplant, bevor bekannt gewesen sei, dass Bush nach Mecklenburg-Vorpommern
komme, so der Arbeitsminister.
Linkspartei-Landesvorstand
hatte Teilnahme angekündigt
Unklar
ist dagegen, wie sich Umweltminister Wolfgang Methling und
Sozialministerin Marianne Linke von der Linkspartei
verhalten werden. Aus ihren Ministerien gab es bislang keine Bestätigung
für eine Teilnahme an den Protesten. Ein Sprecher des
Linkspartei-Landesvorstands hatte am Mittwoch eine Beteiligung der drei
Minister angekündigt. Ministerpräsident
Harald Ringstorff (SPD) wurde daraufhin von der CDU
aufgefordert, seinen Ministern die Teilnahme zu verbieten.
Autos
müssen an den Stadtrand
Schon
vor der Visite des US-Präsidenten müssen sich Bürger und
Geschäftsleute in Stralsund auf umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen
einstellen. In einer 400 mal 400 Meter großen Kernzone in der Innenstadt
müssen Geschäfte und Gaststätten geschlossen werden. Autos müssen von
Straßen und aus Hinterhöfen sowie Garagen an den Stadtrand gebracht
werden. Die Anwohner in diesem Bereich müssen sich auf Personen- und
Taschenkontrollen einstellen. In der Stadt sind etwa 4.500 Einwohner und
900 Gewerbetreibende von den Maßnahmen betroffen.
Maßnahmen
nicht vergleichbar mit dem Bush-Aufenthalt in Mainz
In
Stralsund hat die Polizei bereits am Sonnabend damit begonnen, die Bürger
aufzuklären. Fünf Teams von je zwei Polizisten suchten die Anwohner auf
und beantworteten Fragen. Die polizeilichen Maßnahmen seien allerdings
nicht mit den Einschränkungen vergleichbar, die es beim Bush-Besuch in
Mainz gab, sagte ein Polizeisprecher.
Insgesamt werden etwa 4.500 Einwohner und 900 Gewerbetreibende im Innen-
und Altstadtbereich von Einschränkungen betroffen sein. Nicht ganz
so massiv wie in der Kernzone sind die Sicherheitsvorkehrungen im
äußeren Innenstadtbereich von Stralsund. Hier müssten lediglich die
Autos von den Straßen entfernt werden. Geschäfte und öffentliche
Einrichtungen wie das Deutsche Meeresmuseum könnten weiterhin für den
Besucherverkehr geöffnet bleiben, so die Polizei. Im Gegensatz dazu
dürfe die Kernzone während des Bush- Besuchs nur von Anwohnern und
berechtigten Personen betreten werden. Anwohner müssen sich dabei auch
auf Taschenkontrollen einstellen. Hier werden auch bewegliche Gegenstände
wie Papierkörbe entfernt, Briefkästen und Kanalabdeckungen versiegelt.
Weiterhin
gespaltene Meinung der Parteien zu Bush-Besuch
Die
Parteien in Mecklenburg-Vorpommern sind weiterhin unterschiedlicher
Ansicht über den Besuch von US-Präsident George W. Bush in
der kommenden Woche. Die CDU im Nordosten sieht in der Visite eine Chance
für das Land. Der Besuch bringe
mehr als jede millionenschwere Werbekampagne, sagte der
Generalsekretär des Landesverbandes Lorenz Caffier am
Mittwoch. Das Medieninteresse werde erheblich sein. Bush
besucht Stralsund, Heiligendamm und die Ortschaft Trinwillershagen
(Landkreis Nordvorpommern) vom 12. bis 14. Juli.
SPD-Kreisverband
gegen Besuch
Der
SPD-Kreisverband Stralsund erklärte unterdessen, Bush sei ihm nicht
willkommen in der Hansestadt. Der
US-Präsident betreibe "eine zügellose Machtpolitik ohne Rücksicht
auf das Völkerrecht, die Menschenrechtskonvention und internationale
Übereinkommen", hieß es in einer Presseerklärung. Der
Kreisverband stellt sich damit gegen Ministerpräsident Harald
Ringstorff (SPD), der den Besuch begrüßt. Der Regierungschef hat
auch in seinem Kabinett mit unterschiedlichen Auffassungen über den
Besuch zu kämpfen. Die Ankündigung von Ministern des Koalitionspartners
Linkspartei, gegen den Besuch demonstrieren zu wollen, sorgte für
Verärgerung bei der SPD. Der Landesvorsitzende Till Backhaus
äußerte wiederholt sein Unverständnis über das Vorhaben. Auch
Bündnis90/Die Grünen und die WASG haben zu friedlichen Protesten
aufgerufen. Für den 13. Juli haben zahlreiche Gruppen Proteste
angekündigt. Die Organisatoren erwarten mehrere Tausend Teilnehmer.
12.000
Polizisten für Bush in Mecklenburg-Vorpommern
Die
deutschen Sicherheitskräfte sind nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns
Innenminister Gottfried Timm (SPD) für den Besuch des
amerikanischen Präsidenten George W. Bush Mitte Juli
gerüstet. Rund 12.000 Beamte würden zu der bislang größten
Polizei-Aktion in Mecklenburg-Vorpommern erwartet, so Timm. "Wir
haben die Zusagen aller Bundesländer und des Bundes, dass wir in den drei
Tagen unterstützt werden." Bush und US-Außenministerin Condoleezza
Rice besuchen den Nordosten vom 12. bis 14. Juli.
Fenster
müssen geschlossen bleiben
Währenddessen
haben die Behörden in Stralsund und Trinwillershagen schon mit den
Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Am Mittwoch wurde bei Devin, etwa sechs
Kilometer vom Zentrum der Hansestadt, ein Ausweichparkplatz errichtet. Die
Bewohner der Innenstadt von Stralsund müssen bis kommenden Mittwoch ihre
Autos weggeschafft haben. Nächste
Woche Donnerstag gelten für das historische Stadtzentrum Stralsund
stärkere Sicherheitsvorkehrungen als zu DDR-Zeiten. Zwischen 0.00
Uhr und dem Besuchsende darf dieser Bereich von den Anwohnern nur über
zwei Kontrollpunkte betreten werden. Wohnungsfenster in der so genannten
Roten Zone müssen geschlossen bleiben, Geschäfte und Gaststätten
dürfen nicht öffnen. Auch an den Zufahrtsstraßen nach Trinwillershagen
werden vier Kontrollstellen eingerichtet. In der Ortschaft verbringt Bush
gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen
Grillabend.
Viele
Beamte müssen ihren Urlaub verschieben
Etwa
2.000 Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern selbst würden im Einsatz
sein, der Rest komme aus den anderen Bundesländern und von der
Bundespolizei. Viele Beamte müssten ihren Urlaub verschieben, den sie
nach der anstrengenden, vierwöchigen Fußball-Weltmeisterschaft geplant
hatten, sagte Timm. "Jeder Polizeibeamte weiß, dass so etwas auf ihn
und seine Familie zukommen kann."
Begegnung
mit Merkel und Demonstranten in Stralsund
Der
Schwerpunkt für die Polizei wird voraussichtlich die Stadt Stralsund
sein. Dort sind eine Begegnung von Bush und Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) mit Bürgern auf dem Markt sowie eine
Kirchenbesichtigung geplant. Drei Demonstrationen und eine Mahnwache seien
für diesen Tag angemeldet, sagte Timm. Allein für die beiden Züge der
Deutschen Friedensgesellschaft seien 5.000 Teilnehmer angekündigt worden.
In die Altstadt, die auf einer Insel liegt, dürfe kein Demonstrant
hinein. Hier gilt vom Abend des 12. Juli bis eine Stunden nach Bushs
Abreise einen Tag später ein Versammlungsverbot. Die Märsche der
Friedensgesellschaft würden in der weiteren Innenstadt stattfinden, die
Anhänger der rechtsextremen NPD würden durch ein Plattenbaugebiet am
westlichen Stadtrand geleitet.
Linkspartei-Minister
demonstrieren mit
Monty
Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft,
kündigte friedliche Proteste "gegen Krieg und
Kriegsvorbereitung" an. "Wir wollen weder Straßenschlachten
liefern, noch den Bush-Besuch blockieren." Unter dem Motto "Not
welcome, Mr. President" soll es mehrstündige Kundgebungen und
eine Großdemonstration geben. Auch Schweriner Kabinettsmitglieder der
Linkspartei wollen sich einreihen. Dies ist für CDU-Landeschef Jürgen
Seidel ein "Skandal": "Wenn es Ministerpräsident Harald
Ringstorff nicht gelingt, seine PDS-Minister von den Protesten
gegen den amerikanischen Präsidenten abzuhalten, machen wir uns vor aller
Welt zum Max", befürchtet der Oppositionspolitiker.
Probleme
mit der Wildsau
Probleme
bereitet vor dem Besuch aber noch das Grillfleisch. Olaf Micheel, Chef des
Kulturhauses "An den Linden" in Trinwillershagen, versucht seit
Tagen, ein geeignetes Wildschwein für den Spieß zu schießen. Bislang
sind im allerdings nur Bachen mit Frischlingen vor den Lauf geraten, die
aus verständlichen Gründen nicht geschossen werden dürfen. Zwar bleibt
Micheel noch eine Woche Zeit, damit der Braten aber seine volle Reife
entwickeln kann, sollte er nach den Worten des Hobby-Jägers ein paar Tage
im Kühlhaus abhängen.
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Josef Ackermann
- "Und wer hat es erfunden?"
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Der Deutsche-Bank-Chef
ist im Volksmund gesprochen schon "eine arme Sau" mit seinen
lumpigen 10,1 Millionen Euro im Jahr. Wenn er perfekt im Kreis herum
fahren könnte - wie Michael Schumacher - dann würde er einschließlich
Fanartikel- und sonstigen Einnahmen bei 60 Millionen Euro im Jahr liegen.
Selbst TOP-Fußballspieler verdienen mehr, von seinen Investment-Bankern
ganz zu schweigen.
Man kann nur hoffen, dass
er aus anderen Quellen noch etwas dazuverdient, sonst rutscht er von der
Nr. 14 noch weiter ab.
Das Maß ist voll und die
Bürgerinnen und Bürger verarbeiten solche Nachrichten nur noch mit
Kopfschütteln. Schließlich weiß man genau, wie Josef Ackermann
sein Geld verdient - indem er neben Unternehmens- Transaktionen in einem
fortwährenden Prozess Personal abbaut und vor die Türen der
Arbeitsagenturen setzt. In der Bank und den mit der Deutschen Bank
verbundenen Firmen wächst die Angst um die
Arbeitsplätze und die Gangart unter den Angestellten wird immer härter -
angefacht vom menschenverachteten System des Josef Ackermann - gierig
begleitet von den Aktionären.
Shareholder-Value heißt
das magische Zauberwort, das für viele Betriebe der Anfang vom Ende des
Sozialbewusstseins bedeutet und viele merken es erst, wenn es zu spät
ist.
Henry Ford sagte einmal: "Autos kaufen keine
Autos!" - und er stellte damit den Mensch in den Vordergrund.
Damit meinte er nicht Menschen, wie Josef Ackermann, der sich jährlich
200 Mittelklassewagen mit Superausstattung kaufen könnte, sondern die
Masse der Menschen, die ihr Geld mit harter Arbeit verdienen. Arbeitslose
kaufen ebenfalls keine neuen Autos - so einfach ist das.
Unsere Gesellschaft
fällt so langsam auseinander - auch wegen Typen, wie Josef Ackermann.
Seine Methoden sind die
weltweite Antwort auf das Bestreben der Superreichen, immer noch reicher
zu werden - und das auf Kosten der Armen. Zu denen werden auch immer mehr
"normale" Bänker gehören.
Und wer hat es erfunden?
Hier ein Artikel von dpa
zum jüngsten Geschäftsbericht der Deuten Bank.
Ackermann verdient
10,1 Millionen Euro
Deutsche-Bank-Chef
will beim Gehalt nur die "Nummer 14" gewesen sein
Für Gewinne weiter
Stellen streichen
Frankfurt (dpa). Deutsche
Bank-Chef Josef Ackermann hat im abgelaufenen Geschäftsjahr
insgesamt 10,1 Millionen Euro und damit etwas weniger als 2003 verdient.
Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht des
größten deutschen Finanzhauses hervor. Im Vorjahr kam der Schweizer
Manager auf ein Gehalt von 11,1 Millionen Euro. Die Deutsche Bank hatte
2004 ihren Gewinn deutlich gesteigert, war aber wegen eines gleichzeitig
angekündigten Stellenabbaus stark in die Kritik geraten.
Ackermanns Bezüge
setzten sich zusammen
-
aus einem Festgehalt
von 1,2 Millionen Euro,
-
einem Bonus von fünf
Millionen Euro sowie
-
Aktienrechten und
-optionen im Wert von 3,9 Millionen Euro.
Seine drei
Vorstandskollegen kamen auf jeweils 4,8 Millionen Euro (2003:
5,2-Millionen Euro), Aufsichtsratschef Rolf Breuer bezog für seine
Tätigkeit 280 000 Euro (2002: 250 000 Euro).
Im "Spiegel"
hatte Ackermann vor kurzem berichtet, dass er im Vorjahr beim Gehalt nur
die "Nummer 14" in der Bank gewesen sei. Nach
Brancheneinschätzungen verdienen
vor allen die Top-Investmentbanker deutlich mehr als der Vorstandssprecher.
" Wenn Sie einen Mittelstürmer haben, der viele Tore schießt, dann
ist er mehr wert als der Trainer", hatte Ackermann dazu erläutert.
Die Gehälter des mächtigen Group Executive Committees, in dem auch
Investmentbanker vertreten sind, will die Bank jedoch nicht offen legen.
Gegen die entsprechende Aufforderung eines Gerichts legte das Finanzhaus
Beschwerde ein. Der Deutsche-Bank-Chef bekräftigte in einem Brief an die
Aktionäre sein Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuernn:
"Der gute Start in das laufende Geschäftsjahr 2005 bestärkt uns in
der Überzeugung, dass wir Ihnen in einem Jahr berichten können, unsere
ehrgeizigen Ziele erreicht zu haben."
Um
den Gewinn weiter zu steigern, sollen brutto 6400 Stellen gestrichen
werden, davon 2300 in Deutschland. Obwohl bereits seit dem
vergangenen Jahr bekannt, hatten diese Maßnahmen Anfang Februar eine
öffentliche Empörung ausgelöst. Im Vergleich zu den damals
veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen verringerte sich der
Jahresüberschuss für 2004 wie bereits angekündigt um 74 Millionen Euro
auf 2,472 Milliarden Euro. Grund ist ein Vergleich im Zusammenhang mit dem
umstrittenen Verkauf von Anleihen des zusammengebrochenen
US-Telekomkonzerns WorldCom, auf den sich die Bank im März geeinigt
hatte. Trotz des Vergleichs drohen der Deutschen Bank noch Ansprüche aus
World-Com- Einzelklagen.
Wie aus dem
Geschäftsbericht hervorgeht, könnten auf das Kreditinstitut außerdem
Nachforderungen im Zusammenhang mit der Pleite des Frankfurter Baukonzerns
Philipp Holzmann zukommen. So habe die Insolvenzverwalterin der
Holzmann-Tochter imbau, Angelika Amend, bereits August 2004 Klage erhoben,
wonach Zahlungen an die Bank für einen Kredit und ein Immobiliengeschäft
an das Bauunternehmen hätten zurückgegeben werden müssen. Amend sagte
am Donnerstag, bei dem Streitwert handele es sich um eine "etwas
höhere zweistellige Millionensumme". Das Verfahren sei beim
Landgericht Frankfurt anhängig. Hinzu kommen im Fall Holzmann laut dem
Geschäftsbericht eine bereits seit 2000 bekannte Klage sowie
.Ankündigungen von Insolvenzverwaltern und Anleihegläubigern, Ansprüche
gegen die Bank geltend machen zu können.
Über Josef Ackermann
schlagen im Dezember 2005 erneut die Wogen zusammen, wie der Tagesanzeiger-ONLINE
berichtet. Der
Mann, der wohl keine Skrupel kennt, ist arg unter Beschuss - auch aus der
eigenen Branche - und es gibt nicht wenige Menschen, die ihn dorthin
wünschen, wo der Pfeffer wächst. Hier der Artikel: Tages-Anzeiger vom 19.12.2005
Ackermann erneut unter Druck
|

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Der Chef der
Deutschen Bank, Josef Ackermann, steht erneut in der Kritik. Das
Finanzinstitut und sein Lenker werden wegen einer
Immobilienfonds-Schliessung attackiert.
Von Robert Mayer,
Frankfurt
Das hat Josef
Ackermann gerade noch gefehlt: Kurz vor dem Richterspruch im
Mannesmann-Revisionsverfahren am nächsten Mittwoch bringt der
Deutsche-Bank-Chef mit seinem höchst glücklosen Krisenmanagement
bei einem Not leidenden Immobilienfonds erneut die breite
Öffentlichkeit in Deutschland gegen sich auf.
Dieses Mal könnte
der Schaden für die «Deutsche Pannenbank», wie das
«Handelsblatt» den Branchenprimus jüngst titulierte, noch
grösser ausfallen als bei früheren Fehltritten ihrer Chefs. Dass
das Frankfurter Geldhaus mit seinem Fondsdebakel den eigenen Ruf
weiter ramponiert und die gesamte deutsche Finanzbranche auf die
Barrikaden treibt, ist schon schlimm genug. |
Weitaus gravierender dürften aber die
geschäftlichen Auswirkungen sein, wenn die Tausenden von (vermögenden)
Privatkunden, welche die Bank mit ihrem Gebaren tief verärgert und
verunsichert hat, zur Konkurrenz abwandern. Fondsanleger im Regen stehen
gelassen
Erstmals in über 40 Jahren, in denen in
Deutschland offene Immobilienfonds aufgelegt werden, musste ein solches
Anlagevehikel seine Tore schliessen. Anfang letzte Woche zog die
Immobilienfondstochter der Deutschen Bank, DB Real Estate, diese
Notbremse, weil ihr Fonds «Grundbesitz-Invest» wegen umfangreicher
Mittelrückzüge der Anleger in akute Liquiditätsschwierigkeiten geraten
war. Zuvor war durchgesickert, dass der Fonds seinen Immobilienbestand
deutlich abwerten muss, was die Fondsanteile der Sparer im Wert
entsprechend mindert.
Nun ist die DB Real Estate beileibe nicht
die erste Fondsanbieterin, die dem enormen Überangebot und dem damit
verbundenen Wertverfall bei deutschen Gewerbeimmobilien Tribut zollen
musste. Zuvor waren schon Fonds der Hypovereinsbank und der
Sparkassen-Tochter Deka in Schieflage geraten. Doch in beiden Fällen
eilten die jeweiligen Mutterhäuser sofort zu Hilfe und nahmen die von
verängstigten Anlegern verkauften Fondsanteile in grosser Zahl in die
eigenen Bücher auf.
Nicht so die Deutsche Bank: Um keine
Liquidität aufbringen zu müssen, fror sie kurzer Hand das Fondsvermögen
von rund 6 Milliarden Euro bis Anfang Februar ein. So lange haben nun die
rund 300'000 Anleger keinen Zugriff auf ihr Erspartes. Angelsächsisch
geprägt Darüber hinaus liess die Bank durchblicken, dass sie die
anstehende Wertberichtigung bei den Immobilien ihres Fonds gänzlich auf
die Kunden abwälzen will. Nicht nur Anlegerschützer, sondern auch die
Konkurrenten begehrten lauthals auf. Letztere befürchten, dass die kalte
Schulter der Deutsch-Banker das Vertrauen der alarmierten Kundschaft in
Immobilienfonds generell untergraben könnte - mit unabsehbaren Folgen
für die gesamte Branche und den Finanzplatz Frankfurt.
Erst als die Wogen der öffentlichen
Empörung über der Bank zusammenschlugen - spekuliert wird in hiesigen
Finanzkreisen auch über eine Intervention der deutschen Bankenaufsicht -,
versuchte sich Ackermann in Schadensbegrenzung. Für private Anleger, die
Anteile an dem Krisenfonds erst in den letzten zwei Jahren gekauft haben,
wolle man einen «fairen Wertausgleich schaffen», liess der Konzernchef
am Donnerstag mitteilen. Zu spät: Das Image der Bank wie auch ihres
obersten Lenkers hatte bereits neue Kratzer abbekommen, die Presse ihre
schweren Salven der Kritik schon flächendeckend abgefeuert.
Der jüngste Fall offenbart aufs Neue, wie
schwer sich Ackermann mit Deutschland und den Deutschen nach wie vor tut.
Der stark angelsächsisch geprägte Schweizer verhielt sich anfänglich
genau so, wie man es im dortigen Banking von ihm erwartet. In
Grossbritannien hätte kaum jemand Anstoss daran genommen, dass
Fondsinvestoren für Verluste selbst aufkommen müssen. Schliesslich
bestimmen sie ja in eigener, freier Risikoabwägung über die Anlage ihrer
Gelder.
Eine Bank, die ihren Anlegern stützend
beispringt, müsste im Gegenteil mit Klagen amerikanischer Aktionäre
wegen Verschleuderung von Eigenmitteln rechnen - eine Gefahr, die
Ackermann mit seiner Hilfszusage jetzt übrigens auch droht. Deutschland
tickt anders
Deutschland tickt anders. Die Deutsche Bank
ist mit Abstand das stärkste heimische Kreditinstitut, ist als einziges
global aufgestellt und wird in diesem Jahr die von Ackermann gesetzte
Zielmarke einer Vorsteuerrendite von 25 Prozent erreichen - wovon die
Konkurrenz nicht mal zu träumen wagt. Ein solches «Powerhouse» steht
natürlich unter ganz besonderer Beobachtung, von ihm erwarten die
Deutschen eine Führungs- und Vorbildfunktion. Wenn nun ausgerechnet die
Deutsche Bank ihre Fondsanleger im Regen stehen lässt, verstösst sie
damit eklatant gegen das hiesige Sozial- und Konsensmodell.
Eine ähnlich schwere Verfehlung beging
Ackermann schon Anfang 2005, als er einen Rekordgewinn für 2004 und
gleichzeitig den Abbau von 6400 Stellen im Konzern verkündete. Und das
nur einen Tag, nachdem die deutsche Arbeitslosenzahl erstmals seit
Kriegsende über die 5-Millionen-Schwelle kletterte. Der Schweizer Manager
tat dies in der Absicht, die Fakten «offen und ehrlich» auf den Tisch zu
legen, was ihm in Finanzkreisen auch Beifall eintrug. In Deutschland aber
prasselten die Scherben eines grandiosen Kommunikationsdesasters auf ihn
herab: Politiker aller Parteien und die Medien hieben tagelang auf den
obersten Deutsch-Banker ein.
Die nächste Belastungsprobe wartet bereits
auf Ackermann. Das Urteil des Karlsruher Bundesgerichtshofs in der
Mannesmann-Revision dürfte ihm nach Ansicht vieler Beobachter kaum
schmecken. Jedenfalls äusserten die Richter in der mündlichen
Verhandlung von Ende Oktober erhebliche Zweifel an den erstinstanzlichen
Freisprüchen für den Manager und die übrigen Angeklagten. Womöglich
muss der Prozess um millionenschwere Boni und Abfindungen für ehemalige
Mannesmann-Manager neu aufgerollt werden.
Wobei dann das Risiko einer Verurteilung
wegen schwerer Verstösse gegen das deutsche Aktienrecht wesentlich
grösser sein wird. Nach dem Urteil am 21. Dezember könnte es um Josef
Ackermann in Deutschland noch einsamer werden als ohnedies schon.
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Franz
Müntefering - der
letzte Sozialist? |
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SPD-Chef Franz
Müntefering zog zeitlich gut platziert und thematisch voll ins
blutende Schwarze der Volksseele treffend das Thema aus dem Hut, das
unserem Volk förmlich auf den Nägeln brennt.
Seit einigen Jahren
steuert unsere Nation auf einen Kollaps zu, der inzwischen allein der
Mehrzahl der Unternehmer zuzuschreiben ist, die sich vorbehaltlos neuen
wirtschaftlichen Ideologien verschrieben haben.
In sektenartiger Manier
erheben sie ihre ureigene Weltanschauung, in der der Mensch nur noch ein
kalkulierbarer Faktor zu sein hat, in den Vordergrund und wissen sich
dabei in einer weltweiten Gemeinschaft gleichgesinnter Profiteure. Wenn es
ihnen wieder in den Sinn kommt, dann schicken sie die Millionen
Arbeitslosen wieder in einen Krieg, der die nutzlose menschliche
Kummer-Speckschicht verbrennt, wie wir es vor 60 Jahren erst hinter uns
gebracht haben.
Aus allen Ecken -
besonders von der FDP - kommt die Schelte für die Rede von Franz
Müntefering, der kein Blatt vor den Mund nahm, um die Unternehmer
wieder an die im Grundgesetz verankerten Werte und Verpflichtungen des
Kapitals zu erinnern.
Inzwischen sind fast alle
Merkmale einer "sozialen Marktwirtschaft" aufgezehrt, die über
viele Jahre für einen gewissen Ausgleich sorgte. Die skrupellosen
Geschäftemacher treiben ihr Spiel immer rücksichtsloser und die von der
derzeitigen Bundesregierung geschaffenen wirtschaftlichen Erleichterungen
zur Generierung neuer Arbeitsplätze wandern ungehindert in die Säckel
der Anleger, ohne dass sie ihre soziale Wirkung entfalten können. Was
liegt da näher, als daran zu erinnern, wo die Grenzen des Erträglichen
verlaufen. Die SPD wird sicherlich die neue Linie der Offenheit in ihrem
neuen Programm festschreiben und gerade der parasitären Schicht des
Deutschen Unternehmertums die Stirn bieten.
Die SPD besinnt sich
damit auf einen Teil ihrer Wurzeln und rückt gleichzeitig etwas von der
gerade erkämpften Mitte ab, die sich inzwischen als nationale
Schwindel-Zone enttarnt hat.
Der SPD ist zu raten und
zu wünschen, dass sie ihre in der Regierungsverantwortung
schmerzlich gemachten Erfahrungen im Umgang mit den Unternehmern,
den Banken und dem politischen Gegner als Reifeprozess versteht und für
Deutschland die richtigen Weichen stellt.
Ehe die jetzt noch
herumnörgelnden politischen Gegner überhaupt begriffen haben, was sie
unserem Volk damit antun, sollte das Volk die Regierung im Kampf gegen den
Teil des alles zerstörenden Zeitgeistes unterstützen, der ohne den
Faktor Mensch auskommen will.
Der Mensch selbst muss erkennen, wer seine
Peiniger sind und wer momentan alles daran setzt, wieder etwas mehr Gleichgewicht
herzustellen. Dafür war die Rede von
Franz Müntefering gut und als STOP-Schild gedacht.
Aber - auch STOP-Schilder
werden von dicken Limousinen häufiger missachtet als von anderen.
Lesen Sie dazu den
folgenden Artikel:
Der Spiegel, 13.04.2005
GRUNDSATZREDE
Müntefering wettert gegen das
"Kapital"
Sie klingt wie eine Rede aus
Klassenkampf-Zeiten. SPD-Chef Müntefering hat in einer Grundsatzrede die
Macht des Kapitals gegeißelt, die den Menschen als Produktionsmittel oder
Konsumenten quasi ausbeutet. Profitgier und kurzsichtiges Handeln seien
eine Gefahr für die Demokratie. Umso wichtiger sei die Rolle des Staates.
DPA
SPD-Chef Müntefering: "Macht der
totalen Ökonomisierung"
Berlin - In einer Debatte über das geplante neue
Grundsatzprogramm der SPD kritisierte Müntefering in Berlin das
Menschenbild des privatwirtschaftlichen Handelns: "Ökonomie (...)
kalkuliert die Menschen zwar ein, aber nur in Funktionen: als Größe in
der Produktion, als Verbraucher oder als Ware am Arbeitsmarkt." Ohne
einzelne Firmen zu nennen, sagte er: "Diese abstrakte Logik schlägt
sich konkret im Handeln von bestimmten Finanzunternehmen nieder: Die
international forcierten Profit-Maximierungs-Strategien gefährden auf
Dauer unsere Demokratie."
Er fügte hinzu: "Unsere Kritik gilt
der international wachsenden Macht des Kapitals und der totalen
Ökonomisierung eines kurzatmigen Profit-Handelns." Durch diese
Entwicklungen würden der einzelne Mensch aus dem Blick geraten und die
Handlungsfähigkeit des Staates rücksichtslos reduziert, was sein Ansehen
bei den Bürgern belaste.
Vor allem die Deutsche Bank war in den
vergangenen Wochen in die Kritik geraten, nachdem sie gleichzeitig zu
stark steigenden Gewinnen einen weiteren Abbau von Tausenden
Arbeitsplätzen angekündigt hatte.
Müntefering rief die Unternehmen auf, im
eigenen Interesse und aus ihrer Verantwortung für Mitarbeiter und
Standort solchen Entwicklungen entgegen zu treten. Seine Rede war Teil der
SPD-Beratungen über das neue Programm, das sich die Partei bei ihrem
Parteitag in Karlsruhe im Herbst geben will.
Der SPD-Vorsitzende bekannte sich
ausdrücklich zum gestaltenden und schützenden Handeln des Staates und
wandte sich scharf gegen Kritik an dessen Funktion: "Mancher putzt
sich gerne die Füße an ihm ab und macht ihn zum Synonym für eine Krake
und Bonzen, für Bürokratie und für Unfähigkeit." Ohne einen
Adressaten für seinen Vorwurf zu nennen, fügte er hinzu: "Manche
(...) fordern den schlanken Staat und wären doch nicht böse, wenn er
denn verhungerte. Ja sie legen es darauf an." Im Denken und Handeln
der Ökonomie scheine staatliches Handeln oft unnötig und
kontraproduktiv.
Er setzte dem das Staatsverständnis seiner
Partei entgegen: "Die Staatsskepsis ist ein Irrweg. Die
Staatsverachtung ist eine Gefahr", da der Staat die Demokratie
ermögliche und das Zusammenleben der Gesellschaft organisiere.
"Staat muss gestalten", sagte er. "Das ist auch das
sozialdemokratische Verständnis vom Staat." Müntefering bezeichnete
die Unterschiede im Staatsverständnis als Grundsatzentscheidung für die
Entwicklung in Deutschland: "Damit ist eine Scheidelinie markiert
für den politischen Weg unseres Landes."
Die "Süddeutsche Zeitung" misst
die Aussagen des SPD-Chefs an der Rede, die Bundespräsident Horst Köhler
vor einigen Wochen hielt: "Sie liest sich in weiten Passagen wie eine
Antwort auf die wirtschaftspolitische Grundsatzansprache" des
Staatsoberhaupts, der vor allem "Vorfahrt für Arbeit" gefordert
hatte.
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Aus
der Mitte betrachtet... |
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Kapitalismusdebatte
oder Rattenmentalität? |
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Irgendwann
hat es ja so kommen müssen!
Immer
dann, wenn man am Ende seines Lateins angekommen ist, besinnt man sich auf
Gedankengut, das einmal zu großen Veränderungen in der Lage war. Auch
dann, wenn die Veränderungen nicht dauerhaften Erfolg garantierten,
schielt der Mensch nach ihnen, weil sich die momentane Situation einfach
nicht zum besten wenden will. Ist das nun Rückbesinnung oder ein neuer
Anlauf von einer Stelle aus, an der sich der Weg einmal gabelte?
Genauso,
wie man jetzt gedankliche Anleihen beim Kommunismus nimmt, andere den
Patriotismus bemühen, obwohl sie Nationalismus meinen, will Westerwelle
gar die Gewerkschaften abschaffen, um irgendetwas zu bewegen. Die
Orientierungslosigkeit ist auf dem Höhepunkt angekommen und man
fühlt sich beinahe in die Zeit von vor 1933 zurückversetzt, als die
unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen direkt zum
Nationalsozialismus führten. In ihm fühlte sich zu Beginn ein großer
Teil unseres Volkes ebenso wohl, wie das Unternehmertum, dem wiederum in
der Folgezeit die Kriege und Raubzüge durch Europa gewaltige Gewinne
bescherten.
Das
schreckliche Ende, das uns dieser Tage in Jubiläumsmanier vor Augen
gehalten wird, löst auch heute noch die Frage aus: "Wie konnte das
alles geschehen?" - und viele fragen sich, ob uns nicht wieder eine
schlimme Eskalation bevorsteht, aus der allerdings die gesellschaftliche
Oberschicht wieder als Gewinner hervorgeht, wie immer der
Fall war.
Wieder
einmal hat das Volk das Nachsehen und viele fragen sich in ihrer Lage -
Stellenabbau, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, Unterversorgung,
Drittklassigkeit - ob das auch eine Variante von Krieg ist, die weite
Teile der Wirtschaft gerade gegen das Volk führt.
Die
10%, in deren Händen sich über 85% des gesamten Volksvermögens
befindet, wären gut beraten, sich mit der Kapitalismusdebatte zu
befassen, anstatt sie zu verteufeln. Sie sollten sich an die im
Grundgesetz verankerte Verpflichtung des Kapitals gegenüber der
Arbeitskraft besinnen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die
gnadenlose Umverteilung, die auch von dieser Bundesregierung in ihrer
Ratlosigkeit betrieben wird, gleicht der Fütterung eines unersättlichen
Raubtieres, um in der Hoffnung auf ein Nachlassen der Gefräßigkeit in
den Genuss milder Wohltätigkeit zu gelangen - und wenn es nur die
Abfälle sind, die von den üppig gedeckten Tischen fallen. Rattenmentalität
pur!
Nun
sind wir aber in der Sprache derer angekommen, die mit Tiervergleichen
Stimmungen charakterisieren und die momentan irrtümlich in eine falsche Ecke gestellt
werden.
Meinte
Franz Müntefering mit dem Heuschreckenvergleich eigentlich die
Gefräßigkeit oder die Art, wie die Katastrophe über das Land
hereinbricht? Noch sind typische Verhaltensweisen auch auf diese Art
bestens zu beschreiben, wenn es darum geht, Emotionen zu wecken. Ohne
Emotionalisierung kann man nichts bewegen - schon gar nicht in den Köpfen
und in den Herzen.
Franz
Müntefering wagte es, die Debatte anzustoßen, die nun breit
diskutiert wird. Wo sie hin führen wird, vermag noch niemand zu sagen.
Die Frankfurter Rundschau schaute am 4. Mai 2005 in das
Kommunistische Manifest von 1848, um zu ergründen, ob die Debatte
gerechtfertigt sei.
Die
Zeiten haben sich grundlegend geändert, die Konfrontation ist jedoch die
gleiche geblieben. Wann werden sich gerade die Eliten darauf besinnen,
dass Deutschland auch als Volk der Denker gilt, die Großes geschaffen
haben. Dazu gehören neben Kunst, Wissenschaft und Technik auch die
Sozialsysteme, die den inneren Frieden eines Landes ganz erheblich
beeinflussen. Auch die soziale Gerechtigkeit gehört dazu, die allerdings
in deren Wortschatz nicht mehr vorkommt. Große Denkprozesse sind von
unseren heutigen Eliten nicht mehr zu erwarten. Das merkt man schon daran,
dass sie bereits bei einfachsten Problemen Unternehmensberater und
Wirtschafts-Gurus benötigen, um über die Runden zu kommen. Da diese
ebenfalls keine genialen Ideen haben, drehen sich die Probleme auf der
Ebene der Schuldzuweisungen im Kreis. Der Kapitalismus schwächelt
gewaltig.
Ist
es so falsch, mit dieser Debatte eine Rückbesinnung anzustoßen?
Hier
der erwähnte Artikel in der Frankfurter Rundschau:
"Das
Kapital ist eine gesellschaftliche Macht"
Das
Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich
Engels rechnet mit dem Kapitalismus ab und ruft zum Klassenkampf
auf / Auszüge
Die
Kapitalismus-Kritik von Franz Müntefering hat einen
berühmten, aber viel radikaleren Vorläufer:
Das
Kommunistische Manifest.
Es
kommt freilich zu ganz anderen Schlussfolgerungen als der SPD-Chef.
Die
1848 erschienene Streitschrift ist der Gründungsaufruf für die
Kommunistischen Parteien weltweit. Ein Gespenst geht um in Europa - das
Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu
einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der
Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche
Polizisten.
Wo
ist die Oppositionspartei, die nicht von ihren regierenden Gegnern als
kommunistisch verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, die den
fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionären
Gegnern den brandmarkenden Vorwurf des Kommunismus nicht
zurückgeschleudert hätte?(. . .)
Bourgeois
und Proletarier
Die
Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von
Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und
Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und
Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen
ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der
jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft
endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen.(. . .)
Die aus dem Untergang der feudalen Gesellschaft hervorgegangene moderne
bürgerliche Gesellschaft hat die Klassengegensätze nicht aufgehoben. Sie
hat nur neue Klassen, neue Bedingungen der Unterdrückung, neue
Gestaltungen des Kampfes an die Stelle der alten gesetzt. Unsere Epoche,
die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie die
Klassengegensätze vereinfacht hat. Die
ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche
Lager, in zwei große, einander
direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat. (.
. .)
Die
große Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung
Amerikas vorbereitete. Der Weltmarkt hat dem Handel, der Schiffahrt, den
Landkommunikationen eine unermeßliche Entwicklung gegeben. Diese hat
wieder auf die Ausdehnung der Industrie zurückgewirkt, und in demselben
Maße, worin Industrie, Handel, Schiffahrt, Eisenbahnen sich ausdehnten,
in demselben Maße entwickelte sich die Bourgeoisie, vermehrte sie ihre
Kapitalien, drängte sie alle vom Mittelalter her überlieferten Klassen
in den Hintergrund.(. . .) Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine
höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Bourgeoisie, wo sie zur
Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen
Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den
Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig
zerrissen und kein anderes Band
zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als
die gefühllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen
Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der
spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung
ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst
und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten
die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an
die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten
Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.
Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu
betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den
Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in
ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt. Die Bourgeoisie hat dem
Familienverhältnis seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und
es auf ein reines Geldverhältnis zurückgeführt. Die Bourgeoisie hat
enthüllt, wie die brutale Kraftäußerung, die die Reaktion so sehr am
Mittelalter bewundert, in der trägsten Bärenhäuterei ihre passende
Ergänzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die Tätigkeit der Menschen
zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als
ägyptische Pyramiden, römische Wasserleitungen und gotische Kathedralen,
sie hat ganz andere Züge ausgeführt als Völkerwanderungen und
Kreuzzüge.
Die
Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also
die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen
Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Unveränderte Beibehaltung
der alten Produktionsweise war dagegen die erste Existenzbedingung aller
früheren industriellen Klassen. Die fortwährende Umwälzung der
Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen
Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die
Bourgeoisepoche vor allen anderen aus. Alle festen eingerosteten
Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und
Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie
verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles
Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre
Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen
anzusehen.
Das
Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt
die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muß sie sich
einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen. Die
Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und
Konsumption aller Länder kosmopolitisch gestaltet. Sie
hat zum großen Bedauern der Reaktionäre den nationalen Boden der
Industrie unter den Füßen weggezogen. Die uralten nationalen Industrien
sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. Sie
werden verdrängt durch neue Industrien, deren Einführung eine
Lebensfrage für alle zivilisierten Nationen wird, durch Industrien, die
nicht mehr einheimische Rohstoffe, sondern den entlegensten Zonen
angehörige Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate nicht nur im Lande
selbst, sondern in allen Weltteilen zugleich verbraucht werden.
An
die Stelle der alten, durch Landeserzeugnisse befriedigten Bedürfnisse
treten neue, welche die Produkte der entferntesten Länder und Klimate zu
ihrer Befriedigung erheischen. An
die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und
Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige
Abhängigkeit der Nationen voneinander. Und wie in der materiellen,
so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der
einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und
Beschränktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen
nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur. Die
Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller
Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation
alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen
Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle
chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten
Fremdenhaß der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle
Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie
nicht zugrunde gehen wollen; sie zwingt sie, die sogenannte Zivilisation
bei sich selbst einzuführen, d.h. Bourgeois zu werden. Mit einem Wort,
sie schafft sich eine Welt nach ihrem eigenen Bilde.
Die
Bourgeoisie hat das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen. Sie hat
enorme Städte geschaffen, sie hat die Zahl der städtischen Bevölkerung
gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen
bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen.
Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und
halbbarbarischen Länder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den
Bourgeoisvölkern, den Orient vom Okzident abhängig gemacht.
Die
Bourgeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel,
des Besitzes und der Bevölkerung auf. Sie hat die Bevölkerung
agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in
wenigen Händen konzentriert. Die notwendige Folge hiervon war die
politische Zentralisation.(. . .) Die Bourgeoisie hat in ihrer kaum
hundertjährigen Klassenherrschaft massenhaftere und kolossalere
Produktionskräfte geschaffen als alle vergangenen Generationen zusammen.
Unterjochung der Naturkräfte, Maschinerie, Anwendung der Chemie auf
Industrie und Ackerbau, Dampfschiffahrt, Eisenbahnen, elektrische
Telegraphen, Urbarmachung ganzer Weltteile, Schiffbarmachung der Flüsse,
ganze aus dem Boden hervorgestampfte Bevölkerungen - welches frühere
Jahrhundert ahnte, daß solche Produktionskräfte im Schoß der
gesellschaftlichen Arbeit schlummerten.(. . .)
Unter
unsern Augen geht eine ähnliche Bewegung vor. Die bürgerlichen
Produktions- und Verkehrsverhältnisse, die bürgerlichen
Eigentumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so
gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem
Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen
vermag, die er heraufbeschwor. Seit Dezennien ist die Geschichte der
Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen
Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die
Eigentumsverhältnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und
ihrer Herrschaft sind. Es genügt, die Handelskrisen zu nennen, welche in
ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen
bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. (. . .) Die Gesellschaft
findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei
zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg
scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der
Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zuviel Zivilisation,
zuviel Lebensmittel, zuviel Industrie, zuviel Handel besitzt. Die
Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehen, dienen nicht mehr zur
Beförderung der bürgerlichen Eigentumsverhältnisse; im Gegenteil, sie
sind zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen
gehemmt; und sobald sie dies Hemmnis überwinden, bringen sie die ganze
bürgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefährden sie die Existenz des
bürgerlichen Eigentums. Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng
geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen.
Wodurch
überwindet die Bourgeoisie die Krisen?
Einerseits
durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften;
anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere
Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, daß sie
allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen
vorzubeugen, vermindert.(. . .)
Man
hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene,
selbsterarbeitete Eigentum abschaffen; das Eigentum, welches die Grundlage
aller persönlichen Freiheit, Tätigkeit und Selbständigkeit bilde.
Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem
kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Eigentum, welches dem bürgerlichen
Eigentum vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung
der Industrie hat es abgeschafft und schafft es täglich ab. Oder sprecht
ihr vom modernen bürgerlichen Privateigentum? Schafft aber die
Lohnarbeit, die Arbeit des Proletariers ihm Eigentum? Keineswegs. Sie
schafft das Kapital, d.h. das Eigentum, welches die Lohnarbeit ausbeutet,
welches sich nur unter der Bedingung vermehren kann, daß es neue
Lohnarbeit erzeugt, um sie von neuem auszubeuten. Das Eigentum in seiner
heutigen Gestalt bewegt sich in dem Gegensatz von Kapital und Lohnarbeit.
Betrachten wir die beiden Seiten dieses Gegensatzes.
Kapitalist
sein, heißt nicht nur eine rein persönliche, sondern eine
gesellschaftliche Stellung in der Produktion einzunehmen. Das
Kapital ist ein gemeinschaftliches Produkt und kann nur durch eine
gemeinsame Tätigkeit vieler Mitglieder, ja in letzter Instanz nur durch
die gemeinsame Tätigkeit aller Mitglieder der Gesellschaft in Bewegung
gesetzt werden. Das Kapital ist also keine persönliche, es ist
eine gesellschaftliche Macht. Wenn also das Kapital in ein
gemeinschaftliches, allen Mitgliedern der Gesellschaft angehöriges
Eigentum verwandelt wird, so verwandelt sich nicht persönliches Eigentum
in gesellschaftliches. Nur der gesellschaftliche Charakter des Eigentums
verwandelt sich. Er verliert seinen Klassencharakter.(. . .)
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"Wir
bestimmen, was passiert..."

"...und
wir bezahlen dafür!" |
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Die
Metamorphose des Gerhard Schröder |
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Wer
hätte je gedacht, dass Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder nach
seiner letzten emotionalen Rede vor Gewerkschaftlern, die sicher noch in
guter Erinnerung ist, nach seiner Amtszeit zu einem der bedeutendsten
Bosse des Unternehmens aufsteigen würde, das bis in jeden Haushalt hinein
die Hände tief in unseren Taschen hat?
Wie
ist eine Entwicklung dieser Art überhaupt möglich? Die Biografie
Gerhard Schröders gibt einigen Aufschluss.
Man
kann in der Zukunft streiten, wie man will - der Mann durchlief eine Art
Metamorphose bis zum bunten Schmetterling.
Seine
bevorzugten Freunde sind einflussreiche Männer, die sehr viel bewegen. Er
spielt nun in einer Klasse für sich. Das dürfte einigen ehemaligen
Gegnern die Zornesröte auf die Stirn treiben, wie die öffentlichen
Reaktionen beweisen.
Wenn
man mal den Neidfaktor und die gespielt Entrüstung herausfiltert, dann
bleiben doch einige Fragen, die Gerhard Schröder irgendwann
mal beantworten muss. Vielleicht gibt seine demnächst erscheinende
selbstverfasste Biografie Aufschluss. Wie Gerhard Schröder noch
in Jahr 1977 dachte, veranschaulicht ein Text aus seiner Feder, der mir in
die Hände fiel:
Von
links unten nach rechts oben ...
Die
SPD hat es als ihre Aufgabe angesehen ... ihren Mitgliedern den sozialen
Aufstieg zu ermöglichen... Solche
Karrieren führen zu erheblichen Veränderungen in der persönlichen
Sphäre des einzelnen. Die
SPD ist deshalb mehr als bürgerliche Parteien in der Gefahr, von den
negativen Folgen eines menschlich nicht bewältigten Aufstiegs -
gesellschaftlicher Entfremdung, finanzieller Maßlosigkeit und politischer
Entsolidarisierung - betroffen zu werden...
Mit
dem Erreichen einer Spitzenposition ist häufig ein steiler
gesellschaftlicher Aufstieg verbunden. Die finanzielle Ausstattung dieser
Ämter ist durchweg so üppig, dass der dorthin Gelangte sich vor dem
Hintergrund seines früheren Lebenszuschnittes plötzlich in einer
Situation sieht, in der er meint, sich "alles leisten zu
können". Sein altes materielles Wertgefüge gerät aus den Fugen. Er
orientiert sich an dem Standard einer exklusiven Oberschicht und richtet
sich in seinen Standards meist unkritisch nach diesen Standards ein. Dies
neue Selbstverständnis wird bestätigt und verstärkt durch die
Ausstattung seines Amtes mit allem Beiwerk exklusiver bürgerlicher
Repräsentation.
Dem
Amtsinhaber erscheint nun auch der sehr weit gesteckte neue finanzielle
Rahmen häufig als zu eng. Sein Interesse richtet sich darauf, noch
weitere Einnahmequellen zu erschließen. Darüber hinaus ist die
Umorientierung mit einer Abkehr von den früheren gesellschaftlichen
Zusammenhängen verbunden. In aller Regel lösen sich die persönlichen
und emotionalen Bindungen zur Arbeiterbewegung; nicht nur der Habitus,
sondern auch Umgang und Wertordnung werden oberschichtspezifisch...
Dem
Inhaber einer einflussreichen Position werden in der Regel eine ganze
Anzahl von Nebentätigkeiten angedient. Ihr Einkommen erhöht sich auf
diesem Wege in einer für Außenstehende schwer durchschaubaren Weise oft
beträchtlich. Die Nachteile dieser Entwicklung liegen auf der Hand.
Einmal entsteht durch die überaus vielseitige Verwendung Einzelner eine
Fülle von Verflechtungen zwischen den verschiedenen Organen, Unternehmen
und Instanzen. Ihre Kontrolle wird dadurch erschwert, und es ergeben sich
Gelegenheiten zu Geschäften auf Gegenseitigkeit. Mit der
Machtkonzentration wächst zudem die Neigung der Abhängigen, sich des
Einflusses durch Gefälligkeiten aller Art zu versichern. Auch die
finanzielle Begehrlichkeit wird durch eine Dotierung aus den
verschiedensten Töpfen nicht unbedenklich gesteigert...
Der
SPD dürfte Schröders Handeln schwer im Magen liegen, denn sie hat die
koalitionsbedingte stärkere Rechtsorientierung noch nicht verkraftet. Mit
Gerhard Schröder verfügte die Partei im Hintergrund einen,
der seine im Wahlkampf überdeutlich artikulierte Gesinnung nicht opfern
wollte. Nun beschädigt er dieses Markenzeichen erheblich und
unterstreicht, dass die Gesinnung auch nur eine Frage des Geldes und der
Macht ist.
Sollte
er jedoch als ersten Akt seines neuen Amtes den kriminellen, verlogenen
und wirtschaftsschädigenden Passus der Ölpreisbindung aus den
Gasversorgungverträgen streichen, dann könnte er Geschichte schreiben.
Warum gibt ihm denn niemand den Tipp? Ganz einfach, weil es den Spruch
gibt "...ich bin doch nicht blöd...".
Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung greift
die momentane Aufgeregtheit auf und stellt sie zur Diskussion.
Kritik
an Schröder „Heuchelei” oder ein „Hauch von Korruption”
-
„Integer” oder „instinklos”?
12. Dezember 2005
Bei Politikern aus allen Parteien steht der
frühere Bundeskanzler Schröder weiter in der Kritik, weil er
Vorsitzender des Aufsichtsrates des deutsch-russischen Konsortiums
Nordeuropäische Gaspipeline (NEGP) werden soll.
An dem Konsortium, das die geplante
Gasleitung durch die Ostsee betreiben soll, sind der staatlich
kontrollierte russische Konzern Gasprom zu 51 Prozent und die
deutschen Konzerne Eon und BASF zu je 24,5 Prozent
beteiligt. Schröder hat das umstrittene Projekt während seiner Amtszeit
aktiv unterstützt. In russischen Energiewirtschaftskreisen hatte es
geheißen, Rußlands Präsident Wladimir Putin habe sich
für die Berufung Schröders eingesetzt.
Platzeck: „Integerer Mann”
Der SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck
nahm Schröder in Schutz. Er halte ihn für einen „integeren Mann”,
sagte Platzeck nach einer Sitzung des SPD-Präsidiums am Montag in Berlin.
Er habe am Montag morgen selbst mit Schröder wegen der Angelegenheit
telefoniert. Das Pipeline-Projekt sei lange vor dem 22. Mai, dem Tag der
Ankündigung von Neuwahlen, in Gang gesetzt worden sei. Unterstellungen,
es gebe einen Zusammenhang zwischen Schröders Abgang als Kanzler und des
Postens als Aufsichtsratschef, halte er daher „schlicht und ergreifend
nicht für hinnehmbar”.
Zudem habe Schröder „wie ein Löwe”
für seinen Verbleib im Amt gekämpft, und zwar über den Wahltag hinaus.
Mit Blick auf die auch in den eigenen Reihen geäußerte Kritik an
Schröder sagte Platzeck, es solle „vorsichtig mit zu schnellen
Bewertungen” umgegangen werden. Schröder selbst verzichtete auch am
Montag zunächst auf eine Stellungnahme.
Lammert: „Instinktlos”
Bundestagspräsident Norbert Lammert
(CDU) ist vom Engagement Schröders „einigermaßen konsterniert”. „Ich
konnte mir eigentlich nicht vorstellen, daß ein deutscher Regierungschef
so schnell und so instinktlos mit einem naheliegenden Anschein umgeht,
daß hier ein Zusammenhang bestehen könnte zwischen politischem
Engagement und eigenen wirtschaftlichen Interessen.”
Zugleich sprach sich Lammert jedoch gegen
neue Gesetze und Regelungen aus, um den Übergang von Politikern aus
öffentlichen Ämtern in Wirtschaftprojekte zu regeln. Es gebe Dinge, so
Lammert, die gehörten sich nicht, die mache man nicht. „Ich würde es
nicht für einen Fortschritt an politischer Kultur halten, wenn wir hier
wieder mit der Meßlatte eines Gesetzes oder vergleichbarer formaler
Regeln hinter solchen Fehlentwicklungen herlaufen wollten.”
„Ich hätte es nicht gemacht”
Der stellvertretende Bundestagspräsident
Thierse sprach sich dagegen am Montag für Sperrfristen für die
privatwirtschaftliche Tätigkeit von ehemaligen Politikern aus. In der ARD
wandte sich Thierse aber gegen Heuchelei in der Debatte.
Nötig seien Regeln mit Karenzzeiten, daß
es kein Anlaß für Mißtrauen sei, wenn Politiker ihr im Amt erworbenes
Wissen später verwendeten. Als Größenordnung nannte er Zeiträume von
einem bis drei Jahren. Platzeck äußerte sich zurückhaltend zu einer
möglichen gesetzlichen Regelung zur Tätigkeit von Politikern nach ihrem
Ausscheiden aus öffentlichen Ämtern. Es sei ihm allerdings völlig
unklar, wie eine solche Regelung aussehen könnte.
Wie zuvor der Vorsitzende der
SPD-Bundestagsfraktion Peter Struck ging Thierse mit dem
Hinweis, er hätte ein solches Geschäft nicht gemacht, auf Distanz zu
Schröder. Auch Struck hatte am Sonntag Abend im ZDF gesagt: „Ich hätte
es nicht gemacht.”
Wulff fordert Verzicht auf Tantieme
Nach Ansicht von Niedersachsens
Ministerpräsident Christian Wulff muß Schröder auf den
Aufsichtsratsposten beim Pipeline-Projekt verzichten oder sein Gehalt
offen legen, weil sonst der Eindruck aufkomme, „hier handele es sich um
eine Belohnung für seinen Einsatz für die Pipeline”, sagte der
CDU-Politiker der „Bild”-Zeitung vom Montag. Schröder habe mit seinem
Verhalten dem Ansehen der Politik in Deutschland „schweren Schaden
zugefügt”, sagte Wulff.
Die „Bild am Sonntag” hatte unter
Berufung auf Kreise der deutsch-russischen Energiewirtschaft berichtet,
Schröder solle ein Jahresgehalt von mehr als einer Million Euro erhalten.
Sollte Schröder den Job gleichwohl antreten, müsse er seine Tantiemen
veröffentlichen.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
(SPD) vermied eine Bewertung. „Das muß jeder Politiker für sich selber
entscheiden, welchen Stil er hat, welche Interessen er hat.” In
Nordrhein-Westfalen habe man gute Erfahrungen mit einem Ehrenkodex
gemacht, der Interessenkonflikte vermeiden solle, sagte Steinbrück, der
früher Ministerpräsident des Landes war.
„Schröder verspielt sein hohes
Ansehen”
Der thüringische SPD-Landesvorsitzende Christoph
Matschie sagte, Schröder laufe Gefahr, „sein hohes Ansehen”,
das er sich als Kanzler erworben habe, „zu verspielen”. Der
stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Hilsberg
erhob den Vorwurf, „da zieht jemand persönlichen Nutzen aus seinen
eigenen politischen Entscheidungen”.
SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler nahm
Schröder ebenso wie Platzeck gegen die Kritik auch aus den eigenen Reihen
in Schutz. „Ich bin froh, daß Gerhard Schröder dieses
große, bedeutende Projekt auch in neuer Funktion voranbringt.” Auch die
neue Regierung unterstütze das Projekt. Er sehe die neuen Aufgaben
Schröders, der auch Berater beim Schweizer Medienkonzern Ringier wird,
positiv: „Ein toller Kanzler, den wir da hergegeben haben!”
„Etwas komisches Licht”
Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Kauder
sagte, der frühere Einsatz Schröders für die Gasleitung werfe ein „etwas
komisches Licht” auf die Sache. In den beiden Regierungsparteien wurden
aber auch Stimmen zur Verteidigung Schröders laut.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhard
Schultz sagte, die Kritik an Schröder sei „heuchlerisch”, da
auch aktive Politiker den Aufsichtsräten großer Unternehmen angehören
könnten. Wirtschaftsminister Glos zeigte sich zwar überrascht, sagte
aber, er halte einen Wechsel von der Politik in die Wirtschaft für „grundsätzlich
richtig”.
Grüne: „Lupenreine Vetternwirtschaft”
Der FDP-Vorsitzende Westerwelle forderte
einen „Ehrenkodex” für ehemalige Regierungspolitiker. Sein
Generalsekretär Niebel sprach von einem „Hauch von Korruption”, falls
Schröder das Amt nicht ehrenamtlich ausübe. Es stelle sich die Frage,
„ob deutsche Interessen für private Interessen verkauft worden sind”.
Der Grünen-Vorsitzende Bütikofer sagte,
Schröder habe Putin als „lupenreinen Demokraten” bezeichnet, dafür
habe dieser ihm nun einen Job verschafft; das komme ihm vor wie „lupenreine
Vetternwirtschaft”.
Verärgerung in Polen
In Polen wurde die Berufung Schröders mit
Verwunderung aufgenommen. Ministerpräsident Marcinkiewicz bekräftigte die
Position, daß der Bau der Gasleitung eine Bedrohung für Polen und die
baltischen Staaten sei.
„Es gab auch in Polen Fälle, in denen
Politiker bei Unternehmen tätig wurden, deren Geschäfte sie vorher
mitbestimmt hatten”, zitierte das Blatt Marcinkiewicz. So etwas habe nie
gut geendet. Die polnische Presse hob hervor, daß mit dem Moskauer
Repräsentanten der Dresdner Bank, Matthias Warnig, auch der
Vorstandsvorsitzende der Betreibergesellschaft ein Deutscher sei.
Besonders betont wurde dabei die Stasi-Vergangenheit Warnigs.
Die
Frankfurter Rundschau meinte dazu:
DGB verteidigt
Schröder
Sommer nennt Kritik an
Gasprom-Posten "verlogen"
DGB-Chef
Michael Sommer hat sich in der Debatte über den
Aufsichtsratsposten von Gerhard Schröder (SPD) hinter den
Altkanzler gestellt. Im Februar wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU)
nach FR-Informationen die DGB-Spitze treffen.
Berlin
· Die Debatte über den geplanten Aufsichtsratsposten von Schröder sei
"verlogen", sagte Sommer am Donnerstag in Berlin der Frankfurter
Rundschau. Hier sei ein "Trupp von Pharisäern unterwegs, die
Maßstäbe an andere anlegen, die sie für sich selbst nicht gelten lassen
wollen".
Der
DGB-Chef wies darauf hin, dass Schröder keine öffentlichen Mandate mehr
innehabe. "Gerhard Schröder ist nicht mehr Bundeskanzler. Er ist
nicht mehr Bundestagsabgeordneter. Er bezieht vom Staat eine Pension, die
für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschland AG nicht gerade üppig
ausfällt."
Weitere
Unterstützung erhielt der SPD-Regierungschef aus Unionsreihen.
Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze (CDU) erklärte, die
Ernennung Schröders für den Aufsichtsratsvorsitz bei dem
deutsch-russischen Gaspipeline-Konsortium sei "einwandfrei". Der
Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) warnte
ebenfalls vor vorschnellen Vorwürfen.
Derweil
erfuhr die FR aus Gewerkschaftskreisen, dass ein erstes Treffen zwischen
Bundeskanzlerin Merkel und der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes
für Februar geplant ist. An der Begegnung werde Vize-Kanzler Franz
Müntefering teilnehmen, hieß es weiter. Die beiden
Regierungsvertreter und die Vorsitzenden des DGB und seiner
Einzelgewerkschaften wollen dabei über Möglichkeiten für eine
Zusammenarbeit, aber auch über Konfliktpunkte wie Kündigungsschutz oder
Mehrwertsteuer reden.
Markus
Sievers
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1977

2005 |
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Wolfgang
Clement - Flucht vor der Entmannung |
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Vielleicht
geht es Ihnen ja genau so wie mir und Sie empfinden den Auszug des Wolfgang
Clement aus der SPD
so, als hätte ein rühriger Maulwurf endlich den heimischen Garten verlassen. Clement lebte seine Egomanie
in der Partei hemmungslos aus.
Im Nachhinein entsteht der Eindruck, dass er die SPD lediglich als Vehikel
benutzte, um eine Karriere hinzulegen, die nur in der SPD so möglich war
und ihm einen guten Platz an den
Futtertöpfen der Nation sicherte.
Bei
den Linken der SPD war Clement schon lange unten durch und auch der rechte
Flügel hatte mit ihm immer wieder Probleme, weil der Selbstdarsteller
Clement fortgesetzt unabgestimmt an die Öffentlichkeit trat, um sein
ganz persönliches Weltbild mit der Politik der SPD zu verknüpfen. Er
gefällt sich als Querdenker, geht aber in die Geschichte der SPD eher als
Verquerdenker und einer der großen personellen Irrtümer der Partei ein. Mit dem
Kopf durch die Wand unterstrich er immer wieder, dass er nicht teamfähig
ist. So legte er bereits in den 80er Jahren in NRW seine Ämter nieder und drohte
mit Parteiaustritt, weil er über die Wahlkampfführung zugunsten von Johannes
Rau nicht einverstanden war. Man hätte ihn damals ziehen lassen sollen.
Gerhard Schröder und sein rechtslastiger Anhang brauchten ihn aber noch. Im jetzigen Konflikt um Andrea Ypsilanti und das endlich
angestrebte Parteiausschlussverfahren waren es wieder alte Mitstreiter des
rechten Flügels und erprobte Strategen, die ihn schonten und ihm Brücken
bauten. Die alte Schröder-Riege und der rechte Flügel der Partei waren
deshalb reichlich bedient und fühlten sich vorgeführt, als er nach der erteilten
Rüge, die er für eine drohende "Entmannung" hielt, von sich
aus das Parteibuch zurück gab.
Der
Spuk war damit aber noch nicht vorbei, denn Wolfgang Clement
kartete nach, weil das Echo auf seinen Schritt nicht laut genug ausfiel.
Es kann wohl kaum der Versuch gewesen sein, sich damit anderweitig anzubieten,
auch wenn in der FDP für ihn derzeitig der richtige Platz wäre. Dort fehlt seit
dem Unglückssprung des egomanen Fallschirmspringers eine Person, die Themen
authentisch verkörpert und hemmungslos auslebt.
Wolfgang
Clement war außerhalb der Politik Jurist und Journalist,
innerhalb der Politik u.a. Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dann
Wirtschaftsminister unter Schröder. Nach dem Regierungswechsel auf
Bundesebene zog es ihn wieder in die Wirtschaft. Im Februar 2006 wurde er Nachfolger von Wilhelm
Nölling im Aufsichtrat der RWE Power AG, Aufsichtsratsmitglied der Landau
Media AG sowie der Dussman-Gruppe. Er ist Vorsitzender des Beirats des
Wissens- und Informationsdienstleisters Wolters Kluwer Deutschland GmbH
und er ist in der Leiharbeitsbranche tätig.
Clement
stand und steht immer noch in der Kritik, Amt und berufliches Fortkommen
verquickt zu haben. In seiner Amtszeit fiel die Genehmigung des
umstrittenen Braunkohletagebaus Garzweiler II und der damit in Verbindung
gebrachte höchst verdächtige
Aufsichtsratsposten bei der RWE-Tochter. Als Bundesminister sorgte er im
Hintergrund für
weitreichende Veränderungen bei der Arbeitnehmerüberlassung zugunsten
der Zeitarbeit. Deshalb ist seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der DIS Ag,
einer Tochter von Adecco, auch sehr umstritten.
Wolfgang
Clement wies mit seiner "Karriere" womöglich einigen
Nachwuchspolitikern der SPD den Weg, den sie für ihre persönliche
Zukunft planen. Einmal mehr zeigt es sich, dass es sich lohnt, in eine
Partei einzutreten, in der man lobbyorientiert kräftig an seiner Zukunft
arbeiten kann. Nach dem Ausscheiden aus dem politischen Leben warten nicht
nur unangemessen hohe Ruhestandsbezüge, sondern auch Einkünfte aus
besonderer Tätigkeit.
Die
SPD
sollte sich stärker vor solchen eigennützigen "Genossen"
schützen. Es gibt von ihnen mehr als die SPD vertragen kann.
Ein
letztes Gespräch mit ihm veröffentlichte DIE WELT:
Late
Night
Wolfgang
Clements multiple Identität bei Beckmann (26)
Von
Michael Aust
9.
Dezember 2008, 07:51 Uhr
Es
war sein erster Auftritt nach dem Austritt aus der SPD:
Wolfgang
Clement sprach bei "Beckmann" erneut über seine Gründe
für den Schritt, den Vorwurf des Lobbyismus und seine Liebe zu deutlichen
Worten. Dabei reihten sich die Identitäten des Wolfgang Clement
wie Gesichter auf einem Maskenball aneinander.
Er
hat es noch
Sein
Parteibuch habe er "formell noch nicht abgegeben", beantwortete Wolfgang
Clement die erste Frage von Reinhold Beckmann.
Seinen Austritt habe er mehrfach bekräftigt - bislang allerdings nur
mündlich. Sollte nach dieser Eröffnung noch jemand geglaubt haben, der
frühere Bundeswirtschaftsminister würde eines schönen Tages doch noch
zur SPD zurückkehren, sah sich am Ende des "Beckmann"-Talks
eines Besseren belehrt. "Wie lange muss Franz Müntefering
auf Ihre Altersweisheit warten?", fragte der Moderator gegen 23.30
Uhr. Die Antwort Clements kam blitzschnell: "Sehr lange."
Rund
45 Minuten lagen zwischen diesen beiden Sätzen. Es war dies die erste
Dreiviertelstunde, in der sich der ehemalige SPD-Superminister Wolfgang
Clement nach seinem Parteiaustritt am 25. November im TV
äußerte. Und es war eine Dreiviertelstunde, in der der ewige
SPD-Einzelkämpfer Clement sich erstmals als wirkliche Solo-Partei
präsentierte.
Fernsehzuschauer,
die das vergangene Jahr ohne Medien verbracht hatten, klärte am Anfang
der Show ein Einspieler auf: Die "Causa Clement" geistert seit
Januar 2008 durch die Presse. Damals schrieb der heute 68-Jährige für
die "Welt am Sonntag" einen Kommentar, in der er die
Energiepolitik der hessischen SPD-Kandidatin Andrea Ypsilanti
scharf kritisierte: "Deshalb wäge und wähle genau, wer
Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertrauen
kann", forderte er damals indirekt zur Nichtwahl der Parteifreundin
auf.
Kurz
vor der Hessenwahl erschien das Parteikollegen als Affront, einige, wie
Peter Struck, forderten Clements Austritt. Nach langem Hin und Her trat
Clement Ende November tatsächlich aus der Partei aus - ironischerweise
gerade in dem Moment, in dem diese ihm in Form der Bundesschiedskommission
"vergeben" wollte. Eine geforderte Unterlassens-Erklärung für
solch harsche Parteikritik wollte Clement nicht akzeptieren - und nahm
seinen Hut. Nicht ohne die kernige Begründung: "Ich sollte unter
Mitwirkung von Franz Müntefering entmannt werden."
Was
hat ihre Frau Karin gesagt?", stieg Beckmann, ganz Personality-Talker,
ins Interview ein. "Die war schon länger der Meinung, dass der
Umgang der Partei mit mir lächerlich und unwürdig war, genau wie meine
Töchter", sagte Clement. Was so schlimm daran sei, zu
unterschreiben, dass man in Zukunft seine Wortwahl besser abwägt?, ging
der Moderator einen Schritt weiter in Richtung Politik.
Und
bekam eine überraschende Antwort: "Ich bin Journalist",
bekannte der Ex-Ministerpräsident von Nordrhein- Westfalen. "Es geht
darum, dass ich vor der Hessenwahl einen sehr harten Kommentar geschrieben
habe." Das Kommentieren aber lasse er sich als Journalist nicht
verbieten.
Um
eine Antwort war der ehemalige Chefredakteur der "Westfälischen
Rundschau" an Beckmanns Talk-Tisch selten verlegen. Genauso wenig wie
um eine Rollenbeschreibung. Wobei die des Journalisten nur eine war, die
Clement während des Talks überstreifte - die Identitäten des
Wolfgang Clement reihten sich aneinander wie Gesichter auf einem
Maskenball.
Wer
die Diskussion aufmerksam verfolgte, kam sich irgendwann vor wie beim
Karneval: Mal präsentierte sich der Rheinländer Clement als Mann der
Wirtschaft ("Ich sitze in X-Aufsichtsräten. Ich nehme eine Rolle
wahr, die von der SPD erkämpft wurde"), mal als Privatier ("Ich
lese ja nicht immer Parteiprogramme. Ich bin Privatmann"), dann
wieder als Journalist ("Ich habe längere Zeit im Journalismus
verbracht als in der Politik"). Was Clement an diesem Abend jedoch
bei allen Kostümwechseln am wichtigsten war, war das Wörtchen
"Ich".
So
war das heimliche Thema der Sendung auch weniger die Gründe für Clements
Austritt, als vielmehr der Auftritt eines Eigensinnigen - im guten wie im
schlechten Wortsinn. Eigensinnig beharrte Clement etwa auf seinem Recht
auf freier Meinungsäußerung auch als Parteipolitiker kurz vor einer
Wahl: Sein Kommentar sei eine Reaktion gewesen auf ein Interview von Andrea
Ypsilanti, in dem sie in der "Welt" Stellung gegen
Großkraftwerke bezog. "Darauf habe ich mich bemüßigt gefühlt, das
zu kommentieren."
Dass
er die gleiche Meinungsfreiheit an anderer Stelle nicht gewähren würde,
gehört zur Schattenseite des Clementschen Eigensinns. "Sie haben in
der WAZ gesagt: Wer Atomenergie nicht befürwortet, hat in dem
Aufsichtsrat nichts zu suchen. Wie passt das zusammen?", hatte ein
gut vorbereiteter Beckmann das passende Zitat bereit.
In
bester "Basta"-Manier seines Ex-Kanzlers Gerhard Schröder,
mit klaren Gesten mit der Handkante, argumentierte der Ex-Superminister
dafür, dass seine Sicht der Dinge gehört wurde. "Ich bin keiner,
der alles für richtig hält, was in einer Partei geschieht", sagte
Clement. "Für mich ist eine Partei keine Glaubensgemeinschaft."
Der Stallgeruch seiner Partei habe ihm, dem politischen Ziehsohn von Johannes
Rau, ebenso gefehlt wie der ausgleichende Charakter seines
Ziehvaters, gab Clement zu. Dafür sei er nie einem "Zoff" aus
dem Wege gegangen.
Ein
kleiner Zoff entspann sich auch in der "Beckmann"-Sendung, als
sich um 23.20 die Journalistin Wibke Bruhns zu den Herren am
Tisch gesellte. Ihr Einwand, dass es ein Fehler gewesen sei, als Politiker
die Konsequenzen einer politischen Kolumne zu unterschätzen, konterte
Clement mit einem typisch Clementschen "Ich"-Aussage: "Ich
wusste, was ich mache. Und dann hat es eben Konsequenzen."
Ein
einziges Mal nur gab Wolfgang Clement an diesem Abend eine
eigene Fehleinschätzung zu. Seine Aussage, unter Mitwirkung von Franz
Müntefering "entmannt" werden zu sollen, habe er direkt
nach dem Aussprechen bereut. "Das war ein zu starkes
Sprachbild." Er sei in dem Moment emotional gewesen, sagte Clement.
Vielleicht ist auch einfach der Journalist mit ihm durchgegangen.
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"Null
Toleranz" für
Manfred Kanter (CDU) |
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Nach über 5 Jahren
Laufzeit ging das Verfahren im Parteienspendenskandal der Hessischen CDU
mit der erstinstanzlichen Verurteilung des früheren Innenministers Manfred
Kanter (CDU) zu Ende. Bis heute bleibt Kanter dabei, dass er dem
früheren Parteifreund und jetzigen Hessischen Ministerpräsident Roland
Koch die Existenz von über 20 Millionen Mark auf den schwarzen
Konten der CDU verschwiegen habe. Nur die beiden Genannten wissen, wie es
wirklich war. Oder gibt es weitere glaubwürdige Zeugen, die Licht ins
dunkel bringen könnten?
Das Gericht interessierte
die politische Komponente der Angelegenheit scheinbar nicht und hielt sich
an das Recht, das gegen und für jedermann angewendet wird - egal, ob man
einmal als Innenminister das Synonym für Unbeugsamkeit, für "Null
Toleranz" gegenüber Kriminellen war oder nicht. Nun wird Manfred
Kanter per eindeutigem Richterspruch auf einmal klar, dass er als
damaliger biederer "schwarzer Sheriff" der Union genauso wie am
heutigen Tag als kriminell einzustufen ist.
Sein Verhalten, das
Verhalten des von ihm geschützten Roland Koch und auch das
Verhalten von Helmut Kohl in einem so ähnlich gelagerten Fall,
der nur wegen seiner Verdienste um Deutschland geschont wurde, zeigen, mit
welchen Methoden man die "Kampagnenfähigkeit" der CDU finanzierte, um
für bestimmte Interessengruppen den "linkswütigen Zeitgeist"
zu bekämpfen.
Das ließen und lassen
sich wahrscheinlich noch bis heute bestimmte der CDU nahe stehende
Interessengruppen eine ordentliche Stange Geld kosten. Solche Summen, die
aus gutem Grund - und aus niederer Absicht gegeben - anonym bleiben
sollen, wurden damals über die Staatbürgerliche Vereinigung
"gewaschen" und auf Umwegen transferiert. Als man dann das
Parteienspendengesetz überarbeitete, schichtete man schnell die Gelder um
und transferierte sie in genau die Länder, die eine bestimmte Sorte von
Steuersündern bevorzugen.
Manfred Kanter
glaubte möglicherweise noch bis zum Schluss, dass ihn der
"Apparat" retten würde, dem er eigentlich zu Diensten war. Doch
- die Zeit der Paten scheint vorbei und für die Gerichte bis hin nach
Karlsruhe gelten Recht und Gesetz. So bleibt für Manfred
Kanter nur "Null Toleranz", wie er es - allerdings für
andere - immer forderte.
Die Sache ist meiner
Meinung nach aber noch nicht ausgestanden. Der fallengelassene Manfred
Kanter, dessen höchstes Gut bisher möglicherweise seine
Unbescholtenheit und seine "Ehre" waren, wird die Sache nicht
auf sich ruhen lassen. In einem Revisionsverfahren müsste er entlastende
Beweise vorlegen, in die eine Endabrechnung mit dem CDU-Apparat und seinem
zumindest hessischen Repräsentanten einfließen könnte. Das umso mehr,
als die CDU laut darüber nachdenkt, die Schuldigen zur
Kasse zu bitten. Hier wird einer die Schuld auf den Anderen schieben.
Der Bürger wird genau
beobachten, ob der CDU das Eisen zu heiß ist und man nur deshalb Manfred
Kanter verschont. Eine Klage gegen Manfred Kanter
könnte dagegen als Fortsetzung einer durchsichtigen Glaubwürdigkeitskampagne der
CDU in Sachen Spendengelder angesehen werden. Denn sie braucht für die nächsten Wahlkämpfe
und für die zu zahlende Strafe wieder neue Spendengelder,
die nach dem Skandal zwar überall herkommen können, aber wohl nie mehr
aus jüdischen Vermächtnissen stammen werden... .
Hier der Artikel der Frankfurter
Rundschau vom 18. April 2005:
Kein Wort
Im Schwarzgeldprozess
stellt das Gericht die Glaubwürdigkeit Manfred Kanthers
in zentralen Punkten in
Frage
Von Matthias
Bartsch
(Wiesbaden)
Verurteilt im Namen
des Volkes.
Jahrelange Verstöße
gegen die Verfassung und das Parteienrecht.
Freiheitsstrafe.
Drei Jahre
Bewährungszeit.
Die Worte treffen Manfred
Kanther wie Hammerschläge. Mehrfach ringt der frühere
Bundesinnenminister um seine Fassung, während der Vorsitzende Richter Rolf
Vogel etwa drei Stunden lang sein Urteil verliest. Kanther kneift
immer wieder die Augen zu, reibt sich wiederholt mit dem Zeigefinger der
rechten Hand die Stelle zwischen Unterlid und Wangenknochen. Dann starrt
er auf das Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Gerichtsaals, das
Kinn nach vorne gestreckt und die Lippen fest aufeinandergedrückt. Mit
diesem Urteil hatte er nicht gerechnet.
"Schuldig der
gemeinschaftlichen Untreue."
Gut, das war zu erwarten
gewesen nach dem Verlauf des achtmonatigen Schwarzgeld-Prozesses in
Wiesbaden. Kanther hatte dort oft keine gute Figur gemacht mit seiner
Verteidigung, die er selbst in die Hände genommen hatte, indem er seinen
Pflichverteidiger Marcus Kratz zum Statisten im Gerichtssaal
degradiert hatte. Der inzwischen 65-jährige frühere
CDU-Landesvorsitzende hatte in seinen Statements häufig politisch
argumentiert, selten juristisch. Es sei um höhere Ziele gegangen damals,
1983, als er mit Parteischatzmeister Casimir Prinz Wittgenstein
und dem CDU-Finanzberater und Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch
die 20,8 Millionen Mark auf
verschlungenen Wegen ins Ausland bringen ließ.
Die "Kampagnenfähigkeit
der hessischen CDU" habe auf dem Spiel gestanden,
rechtfertigte sich Kanther und schilderte seine Partei als letzte
aufrechte Bastion im Kampf gegen
einen "linkswütigen Zeitgeist".
Auf all das geht Richter
Vogel am Montag in seinem Urteil mit keinem Wort ein. Lediglich die von
Kanther gebetsmühlenhaft vorgetragene Entschuldigung, er habe doch vom
CDU-Schwarzgeldschatz kein Geld für sich persönlich abgezweigt, wird
strafmildernd gewürdigt. Außerdem die Tatsache, dass der
Ex-Innenminister noch nicht vorbestraft sei, die lange Verfahrensdauer von
gut fünf Jahren bis zum Urteil sowie der Umstand, dass bei dem von allen
politischen Ämtern zurückgetretenen Kanther "keine
Wiederholungsgefahr" zu erwarten sei.
Es dauert lange, bis
Kanther seine Fassung wieder gewinnt und seinen gewohnten leicht
spöttischen Blick in Richtung Gericht, Staatsanwaltschaft und Publikum
wieder dauerhaft aufzusetzen versteht. "Völlig abwegig",
wettert er nach der Urteilsverkündung wieder mit fester Stimme im
Gerichtsflur, der Bundesgerichtshof werde das schon wieder
"zurechtrücken". Und in der Tat sind viele Beobachter am Montag
erstaunt, dass die Kammer beim Strafmaß so deutlich über die Forderung
der Staatsanwaltschaft hinaus ging, die eine Geldstrafe für ausreichend
gehalten hatte. Richter Vogel legt die Schadenshöhe deutlich höher fest
als die Ermittler: Nämlich auf die kompletten 21 Millionen Euro, die
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) im Februar 2000
von der CDU wegen falscher Rechenschaftslegung zurückgefordert hat. Denn
Kanthers Schwarzgeldschatz fehlte auch im Rechenschaftsbericht der Partei
für 1998 so wie in allen Rechenschaftsberichten seit 1984. Theoretisch,
sagt Vogel, hätte die Bundestagsverwaltung deshalb sogar noch viel mehr
Geld von der CDU zurück verlangen können. Nur aus Gründen des
"Übermaßverbots" habe Thierse sich damals auf das Jahr 1998
beschränkt, referiert der Richter. Das klingt ein bisschen wie:
Eigentlich können die Angeklagten noch ganz froh sein, dass sie so gut
weggekommen sind.
Was vielleicht noch
bitterer für Kanther gewesen sein mag: Das
Gericht glaubte dem Ex-Innenminister in zentralen Punkten seiner
Verteidigung kein Wort. Mitte der 90er Jahre habe er gedacht, dass
das Geld auf den schwarzen Auslandskonten verbraucht gewesen sei, hat er
beispielsweise behauptet. Deshalb habe er selbst die Rechenschaftsberichte
für 1995 und 1996 nicht mehr im Bewusstsein unterschrieben, dass die
Angaben darin falsch seien. Und deshalb
habe er auch seinem Nachfolger als CDU-Landeschef, Roland Koch,
bei der Amtsübergabe Anfang 1998 nichts vom Schwarzgeld erzählt.
Diese Behauptung sei "schlicht nicht nachzuvollziehen", urteilt
der Richter. Kanther sei schließlich als Landesvorsitzender für das
CDU-Vermögen verantwortlich gewesen und habe sonst immer größten Wert
darauf gelegt, die Finanzlage der Partei genau zu kennen, um ihre
"Kampagnefähigkeit zu erhalten". Und ausgerechnet der Mann, der
Bittsteller der Jungen Union wegen Kleckerbeträgen als Zuschuss für
Feierlichkeiten abgewiesen hatte, sollte mal eben 17 oder 20 Millionen
Mark im Ausland "vergessen"? Zudem
hätten schließlich weder Weyrauch noch Wittgenstein einen Grund gehabt,
ihrem Landesvorsitzenden Informationen über das noch vorhandene
"Kapital" zu verweigern, stellt Vogel trocken fest.
Für ebenso
unglaubwürdig hält das Gericht Kanthers Darstellung, er habe mit der
Verschärfung des Parteiengesetzes 1993/94 so gut wie nichts zu tun
gehabt. Mit "Zwergfragen des Verwaltungsrechts", so hatte
Kanther im Prozess gesagt, habe er als Innenminister sich eben nicht
beschäftigt. Dummerweise hatten die Zeugenaussagen mehrerer Ministerialer
ergeben, dass dieses Gesetz in Kanthers eigenem Ministerium entstanden war
- unter großem Interesse und tätiger Mitwirkung des Minister
persönlich, der sich die Entwürfe immer wieder vorlegen und erläutern
ließ. Kanther habe also aus
allererster Hand gewusst, dass das Verschweigen von Auslandsvermögen in
einem Rechenschaftsbericht sehr teuer werden könnte für seine Partei,
befindet das Gericht. Deshalb hätten er, Kanther, Weyrauch und
Wittgenstein damals auch den auf Schweizer Konten versteckten
Auslandsschatz noch schnell einer Liechtensteiner Stiftung überschrieben
- um die schwarzen Millionen noch ein bisschen besser vor den überaus
neugierigen Augen des Gesetzes zu verstecken.
Im Urteil gibt es immer
wieder solche Seitenhiebe: Wenn Kanther sich verteidige, er habe ja schon
mehr als fünf Jahre unter einer "Medienhetze" gegen ihn zu
leiden, sei das in Teilen sicher richtig, konzidiert der Richter. Er
kritisiert Auswüchse wie geheim aufgenommene Fernsehbilder von Kanthers
Familie. Aber man müsse schließlich auch sehen, was der ehemalige
hessische CDU-Chef vor der Entdeckung der schwarzen Konten alles von sich
gegeben habe, sagt Vogel. Diese Anspielung auf Kanthers
selbst gewähltes Image vom "schwarzen Sheriff", der als
CDU-Politiker und Bundesinnenminister stets "Null
Toleranz" bei Gesetzesübertritten aller Art und gnadenlose
Härte gegen Schwarzfahren und Asylmissbrauch gepredigt hatte, den man
dann aber selbst beim permanenten Gesetzes- und Verfassungsbruch ertappt
hat, diese Anspielung verstand jeder im Gerichtssaal.
|
Chronik
Der
Skandal
Viele
Hintergründe des hessischen Schwarzgeldskandals sind bis heute im
Dunkeln. Unklar ist, woher das in der Schweiz versteckte
Parteivermögens von 10,61 Millionen Euro stammt.
29.
November 1999:
Die
CDU in Hessen erklärt den starken Anstieg ihrer "sonstigen
Einnahmen" in den Jahren 1989 und 1991 mit zwei anonymen
Erbschaften. Der ehemalige Landesschatzmeister Casimir Prinz
Wittgenstein erklärt später, die
"Vermächtnisse" stammten vermutlich von jüdischen
Emigranten.
14.
Januar 2000:
Manfred
Kanther gesteht ein, dass die Landespartei seit 1983 über
ein getarntes Millionenvermögen in der Schweiz verfügt. Bei den
"Vermächtnissen" habe es sich um getarnte
Rücktransfers der im Ausland versteckten Gelder gehandelt.
17.
Januar 2000:
Die
Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen Kanther, Wittgenstein
und CDU-Finanzberater Horst Weyrauch.
8.
Februar 2000:
Ministerpräsident
Roland Koch räumt ein, dass er in der Affäre gelogen
hat. Zuflüsse von 1,5 Millionen Mark im Jahr 1998, angeblich
ein Darlehen Wittgensteins, stammten von einem weiteren Tarnkonto.
14.
Februar 2000:
Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse (SPD) fordert von der CDU rund 21,1
Millionen Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung zurück,
weil das Auslandsvermögen der CDU im Rechenschaftsbericht für 1998
nicht aufgetaucht sei.
14.
Juli 2000:
Die
hessische CDU räumt ein, dass sie in den 80er und 90er Jahren knapp
eine Million Mark nicht deklarierter Spenden vom
Süßwarenhersteller Ferrero erhalten hat.
7.
September 2000:
Der
Chef der hessischen Staatskanzlei, Franz Josef Jung,
tritt wegen Verwicklung in den Finanzskandal zurück.
25.
Mai 2001:
Die
Staatsanwaltschaft Wiesbaden erhebt Anklage gegen Kanther,
Wittgenstein und Weyrauch.
26.
März 2002:
Das
Landgericht Wiesbaden lehnt einen Prozess ab, wesentliche Vorwürfe
seien verjährt.
13.
Januar 2004:
Das
Oberlandesgericht Frankfurt am Main gibt einer Beschwerde der
Staatsanwaltschaft gegen die Entscheidung des Landgerichts statt und
ordnet den Prozess an.
17.
August 2004:
Eröffnung
der Hauptverhandlung vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts
Wiesbaden.
16.
September 2004:
Das
Bundesverfassungsgericht erklärt den Thierse-Bescheid vom 14.
Februar 2000 für rechtmäßig.
15.
März 2005:
Das
Landgericht Wiesbaden trennt das Verfahren gegen Wittgenstein ab.
Der 88-Jährige kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am
Prozess teilnehmen.
18.
April 2005: Kanther wird
zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von
25.000 Euro verurteilt. Finanzberater Weyrauch wird wegen Beihilfe
zu einer Geldstrafe von 61.200 Euro verurteilt.
ap
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"Danke!" |
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Selbstbedienungsladen
"Betriebliche Altersversorgung"
|
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Die
gewissenlosen "Zocker" und "Gambler" der Wirtschaft
haben wieder einmal zugeschlagen. Nachdem sich viele Banken und
Versicherungen infolge hoher Kursverluste an den Börsen ihre dringend
benötigten Sicherheiten in unverantwortlichem Maß schmälerten und in
arge Turbulenzen kamen, mussten sie bereits viele Arbeitsplätze abbauen.
Sie trugen damit wesentlich zur Verschärfung der Situation auf dem
Arbeitsmarkt und der Belastung unseres Sozialsystems bei.
Nun
greifen sie rigoros in die Kassen der betrieblichen Altersversorgung, um
sich für ihren Erfolg zu bedienen. Ihre eigenen Vorstandspensionen sind
davon natürlich nicht betroffen. Erneut werden die Existenzängste unzähliger
Mitarbeiter gegeißelt, die für einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz
gewaltige Abstriche bei ihrer Altersversorgung in Kauf nehmen müssen. Die
einstigen Zusagen mit handfestem wirtschaftlichen Hintergrund erweisen
sich heute als Betrug und arglistige Täuschung der Mitarbeiter.
Schließlich minderten die für die betriebliche Altersversorgung
"gebunkerten" Beträge jährlich den steuerpflichtigen Gewinn
der Unternehmen, obwohl die einbehaltenen Beträge munter investiert
wurden, bevor sie zu Rentenansprüchen wurden.
Dem
Finanzminister sei geraten, die entsprechenden Unternehmen im Rahmen der
Kürzungen nachzuversteuern, da die gebildeten Rückstellungen nun nicht
mehr zwecksentsprechend eingesetzt werden.
Wenn
man einer Meldung der dpa glauben darf, haben sich Unternehmen wie BAYER,
Deutsche Telekom, Daimler Crysler, E.ON, RWE, Thyssen Krupp, Lufthansa,
Deutsche Bank und Atlanta gegen derartige Maßnahmen
ausgesprochen, da die betriebliche Altersversorgung "ein hohes
Gut" sei. Ein Sprecher des Pharmakonzers BAYER fügte
allerdings ergänzend hinzu: "..., die Frage der Kürzung stellt sich
einfach nicht, weil wir keinen Sparzwang haben..."
Es
ist sicher nur eine Frage der Zeit, wann der "Sparzwang"
eintritt.
Das
Vorpreschen einiger Banken und Versicherungen wird von den Unternehmen,
die Betriebsrenten bisher zu Gehalts- und Entlohnungsbestandteilen
zählen, genauestens beobachtet und die öffentliche Reaktion getestet.
Die in vielen Aufsichtsräten sitzenden Banken- und
Versicherungsangestellten werden ihre Erfahrungen irgendwann im Sinne der
Gewinnmaximierung einbringen und "ihr" Modell durchsetzen.
Dessen bin ich ganz sicher!
Ich
frage mich, wie lange wir noch ruhig dem Treiben der Wirtschaftsparasiten
zusehen und uns weiterhin belügen, demütigen und in die Altersarmut
treiben lassen. Die Zeit ist reif für die Gewissenlosen unter den
ranghohen Angestellten der betroffenen Firmen, um sie einer lebensnotwendigen
ethischen Erneuerung zu opfern - sonst zerstören wir die
Leistungsfähigkeit einer ganzen Nation.
Umdenken
- aber sofort!

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Megalomanie
in der Anstalt
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Möglicherweise ist die Überschrift
im wahrsten Sinne des Wortes irreführend, denn Fälle von Megalomanie
werden normalerweise in psychiatrischen Anstalten behandelt.
Die Anstalt, die ich jedoch meine,
begünstigte eher diese Krankheit ihres obersten Chefs, die landläufig
auch als Größenwahn bekannt ist.
Der Fall des Florian Gerster
könnte bodenlos sein, wenn er seine Schäfchen nicht schon längst im
Trockenen hätte. Das ist ein Zeichen von Realität, die eigentlich einen
Wahn ausschließt.
Kein gutes Zeugnis für Gerhard
Schröder und Wolfgang Clement, die genau diesen großspurigen
Karrieristen in den Sattel hoben. Bereits bei seiner Forderung nach
Gehaltsverdoppelung gegenüber seinem Vorgänger Jagoda in der
Bundesanstalt für Arbeit hätte erkannt werden müssen, um was es dem
Herrn wirklich geht. Finanziell mit dem Bundeskanzler auf einer Ebene
stehen zum Beispiel.
Die Verschwendungs- und
Großmannssucht trieben dann auch schnell ihre Blüten und zogen die
Unternehmensberater an, wie Motten das Licht. In der Talk Show von Sabine
Christiansen am 25. Januar 2004 war auch prompt Roland Berger - größter
Unternehmensberater der Republik - an seiner Seite.
Gerster, der selbst 10 Berufsjahre mit
Unternehmensberatung zubrachte, kennt das Geflecht, das Christian Wulff in
der Sendung als Seilschaften beschrieb. Der Widerspruch von Berger fiel
verhalten und unglaubwürdig aus. Das Vorgehen der Unternehmensberater ist
ja hinlänglich bekannt und Charaktere wie Gerster und die Köpfe der
Großkonzerne die bevorzugte Klientel.
So richtig begriffen hat Florian
Gerster dabei nicht, dass man mit der von ihm geplanten Umgestaltung der
"Anstalt" in ein womöglich börsengangfähiges Unternehmen mit
der momentan nicht benötigten Ware "Arbeitskraft" keinen
Blumentopf gewinnen kann. Dafür zog er Millionen für sein persönliches
Selbstverständnis aus dem Topf der dringend benötigten Mittel für die
eigentliche Bewältigung des nationalen Problems.
Das Spiel ist aus!
Ob Florian Gerster das schon
begriffen hat? Mir scheint, dass das nicht der Fall ist. Immer noch
schwirren seine "Imageberater" - die gemeingefährlichen Scharlatane der Nation - um
ihn herum, in der Hoffnung, dass es noch etwas zu verdienen gibt. Mit
Positions- und Unternehmensbezeichnungen nimmt er es nicht mehr so genau
und das womögliche Krankheitsbild scheint offen zu Tage zu treten. Wenn
er kein so rigoroser und arroganter Selbstdarsteller wäre, könnte man
Mitleid mit ihm haben. Der Meister, der ihn rief, sollte ihn jetzt auch
dauerhaft aus dem Verkehr ziehen, ehe der Schaden noch größer wird.
Der Nachfolger sollte wieder mit
beiden Füßen auf dem Boden stehen.
Nachfolgende als Zitate
gekennzeichnete Artikel sind äußerst lesenswert.
Am 25. Januar 2004 berichtete
Michael Pohl von AP:
"Noch in seiner bittersten Stunde verblüffte
Florian Gerster die ihn umringende Pressemeute: "Wir werden nächste
Woche eine Pressekonferenz geben", sagte er, als er wutentbrannt aus
dem Saal stürmte, in dem ihm gerade der Verwaltungsrat mit 20 zu einer
Stimme das Vertrauen entzogen hatte. "Der Vorstand ist der Vorstand,
und ich will den weiteren Entwicklungen nicht vorgreifen", fügte er
rätselhaft hinzu.
Der ehemalige rheinland-pfälzische Sozialminister gab
sich erneut in der Rolle eines Wirtschaftsbosses. Der SPD-Politiker wollte
die Bundesanstalt für Arbeit wie ein Konzernchef zu einem modernen
Dienstleistungsunternehmen umbauen. Er nannte sich nicht mehr Präsident,
sondern Vorstandsvorsitzender, taufte die Anstalt in Agentur um,
bezeichnete als Vorbilder die Privatisierung von Bahn, Post und Telekom.
Im Stile eines Sanierers "Kompetenz von außen
einkaufen" war dabei von Anfang an offenes Credo von Gerster, der
zehn Jahre lang selbst als Personalberater tätig war. Wie ein Sanierer
holte er die Unternehmensberater Roland Berger, McKinsey und Co für
Millionensummen an Bord.
Unverständnis für Millionenausgaben
Die Verwandlung zum kundenorientierten Unternehmertum
hatte Gerster für sich selbst abgeschlossen und scheiterte letztendlich
genau daran: Die Nürnberger Mammutbehörde blieb weiter ein Politikum.
Seine zahlreichen Gegner sahen in Gerster keinen Manager, sondern einen
selbstherrlich agierenden Politiker der Berliner Regierungspartei.
Beitragszahler zeigten Unverständnis für Millionenausgaben, missgönnten
Gerster erhöhtes Gehalt, Dienstwagen und renovierte Vorstandsetage.
Undiplomatisches Manager-Auftreten
Vor allem stimmten die Rahmenbedingungen nicht:
Gewerkschaften mit denen sich der Sanierer bei seinem brachialem Umbau
anlegte, waren nicht nur Arbeitnehmervertreter sondern zugleich als Teil
der Selbstverwaltung Gersters Arbeitgeber. Nicht nur indem er ABM und
Weiterbildungsmaßnahmen als uneffizient rigoros zusammenstrich,
verscherzte es sich Gerster mit den Gewerkschaftern, sondern mit seinem
undiplomatischen Manager-Auftreten schließlich auch bei den Arbeitgebern.
Knallharte Abrechnung
Hier habe jedes Verwaltungsratsmitglied "seine
eigenen Erfahrungen gemacht", stichelte DGB-Vizechefin Ursula
Engelen-Kefer nach Gersters Entmachtung am Samstag bei einer
Pressekonferenz, die zur knallharten Abrechnung mit dem Vorstandschef
wurde. Arbeitgebervertreter Peter Clever betonte, es bestehe "ein
breiter Konsens, dass Herr Gerster als Person mittlerweile dem
Reformprozess mehr schadet als nutzt".
Die umstrittenen Beraterverträge waren nur noch
Randthema, Gerster wurden vielmehr die endlosen Negativschlagzeilen zur
Last gelegt. Damit würden "all die positiven Dinge, die auch von
Herrn Gerster auf den Weg gebracht worden sind, in den Hintergrund
gestellt, wenn nicht gar zunichte gemacht", sagte Engelen-Kefer.
"Das ist unser hauptsächliches Argument gewesen, dass wir keine
Chance mehr sehen, dass dies gestoppt wird." Gerster ziehe "in
seiner Person Pfeile auf sich".
Allerdings wurden die Medien in den vergangenen Tagen
nicht nur von Mitarbeitern der Behörde reichlich mit Munition versorgt,
sondern auch aus so genannten "Verwaltungsratskreisen".
Ende einer Politkarriere
Gerster wird dies als tiefe Ungerechtigkeit empfinden.
Stets betonte er, in 30 Jahren Politkarriere nie in Affären verstrickt
gewesen zu sein. Der 54-Jährige Arztsohn stammt aus einer politisierten
Familie: Der Großvater engagierte sich in der Zentrumspartei, der Vater
in der FDP, Onkel Johannes Gerster war langjähriger CDU-Politiker,
Schwester Petra ist Moderatorin beim ZDF.
Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
Er selbst trat als 17-Jähriger in die SPD ein, wurde
mit 25 in seiner Heimat Worms Stadtrat und drei Jahre später
Landtagsabgeordneter. Als Sozialminister erregte er als
Arbeitsmarkt-Reformer bundesweit Aufsehen, drückte in in Rheinland-Pfalz
die Arbeitslosenquote gegen den Bundestrend in vier Jahren von neun auf
6,6 Prozent.
Kurzzeitig war Gerster sogar anstelle von Kurt Beck als
Ministerpräsident im Gespräch, später für einen Posten im
Bundeskabinett. Doch nach dem Vermittlungsskandal machte ihn Kanzler
Gerhard Schröder im Februar 2002 zum Chef der Nürnberger Bundesanstalt.
Die Arbeit trägt langsam Früchte
Nach nur 23 Monaten muss Gerster seinen Posten jetzt
räumen - zu einem Zeitpunkt, als sein Kurs mit Monat für Monat sinkenden
saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen langsam erste Blüten trägt. Die
Früchte werden nun andere ernten.
Der alte SPD-Politiker und ehemalige Hamburger
Bürgermeister Klaus von Dohnanyi sagte einmal, in der Politik scheitere
man immer zuerst an sich selbst. Für Florian Gerster bewahrheitete sich
dieser Lehrsatz auf bittere Weise.
Michael Pohl, AP"
Der "Stern" veröffentlichte am 25. Januar
"online":
"Am Anfang der Erschaffung der schönen, neuen
Arbeitswelt war das Wort. Das Wort des Kanzlers. Also sprach Gerhard
Schröder: "Ich schicke meinen besten Mann auf meine wichtigste
Baustelle." Und damit war, vor anderthalb Jahren, Florian Gerster,
54, neuer Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg. Ob der
SPD-Chef Schröder damit den Besten gesandt hat, steht einstweilen dahin.
Gesichert hingegen: Der neue BA-Chef ist sein teuerster Mann.
Das Amtsgehalt beträgt rund 250 000 Euro im Jahr. Das
entspricht etwa dem Jahressalär des Regierungschefs und ist das Doppelte
von dem, was der geschasste Vorgänger Bernhard Jagoda verdient hat.
Er wettert gegen "überzogenes
Anspruchsdenken" der Arbeitslosen und fährt zugleich drei
Dienstwagen (7er-BMW und C-Klasse Mercedes), die für politische Ausflüge
nach Berlin, am Dienstsitz in Nürnberg und am Wohnort in Worms
vorgehalten werden.
Zeitweise ließ er sich zum Wochenende nach Worms
kutschieren. Im Schlepptau ein zweiter Wagen mit Fahrer, der dann seinen
Chauffeur nach Nürnberg zurückbrachte. Für Ex-Arbeitsminister Norbert
Blüm (CDU) ein klarer Fall von Größenwahn: "Dem Herrn belieben es,
auf hohem Ross zu reiten."
Kaum am Arbeitsplatz angekommen, möbelte Gerster die
Vorstandsetage in Nürnberg für 1,8 Millionen Euro auf. Dazu passt seine
Herrschaftsmarotte: Wenn er im Lift nach oben will, hat das niedere
Personal von der Benutzung des Fahrstuhls gefälligst Abstand zu nehmen,
heißt es.
Jetzt hat "Bild am Sonntag" enthüllt: Für
insgesamt 1,3 Millionen Euro, beschafft aus den Beiträgen der
Arbeitnehmer zur Arbeitslosenversicherung, beschäftigt Gerster den
Medienberater Bernd Schiphorst. Der soll dafür Konzepte und
Werbemaßnahmen liefern, um ihm und seiner Behörde ein besseres Image zu
verschaffen.
Auf Schiphorst, ehemals Bertelsmann-Manager, der heute
im Dienst der Berliner Medienagentur WMP EuroCom AG steht, war Gerster von
Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen hingewiesen worden. WMP wird für
Kleingeld nicht tätig. Da wirken schließlich einflussreiche Leute:
Aufsichtsratschef ist Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, im
Aufsichtsrat sitzen die SPD-Abgeordneten Peter Danckert und Rainer Wend.
Das passt wie bestellt: Wend ist Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses,
dem Gerster bislang jede Auskunft über den WMP-Vertrag verweigerte. Auch
der Vorstand ist prominent besetzt. Dort sitzen neben Schiphorst der
FDP-Politiker Günter Rexrodt und die ehemaligen "Bild"-Zeitungsmacher
Hans-Erich Bilges und Hans-Hermann Tiedje.
Das dicke Honorar streicht Schiphorst für maximal zwei
Tage Anwesenheit in Nürnberg ein. Damit sticht Gerster glatt Hans Eichel
aus, der sich von dem Imageberater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle - Erfinder
des "Spar-Hans" - ebenfalls seit Jahren für ein Tageshonorar
von 510 Euro imagemäßig verschönern lässt.
1,3-Millionen-Euro-Auftrag ohne Ausschreibung
Die Abgeordneten im Wirtschaftsausschuss staunten nicht
schlecht, als Gerster unlängst alle Nachfragen nach dem Beratervertrag
abwimmelte. Das seien interne Personalien, die das Parlament nicht zu
interessieren hätten, da das Honorar nicht aus dem Steuersäckel komme.
Im Übrigen werde nicht einmal der BA-Verwaltungsrat darüber informiert,
allenfalls der Vorstand. Die Info-Blockade hat einen Grund. Der
1,3-Millionen-Euro-Auftrag ging ohne ordentliche Ausschreibung unter dem
Tisch an WMP. Dafür sei keine Zeit gewesen, verteidigt BA-Sprecherin
Bettina Schmidt das dubiose Verfahren.
Der FDP-Abgeordnete Dirk Niebel, arbeitsmarktpolitischer
Experte seiner Fraktion, zum stern: "Dieser Vorgang ist ein weiterer
Grund, die Nürnberger Anstalt völlig aufzulösen." Niebel empört:
"Der Herr verbrät Beitragsmittel der Arbeitnehmer nach
Gutsherrenart." Der CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz prophezeit
Gerster: "Das wird eng für den Herrn."
"Klein gewachsen, aber große Klappe"
Ob Gersters Imageberater noch etwas retten kann, ist
ohnehin zweifelhaft. Sein Klient hat bislang alles getan, um seinen Ruf -
"Klein gewachsen, aber große Klappe" - zu festigen. Vor dem
Dienstantritt ließ er seine Mitarbeiter in Nürnberg wissen, in Zukunft
werde die Behörde mit der Hälfte der Bediensteten auskommen. Damit hatte
er sofort den Hauptpersonalrat gegen sich, auf dessen Kooperation Gerster
beim Umbau angewiesen ist.
"Hat diese Primadonna wirklich Psychologie
studiert?", fragt Niebel, der selbst lange Jahre in der
Arbeitsverwaltung tätig war. Er hat. Doch den Diplompsychologen und
Reserveoffizier Gerster zeichnet seit jeher ein besonderer Mangel an
Einfühlungsvermögen in die real existierenden Verhältnisse aus. So will
er bis heute nicht akzeptieren, dass er als BA-Chef nicht Politiker ist,
wie früher als Arbeits- und Sozialminister in Rheinland-Pfalz, sondern
Verwaltungschef, der politische Vorgaben umsetzen soll.
Gersters Großspurigkeit
Um Gersters Glaubwürdigkeit ist es inzwischen schlecht
bestellt. Großspurig hatte er angekündigt, im Jahr 2003 werde Nürnberg
ohne Bundeszuschüsse auskommen. Tatsächlich muss Eichel mit
voraussichtlich 7,5 Milliarden Euro dem Genossen Gerster unter die Arme
greifen. Im März hatte Gerster im bayerischen Fernsehen ein
BA-Verwaltungsratsmitglied als "Klippschüler" bezeichnet, weil
der das Defizit im Etat der Anstalt auf 7,5 bis 8,5 Milliarden schätzte.
Sieht so die "neue Führungskultur" aus, von der Gerster gern
redet?
Für Niebel ein klarer Fall: "An der Spitze der BA
steht ein Mann, der die Arbeitsmarktentwicklung völlig falsch
eingeschätzt hat." Gerster habe offenbar immer noch nicht begriffen,
dass wichtiger als eine effektive Vermittlung von Arbeitslosen die
Schaffung neuer Arbeitsplätze sei.
Unentwegt grenzt sich Gerster von der "alten"
Bundesanstalt ab, deren Struktur er für vorgestrig erklärt und deren
Mitarbeiter er im Dienstverkehr überaus rüde abkanzelt. Sein Fahrer
wollte bereits nach acht Wochen Dienst kündigen, weil ihn der neue Chef
fortwährend kujonierte.
"Geschäftsanweisungen" statt
"Runderlasse"
Bevorzugtes Ziel seiner Amtsschelte ist die Flut der
"Runderlasse", die alljährlich die bundesweit 90 000
Mitarbeiter in ihren 180 Arbeitsämtern mit 660 Außenstellen
überschwemmt. Von "Erlass-Diktatur" redet der neue Chef, die zu
beenden sei. Zwar kommt die Papierflut neuerdings unterm Namen
"Geschäftsanweisungen" daher. Aber: Im letzten Jagoda-Jahr
waren es 69 Erlasse, im ersten Gerster-Jahr 101 und 89 allein im ersten
Halbjahr 2003. Der ehemalige BA-Personalchef Günther Spiegel klagt
bitter: "Man sollte eben den Mund nicht zu voll nehmen."
Aus der groß angekündigten Erfolgsnummer des Florian
Gerster ist bis heute jedenfalls nichts geworden. Alles wie gehabt:
Milliarden-Zuschüsse aus der Staatskasse sind notwendig, um das Defizit
der BA auszugleichen. Entgegen aller Gerster-Ankündigungen ist es nicht
gelungen, die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr zu senken. Der
Umbau der Arbeitsämter in moderne Service-Stationen ist über einzelne
Modell-Projekte nicht hinausgekommen. Für Merz ein klarer Fall: "Der
führt sich auf wie ein Gewichtheber ohne Hantel."
Gerster, so wird immer deutlicher, hat sich viel zu viel
vorgenommen. Schien ja alles ganz einfach: Aus der Bundesanstalt für
Arbeit wird die Bundesagentur für Arbeit, aus Arbeitslosen werden
umworbene Kunden, weg mit dem alten Arbeitsamt, her mit dem Job-Center.
Nach dem Bürokraten Jagoda der Manager Gerster.
"Überbezahlter Manager des Elends"
Wer so denkt, hat natürlich auch kein Problem mit
teuren PR-Aktionen zum höheren Ruhme des Vorstandsvorsitzenden. Und wer
wie Gerster ein Selbstverständnis pflegt, dem allein der Job eines
Bundesministers angemessen wäre, dem geht leicht das Gefühl dafür ab,
was Pflichten sind und was Allüren. Der predigt Streichen und Sparen
allenthalben, nur nicht bei sich selbst. Einen "überbezahlten
Manager des Elends" hat ihn der CDU-Abgeordnete Uwe Schummer genannt,
ein Fall für die Prüfer vom Bundesrechnungshof.
Ob Gerster sein verkopfter Aktionismus bewusst ist, darf
bezweifelt werden. Er sieht sich als arbeitspolitischen Vordenker, der
einst das so genannte Mainzer Modell entwickelt hat, den staatlich
bezuschussten Kombilohn für Geringverdiener. 100 000
Sozialhilfeempfänger wollte er als Sozialminister in Mainz damit in Lohn
und Brot bringen - 11 000 sind es geworden.
Emotionsloser als jeder seiner fünf Vorgänger liest
Gerster monatlich die trostlosen Arbeitslosenzahlen vom Blatt. Die
Unterarme exakt parallel zur Seitenkante des Manuskripts ausgerichtet, wie
ein Beobachter einmal notierte. "Ich habe nie gehört, dass das, was
ich sage, falsch ist", sagt er gern.
Kritik als Miesmacherei
Er wirkt dann wie einer, der sein Leben lang vom
richtigen Leben weit entfernt gelebt hat. Und deshalb jede Kritik an
seiner Arbeit für ignorante Miesmacherei hält. Und die an den drei
Dienstwagen sowieso.
Hans Peter Schütz / Mitarbeit: Susanne Eberhardt/Arno
Luik/Klaus Wirtgen/Walter Wüllenweber"
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Private
Bebauungspläne für
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Sind
Sie unzufrieden, weil Sie nicht so bauen dürfen wie Sie wollen?
Hat
man Ihnen einen Baustopp auferlegt, weil Sie eigenmächtig drauf los
gebaut haben?
Suchen
Sie Behörden, die sich Gedanken um Ihre Fehlinvestitionen machen?
Planen
Sie etwas, was sonst nirgendwo üblich ist?
Kommen
Sie nach Maintal - "da werden Sie
geholfen", wie Verona Feldbusch sagen würde.
Stellen
sie sich vor, Sie hätten mit jahrelanger Arbeit in einer Marktnische
gutes Geld verdient, kämen in Ihr Heimatort zurück, hätten ein
Grundstück mit Haus in sehr guter Wohnlage gefunden, reißen das Haus ab
und beginnen in leichter Hanglage auf bewegtem Untergrund mit einem
Fundament, das bequem ein dreistöckiges Haus tragen könnte, haben in der
Schublade gleich zwei Baupläne Ihres Architekten - einen in
eingeschossiger Bauweise, wie zulässig und einen Bauplan für ein
mehrgeschossiges Gebäude - und Sie bekommen einen Baustopp.
Im
Normalfall müssten Sie Ihre Baumaßnahmen auf die im betreffenden
örtlichen Bebauungsplan festgelegten Vorschriften beschränken, damit Sie
weiterbauen können.
Nicht
so in Maintal!
Hier
werden Sie von der Abteilung Stadtentwicklung, die ganz eng mit dem
Baudezernat gekoppelt ist, mit offenen Armen empfangen, wenn Sie die
richtigen Argumente haben.
Mein
Tipp: Beauftragen Sie privat einen Architekten, der
ausgerüstet mit dem gültigen Bebauungsplan einen neuen Bebauungsplan
ganz nach Ihren Wunschvorstellungen entwirft. In diesem finden sich dann
sogar angebliche Wünsche der Nachbarn, die sie infolge ihres wegen der
festgeschriebenen Geschosszahl zu schwachen Fundamentes gar nicht umsetzen
können. Der angrenzende Wald wird urplötzlich zum "Gehölz",
was seine mühelose Entfernung zur besseren Sicht rechtfertigen könnte.
Ihr Objekt kann dadurch auch von der stark befahrenen Bundesstraße her
besser lokalisiert werden, wenn Sie die im Bebauungsplan zulässige
Nutzung z.B. als kleiner Betrieb des Beherbergungsgewerbes oder für
gesundheitliche und sportliche Zwecke in Erwägung ziehen..
Welcher
Anwohner wird bei so viel privatem Engagement nicht positiv eingestellt
sein?
Einige
sind es wohl, weil sie um ihre gute Wohnlage fürchten.
Mit
der Übernahme der Amtsgeschäfte durch Erhard Rohrbach bekam die
Maintaler Kommunalpolitik ausgeprägte neoliberale Züge, die von den
zuständigen Dezernaten mit allen nur erdenklichen Facetten ausgeprägt
wird. Dass die neue Art der Stadtentwicklung in den Reihen der Fraktionen
scheinbar locker gesehen wird, ist befremdlich aber je nach Couleur
durchaus erklärlich.
Einzige
Hürde, die zu nehmen wäre, ist das Parlament, das Ihren neuen
Bebauungsplan genehmigen müsste. Sehen Sie sich vorher die möglichen
Befürworter an und lassen Sie sich etwas einfallen, damit sie Ihr
Anliegen auch in der Fraktion und vielleicht auch im ganzen Parlament
"durchdrücken". Schließlich geht es ja um Stadtentwicklung der
besonderen Art.
Kommen
Sie mit Ihren Anliegen nach Maintal!
Diese
Stadt hat ein Herz für Leute, die erst Tatsachen schaffen und dann ihre
Verbindungen benutzen.
Das
öffentliche Interesse ist zudem nahe dem Nullpunkt, was Ihnen eine
ungehinderte Lobbyarbeit ermöglicht.
Werden
Sie Maintal-Nutznießer - fangen Sie heute noch damit an!
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Geldmaschine
Leichenschau
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Benötigen Sie eine Attraktion für
Ihren Bekanntenkreis, ein nettes Mousepad, einen Schlüsselanhänger,
Poster oder Postkarten der besonderen Art? Oder vielleicht für die
Kleinen ein originelles Puzzle?
Ich habe für Sie hier das Richtige
unter https://ssl.koerperwelten.de/de/pages/shop.asp
.
Gunther von Hagens Ausstellung
KÖRPERWELTEN in der alten Naxos-Halle in Frankfurt-Fechenheim erregt die
Gemüter und die Medien befassen sich landauf landab mit dem Thema des
kommerziellen Zur-Schau-stellens von präparierten Leichen und
Leichenteilen. Was in Museen oder zu wissenschaftlichen Studienzwecken
durchaus seine Berechtigung hat, erscheint unter den vorgeschobenen
Beweggründen Hagens ganz anderer Natur zu sein. Hier wird mit der
Sensationslust und dem inszenierten Tabubruch eine Geldmaschine betrieben,
die mit den dunklen Seiten der menschlichen Psyche arge Spielchen treibt.
Immer lauter werden die Proteste
angesichts der gängigen Praxis, z.B. in China hingerichtete Leichen am
Stück oder organweise zu verhökern und sie möglicherweise auf Umwegen
Hagens Leichenzirkus zu Sonderkonditionen zuzuführen. Recht unglaubhaft
erscheint die Versicherung Hagens, dass alle Exponate zu Lebzeiten mit
ihrer jetzigen Verwendung ausdrücklich einverstanden waren.
Geht Exhibitionismus über den Tod
hinaus?
Diese Frage scheint erlaubt, wenn
außer der sachlich aufklärenden eine künstlerisch gestalterische
Darstellung gewählt wird, wie sie in der Ausstellung zu sehen ist.
Versuchen Menschen wirklich, nach dem Tod in den Mittelpunkt staunender
Massen zu rücken, indem sie sich mit ihrer Einverständniserklärung
genau dieser Art der Verwertung zuführen?
Sicher wird sich jeder selbst darüber
klar werden müssen, was ihn zum Besuch der Ausstellung treibt. Man sollte
für sich aber nicht die lauteren Absichtbeteuerungen Hagens leichtfertig
übernehmen, denn der Schritt zur Perversion ist ein ganz kleiner. Das
partielle Enthäuten als gewolltes Wechselspiel zwischen
"drüber" und "drunter" erzeugt bei jedem Betrachter
unterschiedliche Empfindungen. Keine der Empfindungen hat jedoch mit der
Würde des Todes - so grausam er auch gewesen sein mag - etwas zu tun. Es
scheint mehr das nachträgliche sorgfältig geplante Massakrieren von
Leichen zu sein, das die Menschen frösteln lässt. Das Spiel mit dem
Unheimlichen, den Tabus und dem Grauenhaften - es gesehen zu haben, bevor
es möglicherweise verboten wird - wird zur Droge für die, die schon
alles haben oder gesehen haben und nach neuer Abwechslung suchen.
Dass man sich dann auch noch einige
Geschenkartikel oder Andenken aus dem KÖRPERWELTEN-Shop mitnimmt, ist
doch klar. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Während Sie das lesen, gehen irgendwo
auf der Welt wieder ein paar Leichen zum Schnäppchenpreis über den
Tisch, damit die Kasse Hagens klingelt, der weitere Ausstellung in der
ganzen Welt plant.
Noch ein Tipp:
Lesen Sie sich - sollten Sie die
Ausstellung besuchen - gut das Kleingedruckte auf der Eintrittskarte
durch. Irgendwann steht vielleicht der Passus drauf, dass sie mit dem
Erwerb der Eintrittskarte bei plötzlichem Ableben innerhalb der
Ausstellungsräume in den Exponatfundus übergehen - Ihren Neigungen
scheint es ja zu entsprechen.
Das sagt der Veranstalter auf die
kritischen Vorwürfe:

Hier eine kleine Auswahl der
Meinungen und Informationen:
War das ein Hingerichteter?
Ein Besuch in der "Körperwelten"-Ausstellung
/ Alle wirken unheimlich ernst
Die "Körperwelten"-Ausstellung bleibt
umstritten. Die Besucher finden sie interessant. Die Kirchen halten sie
für unvereinbar mit der Menschenwürde. Und Juristen wie Professor Uwe
Volkmann bewerten die Schau gar als rechtswidrig. Römer-Politiker wollen
prüfen lassen, ob die Stadt die "Körperwelten" stoppen kann
– sollte Gunther von Hagens die Vorwürfe, er präpariere Leichen
chinesischer Hingerichteter, nicht entkräften.
VON STEPHAN LOICHINGER
An seinem Körper trägt man sein ganzes Leben lang. Man
bemüht sich, ihn gern zu haben, man gibt auf ihn Acht, man versucht, ihn
so zu formen, wie es einem gefällt.
Wenn man will, unterschreibt man im Lauf seines Lebens
Sätze wie diesen: "Ich bin damit einverstanden, dass von meinem
Körper gefertigte Präparate zur Finanzierung des Instituts für
Plastination an Lehreinrichtungen verkauft werden." Oder - nachdem
man belehrt worden ist, jenes Institut verleihe "durch anatomische
Präparation" Gesicht und Körper "ein neues Aussehen" -
diesen Satz: "Ich bin damit einverstanden, dass mein plastinierter
Körper von Laien angefasst wird."
Man kann das auf der vergrößerten Kopie einer
Verfügung bezüglich der "Körperspende zur Plastination" am
Eingang der "Körperwelten"-Ausstellung in der Fechenheimer
Naxos-Halle lesen, gleich neben dem Skelett-Gefäß-Plastinat, das die
Verästelung der Blutgefäße veranschaulicht. Eine Frau steht für
Minuten vor dem Skelett, das wie von roten Fäden umspinnt aussieht. Sie
sagt zu ihren Begleitern: "Schon irre, wie sie das hingekriegt haben,
diese ganze feine Verästelung zu zeigen." Sie bückt sich, schaut
das Skelett von unten und von der Seite an, geht ganz nah heran. Anfassen
ginge nicht, weil das Skelett hinter Glas steht. Bei den anderen Exponaten
ist es verboten. So steht es auf kleinen Aufklebern auf den Sockeln.
Flüsternd, selten feixend
Es ist Mittwochmittag. Fast alle Haken an der Garderobe
sind behängt mit Jacken. Im Ausstellungsraum selbst ist kein Gedränge,
aber es ist doch so voll, dass niemand alleine vor einem Exponat steht.
Wer redet, tut das flüsternd, fast raunend, nur selten feixend. Doch kaum
jemand redet. Alle wirken so unheimlich ernst, wenn sie die
"ehemaligen Toten, die zu Plastinaten transformiert wurden"
("Körperwelten"-Erfinder Gunther von Hagens) so genau wie
möglich studieren. Wenn sie sich bücken, die Exponate von unten und von
allen Seiten anschauen, ganz nah heran gehen. Alle ziehen beim Betrachten
die Brauen zusammen, so dass sich zwischen den Augen eine Längsfalte
bildet, wenn sie zum Beispiel vor jenem Knorpel-Bänder-Skelett stehen.
Merkwürdig, ja freakig ist dessen Schädel: In der rechten Augenhöhle
sitzt ein Augapfel, in der linken sieht man nur die Bänder, die den
Augapfel zu Lebzeiten gehalten haben.
Schräg gegenüber läuft ein Skelett seinem Muskelkleid
hinterher, zumindest besagt das der Text auf dem dazu gehörigen Schild
unter der Überschrift "Muskelmann mit seinem Skelett". Hier der
"Schachspieler", von dessen Schädeldecke die Plastinatoren nur
so viel übrig gelassen haben, dass man meinen könnte, er trage ein
Stirnband. Da das Skelett, unterhalb dessen Schritt ein paar
Nervenstränge in der Zugluft hin und her schwingen. Die Lungenflügel im
Brustkorb des "Rauchers" sind dunkel verfärbt, das Skelett
hält die linke Hand, als halte es eine Zigarette, unten baumeln Penis und
Hoden.
Rechts hinten in der Ecke steht ein so genanntes
Ganzkörper-Plastinat, von oben nach unten in zwei Hälften geteilt. Eine
Frau und ihr Mann, beide um die 60, stehen davor, stumm, ernst, man traut
sich gar nicht, sie anzusprechen. "Vorher hatte ich Bedenken, ob ich
hergehen soll", sagt der Mann, "wegen der Menschenwürde,
weniger wegen der Frage, woher die Leichen sind. Aber jetzt dominiert das
Interesse. Im Moment interessiere ich mich nur für den Aufbau des
menschlichen Körpers. Vielleicht kommen die Bedenken später
wieder." Die Frau sagt: "Es ist interessant, das zu sehen. Die
Frage ist: Wird durch die Darstellung die Menschenwürde gewahrt? Ich
denke: Ja. Aber es ist schon ein wenig komisch, wenn man daran denkt, dass
das mal Menschen waren." Ob sie vor dem geteilten Plastinat nicht
unwillkürlich an Schweinehälften denken müsse? "Nein, auch wenn
die Darstellung extrem ist", sagt die Frau. "Ja doch, das
können Sie ruhig schreiben", sagt der Mann.
Die Fragen stapeln sich, je länger man durch die
Ausstellung geht: Warum hat der "Basketballspieler" eine
geöffnete Schädeldecke, wo er doch nur Muskeln veranschaulichen soll?
Auf wie viele verschiedene Weisen lässt sich eine Schädeldecke öffnen?
War das hier ein chinesischer Hingerichteter? Der? Was, wenn der Körper,
der als "Lehrer" mit Kreidestück und Buch in der Hand gezeigt
wird, einem Menschen gehört hat, der Lehrer hasste? Nennen die das eine
Exponat allen Ernstes "Der Organ-Präsentator"? Woher stammt der
Fötus im Bauch der schwangeren Frau?
Vorm "Läufer", dessen Muskeln vom Skelett
getrennt sind, damit man beides sieht, und der spontan an eine
Vogelscheuche auf der Flucht denken lässt, steht ein Paar, um die 30. Sie
sagt: "Es sieht seltsam aus, zerfleddert. Aber allgemein ist es
interessant." Er sagt: "Es ist etwas mulmig. Aber nach all den
anderen Plastinaten weiß man ja, worum's geht." Wie die Ausstellung
aufgebaut ist, findet er gut, "so als Außenstehender".
Auf der Tafel zum "Schachspieler" steht, die
Plastination wolle "Verstand und Gefühl gleichermaßen
ansprechen". Und: "Der ästhetische Eindruck, der dadurch
entsteht, ist durchaus gewollt." Umso schlimmer.
"Leichen gehören bestattet"
Jurist sieht in von Hagens' Ausstellung klaren
Rechtsbruch
Die Ausstellung "Körperwelten" ist nach
Ansicht des Mainzer Rechtswissenschaftlers Uwe Volkmann rechtswidrig. Die
Schau verstoße gegen das Hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz,
sagte Volkmann am Mittwochabend bei einer Diskussion, an der auch
Pröpstin Helga Trösken und der Mediziner Horst-Werner Korf teilnahmen.
VON GEORG LEPPERT
Frankfurt · 21. Januar · Das hessische Landesgesetz
schreibe vor, dass Leichen zu bestatten seien. "Das Ausstellen von
Leichen ist danach klar unzulässig", sagte Volkmann bei der
Diskussion in der Paulsgemeinde. Zumindest bei den in der Fechenheimer
Naxos-Halle ausgestellten Ganzkörper-Plastinaten handele es sich
eindeutig um Leichen, so der Mainzer Jurist. Insofern sei die Schau
"schlicht rechtswidrig". Daraus folge aber nicht, dass die Stadt
die "Körperwelten" in Frankfurt zwangsläufig beenden müsse.
Die Behörden hätten einen Ermessensspielraum, "sie können, aber
sie müssen nicht einschreiten", sagte Volkmann.
Ausstellungsmacher Gunther von Hagens hatte in den
vergangenen Tagen mehrfach erklärt, dass es sich bei den Exponaten nicht
um Leichen handele und somit ein Verstoß gegen das Bestattungsgesetz
nicht in Betracht komme. Er habe zwar tote Körper bearbeitet, nach der
Plastination könne aber nicht mehr von Leichen gesprochen werden.
"Durch die Plastination wurden sie bestattet", hatte von Hagens
bei der Eröffnung der Körperwelten in Fechenheim gesagt.
An der Diskussion mit Volkmann, Trösken und Korf, zu
der die Evangelische Kirche eingeladen hatte, nahm von Hagens nicht teil.
Zwar hatte der Plastinator sein Kommen zunächst angekündigt. Am Dienstag
sagte von Hagens wegen der vom Spiegel erhobenen Vorwürfe, er bearbeite
auch chinesische Hinrichtungsopfer, aber wieder ab. Der HR-Journalist
Meinhard Schmidt-Degenhard, der die Podiumsdiskussion moderierte,
berichtete, von Hagens habe einem Streitgespräch mit Pröpstin Trösken
zugestimmt, das das Hessen Fernsehen am Samstagnachmittag ausstrahlen
werde.
Trösken, die evangelische Pröpstin für Frankfurt und
Rhein-Main, zählt zu den größten Kritikern der
"Körperwelten". Die Würde des Menschen werde in den
"Körperwelten" mit Füßen getreten, sagte sie in der
Paulsgemeinde. Von Hagens spiele mit menschlichen Körpern, ihm gehe es um
die "Gestaltung von schönen Leichen". Die Namen der Menschen,
die zu Exponaten wurden, würden in der Ausstellung nicht genannt,
"hier findet eine Entmenschlichung von Menschen statt".
Dass die Ausstellung auf so reges Interesse stoße - bis
zum Mittwochabend hatten sich knapp 16 000 Besucher die Schau in Frankfurt
angesehen - sage viel über den "Zustand unserer Gesellschaft"
aus. Auch die Kirche müsse sich die Frage stellen, warum so viele
Menschen sich plastinierte Leichen anschauen wollten. "Im
muslimischen Raum wäre eine solche Ausstellung nicht vorstellbar."
Der Mediziner Horst-Werner Korf, Direktor des Instituts
für Anatomie der Goethe-Uni, warf von Hagens vor, Körper nicht so zu
zeigen, "wie sie sind". Durch seine "Inszenierung der
Leichen" verstoße er gegen die Grundregel der Anatomie. Aus
wissenschaftlicher Sicht seien die "Körperwelten nicht als
Fortschritt zu werten", sagte Korf.
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Brandschutz
- Planung und Wirklichkeit
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In der Dörnigheimer Waldsiedlung
schlagen die Wellen wieder sehr hoch, denn Frau Fahr bemängelt
mit Recht die Planungen des Bauamtes der Main-Kinzig-Kreises
hinsichtlich der Brandschutzmaßnahmen. Die Behörde, die mit voreiligen
und unsachlichen Rechtfertigungen über die Presse schneller reagiert als
auf berechtigte Beschwerden, lässt offenbar zu, dass Wohnungen nach
baulichen Veränderungen schneller bezogen werden, als der optimale
Brandschutz hergestellt ist.
Das missfällt auch dem
Stadtbrandinspektor der Stadt Maintal Herrn Matz ganz erheblich, wie auch die
Tatsache, dass er hier im Brandfall mit Auswirkungen zu tun hat, die
massiv Menschenleben gefährden können. Alle Genehmigungs-, Umsetzungs-
und Überwachungsfunktionen sieht er in der Kreisbehörde angesiedelt und
echten vorbeugenden Brandschutz kann er vor Ort praktisch garnicht leisten. Das auf
Antrag des Parlamentes erarbeitete Brandschutzkonzept Nr. 05120300 vom
23.05.2003 zeigt sogar noch schlimmere Tatsachen auf. So gilt für einen
Teil der Gebäude sogar ein brandschutztechnischer Bestandsschutz, wodurch
gegenüber dem Hausherrn die
Nachrüstung nach neuesten Brandschutzbestimmungen nicht aufgebürdet werden können.
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"Aber die
Feuerwehrzufahrt
entspricht
absolut dem Bauplan..." |
Was heißt das?
Im einen Gebäudekomplex wird
der Brandschutz völlig legal unterlaufen und im anderen Komplex
möglicherweise nicht fachmännisch und restriktiv umgesetzt.
Im Brandfall müssen erst ein
Teil der Mieter ihre Autos wegfahren während sich bis zum 3.
Stock die Brandbekämpfer mit Einhängeleitern nach oben
hangeln. Mangels Einsatz der Drehleiter springen ab dem 4. Stockwerk
die vom Feuer bedrohten Menschen direkt durch Baumkronen in auf
Verdacht hingehaltene Sprungtücher, um ihr Leben zu retten, wenn
sie überhaupt lebend die Baumkronen passieren.
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Nachdem so langsam alle Freiflächen
mit Garagen zugepflastert werden, erscheinen zur Umsetzung des
Brandschutzes demnächst möglicherweise Baumfällaktionen erforderlich.
Das dürfte dann so ganz im Sinn der Firma Geisheimer sein, die den Kreis immer wieder
auszutricksen scheint.
Wann wachen die zuständigen Behörden
endlich auf und schieben den Geschäftemachern einen Riegel vor?
Auch
sollte man sich schnellstens darum bemühen, dass alle Maßnahmen
umgesetzt werden, die den vor Ort zuständigen Brandschützern ihre ohnehin
schwere Aufgabe mit vorhandenen Mitteln ermöglichen.
Müssen denn
erst Menschen zu Schaden kommen, ehe die einschlägigen Vorschriften
konsequent umgesetzt werden?
Es ist ein Unding, dass es die
gängige Praxis erlaubt, Gebäude bzw. neue Teilbereiche bereits zu beziehen, ehe die
brandtechnischen Maßnahmen abgeschlossen und Gebäude
diesbezüglich abgenommen sind. Im Falle Hermann-Löns-Straße könnten im Giebelbereich
der ausgebauten Dachgeschosse Menschen verbrennen, die
laut Baugenehmigung dort gar nicht wohnen dürften, weil die Räume
offiziell Abstellräume sind. Bei einer brandschutztechnischen
Abnahme würde aber gerade das auffallen.
Wer jetzt wieder sagt oder schreibt,
ich würde wahllos auf Behörden eindreschen, der sollte sich lieber mit
der Dickfelligkeit der zuständigen Behörden befassen. Deren
Reaktion kann ich aber schon erahnen.
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"Mein Mann fährt
das Auto gleich weg!"
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Schilder-Wahnsinn
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Soweit
der Artikel des Maintal Tagesanzeigers vom 16. Januar 2004, der die
Hintergründe der Schilderbewegungen im ländlichen Maintaler Stadtgebiet
behandelt. Die vielfach blutdruckerhöhende Maßnahme nimmt also noch kein
Ende!
Um
was geht es wirklich?
Maintal
ist vornehmlich in den nördlichen Ortsteilen von landwirtschaftlichen
Flächen umgeben, die von einigen wenigen Landwirten noch intensiv genutzt
werden. Ein Ärgernis zwischen Landwirten und der Bevölkerung sind nicht
die Streuobstwiesen oder Weideflächen, sondern die Äcker mit besonders
schmierigen Böden während der Feuchtperioden.
Gerade
in diesem Zustand werden die Flächen besonders gern bearbeitet, wobei die
teilweise betonierten Feldwege extrem verschmutzt werden, ohne dass eine
anschließende Grobreinigung erfolgt. Um die Felder optimal nutzen zu
können, erfolgen sämtliche Dreh- und Wendemanöver auf den Feldwegen,
die dabei natürlich besonders verunreinigt werden.
Diese
Wege sind jedoch gleichzeitig ausgewiesene Radwege, Schulwege und beliebte
Wege der Spaziergänger. Wen wundert es, dass die Interessen aufeinander
prallen?
Hier
die Landwirte, die die Äcker und die Feldwege als ihr persönliches
Eigentum ansehen, die sie ausschließlich zum Zweck der Erreichung der
Felder benutzt sehen wollen und da die Bürger und Bürgerinnen, die nicht
als Landwirte, sondern als ganz normale Menschen mit ganz normalen
Bedürfnissen die öffentliche Wege benutzen.
Nun
könnte man meinen, dass viele Landwirte recht sture Böcke sind, die
jeden hassen, der ihre geliebte Sphäre betritt und sie deshalb zu solchen
Schikanen greifen.
Dem
ist nicht so! Nein!
Sie
fühlen sich vielmehr von den Freizeithanseln, den Joggern, den Radfahrern
und Schulkindern regelrecht in ihrer bäuerlichen Lebensart frontal
angegriffen, wenn sie bei Erscheinen eines Traktors oder einer
Landmaschine nicht unverzüglich in den feuchten Acker springen.
Man
hat die Wahl zwischen "in den Schlamm springen" oder "mit
Schlamm bespritzt zu werden", auch wenn einige Meter weiter eine
Ausweichmöglichkeit in Sicht ist. Macht- und kraftvoll rauscht das
Gefährt an einem vorbei und ein Gefühl von Rücksichtslosigkeit macht
sich breit.
Genau
diesem Sachverhalt nahm sich die Agenda-Gruppe Landwirtschaft in guter
Absicht - jedoch mit einer mäßig guten Lösung an. Was als
Hinweis-Schild gedacht war, wurde als arge Provokation empfunden. Allzu
einseitig wurden die Interessen vertreten. Anstatt bei beiden Gruppen für
ein faires Miteinander zu werben, stellte man erst einmal klar, dass
Landwirtschaft Vorrang hätte.
Wie
irrig diese Ansicht ist, begreift man, wenn man den Sachverhalt auf andere
Bereiche überträgt. Die Feldwege werden von den Landwirten zum Erreichen
ihres Arbeitsplatzes bzw. ihrer Erwerbsquelle benutzt. Jeder Berufstätige
benutzt Straßen, um zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen. Wie könnte er
davon einen Vorrang gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern ableiten?
Ein
besonders gewitzter Wachenbuchener Ortslandwirt will sogar glaubhaft
machen, dass die Feldwege während der Flurbereinigung als Teil des
jeweiligen Grundbesitzes angelegt wurden, weshalb sich alle anderen Nutzer
der Wege auf Privatgrund bewegen würden. Deshalb könnten die Besitzer
auf ihr uneingeschränktes Nutzungsrecht pochen.
Allein
diese Ansicht und die Tatsache, dass solche Gedankengänge bei der
Schildergestaltung stärker gewichtet wurden als das öffentliche
Interesse, vergiftet die ursprüngliche Absicht. Es ist nicht akzeptabel,
dass für solchen Unsinn auch noch Steuergelder ausgegeben werden und im
Rathaus offensichtlich jeder macht, was er gerade will.
Gewonnen
hat - wie bei allen unsinnigen Beschilderungen - allein der
Schilderhersteller, der natürlich bereitwillig jeden Blödsinn mitmacht.
Trotzdem
wage ich den Versuch eines Entwurfes, der die Fairness gleichmäßig
verteilt und positiv formuliert ist. Vielleicht ist er ja brauchbar und
wird auch in der östlichen Gemarkung inhaltlich von den Landwirten
verstanden. Die Bürger haben sicher damit keine Schwierigkeiten.
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Schild des Anstoßes
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Mögliches Ersatzschild |
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Umzugsservice
der TELEKOM
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Wer
schon ein- oder mehrmals umgezogen ist, der kennt die vielen kleinen
Probleme, die so viel Zeit rauben, dass man sich fragt, ob das wirklich
nicht jeder bei jedem Umzug erlebt und man als Dienstleister, Behörde
etc. eigentlich auf die Problematik eingestellt sein sollte.
Bei
der TELEKOM stieß ich
erfreulicherweise auf den Umzugsservice
für den Telefon- und Datenanschluss. Das Ganze online und herrlich
unkompliziert, wie ich anhand des auszufüllenden Online-Fragebogens
feststellte. Hier konnte man nicht nur den Wunschtag für das Abklemmen
des alten Anschlusses und das Anklemmen in der neuen Wohnung wählen,
sondern auch noch die Wahl zwischen vormittags und nachmittags
treffen.
Wahnsinn!
Endlich
mal ein so richtig kundenfreundliches Angebot.
Also
meldete ich am 14. Dezember meinen Umzug an für den 18. Dezember -
vormittags.
Kurz
darauf kam per E-mail die Bestätigung meiner Meldung nebst Rückfrage, ob
ich denn die Telefonnummer des vorherigen Wohnungsinhabers nennen könne.
Auch das brachte ich in Erfahrung und reichte die Information nach.
Am
18. Dezember vormittags war mein alter Anschluss tot.
Was
nicht kam, war der Anschluss in der neuen Wohnung!
"Na
ja", sagte ich mir, "das geht halt seinen Gang und es wird
Nachmittag werden."
Ich
wartete bis zum späten Abend und gab dann auf. Schließlich hatte ich in
der neuen Wohnung alle Hände voll zu tun und konnte nicht ständig auf
die TELEKOM warten.
Am
19. Dezember befand sich dann die ordnungsgemäße Auftragsbestätigung
vom 17. Dezember im Briefkasten, in der vermerkt war, dass ich alle
bisherigen Anschlussnummern unverändert behalte und auch der
DSL-Anschluss installiert wird. Dies war noch vor wenigen Tagen
leitungstechnisch infrage gestellt worden. Hierbei bestand ich aber auf
dem DSL-Anschluss, auch wenn nicht die volle Leistung erreicht werden
sollte, denn die Ladezeiten sind immer noch kürzer, als bei ISDN.
Als
Termin für das Anklemmen wurde der 19. Dezember genannt. Inzwischen
erhielten alle Anrufer die blödsinnige Nachricht "kein
Anschluss unter dieser Nummer" oder "die
gewählte Rufnummer ist nicht vergeben".
Meine
Geduld reichte bis zum Vormittag des 23. Dezembers. Auf Rückfrage und
Weiterleitung zum Vertrieb erfuhr ich, dass nur noch etwas
vertriebsseitiges zu klären und am frühen Nachmittag die Leitung
geschaltet sei.
Ich
wunderte mich schon gar nicht mehr, dass im Sinne der Kundenorientierung
kein Wort der Entschuldigung fiel. Warum sollte sich ein TELEKOM-Mitarbeiter
auch für diese lahmarschige Bearbeitung entschuldigen? Wo kämen wir denn
da hin?
Am
24. Dezember war immer noch nichts passiert, worauf ich erneut anrief.
Dort konnte man garnicht verstehen, warum ich überhaupt reklamiere, denn
das Installationsdatum des internen Arbeitsauftrages laute doch auf den
29. Dezember. Das ginge übrigens auch nicht anders, weil ja von der
Technik niemand mehr da sei. Schließlich sei Heiligabend.
Bei
so viel Logik und schicksalhafter Situationskomik wäre eine nun
angebrachte Entschuldigung vielleicht falsch verstanden worden, worauf sie
erwartungsgemäß auch unterblieb. Takt muss sein!
Die
Weihnachtsfeiertage verbrachte ich mit enormen Handy-Kosten, einer
Mailbox, die inzwischen keine Nachrichten mehr aufnahm und gewaltig Zorn
im Bauch, weil mich niemand mehr richtig erreichte und meine
Business-Homepage nicht gepflegt werden konnte.
Jetzt
wäre es zu banal, die TELEKOM selbst
wegen dieser Kleinigkeit als gewaltigen Saftladen zu bezeichnen. Kürzlich
haben schließlich erst unzählige Kleinaktionäre zweidrittel ihres
Vermögens mit TELEKOM-Aktien verloren
und auch nicht herumgemosert. Es ist ja auch nicht die TELEKOM
selbst, die uns verärgert, sondern ihre Angestellten. Mal ist es der
Vorstandsvorsitzende, der Aktionäre mit zweifelhaften angaben zum
Geschäftsverlauf verleitet, mal die Marketingfritzen, die Dinge
versprechen, die sie nicht halten können, mal deren Erfüllungsgehilfen,
die scheinbar noch nie etwas von Kundenorientierung gehört haben. Das
schadet allerdings dem Ansehen der TELEKOM,
worüber man dort einmal nachdenken sollte.
Umzugs-Sevice
der Telekom - das etwas andere
(unverbindliche) Angebot!
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Sparobjekt
Friedhöfe
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Alte
Friedhöfe stehen heutzutage schnell zur Disposition, wenn "wichtige
Gründe" dafür sprechen. Am Beispiel des alten Dörnigheimer
Friedhofes ist das Problem schnell erklärt.
Die
Anzahl der Gräber ist natürlich durch die Friedhofsgröße begrenzt.
Wenn ein Friedhof restlos belegt ist, wie es der Fall war, dann muss ein
weiterer Friedhof geschaffen werden. Dörnigheim hat damals
dafür ca. 3 Kilometer von der Ortsmitte entfernt einen Platz hinter
der Kompostierungsanlage gefunden.
Im
Laufe der Jahre entwickelte sich dieser Friedhof zum Ort,
-
an
dem man Blumen und komplette Bepflanzungen stiehlt, wenn die Kaninchen
sie vorher nicht abgefressen haben,
-
der
von seltsamen Zeitgenossen mit Unrat verunreinigt wird,
-
der
zeitweise recht ungenügend gepflegt wird,
-
auf
dem zeitweise der Gestank der Kompostieranlage (seltsame und
pietätlose Nachbarschaft) unerträglich ist und
-
den
ältere Menschen unglaublich schwer erreichen können.
-
Bereits
den Lebenden graut es vor dieser Grabstätte.
Wen
wundert es, dass all die, die auf dem alten Friedhof noch Familiengräber
haben, dort auch beerdigt werden wollen oder zumindest ihre Angehörigen
dort besser gebettet sehen.
In
der Stadtverwaltung spielt man seit Jahren mit dem Gedanken, die alten
Friedhöfe zu schließen und es bestanden oder bestehen sogar Pläne, die
Friedhöfe in Parks umzuwandeln. Der schnöde Grund sind "Einsparungen". Es sollen Kosten eingespart werden, die wieder
einmal zum guten Teil aus dem Kostenumverteilungstopf des Bauhofes
stammen.
Am
Beispiel IRONMAN war zu sehen, wie sich nach einigen Überlegungen der
zuständigen Stellen 20.000 € in Nichts auflösten.
Spielt
man mit der Totenruhe und dem Pietätgefühl der Menschen, weil ein viel
zu großer Teil der Anwesenheitszeiten von städtischen Bediensteten auf
die Friedhöfe verteilt wird?
Mit
dem Schließen von Friedhöfen würden die Anwesenheitszeiten auf die
"Pflege der Parkanlagen" umgebucht werden. Eine seltsame
Sparmaßnahme!
Die
Proteste der Bürger zeigen, dass hier andere Lösungen gefunden werden
müssen. Kaum jemand hat Verständnis für die sehr hohen Preise für
Grabstätten und die Art, wie man mit der geplanten Verwendung der
Friedhöfe umgeht. Man kauft schließlich nicht ein Loch, um darin etwas
vergraben zu lassen, sondern eine Stätte des Gedenkens an seine Lieben.
Die meisten älteren Menschen haben ihre spätere Ruhestätte als
Angehörigengrab bereits verinnerlicht und sind jetzt zunehmend
verunsichert und empört.
In
anderen Kulturkreisen sind die Grabstätten absolute Tabu-Zonen, deren
Erhaltung und Pflege eine Selbstverständlichkeit ist. Sind die Menschen
dieser Kulturkreise höher entwickelt?
Es
scheint so zu sein!
Wir
werden sehen, ob sich unsere Volksvertreter ebenfalls auf dem erreichten
Niveau der Diskussion befinden und die unglaubliche Absicht einiger
Extremplaner absegnen.
Das
Schließen von Friedhöfen und die Beseitigung von Gedenkstätten aus
niederem Anlass sind für mich deutliche Zeichen des Niederganges unserer
Kultur.
Vielleicht
sind es ja auch nur Planungen von Verantwortlichen, die das Leben in
unserer Stadt nicht mit uns teilen und deshalb keinen Bezug zur
Vergangenheit und den Bedürfnissen der Menschen haben.
Man
muss sie deshalb ja nicht gleich zum Teufel jagen - aber zur Vernunft
bringen .
Ende
Januar 2004 fand in Maintal-Dörnigheim eine Bürgerversammlung zum
brisanten Thema statt, über das die Frankfurter Rundschau wie
folgt berichtete:
Schließung des alten Friedhofs weckt Zorn
Dörnigheimer Bürger protestieren gegen Pläne der
Stadt
Die CDU Dörnigheim diskutierte am Donnerstag mit
Bürgern über eine mögliche Schließung des alten Friedhofs. Ein
brisantes Thema, wie sich schon vor Veranstaltungsbeginn zeigte. Am Ende
hieß es: Lieber mehr zahlen als auf dem neuen Gottesacker zur ewigen Ruhe
gebettet zu werden.
VON DETLEF SUNDERMANN
Maintal · 30. Januar · "Reichen die?", fragt
die Wirtin der Maintalhalle leicht erschöpft, nachdem sie den zweiten
Stapel Stühle in den Kollegraum gekarrt hatte. Es sollte reichen, ohnehin
war kaum noch Platz für eine Sitzgelegenheit in dem Raum. Mehr als 120
Dörnigheimer, in der Regel im Renten- oder rentennahen Alter, kamen, um
ihren Ärger, ja bisweilen Zorn über die Politiker der Stadt abzulassen.
Noch bevor der Dörnigheimer CDU-Chef Peter Ravasz die Versammlung
eröffnete, schimpften die Leute mit ihren Tischnachbarn über das
Anliegen des Magistrats, der im Dezember bei der Stadtverordnetensitzung
rechtzeitig die Sprengkraft des Thema erkannte und seine Vorlage zur
Friedhofsschließung flugs kassierte.
"Da liegen meine Angehörigen, und da will ich auch
mal rein", erklärte Theodor Streng der FR seine Verärgerung. Ein
Friedhof gehöre nicht an den Rand des Orts, schob er erbost nach.
"Der Tod ist ein Teil des Lebens und darum gehört der Friedhof in
Dörnigheim mitten rein", stand für den 75-Jährigen fest. Für
seinen Sitznachbar, den 62 Jahre alten Walter Fischer, ist der Friedhof
"ein Stück Heimat".
Hildegard Redemann, die seit drei Jahren Witwe ist,
erachtet den Erhalt des Gottesacker im Zentrum auch schon aus praktischen
Gründen als notwendig. "Man kann doch leichter mal auf dem Weg zum
Einkaufen am Grab vorbeischauen", sagte die 75-Jährige.
Zerstörungswut und schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
lasse den neuen, rund 30 Jahre alten Friedhof am Rand des Gewerbegebietes
auf Ablehnung stoßen.
Meinungen und Forderungen, die der Erste Stadtrat Erik
Schächer (CDU) an diesem Abend in vielfacher Weise zu hören bekommen
sollte. Schächer stellte sich kurzfristig für den privat verhinderten
Friedhofsdezernent Günther Wassermann (SPD) in den Ring. Das die Pfarrer
ebenfalls nicht anwesend waren, quittierte das Volk lautstark mit dem Ruf:
"Die kneifen."
Schächer hatte mit seiner Argumentationslinie, die
Stadt müsse sparen, sparen und nochmals sparen, trotz aller Bemühungen
kein Durchkommen. "Wir kommen in diesem Jahr um viele unpopuläre
Entscheidungen nicht herum", wehrte er sich gegen die Angriffe und
erklärte: Beim Bund der Steuerzahler nehme Maintal bei den
Friedhofgebühren einen Spitzenplatz ein. Für Friedhöfe fallen laut
Stadtrat jährlich rund 700 000 Euro an. Die Einnahmen lassen ein
Deckungsloch von 200 000 Euro. "Da muss was passieren, die Stadt ist
gesetzlich verpflichtet, kostendeckende Gebühren zu erheben",
betonte er. Ohne eine deutliche Erhöhung der Beerdigungskosten könne
sich die Stadt sieben Bestattungsfelder nicht mehr leisten. "Ein Park
verursacht weniger Kosten als ein Friedhof", stellte Schächer fest,
wofür er schallendes Hohngelächter erntete.
Korn schlägt Förderverein vor
Obendrein grätschte der CDU-Ehrenvorsitzende Walter
Korn seinem Parteikollegen ganz gehörig in die Argumentation. Die Stadt
sollte doch erst einmal auflisten, wie hoch der Anteil des alten Friedhofs
am Defizit sei, bevor man von einer Schließung rede. Möglicherweise
seien es weniger als 50 000 Euro, spekulierte er. Die Einsparung mache
sich überdies erst nach Ablauf der Bestattungsfrist für bereits gekaufte
Gräber in zehn bis 20 Jahren bemerkbar: "Die paar Euro stehen in
überhaupt keinem Verhältnis zu dem, was hier kaputt gemacht wird".
Wenn Maintal schon mit die höchsten Friedhofsgebühren
in Hessen kassiere, dann komme es auf den Aufschlag zur Defizitdeckung
auch nicht mehr an. Zudem solle der Magistrat prüfen, ob eine
Privatisierung der Friedhofspflege nicht der preiswertere Weg sei. Und
wenn das Minus dann immer noch vorhanden sei, so leitete Korn einen
weiteren Vorschlag ein, könne ein Förderverein die Differenz auffangen.
Dafür erhielt er von den Aufgebrachten reichlich Applaus.
Nach der knapp zweistündigen Debatte
hatte sich Schächer ausreichend Notizen für weitere Diskussionen im
Magistrat gemacht. Der CDU-Stadtrat hatte den Besuchern zudem
klargestellt, dass die Schließung keine Nacht-und-Nebel-Aktion gewesen
sei. Im September 2002 habe das Thema erstmals auf der Tagesordnung des
Parlamentes gestanden. Er versicherte auch, selbst bei einem Aus werde es
nicht zu einem Ausgraben der Leichen ab 2045 kommen. Dem Gerücht, dass
mit dem Ende der Bestattungszeit die Trauerhalle offenbar Wohnhäusern
weichen müsse, konnte er allerdings nicht entkräften. "Ich weiß
nicht, was 2045 ist", sagte er mit Achselzucken.
.....................................
Die Reaktionen der Bürger zeigen, wie
man grundsätzlich über dieses Thema denkt. Darüber hinaus liegen die
finanziellen Auswirkungen in Zeiträumen, die uns völlig andere
Situationen bescheren können. Äußerst sinnvoll erscheint der Vorschlag,
die komplette Friedhofspflege aus den Händen des Bauhofes zu nehmen. Dies
sollte aber erst erfolgen, nachdem der Bauhof ein attraktives Angebot
abgegeben hat, das unter wettbewerbstauglichen Gesichtspunkten erstellt
wurde. Ansonsten kämen zu den bleibenden Kosten des entlasteten Bauhofes
lediglich zusätzliche Kosten hinzu.
Vielleicht ist aber die
Friedhofsdiskussion nur ein massiver Angriff auf die verbleibenden
Aufgaben unseres zweiten Stadtrates, der ohne Friedhöfe und einem
privatisierten Bauhof endgültig entbehrlich wäre.
|
Franz
Dörners interessante Meinung
Zur
gleichen Veranstaltung äußerte sich Franz Dörner in neben
stehendem Leserbrief sehr negativ über die Stellungnahmen der
Betroffenen und bezieht eine nicht zu haltende Position, die Bände
spricht.
Er
qualifiziert zunächst die "mitgebrachten, ablehnenden und
vorgefassten" Meinungen ab und verwahrte sich dagegen, dass
"über die Köpfe der Bürger hinweg" entschieden werden
soll. Hier vermisse ich das Verständnis dafür, dass Menschen sich
auf eine Versammlung vorbereiten und ihre Einwände grob
strukturiert ablesen, weil sie das sonst nicht oder selten machen.
Einfach drauflos zu plappern oder zu schreiben, wie es Herr Dörner
hier macht, ist weitaus stärker zu bemängeln. Er vergisst zudem,
dass inzwischen fast keine interessanten Dinge mehr im Parlament
diskutiert werden, worüber die Presse informieren könnte und fast
nur noch hinter verschlossenen Türen beraten wird. Woher sollen die
Bürger denn wissen, was alles besprochen wurde. Die Bürger messen
die Qualität des Besprochenen an den Ergebnissen, die vorgelegt
werden. Wenn dann aus später Einsicht daraus eine
Informationsveranstaltung resultiert, schlagen die Wogen bereits
sehr hoch.
Zur
Erreichbarkeit des Friedhofes für ältere und gehbehinderte
Menschen mit dem flotten Spruch zu kommen, ob es "in
Dörnigheim zweierlei Bürger gäbe, diejenigen die nicht fahren
möchten und die anderen, die fahren müssen", zeugt von kalter
Arroganz. So schiebt er auch gleich einen ähnlich unverschämten
Passus nach, indem er darauf hinweist, dass die wenigsten Teilnehmer
der Diskussion die 40 bis 50 Jahre überleben werden, die der
Friedhof noch als Gedenkstätte erhalten bleibt. Dass es sich hier
oft um Familiengräber handelt, die auch Folgegenerationen besuchen,
bleibt völlig unberücksichtigt. Dörner spricht den Anwesenden
völlig die Kompetenz ab, sich hierüber akzeptabel zu äußern.
Es
geht auch gar nicht darum, alle Beerdigungen wieder auf dem alten
Friedhof stattfinden zu lassen, was schon aus platztechnischen
Gründen nicht geht, wie selbst er imstande ist zu erkennen und was
die älteren und lebenserfahreneren Menschen längst vor ihm
begriffen haben. Um was es wirklich geht, wird er wohl nie erfahren,
denn seine Ausführungen zeigen, dass er den Gedankengängen anderer
Bürger nicht folgen kann oder will.
Einem
solchen Menschen dann - wie im letzten Absatz empfohlen - im
Parlament das Denken für uns alle zu überlassen, ist schon eine
arge Zumutung.
Die
Bürger, die ihr Kreuzchen bei der letzten Kommunalwahl an der
falschen Stelle gemacht haben, sollten sich ihre Pappenheimer erst
einmal genau ansehen, ehe sie sie wieder wählen. |

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Stadtkreis
Frankfurt/Rhein-Main Chance oder Kollaps? |
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Der
Vorstoß von Petra Roth trifft in der Region auf ein geteiltes Echo und
ist im Grunde genommen "ein dicker Hund". Gerade wenn man weiß,
dass Frankfurt praktisch tagtäglich von der Hand in den Mund lebt, wird
einem klar, dass sie mit ihrer "Rosinenpickerei" nur ihre
maroden Finanzen sanieren und einen finanziellen Kollaps abwehren will.
Dennoch
gibt es auch Stimmen, die das Gebilde befürworten. Das Umland ist längst
zu den Wohn- und Schlafgebieten vieler in Frankfurt arbeitenden Menschen
geworden. Die von Petra Roth anvisierten Kommunen rund um Frankfurt haben
doppelt so viele Einwohner als Frankfurt. Frankfurt deshalb aber als
"Nährmutter" der Region anzusehen, wäre zu einfach.
Schließlich sorgten gerade die Großunternehmen Frankfurts mit ihrem
Personalabbau für gewaltige Belastungen der umliegenden Kommunen, in
denen jetzt die Arbeitslosen leben. Viele Kommunen des Umlandes haben in
harter Kleinarbeit dafür gesorgt, dass die Zahlen der
Sozialhilfeempfänger wesentlich niedriger sind als in Offenbach und
Frankfurt. Sollen diese und andere wesentlich besseren Ergebnisse
erfolgreicher Kommunalpolitik vom Pleitegeier Frankfurt aufgesogen werden,
um nach kurzer Zeit zu kollabieren?
Petra
Roth hat wiederholt von einer besseren Umverteilung der Lasten im Umland
gesprochen. Dann soll sie doch erst einmal ihr lastenverursachenden und
kostenfressenden Strukturen bereinigen und endlich ihre internationalen
Höhenflüge lassen, damit eine Konsolidierung der Finanzen überhaupt
möglich ist.
Auch
finde ich es hinterhältig, alle Gegner dieser Ideen als Hinterwäldler
und Kirchturmpolitiker abzuqualifizieren. Ihre Dom-Politik ist nicht
gerade seriös im Anblick des Scherbenhaufens in dem sie regiert. Wie
Roland Koch hier "mehr hineindirigieren" will, "wenn es mit
Kooperation nicht geht", ist mir schleierhaft. Möglicherweise benutz
er hierfür das Ballungsraumgesetz,
gegen das momentan geklagt wird. Wir können gespannt
sein, welche Formen die Diskussion noch annimmt.
Hier
Pressemeldungen, die eigentlich keiner Kommentierung bedürfen.
Maintal
Tagesanzeiger 06.08.2004
"Nicht
schreien, Chancen nutzen!"
Was
wird aus dem Main-Kinzig-Kreis? - Kasseckert sieht im Ballungsraumgesetz
Möglichkeiten
"Sind
die Tage des Main-Kinzig-Kreises bald gezählt?" So lautete die
Überschrift am Dienstag vergangener Woche. Maintals ehemaliger
Bürgermeister Dr. Walter Unger (SPD) hatte darin die Vorteile eines
Stadtkreismodells Rhein-Main für die Stadt Maintal dargelegt _ jetzt
erntet er erheblichen Widerspruch von Landrat Karl Eyerkaufer (SPD), der
sich gegen jegliche Teilung des Main-Kinzig-Kreises ausspricht.
Ein
Stadtkreis Rhein-Main, so Eyerkaufer, wäre für den Hanauer Raum kein
Gewinn. Besonnenheit mahnt CDU-Landratskandidat Heiko Kasseckert an. Der
Westen finanziere bei einer Kreisumlage von 48,5 Prozent ganz wesentlich
die Leistungen des Kreises in den finanzschwächeren Gemeinden zwischen
Gelnhausen und Schlüchtern, so Dr. Ungers Argumentation. Dem widerspricht
Eyerkaufer: "Die Kreisumlage von 46,5 Prozent - nicht 48,5 wie von
Dr. Unger behauptet - deckt kaum die Ausgaben des Sozialamts sowie die
Zahlungen an den Landeswohlfahrtsverband ab, dabei liegen die sozialen
Brennpunkte vor allem in Hanau und Maintal", so Eyerkaufer. Auch die
Schuldenlast liege in Hanau (fast 3100 Euro pro Kopf), Bruchköbel (780
Euro) und Maintal (726 Euro) deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 608
Euro, und auch die Arbeitslosenquote gestalte sich für den östlichen
Kreisteil deutlich günstiger als für den westlichen. "Unter diesen
Vorzeichen kann der Stadtkreis Frankfurt für den Hanauer Raum nur ein
Verlust sein", so der Landrat. Ob das Ballungsraumgesetz des Landes
Hessen eine Vorstufe zur möglichen Teilung des Main-Kinzig-Kreises
bedeutet - darüber gehen die Meinungen auseinander. Der
"Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main" endet in
nordöstlicher Richtung mitten im Main-Kinzig-Kreis. Die
Main-Kinzig-Mitgliedskommunen sind Maintal, Hanau, Bruchköbel,
Langenselbold, Nidderau, Erlensee, Großkrotzenburg, Hammersbach, Neuberg,
Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg und Schöneck, was dem Altkreis
Hanau entspricht. Nicht "im Boot" sind die Städte und Gemeinden
der Altkreise Gelnhausen und Schlüchtern. Zielsetzung des
Planungsverbandes ist eine engere Kooperation der Kommunen im Ballungsraum
Rhein-Main, die Erstellung gemeinsamer Flächennutzungs- und
Landschaftspläne sowie die Gründung von Zweckverbänden, die
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) notfalls auch zwangsweise durchsetzen
will. Geht es nach dem Willen der Oberbürgermeister von Frankfurt und
Offenbach, Petra Roth (CDU) und Gerhard Grandke (SPD), wäre der nächste
Schritt die Gründung eines Stadtkreises, wobei die Mitgliedskommunen ihre
Interessen in einem Rhein-Main-Kreistag (bisher Verbandskammer) einbringen
könnten. Besonnenheit mahnt Langenselbolds Bürgermeister und
CDU-Landratskandidat Heiko Kasseckert an. Kasseckert, der auch
Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Rhein-Main-Verbandskammer ist,
fordert alle verantwortlichen Politiker auf, die Chancen des
Ballungsraumgesetzes zu erkennen, anstatt sich in "Geschrei über die
Teilung" zu ergehen. Als Stichworte nennt Kasseckert gemeinsames
Standortmarketing Rhein-Main und die Fortsetzung der Regionalparkprojekte.
",Alle oder keiner' nicht mehr zeitgemäß" Dabei sei es der
Sache nicht dienlich, einen Keil durch den Main-Kinzig-Kreis treiben zu
wollen. Vielmehr müsse der Kreis seine unterschiedlichen Stärken
herausarbeiten und einbringen. Die Haltung des Main-Kinzig-Kreises
"Alle oder keiner" ist in Kasseckerts Augen jedoch nicht mehr
zeitgemäß. Es liege doch auf der Hand, dass die im Verdichtungsraum des
Rhein-Main-Gebietes gemeinsam zu übernehmenden Aufgaben nicht auf den
größten Flächenkreis Hessens in seiner Gesamtheit übertragen werden
könnten. Dies habe aber nichts mit einer Teilung des Main-Kinzig-Kreises
zu tun, denn nach jetzt gültiger Gesetzeslage bleibe der Kreis in Gänze
bestehen. (dm)
Frankfurter
Rundschau
"Die fetten Brocken aus dem Speckgürtel
abgreifen"
Kommunalpolitiker aus Main-Kinzig und der Wetterau
machen Front gegen Frankfurter Stadtkreis-Pläne: zu bürokratisch, eng
und ungerecht
Würde der von der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra
Roth (CDU) propagierte Stadtkreis Wirklichkeit, wäre von der Wetterau
lediglich Bad Vilbel, im Main-Kinzig-Kreis die Kommunen Niederdorfelden,
Maintal und Hanau betroffen. Für die politisch Verantwortlichen in diesem
Raum eine nicht akzeptable Grenzziehung.
Wetteraukreis / Main-Kinzig-Kreis ·23. Oktober · sun /
hein · Die Pläne, das gewerbe- und einkommenssteuerreiche Bad Vilbel dem
Stadtkreis einzuverleiben, stößt selbst bei ihrem Parteifreund Klaus
Minkel auf harsche Ablehnung. Der Geschäftsführer der Vilbeler
Stadtwerke und Bundestagsabgeordnete fand dazu deutliche Worte: "Die
Oberbürgermeisterin lässt das Zündeln nicht."
Statt nach den "Finanzleistungen des Umlandes zu schielen" solle
sich Roth lieber um ihre Stadt kümmern. Mit dieser Aussage
steht er in den eigenen Reihen nicht allein dar. "Rosinen-Pickerei"
wirft ebenso der Erste Kreisbeigeordnete Bertram Huke (CDU) der
Frankfurterin vor.
Sich die fetten
Bocken aus dem Speckgürtel abgreifen und den Rest darben lassen,
so sieht es der Wetterauer Landrat Rolf Gnadl (SPD). Er ließ
wissen, eine Abkopplung der einnahmestarken Kommunen aus den Landkreisen
lasse die dort verbleibenden Städte und Gemeinden zu Armenhäusern
verkommen. "Der bisherige
Finanzausgleich zwischen den starken und schwachen Kommunen über die
Kreisumlage käme dann zum erliegen", so Kreissprecher Michael
Elsaß. Dies würde vor allem der ärmere Altkreis Büdingen zu
spüren bekommen. Gnadl wehre sich nicht grundsätzlich gegen ein
stärkeres Zusammenrücken, sagte Elsaß. Wie berichtet,
favorisiert der Landrat jedoch einen Regionkreis, der die gesamte
Wetteraukreis einbeziehen solle.
Hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung an
Frankfurter Einrichtungen wie Zoo oder den Städtischen Bühnen bestehe im
Wetteraukreis keine generelle Verweigerungshaltung, so Michael Elsaß:
"Grundsätzlich kann man über alles reden". Der Sprecher des
Landrates vertritt jedoch die Auffassung, dass viele Menschen aus der
Wetterau die kulturellen Angebote der Mainmetropole nutzen und somit auch
finanzieren helfen: "Ohne
Besucher aus dem Umland der wäre mancher Theaterbetrieb nicht mehr zu
rechtfertigen." Dass mit dem Stadtkreis die Kultur in den
angeschlossenen Kommunen versiegt, will Elsaß zudem nicht
ausschließen. Wenn das Geld aus dem Umland nach Frankfurt fließe, seien
die Mittel vor der Haustür eben geringer.
In diesem Zusammmenhang kritisiert Elsaß, Roth
habe noch bei der Bewerbung um die Weltkulturhauptstadt mit einer
"polyzentrischen Struktur", also mit verteilter Kultur, um die
Teilnahme der Nachbarstädte geworben. Ungeachtet ihrer offenbar
geänderten Einstellung hält der Kreissprecher das Aufrechnen der OB,
welche Einrichtungen die Stadt für die Region bereit hält, für den
falschen Weg. Immerhin lasse sich "das Umland den Erhalt der Natur
viel kosten", die die Städter nach Feierabend oder am Wochenende
nutzten.
Eine Teilung des Main-Kinzig-Kreises kommt für Landrat Karl
Eyerkaufer nicht in Frage: "Es wäre töricht, die Fehler der
Gebietsreform von 1974 zu wiederholen und ein Gebilde zu schaffen, in dem
sich die Bürger nicht wiederfinden." Nur Hanau und Maintal zum
Rhein-Main-Gebiet zu zählen, sei zu kurz gegriffen: "Wer den Zirkel
auf der Landkarte nur 15 Kilometer um das eigene Rathaus schlägt, kann es
mit dem Regionalgedanken so ernst nicht meinen." Projekte wie der
Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV)oder die Olympiabewerbung hätten längst
gezeigt, dass der Begriff Region wesentlich weiter zu fassen sei.
Unabhängig vom Zuschnitt hält es Eyerkaufer
für nicht praktikabel, ein solches Gebilde per Dekret zusammenzufügen:
"Wenn wir gemeinsame Projekte vorantreiben und unsere Leistungen
vernetzen wollen, hindert uns daran schon heute niemand", plädiert
der Landrat für freiwillige Kooperationen und Zweckverbände. Eine solche
Form der Regionalpolitik erspare vor allem neue Bürokratien und
parlamentarische Zwischenebenen, die "nur Geld kosten und die kein
Bürger nachvollziehen kann".
Bemerkenswert ist für Eyerkaufer die Offenheit
Roths, was ihre Motive angehe. Sie mahne gerechtere Lastenverteilung
an und führe als Beispiel die Zahl der Sozialhilfeempfänger ins Feld,
die wesentlich höher liege als im Umland. "Warum
sollen wir die Frankfurter Sozialhilfe zahlen", fragt Eyerkaufer:
"Dass wir eine geringere
Empfänger-Quote haben, ist schließlich kein Zufall, sondern Resultat
harter Arbeit mit eigenen sozialpolitischen Initiativen."
Gleiches gelte etwa für die Müllpolitik: "Vor
zwei Jahren haben wir im Main-Kinzig-Kreis eine preisgünstige Lösung
für die Abfallentsorgung gefunden. In einem Stadtkreis müssten die
Hanauer zusätzlich in die Tasche greifen, weil dieses Problem in
Frankfurt nicht gelöst ist." Fazit des Landrats: "In
seinen Grenzen zu eng, in seinem Aufbau zu bürokratisch und in seiner
Aufgabenverteilung ungerecht - ein solcher Stadtkreis wäre kein Beitrag
zur Regionalisierung, sondern lediglich eine Entlastung der Frankfurter
Stadtkasse." Ähnlich sieht das der Baudezernent Ulrich Müller
in Hanau, derzeit als Vertreter von Oberbürgermeister Claus Kaminsiky
Rathauschef in der Stadt. Er gibt sich wie der Wetterau-Landrat Gnadl als
Verfechter einer Regionalkreises zu erkennen. Petra Roths Thesen
gingen zwar in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Das Problem
sei vor allem, die Rhein-Main-Region so darzustellen, dass sich die
Menschen damit identifizieren könnten. Es müsse also eine noch nicht
vorhandene Identität geschaffen werden, in der die existierenden
Einzelinitiativen, Zweckverbände und Organisationen gebündelt seien.
Kurz: "Wir müssen das Kleinklein überwinden." Wenn
Frankfurt nur den Speckgürtel abschöpfen will, dann fühlen sich die
Menschen ausgenommen, gibt Müller zu bedenken. Zudem hegt
er Zweifel am räumlichen Zuschnitt. So gehöre Wiesbaden unbedingt zur
Rhein-Main-Region, während die Grenzen im Norden und Osten nicht so
leicht zu ziehen seien. Langfristig müsse es jedenfalls gelingen,
Frankfurt und sein Umland im globalisierten Raum als wirtschaftliche und
ideelle Einheit zu präsentieren. "Sonst", so Müller,
"werden wir den Wettbewerb als bedeutender Standort verlieren."
Maintal
Tagesanzeiger
Konzept
stößt Manchem sauer auf
Stadtkreis-Entwurf:
Leider Beifall aus Offenbach -
Landräte
kritisieren Zuschneidung ihrer Kreise
Frankfurt/Hanau
(lhe). Zur Arbeit nach Frankfurt, außerhalb wohnen und am Wochenende Zoo,
Museen oder Theater in der Mainstadt besuchen: Zwischen Frankfurt und den
anderen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet flammen - nicht erst seit der Ebbe
in den Kassen - immer wieder Diskussionen über einen Ausgleich der Lasten
auf. Bisher haben die Umlandgemeinden eine Beteiligung an Frankfurts
Ausgaben für die Infrastruktur abgelehnt. Nun hat Frankfurts
Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) mit ihrem Vorschlag zur
Bildung eines Stadtkreises Frankfurt/Rhein-Main das Thema erneut auf die
Tagesordnung gebracht und ein vielstimmiges Echo ausgelöst.
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